Pechsträhne

Wir haben in Sint Maarten ausklariert und verlassen die Bucht in Richtung Bahamas. Das Wetter ist angenehm, wir setzen unseren Gennaker und machen gute Fahrt. In der Nacht passieren wir die nördlichste Insel der Britischen Jungferninseln, und am Folgetag liegt Puerto Rico an unserer Backbordseite. Online prüfen wir bei Windy das Wetter – ein Sturm zieht auf! Zwei große Tiefdruckgebiete kommen direkt auf uns zu. Eines bewegt sich von Florida her und bringt kühle Luft, Böen bis 60 Knoten und Wellen bis 12 Meter.

Was nun? Wir müssen eine geschützte Ankerbucht finden und das Sturmtief abwarten, bevor wir weitersegeln können. Zuerst denken wir an die Dominikanische Republik, würden dort aber laut Berechnung erst in der Nacht ankommen. Für unbekannte Gewässer ist das keine gute Idee – Riffe und Flachwasserzonen müssen sicher umschifft werden. Kathi recherchiert und macht nach einer Weile den verhängnisvollen Vorschlag, lieber an der Westküste von Puerto Rico einen geschützten Platz anzulaufen.

Der Wind nimmt immer mehr zu, und wir entscheiden uns bei 20 Knoten, den Gennaker einzuholen – was trotz diverser Tricks diesmal einfach nicht gelingen will. Wie wild schlägt das riesige Leichtwindsegel im Wind, bis Mike völlig erschöpft versucht, es mit dem Endlosfurler einzudrehen. Das Problem: Die Endlosleine rutscht durch den Furler, und der Wind dreht das Segel immer wieder heraus. Nach bangen Minuten schaffen wir es schließlich gemeinsam, das Tuch einzuholen. Wir sind körperlich fertig – Mikes Arme und Beine schmerzen, das Energielevel liegt bei null. Der Furler muss dringend gewartet werden und kommt auf die To-do-Liste.

Am späten Sonntagnachmittag, dem 1. Februar, erreichen wir schließlich die Ankerbucht. Mit Hilfe einer App versuchen wir, elektronisch nach Puerto Rico einzuklarieren. Leider bedenken wir dabei nicht, dass Puerto Rico zu den USA gehört. Damit nimmt unsere Pechsträhne ihren Lauf.
Über die „Customs and Border Protection ROAM“-App werden wir von einem Officer kontaktiert. Er fragt nach Pässen und Visa. Wir besitzen jedoch kein Visum, nur ein abgelaufenes ESTA. Wir erklären dem Beamten, dass wir lediglich dem herannahenden Sturm ausweichen wollen – doch es hilft nichts. Wir müssen am nächsten Tag persönlich beim Department of Homeland Security am internationalen Flughafen der Insel erscheinen.

Kathi organisiert noch am Sonntagabend ein Taxi, und wir fahren Montag früh um 7:00 Uhr zu dem 1,5 Stunden entfernten Flughafen im Norden der Insel. Dort angekommen, begeben wir uns in das Customs Office – und werden fünf Stunden lang von zwei Beamten „bearbeitet“. Fingerabdrücke werden genommen, Fotos gemacht, und nach mehreren ernsten Belehrungen erhalten wir eine Sondergenehmigung, die mit 1.400 USD „honoriert“ wird. Immerhin sind die Beamten freundlich, und wir zeigen uns reumütig mit gesenkten Köpfen. Wie konnte uns das nur passieren? Wir waren so vertieft in die Wettermodelle, dass wir nicht nachrecherchiert haben, ob die Einreise nach Puerto Rico überhaupt erlaubt ist – dumm gelaufen.

Am frühen Nachmittag kehren wir erschöpft zum Schiff zurück. Der Taxifahrer, der geduldig auf uns gewartet hatte, brachte uns freundlicherweise wieder zurück. Seine Dienste belohnen wir mit 300 USD.

Um das Tageserlebnis perfekt zu machen, hat Mike dann die glänzende Idee, in die Maschinenräume zu schauen.
Und was entdeckt er wohl erneut? Wasser und Öl!
Oh nein – wir hatten doch das Getriebe auf Sint Maarten von Gregory warten lassen. Scheinbar war das gar nicht die Ursache des Öllecks. Wie ärgerlich!

Wir diskutieren, wägen Optionen ab, und nach einigen Tränen machen wir uns am Dienstag daran, die Maschinenräume gründlich zu säubern.

Wir prüfen erneut das Wetter und überlegen, am Mittwoch Richtung Dominikanische Republik weiterzusegeln, um dort in einem Hafen auf besseres Wetter zu warten. Wir fragen in Punta Cana nach einem Liegeplatz, erhalten aber keine Antwort. Also entscheiden wir uns, trotz nicht optimaler Bedingungen, in Richtung Bahamas weiterzufahren und gehen am Mittwochmorgen Anker auf.

Nachdem wir den Riffgürtel passiert haben, wollen wir das Großsegel setzen – doch es bewegt sich keinen Millimeter. Einige Mastrutscher an den Segellatten klemmen in der Schiene und verhindern das Durchholen. Als wir das Problem untersuchen, sehen wir: Die aus Aluminium bestehende Mastschiene ist beschädigt, vermutlich beim letzten Mastaufstieg durch das Gurtzeug oder den Bootsmannsstuhl. Mit einer Feile ließe sich der Schaden beheben, aber bei 2,8 Meter Welle ist daran nicht zu denken. Also verstauen wir das Großsegel wieder und segeln auf spitzem Amwindkurs nur mit der Genua. Bei 20 Knoten Wind machen wir immerhin 6,5 Knoten Fahrt.

Wir werden wohl auch motoren müssen – bis nach Inagua, der ersten Insel der Bahamas, sind es rund 450 Seemeilen. Die Reparatur der Mastschiene muss warten, und auch für das ölende Saildrive müssen wir uns noch etwas überlegen.

Nachts ist es derzeit mit 17 Grad erstaunlich frisch – ganz und gar nicht karibisch. Selbst hier scheint das Klima aus dem Gleichgewicht geraten zu sein. Es wird von Jahr zu Jahr besorgniserregender. Auf Kuba werden aktuell 0 Grad gemessen!! Das ist historisch einmalig.

Wir hoffen, dass diese trüben Tage bald vorbei sind – voller Optimismus blicken wir nach vorn!

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Kurzupdate – Kein Wetter

Es ist wie verhext: Wir finden einfach kein passendes Wetterfenster.


Wie letzte Woche mit Alina von wetterwelt.com besprochen, erreichte uns heute ihre E-Mail mit der Prognose für die nächsten Tage. Sie schreibt, dass die Wetterlage weiterhin instabil und wechselhaft bleibt. Derzeit rollen mehrere Tiefdruckgebiete vom Atlantik in Richtung Britische Inseln. Die Winde drehen von West bis Südwest, anschließend auf Ost bis Nordost – und ab dem 16.08. gehen (wie leider in letzter Zeit so oft) alle Wettermodelle wieder komplett auseinander. Eine eindeutige Tendenz ist nicht erkennbar.

Für unsere geplante längere Passage nach Madeira macht das die Planung extrem schwierig. Auf keinen Fall wollen wir erneut die meiste Zeit der Überfahrt unter Motor zurücklegen. Abgesehen vom „Krach“ an Bord spielt auch der finanzielle Aspekt eine Rolle: Die Kosten für Diesel sind erheblich, und auch der Verschleiß – etwa durch Motorölverbrauch, Filterwechsel und Beanspruchung der Antriebe – muss mit einkalkuliert werden. Unsere Wunschroute verläuft nicht an der Küste entlang, sondern weit hinaus auf den Atlantik.

Wunschroute nach Madeira – weit weg von der Küste (Kartenmaterial von OpenSeaMap)

Alina empfiehlt uns aufgrund der schlechten Aussichten, stattdessen kürzere Passagen in Betracht zu ziehen. Ab dem 14.08., so schreibt sie, wäre zum Beispiel eine Überquerung der Biskaya nach A Coruña denkbar. Genau das wollen wir jedoch vermeiden: Küstenhopping.

Zum einen ist das Risiko, sich etwas „einzufahren“, sehr hoch – sei es durch Fischernetze oder illegale Stellnetze / Langleinenfischerei. Zum anderen steigt mit zunehmender Fahrt Richtung Süden das Risiko von Orca-Interaktionen.
Schon bei unserer Durchfahrt durch den Englischen Kanal gab es einige brenzlige Situationen, in denen wir gekennzeichnete und vor allem unmarkierte Fischfang­einrichtungen (oft nur treibende weiße, blaue oder gelbe Kanister mit kleinen Ankerbojen) in letzter Sekunde umsteuern mussten. Nachts haben wir vermutlich sogar einen dieser Kanister mit blauer Leine touchiert – im Dunkeln keine Chance, sie zu erkennen; sie haben weder AIS-Sender noch sind sie auf dem Radar sichtbar. Fasern der blauen Leine habe ich beim letzten Schwimmen hier in der Ankerbucht von Anse de l’Auberlac’h noch aus dem Faltpropeller auf der Backbordseite gezogen. Ärgerlich.

Es sieht also so aus, als müssten wir weiterhin warten. Ein wirklich merkwürdiger Sommer, den wir dieses Jahr erleben: Entweder es weht gar kein Wind oder er kommt genau aus den Richtungen, in denen wir nicht vernünftig segeln können. Die Alternativen wären: weite Strecken motoren oder in endlosen Zickzackkursen nach Madeira segeln. Der direkte Kurs dorthin sind etwa 1.300 Seemeilen. Bei günstigen Bedingungen bräuchten wir dafür rund 10 Tage. Im Moment würden wir jedoch in großen Flautenfeldern festhängen und nur langsam vor uns hintreiben.
Das hat zwar auch seinen Reiz – aber wie viel Proviant bräuchten wir, um auch längere Zeit (bis zu 30 Tage) autark zu sein? Schon jetzt merken wir, wie unsere Vorräte – insbesondere frische Lebensmittel und Getränke – während der langen Wartezeit in den hiesigen Ankerbuchten zur Neige gehen.

Müssen wir im schlimmsten Fall wirklich noch bis Ende August oder gar September hier ausharren?

 

P.S. Der Tausch unserer Solarplatten im Hafen von Brest hat gut geklappt. Der Elektriker (ein junger Franzose) hat einen guten Job gemacht. Jetzt bringt unsere Solaranlage wieder volle Power!

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Kurs IJmuiden – endlich geht es los!

Nach fast 18 Tagen im Cuxhavener Seglerhafen entscheiden wir uns, endlich abzulegen und Kurs auf IJmuiden in den Niederlanden zu nehmen. Das Wetter und die Vorhersagen bei Windy passen einigermaßen für die rund 200 Seemeilen lange Etappe – und wir wollen jetzt auch einfach mal weiter.

Bevor wir am Freitagabend gegen 20 Uhr mit der ablaufenden Tide starten, füllen wir an der SB-Tankstelle im Hafen beide Tanks mit jeweils 72 Litern Diesel nach. Dann geht es los. Bei schönstem Abendsonnenschein biegen wir in die Elbmündung ein und motoren Richtung Nordsee zum ersten VTG (Verkehrstrennungsgebiet) „Jade Approach“.
Die ablaufende Flut aus Hamburg schiebt uns mit rund 2 Knoten – super.

Diesmal lassen wir nur eine Maschine laufen, um Sprit zu sparen und eine erste Verbrauchskalkulation zu machen. Natürlich ist das bei Strömung, Gegenwind und Welle nur bedingt aussagekräftig, aber für einen Mittelwert sollte es reichen.
Am Ende der Etappe rechnen wir hoch: 700 Liter Diesel ergeben eine Reichweite von ca. 1.000–1.200 Seemeilen, also rund 2.000 Kilometer. Nicht, dass ihr denkt, wir wollen absichtlich motoren – ganz im Gegenteil! Das dumpfe Gebrumme nervt uns wahnsinnig und geht irgendwann richtig auf den Kopf. Wir wollen segeln. Aber der Wind muss eben mitspielen.

Erste Nachtfahrt – neue Erfahrungen

Wir motoren also in die Nacht hinein. Laut Vorhersage soll es in den frühen Morgenstunden Wind geben. Ich schicke Kathi gegen 23 Uhr in die Koje und übernehme die komplette erste Nacht bis 8 Uhr morgens. Irgendwann kommt sie nochmal hoch und fragt: „Soll ich dich ablösen?“ Ich verneine, sie geht wieder schlafen.


Unsere Hündin Piper erlebt ihre erste Nachtfahrt – und ist völlig unentspannt. Sie weicht mir nicht von der Seite, schläft nur kurz, und wenn ich mich einmal bewege oder mir ein Getränk aus dem Kühlschrank hole, schaut sie mich mit ihren müden Augen an, als wolle sie sagen: Warum bewegt sich hier alles?! Sie muss sich natürlich erst daran gewöhnen, Tag und Nacht an Bord zu verbringen.
Beim „Lösen“ klappt es schon richtig gut: Wir gehen mit ihr auf das Vorschiff, geben den Befehl „Piper, los!“ – und sie macht brav ihr Geschäft. Danach wird wie auf See üblich alles mit Schlauch und Pütz abgespült. Natur zur Natur!

Wind? Fehlanzeige.

Am Samstagmorgen um 8 Uhr übernimmt Kathi die Wache, ich lege mich in den Salon in ihre Nähe und sage noch: Weck mich, wenn dir was komisch vorkommt oder du mit Radar oder AIS nicht klar kommst. Nach 20 Minuten bin ich wieder wach – Schlaf will sich einfach nicht einstellen. Also trinken wir einen Kaffee, und ich rolle die Genua aus. Immerhin: 9 Knoten Wind! Vielleicht reicht das für ein wenig Segelbetrieb?
Leider nicht. Nach zwei Stunden schläft der Wind wieder ein und das Segel fällt back. Also Genua einrollen. Wir tuckern weiter unter Maschine. Die Tide ist mittlerweile gekippt, der Strom kommt jetzt von vorn – unsere Geschwindigkeit sinkt auf nur noch 2,5 Knoten. Gerade einmal 4,6 km/h! Das ist langsamer als Gehen.

Tagsüber nutzt die Sonne jede Gelegenheit, vorbei zu schauen. Ich versuche, mal im Salon, mal im Cockpit ein Nickerchen zu machen – vergeblich. Ich finde keinen Schlaf.
Ab dem Nachmittag baut sich die See auf – 2,5 Meter Welle schiebt uns von hinten. Der Wind frischt auf: 10 bis 12 Knoten. Endlich! Aber: direkt von achtern, 180 Grad. Für unseren Katamaran KAMI denkbar ungünstig – wir können nur zwischen 40 und 135 Grad segeln. Also: Maschine bleibt an.

Wach bleiben um jeden Preis

Am Abend wird’s wolkig, wir sehen kaum noch Schiffe. Nach dem Abendbrot übernehme ich erneut die Nachtwache. Kathi geht schlafen – Kopfhörer auf, ich höre mal wieder „Domian“. Gegen Mitternacht schreibt meine Mom, dass sie nicht schlafen kann. Wir tauschen ein paar WhatsApp-Nachrichten aus. Ich vermisse Sie und meine Gedanken sind oft bei ihr.
Gegen 2 Uhr steht plötzlich Kathi bei mir. „Willst du dich ablösen lassen?“ fragt sie. Ich schicke sie nochmal in ihre Koje. Natürlich bin ich noch fit. Oder etwa nicht? Irgendwie hatte sie wohl eine Vorahnung. Immerhin bin ich zu dem Zeitpunkt schon fast einen ganzen Tag wach.

Um 4 Uhr werde ich richtig müde. Augenlider schwer, auf dem Plotter nichts, Radar leer, kein Verkehr – Langeweile macht sich breit. Und dann der gefährlichste Moment: Sekundenschlaf. Ich spüre, wie mein Körper ein klares Alarmsignal sendet. Nicht einschlafen! Also gehe ich sofort runter und wecke Kathi. Sie übernimmt ohne zu zögern.
Nach zwei Stunden narkotischen Tiefschlaf wache ich wieder auf. Es wird hell, Kathi steuert die KAMI mit Autopilot die Küste entlang. Aber weit sind wir noch nicht gekommen – kein Wunder bei der Gegenströmung. Unsere kalkulierten 34 Stunden für die Überfahrt nach IJmuiden werden wir nicht schaffen, am Ende sind es 40 Stunden.

Kontrolle auf See

Am Sonntag gegen 10 Uhr – mittlerweile haben wir sieben Stunden Verspätung – entdecke ich an Steuerbord ein großes Schiff der niederländischen Küstenwache. Kurz darauf wird ein RIB zu Wasser gelassen und rast mit Highspeed achteraus. Ich ahne schon: Die kommen zu uns.
Ein paar Minuten später liegen sie längsseits. „Woher kommen Sie?“, ruft einer der Beamten auf perfektem Deutsch. Ich antworte freundlich (trotz Müdigkeit) und erzähle von unserer Weltumsegelung. Nach ein paar Fragen und einem kurzen Gespräch wünschen sie uns alles Gute – und brausen wieder ab. Unsere erste Kontrolle auf See!

IJmuiden – der erste Stop außerhalb Deutschlands

Eine Stunde später erreichen wir IJmuiden. Wir funken den Hafenmeister auf Kanal 74 an. Kathi hatte dort zuvor angerufen, die Dame hatte einen freien Liegeplatz zugesagt – auf Deutsch. Jetzt fordert man uns über Funk auf, auf Englisch umzuschalten. Kathi übernimmt entspannt.
Wir motoren mit 15 Knoten Gegenwind in den Hafen. Ein „Marinero“ kommt im Dinghy entgegen und winkt uns, wir sollen folgen. Unser Liegeplatz ist in Reihe „F“. Die Ansteuerung klappt fast wie bei den Profis. Danach geht’s direkt ins Hafenmeisterbüro – wir buchen für eine Woche.

Nächste Schritte: Der Atlantik ruft!

Schon in der Nacht hatten wir via Podcast von Sebastian Wache (wetterwelt.com) gehört, dass das Wetter weiterhin suboptimal bleibt. Unser Plan: notfalls motoren bis Brest – raus aus dem Ärmelkanal, rein in den Atlantik.
Denn wir wollen endlich ins Warme! Segeln! Türkisfarbenes Wasser!

Bis dahin sind es noch ca. 600–700 Seemeilen. Aber: Gegenwelle und Gegenströmung sind das, was am meisten belastet – auch für unsere Piper. Sie musste schon Reisetabletten nehmen, um etwas zu entspannen. Sie ist ein wichtiger Teil der Crew – auch ihr Wohlbefinden steht für uns an erster Stelle.


Die Infos schicke ich in der Nacht an Alina. Direkt am Sonntagvormittag kommt ihre Antwort: Gegen Ende der Woche will sie sich mit neuen Wetterdaten melden.

Ankommen, schlafen, Pläne schmieden

Sonntagnachmittag gönnen wir uns ein Erholungsschläfchen – drei Stunden tiefster, erholsamer Schlaf. Der Körper holt sich, was er braucht. Am Abend fühlen wir uns wieder frisch und erkunden den Hafen und die Umgebung.

Seebeine wachsen nicht über Nacht – und wir sind froh, dass wir nicht ausschließlich auf Wind angewiesen sind. Wer nur auf’s Segeln gesetzt hätte, würde womöglich heute noch in der Ostsee treiben. Gut, dass wir auf einem Katamaran leben – die Vorteile gegenüber einer Monohülle sind enorm. Wir haben größten Respekt vor all unseren Mitseglern, mit denen wir über WhatsApp im Austausch stehen: die anderen Lossegler 2025.

Was kommt als Nächstes?

Am 26. Juli startet das legendäre Rolex Fastnet Race von Cowes nach Cherbourg. Über 400 Yachten nehmen teil. In den umliegenden Häfen wird es voll, laut – und spannend! Für uns ein weiterer Grund, so bald wie möglich durch den Ärmelkanal zu kommen.

Unsere Wunschroute:
 Noch einmal in IJmuiden auftanken, dann durch den Kanal nach Brest. Von dort aus Proviant und Diesel auffüllen – und auf Alinas „GO“ warten. Dann geht’s rüber über die Biskaya in einem weiten Atlantik-Bogen nach Madeira.
Dort ist gerade genau unser Wetter: Sonne, 32 Grad – Happy Feeling.

Jetzt beobachten wir aus den Niederlanden weiter die Wetterkapriolen. Die Wetterentwicklung wird immer rasanter, kurzfristiger, unberechenbarer.

Zur Stunde tobt ein höllisches Gewitter über dem Hafen…

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Eine weitere Woche in Cuxhaven – und ein kleiner Tapetenwechsel

Wir liegen immer noch im Hafen von Cuxhaven, und langsam macht sich ein kleiner Hafenkoller breit. Die Wetter- und Windlage zwingt uns weiterhin zum Warten – und langsam wird es Zeit, dass es weitergeht!

Letztes Wochenende haben wir uns kurzerhand entschieden, ein bisschen Abwechslung in unseren Bordalltag zu bringen: Ein Mietwagen sollte her – für einen kleinen Ausflug und um auch mal wieder etwas anderes als Steg und Leinen zu sehen. Gesagt, getan: Am Montagmorgen holen wir bei Sixt unseren Leihwagen ab, Piper springt direkt auf ihren kleinen Hundesitz, den wir zum Glück noch in Warnemünde am Steuerstand montiert hatten – passt auch prima im Mietwagen.

Erster Stopp: Bremen
Unser erstes Ziel ist Bremen. Schon lange hatten wir vor, dort beim Werkverkauf von SVB – dem Yachtausrüster – vorbeizuschauen. Wir brauchen neue Langfender, die besser zur Freibordhöhe der KAMI passen. Vor Ort haben wir Glück: Die gewünschten Modelle sind tatsächlich vorrätig, wir schlagen zu.
Danach geht es weiter in die Bremer Altstadt. Wir schlendern durch die kleinen Gassen, genießen das Flair – und auf dem Marktplatz gönnen wir uns einen Kaffee in der Sonne. Ein schöner Moment, der uns mal wieder bewusst macht, wie gut uns auch kleine Landgänge tun.

SVB Bremen

Rückweg über Bremerhaven
Auf dem Rückweg legen wir noch einen Stopp in Bremerhaven ein. Direkt an der Weser, im Alten Hafen, machen wir mit Piper einen kleinen Spaziergang. Abendessen gibt es im Restaurant Villa Seebeck – ein echter Geheimtipp. Satt und zufrieden kehren wir später zurück an Bord der KAMI.


Dienstag: Hamburg ruft

Am nächsten Tag steht Hamburg auf dem Plan – inklusive eines kleinen Erledigungsprogramms: Wir brauchen ein neues Relingnetz, damit Piper an Bord besser gesichert ist. Unsere erste Adresse: Die Hamburger Tauwerkstatt. Nach kurzer Suche auf dem Gewerbehof finden wir die richtige Tür – das vorbestellte Netz liegt schon bereit, alles klappt wunderbar.
Danach fahren wir ins Alsterhaus. Kaum angekommen, beginnt es natürlich zu regnen. Typisch. Wir lassen uns nicht entmutigen, gehen mit Piper ein wenig an der Kleinen Alster spazieren – die ist zum Glück überdacht –, trinken wieder einen Kaffee und entscheiden uns dann doch recht schnell für die Rückfahrt. Bei Regen durch Hamburg zu streifen macht weder uns noch Piper wirklich Spaß.

Abendbesuch an Bord
Zurück auf der KAMI wartet ein weiteres Highlight: Besuch! Holger, unser lieber Schwager, kommt vorbei. Gerade haben wir die Einkäufe verstaut, da klingelt auch schon das Telefon. Er steht vorm Vereinseingang. Große Freude! Gemeinsam gehen wir ins kleine Restaurant Lieblingsplatz, das sich direkt oberhalb des Hafengeländes befindet. Wir essen gemütlich, plaudern über Zuhause und tauschen Pläne aus. Schön, dass es so spontan geklappt hat! Gegen 19 Uhr verabschiedet sich Holger wieder Richtung Hamburg – am nächsten Tag steht für ihn schon der nächste Termin an.

Relingnetz & neue Motivation
Am Mittwoch bringen wir den Mietwagen zurück. Das Wetter klart auf, die Sonne lässt sich blicken – und wir legen direkt los mit der Montage des neuen Relingnetzes. Drei Stunden später ist alles fertig. Sieht gut aus – und wir fühlen uns gleich entspannter. Für Piper ist das neue Netz ein echter Sicherheitsgewinn.

Und jetzt? Warten auf den richtigen Wind …
Ob – und wann – es für uns weitergeht, entscheidet sich wohl morgen. Die Wettermodelle sind sich uneins, der Wind bleibt launisch. Aber: Wir bleiben zuversichtlich.

Wir halten euch auf dem Laufenden.

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Kurzupdate – Wetterwelt

Wir haben unseren Plan, morgen mit der auslaufenden Flut den Cuxhavener Seglerhafen zu verlassen, kurzfristig wieder verworfen. Genau wie viele andere Segler verstehen wir nicht, warum sich die Wettervorhersagen täglich mehrfach ändern. Hier oben ist es kalt, grau, windig – und böig (natürlich aus der falschen Richtung). Irgendwie fühlt es sich hier einfach nicht nach Sommer an.

Aufgrund der derzeitigen, ungewöhnlichen Wetterverhältnisse (in ganz Europa) sind wir mit der Firma Wetterwelt in Kontakt getreten. Ihr erinnert euch bestimmt: 2023, bei der Überführung der KAMI von den Bahamas, hatten wir Sebastian Wache von Wetterwelt als Routingcoach gebucht – und das hatte super geklappt. Kurzerhand haben wir jetzt ein individuelles Routing von hier nach Madeira, zu den Kanaren und dann weiter in die Karibik angefragt – und bereits die Zusage erhalten. Das freut uns sehr und gibt uns ein wenig mehr Sicherheit.

Alina von Wetterwelt wird uns betreuen, und wir haben heute schon mit ihr telefoniert. Unseren Plan, von hier aus direkt nach Madeira „durchzurutschen“, können wir wohl begraben – den Zahn hat sie uns gezogen. Es wird weiterhin nur in Etappen gehen. Also wahrscheinlich doch Küstenhopping, bis wir aus dem Ärmelkanal raus sind. Eigentlich ist das gar nicht so schlecht, aber es sind Sommerferien, und die Häfen entlang der Küste (z. B. in den Niederlanden oder Frankreich) sind meist proppevoll. Für Katamarane ist es oft sehr schwierig, einen guten Hafenplatz zu finden, und „im Päckchen liegen“ ist mit Piper`li an Bord völlig ausgeschlossen.

Was heißt das nun für uns? Wir haben eine App namens Navily. Mit dieser App findet man geeignete Häfen und Ankerplätze, und andere Segler, die vor Ort waren, können dort die Bedingungen sowie ihre Erlebnisse und Erfahrungen (Ankergrund, Lage usw.) niederschreiben und bewerten. Man kann über die App bei Häfen anfragen und sogar einige Liegeplätze im Voraus buchen (reservieren). Damit wollen wir uns ab morgen mal intensiver beschäftigen und schauen, welche Anker- oder Festmachmöglichkeiten wir bis zum Ausgang des Ärmelkanals hätten.

Mit Alina sind wir so verblieben, dass wir zum Ende der nächsten Woche telefonieren und gemeinsam schauen, ob sich endlich ein besseres Wetterfenster ergibt. Auf alle Fälle sollen die Temperaturen schon einmal steigen – das wäre ja auch schon mal schön.

Insgesamt brauchen wir uns keine Sorgen zu machen. Der Hochsommer kommt ja erst noch (so die Aussage von Wetterwelt), und für die 1.800 Seemeilen bis Madeira haben wir noch genügend Zeit. Die Reisekalkulation – also die Zeit, die wir bis Madeira benötigen – reicht von 9 bis 20 Tagen (je nach Windbedingungen und eventuellen Zwischenstopps wegen Schlechtwetter). Im November wollen wir von den Kanaren in Richtung Karibik starten.
Also: zeittechnisch alles gut.
Das Schiff ist komplett aufproviantiert und bereit zum Ablegen.

Aiolos (Gott der Winde) wird hiermit angerufen … bitte schicke uns moderaten Wind aus Osten oder Süden!

Ein kleiner Nachtrag:
Wir freuen uns sehr, dass bereits zweimal auf den Spendenbutton in der rechten Seitenleiste geklickt wurde. Im Namen der ganzen Crew: Herzlichen Dank für diese großartige Geste!

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Abwettern – wir wollten doch segeln :/

Wir nutzen die Zeit während des außerplanmäßigen Hafenstopps in Cuxhaven für „Alltagsdinge“ an Bord und kleinere Arbeiten. Ich nehme mir den Wassermacher vor, den ich über den Winter stillgelegt hatte (mit Desinfektionslösung gespült und den Vorfilter ausgebaut). Das Vorfiltersystem spüle ich 15 Minuten lang mit Frischwasser und setze anschließend eine neue Vorfilterkartusche ein. Die Kartusche, beziehungsweise der Sediment-Vorfilter, ist mit einer Filtrationsrate von 5 Mikron ideal für Haushaltswasseranwendungen. Sie filtert die gröbsten Verunreinigungen aus dem Seewasser, bevor das so gereinigte Wasser durch die vier Hochdruckmembranen gepresst wird. Heraus kommt dann fast steriles Wasser – etwa 100 Liter pro Stunde. Hier im Hafen werden wir unsere beiden 300-Liter-Frischwassertanks mit Trinkwasser aus der Stegzapfstelle auffüllen, bevor es weitergeht. Das Wasser der Nordsee und auch im Englischen Kanal ist so stark verschmutzt, dass wir den Wassermacher dort möglichst nicht in Betrieb nehmen möchten. Während der Blauwasserfahrt auf dem Atlantik hat ein Sediment-Vorfilter eine Lebensdauer von etwa drei Monaten. Müssten wir ihn jedoch in der Nordsee verwenden, könnten wir den Vorfilter wohl schon nach zwei Durchläufen erneuern.

Gestern prüfte ich die Motorräume und die Bilgen. Alles ist trocken! Sehr schön, so soll es sein. Mit einer gebogenen Nadel versuche ich, den kleinen Läufer vor der Küchenzeile an den Ecken an der darunterliegenden Auslegware festzunähen. Im Moment verrutscht er ständig, und mit der Zeit wird das ständige Anheben und Geradeziehen des Läufers ziemlich nervig.

Der Hafen füllt sich inzwischen, und wir treffen immer häufiger andere TO-Segler, die ebenfalls gerne weiter möchten. Bei diesen Begegnungen schnacken wir über Themen wie Orca-Abwehr, Windvorhersagen und Co. Am Nachmittag läuft eine Segelyacht mit karibischer Flagge und russischsprachigen Crewmitgliedern ein. Abends sehen wir zwei Polizisten in Richtung des festgemachten Schiffs gehen. Offenbar ist man hier im Hafen besonders sensibilisiert, wenn es um „ungewöhnliche“ Schiffs- und Crewkonstellationen geht.

Am Samstagvormittag rufen wir uns ein Taxi und lassen uns zum nächstgelegenen Baumarkt fahren. Wir brauchen dringend eine Aufstiegshilfe für unsere hohe Bordwand. Das Hoch- und Herunterhieven von Piper ist schon etwas tricky, und schwere Einkäufe an Bord zu bringen, ist zwar sportlich, aber auf Dauer anstrengend. Im Baumarkt entdecken wir eine kleine Aluminiumleiter, die Kathi sofort ins Auge fällt. Ja, die soll es sein! Sie reicht zwar nicht ganz bis nach oben an Deck, erleichtert uns das Übersteigen aber enorm. Und da sie so schön schmal ist, passt sie auch noch gut ins Vorpiek zum verstauen.

Aufstiegshilfe

Die aktuelle Windprognose ist bis kommenden Samstag leider nicht wirklich passend. Eine Weiterfahrt am Samstag ist wahrscheinlich – aber das kann sich natürlich auch kurzfristig wieder ändern. Heute (Sonntag) sollte es eigentlich den ganzen Tag regnen. Tatsächlich ist das Wetter durchwachsen, und die Sonne lässt sich ab und zu blicken. Erst ab 15.30 Uhr setzt der Regen ein und soll bis in die kommende Nacht anhalten.

Kathi will morgen versuchen, den Hafenmeister auf Helgoland telefonisch zu erreichen. Von anderen Seglern haben wir gehört, dass es während der Ferien auf Helgoland kaum freie Liegeplätze gibt – der Hafen ist stets überfüllt, und kleinere Segelboote müssen dort in „Päckchen“ liegen. Sollte für uns kein Liegeplatz verfügbar sein, werden wir Helgoland auf unserer Route wohl überspringen müssen.

Mit der außerplanmäßigen Einfahrt in Cuxhaven wurde uns bewusst:
„Wenn der Plan nicht funktioniert, dann ändere den Plan. Aber niemals das Ziel!“

Wir halten euch auf dem Laufenden …

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Wir sind ausgeNOKt…

Abends auf dem Borgstedter See

Abends auf dem Borgstedter See (im Nord- Ostsee Kanal)


Nach einer turbulenten Gewitternacht heißt es nach dem Frühstück „Anker auf“. Wir verlassen den Borgstedter See und schieben die KAMI mit 6 Knoten unter Maschine Richtung Schleuse Brunsbüttel. Bis dorthin sind es noch gut 70 Kilometer (wir schreiben jetzt in Kilometern und nicht in Seemeilen – schließlich sind wir auf einem Binnengewässer). lach


Der Wind pustet mit 17 Knoten, der Himmel ist bewölkt und wir frieren. Ja, ihr lest richtig! In der alten Heimat sind es 32 Grad – hier oben dagegen nur „gefühlte“ 15 Grad.

Während der Fahrt begegnen uns zahlreiche Frachtschiffe. Einige transportieren Chemikalien, andere wiederum Schütt- und Stückgüter. Gegen 18 Uhr erreichen wir endlich die Schleuse Brunsbüttel und hoffen, dass wir rasch aus dem NOK ausgeschleust werden können. Da eine halbe Stunde zuvor bereits Sportboote geschleust wurden, sind wir nun die Einzigen, die vor der Schleuse „Warterunden“ drehen. Irgendwie passiert aber nichts. Nach 30 Minuten greifen wir zum Funkgerät und rufen: „Kiel Schleuse 1 für Segelkatamaran KAMI“. Wir fragen höflich nach, wann wir in die Elbe ausgeschleust werden können, und erhalten die Antwort, dass gerade ein größerer Frachter kommt – wir sollen uns hinter diesem in die Schleusenkammer legen. Wir bleiben also auf Standby und dürfen den aus- und eingehenden Verkehr nicht behindern.

Vor den Schleusen – also der alten Nord- und Südschleuse sowie den neuen großen Schleusen für die Containerriesen – fahren mehrere frei fahrende Fähren kreuz und quer durch die Vorbereiche. Für uns heißt das: volle Konzentration und die KAMI möglichst auf der Stelle halten. Bei ordentlich Seitenwind gar nicht so einfach! Aber es klappt, und das Frachtschiff fährt vor uns in die Schleusenkammer „Alte Nord“ ein. Wir warten auf die Aufforderung, ebenfalls einzufahren, und dürfen nach 15 Minuten auf der Steuerbordseite, schräg hinter dem Frachter, festmachen.

Da der Frachter ordentlich Schraubenwasser produziert (auch bei ganz langsamer Drehzahl), wippert die KAMI während der Einfahrt wie ein Korken auf und ab. Die ausgebrachten Fender rutschen durch die Wasserwirbel im Becken nach oben heraus, und die KAMI schrappt am hölzernen Schwimmsteg. Hoffentlich gibt es keine Kratzer oder Schrammen! Wir sind so angespannt, dass selbst Piper merkt, dass etwas nicht stimmt – und sie verhält sich entsprechend merkwürdig.

Wir funken erneut den Schleusenwärter an und informieren, dass wir die KAMI kaum halten können. Wir bitten darum, dass der Frachter als Erster das Schleusenbecken verlässt. Das wird bestätigt, und nachdem sich die Schleuse öffnet, schleicht der Frachter heraus. Wir warten, bis sich die Wirbel- und Wasserströme beruhigt haben, werfen dann die Leinen los, fahren in die Elbe ein und nehmen Kurs auf Cuxhaven. Kathi hatte die Fahrtzeit im NOK genutzt und uns einen Liegeplatz in der Segler-Vereinigung Cuxhaven e.V. organisiert.

Wir fahren noch gegen den Strom, das heißt: Gegen 20 Uhr kippt die Flut zur Ebbe, und bis dahin haben wir 2 Knoten Gegenstrom. Wir machen also 6 Knoten Fahrt durchs Wasser, kommen aber nur mit 4 Knoten voran (SOG – Speed over Ground).

Gegen 22 Uhr, also gerade noch mit Resttageslicht, laufen wir in den Sportboothafen ein und können direkt gegen den Wind an einem kleinen Steg festmachen. Nicht so schön ist, dass wir nur schwer vom Boot kommen, denn der Schwimmsteg endet etwa ein Drittel vor dem Bootsheck. Wir haben keinen Tritt an Bord – da fällt uns ein, dass wir das eigentlich noch vor dem Start besorgen wollten. Also müssen wir in den Baumarkt und einen Tritt oder eine kleine dreistufige Trittleiter kaufen.

Nach dem Vertäuen ist es 23 Uhr, und eine WhatsApp-Nachricht trifft ein: Von einem anderen Seglerpaar des TO wurde unser Einlaufen bemerkt. Antje und Frank von der Segelyacht Toroa heißen uns willkommen. Wir freuen uns und laufen Antje heute früh bei der morgendlichen Piper-Runde über den Weg – und schnacken gleich über Wetter, Reisepläne und Co.

Hier in Cuxhaven liegen noch weitere Trans-Ocean-Segler, die hier abwettern und auf bessere Wind- und Wetterverhältnisse warten. Leider sind die Prognosen für die ganze nächste Woche wieder suboptimal: falsche Windrichtungen zum Segeln, Starkregen und böiger Wind sind angesagt. Also warten hier viele Segler, bis es raus auf die Nordsee gehen kann. Viele wollen in Richtung Englischer Kanal, einige zieht es ins IJsselmeer, andere wollen erst einmal nach Helgoland.

Eines haben wir jedoch alle gemeinsam:

Wir wundern uns über das unstete Sommerbeginnwetter.

Wir haben uns heute erst einmal bis Mittwoch beim Hafenmeister angemeldet und unseren Liegeplatzobolus plus Kurtaxe und Nebenkosten in Höhe von 268 Euro gezahlt. Wasser und Strom sind inklusive. Kathis Tageswerk besteht heute darin, mit der Wäsche ins Vereinshaus zu laufen und für je 3,50 Euro Bunt- und Kochwäsche anzusetzen.

Durch einen Tipp vom Hafenmeister kommt nachmittags ein Schiffselektriker zu uns an Bord, den ich vorher telefonisch schon fast angebettelt habe, uns doch bitte mit der Ankerwinsch zu helfen. Eigentlich hat er kein freies Zeitfenster, aber mein Ausspruch „Wir sind nicht geizig“ bringt ihn zum Schmunzeln – und schon steht er bei uns am Steg. Das Problem ist schnell gefunden: Das fingerdicke Kabel (zum Aufholen des Ankers) am Ankerwinschmotor ist verschmort und muss erneuert werden. Das dauert keine Stunde. Der freundliche Elektriker hat eine hydraulische Kabelpresse und alles Nötige dabei. Der Austausch des beschädigten Teilstücks geht schnell. Der Elektriker rät uns für die Zukunft, beim Aufholen des Ankers immer mal eine Pause zu machen, damit Motor und Zuleitung nicht überhitzen und anfangen zu schmoren. Irgendwann werden wir den Motor der Winsch wechseln müssen – vielleicht nehme ich das als Projekt, wenn wir auf den Kanaren sind und ich dort einen entsprechenden Motor bekomme. Mal sehen.

Sonst haben wir heute Vormittag das Boot geputzt (Kathi innen, Mike außen) und wollen nachher noch zu Lidl und Edeka laufen. Kathi hat schon bemerkt, dass ihre Proviantkalkulation nicht die allerbeste war – wir müssen noch ordentlich nachbunkern. Allein die Getränke gehen schnell zur Neige. Immer nur Tee ist auch nicht die Erfüllung. Heute wollen wir noch frische Lebensmittel fürs Wochenende holen (für das Wochenende ist Regen angesagt), und bevor es dann weitergeht mit der Reiseroute, nochmals Großeinkauf mit dem Hafenwagen.

Wann es tatsächlich weitergeht, wissen wir noch nicht. Wir haben aber auch noch „Arbeit“: Kathi sitzt derzeit an Feuerwehr-Einsatzplänen für ein Tanklager in Chemnitz, und ich programmiere neue CRM-Workflows und muss noch neue Kundenverträge anlegen. Uns ist also nicht langweilig. Und so richtig haben wir unseren Alltag, oder wie man sagt unseren Trott, noch nicht gefunden – das kommt bestimmt noch. Bis jetzt war jeder Tag aufregend und alles andere als normal. Gerade ziehen wieder Regenwolken über uns hinweg und die ersten Tropfen klatschen aufs Deck – schnell noch die aufgehängte Wäsche reinholen.

Heute Abend wollen wir in das „Restaurant Lieblingsplatz“ hier auf dem Gelände einkehren.
Das kleine Restaurant soll Spitzenklasse sein …

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Wetterkapriolen

Was ist das eigentlich aktuell für ein schreckliches Wetter – und das schon seit vier Wochen! Unseren für heute geplanten Starttermin haben wir nun verschoben. Hier oben an der Küste bläst der Wind kräftig, und Regen sowie Böen wechseln sich stetig ab. Die Sonne lässt sich nur selten blicken. So richtig schöne Startbedingungen sind das wirklich nicht. Auch morgen wird es wieder ruppig. Erst am Samstag soll sich das Wetter beruhigen. Das werden wir nutzen und uns auf den Weg Richtung Kiel machen. Am Sonntag geht es dann in den NOK (die notwendigen Gebühren von 35 Euro habe ich heute schon per Kreditkarte entrichtet), und am Montag weiter zur Insel Helgoland. Dort werden wir wohl auch ein paar Tage abwettern müssen, denn für nächsten Donnerstag sind schon wieder Sturmböen mit 80 bis 100 km/h angekündigt. Es macht echt keinen Spaß – was ist das nur für ein Sommer?

Die Vorhersagen für Wind, Böen, Wellen und Schwell ändern sich täglich. Wir schauen jetzt jeden Tag die Prognosen bei Windy & Co., vergleichen und diskutieren. Einige „Lossegler“ sind bereits auf der Nordsee unterwegs und bewegen sich langsam an der Küste entlang Richtung Atlantik. Bei uns macht sich dadurch das Gefühl breit, dass wir zu spät dran sind oder die „Bummellletzten“ – was natürlich Quatsch ist. Wir haben ja genügend Zeit und immer das Sprichwort im Kopf: „Geduldiger Schiffer hat immer gutes Wetter.“ Irgendwie spielt das Wetter aber immer mehr verrückt, sodass Planungen und Wettererfahrungen der letzten Jahre einfach nicht mehr hinhauen. Für uns ist das eine riesige Herausforderung für die Zukunft. Mehrfache tägliche Wetterchecks werden in unserem zukünftigen Leben wohl zur Routine werden.

Sommer :/
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Abschied von Geza

03. Juni 2023

Wieder herrschte eine super Stimmung gestern Abend im Wahoo. Nachdem Karsten unser Abendessen ausgegeben hatte, tranken wir vorn an der Bar noch einige Getränke „aufs Haus“.
Geza versprach uns, in der Frühe gegen 8 Uhr von der KAMI abzuholen, um mit uns eine Inseltour zu unternehmen. So kam es dann auch. Pünktlich hupt es auf dem Parkplatz, und wir steigen in Gezas Kia ein. Es geht Richtung Süden, und während der Fahrt inspizieren wir die Gegenden der Millionäre und Milliardäre. Hotels, die Kirk Douglas gehörten, und ganze Straßenzüge in der Hand von Bill Gates – das ist Bermuda (die schöne Seite). Wir besuchen einige Strände, die trotz Nieselregen und bedecktem Himmel bei 22 Grad von amerikanischen Tagesgästen überflutet sind. Im Süden der Insel liegen die großen Kreuzfahrtschiffe, und Massen von Touristen wuseln auf den Straßen und Wegen herum.

Geza verpflichtet uns, auf dem Rückweg am „Swizzle In“ einen Stopp einzulegen. Es ist die angesagteste Location auf der Insel, und jeder „muss“ hier kurz einkehren. Das tun wir dann auch, und überraschend lädt uns Geza zu einem kleinen Imbiss sowie zu einem „Bermuda Swizzle Rum – Recipe“ ein. Es schmeckt wie Orangensaft mit Rum – ganz lecker. An der Decke im Swizzle In hängen etwa 10.000 Ein-Dollar-Noten (Schätzung von Geza), auf denen sich vergangene Gäste verewigt haben. Das wollen wir natürlich auch, und schwups, hängt eine Dollarnote mit der Aufschrift: „Mike und Karsten – SY KAMI – 3.6.23“ mit einem Reißnagel an der Decke.

Karsten, Geza und ich im „Swizzle In“

Zurück in St. George’s gehen wir gleich in den Supermarkt, um die letzte Einkaufsrunde zu machen. Leider gibt es keine H-Milch, sodass wir uns zwei frische Liter mitnehmen müssen. Wir bereiten noch die KAMI für die Abfahrt morgen früh vor. Das Dinghy wird ordentlich vertäut, und dann sind wir soweit „ready“.

Die reparierte Winsch lief gestern Abend, als wir vom Wahoo zurückkamen, schon wieder. Scheinbar hat der Elektriker doch keine so gute Arbeit geleistet. Wir haben erst einmal die Sicherungen herausgenommen. Bei dem Dauerregen könnte schon wieder Feuchtigkeit in den Fußschalter eingedrungen sein. Kommt mit auf die Reparaturliste in Deutschland.

Karsten geht gleich noch einmal kurz in die fußläufig erreichbare Stadt. Er sucht noch ein, zwei Souvenirs für daheim.

Morgen früh geht es um 6 Uhr rüber zum Ausklarieren und danach zur Tankstelle, um Diesel nachzubunkern. Direkt danach wollen wir den Hafen verlassen und unsere Reise Richtung Nord-Nordost fortsetzen!

Weiterfahrt am Sonntag

02. Juni 2023

Seit gestern Mittag regnet es fast pausenlos, sodass wir auf der KAMI festsitzen. Den Vormittag hat Karsten noch für einen Fußmarsch zur nahegelegenen Tobacco Bay genutzt. Als er wieder da war, fiel er erschöpft in seine Koje und machte einen ausgiebigen Mittagsschlaf. Nachmittags laufen wir im Regen noch einmal zum Mini-Supermarkt um die Ecke und holen uns eine Flasche Gin, etwas Tonic, zwei Croissants zum Frühstück und eine Paprika. Zum Abendbrot zaubert uns Karsten einen frischen Salat (köstlich), den wir mit einem „Munchiesburger“ von nebenan etwas verfeinern. lach

Abends schauen wir zwei Seglerdokus auf dem Laptop und krabbeln gegen 22 Uhr in die Koje.

Gegen 9 Uhr werden wir wach, weil das Schiff hin und her schlingert und auf und ab tanzt. Blinzelnd überlege ich, ob wir schon los sind, hechte dann nach vorn ins Bad und schaue aus der Luke nach draußen. Der Wind hat zugenommen, und im Hafen hat sich eine Kabbelsee gebildet; Wellen klatschen aus allen Richtungen zusammen, und Starkregen prasselt oben aufs Deck. Karsten sitzt schon oben mit der ersten Tasse Kaffee in der Hand. Ich frage ihn scherzhaft, ob er schon losgesegelt ist, worauf er mit einem Grinsen antwortet, dass Regen und Welle bis zum nächsten Tag so bleiben sollen. Na toll!

Der Wind drückt die KAMI fest an die Kaimauer; die ausgebrachten Fender quietschen und knarzen unter dem Druck. Können Fender eigentlich platzen? Uns ist leicht unwohl.

Da seit Tagen eine ordentliche Sonnenperiode für unsere Solarzellen fehlt, meckert zum Frühstück unser Bordcomputer mit einem lautstarken Gepiepse (Spannung nur noch 11,5 Volt). Wir werfen den Generator an, um die Batterien wieder aufzuladen.

Ich sitze mit meinem ersten Kaffee in der Hand und checke die Bordmails. Ersehnte Post von Sebastian!
Er schreibt, dass wir am 04. oder am 05. Juni die Fahrt fortsetzen können. Es bleibt aber eher durchwachsen – egal – wir wollen jetzt auch langsam weiter Richtung Heimat.

Ausflug auf Bermuda mit Karsten

Wir entscheiden uns, am Sonntag früh aufzubrechen. Morgen soll der Regen ja aufhören, das heißt, wir können in Ruhe das Dinghy wieder verzurren und letzte Einkäufe tätigen. Sonntag früh um 6 wollen wir gegenüber bei den Offiziellen ausklarieren und danach zur Tankstelle fahren, die um 7 Uhr öffnet. Wir haben jetzt aktuell ca. 240 Liter Diesel verbraucht, die es wieder aufzufüllen gilt.

Nach dem Tankstopp geht es ohne Umwege wieder raus auf den Atlantik, und wir steuern den ersten von Sebastian Wache übermittelten Wegpunkt an. So der Plan!

Den heutigen Regentag verbringen wir im Salon. Lesen, schlafen, dösen und eventuell heute Abend ein letzter Besuch im Wahoo. Mal sehen …!!!


Unser Tag auf der Insel

01. Juni 2023

Mit einiger Verspätung kam gestern dann noch der Elektriker, den wir am Großfall mit der Winsch auf die Mastspitze befördert haben. Leider konnte er oben nichts entdecken, was auf einen Mangel an der Windfahne hindeuten könnte. Schade! Wir werden wohl so weitersegeln müssen. Die Vermutung liegt nahe, dass ein Kontakt an der Leitung, die im Mast verläuft, durch das Schlagen des Mastes im Wind einen Wackelkontakt hat – eventuell aufgrund von Materialermüdung.
Seine Dienste lässt sich der Elektriker von uns mit insgesamt 300 USD honorieren.

Der Elektriker hoch oben im Mast.

Nachmittags haben wir uns ein Taxi geschnappt und sind in die Hauptstadt „Hamilton“ gefahren. Mit dem Besuch des Aquariums und des kleinen Zoos waren wir nach 3 Stunden wieder zurück in St. George’s.

Ihr könnt euch also denken, wie der Ausflug verlaufen ist. lach

In Hamilton sieht man ausschließlich Businessgebäude. Im „Flanierbereich“ des Hafens steht jeder dritte Laden leer und wird durch ein Schild zur Miete angeboten. Wir haben drei Boutiquen gefunden, die insgesamt das gleiche Angebot hatten (Nippes, Shirts, Souvenirs). Sonst gab es ein paar Schmuck- und Uhrenläden – nichts Aufregendes. In einem Café in der Seitenstraße haben wir uns zwei Paninis und zwei Cola für 46 USD gegönnt.

Zurück in St. George’s machen wir die erste Einkaufsrunde. Auf unserem Proviantzettel stehen Cola, Tonic, Cornflakes, Äpfel und Milch. Der Supermarkt ist fußläufig erreichbar. Wir werden mit unseren Rucksäcken zwei- bis dreimal hinlaufen müssen, bis der Vorrat an Bord wieder aufgefüllt ist.

Abends holen wir uns am „Munchies“ (Imbissbude direkt neben unserem Boot) einen Munchiburger mit Fries. Pro Burger zahlen wir 14 USD. Er schmeckt sehr gut!
Ihr denkt euch jetzt bestimmt, warum wir nicht selbst kochen und an Bord essen?!
Wir wollen natürlich möglichst nicht an unsere Vorräte gehen, und die Preise im Supermarkt sind auch jenseits von gut und böse. Jeden Abend im Wahoo essen zu gehen, ist auch keine Option. Unter 100 USD kommen wir dort nicht weg, und wir wollen es ja auch nicht übertreiben.

Karsten ist gerade unterwegs und schaut sich einige Sehenswürdigkeiten in der Nähe an. Da ich nicht so der Läufer bin, bleibe ich an Bord und nutze die Zeit für kleinere Reparaturarbeiten.

Bei dem bescheidenen Wetter (bewölkt, böig, frisch 25 °C) kann man hier nicht viel machen. Also warten wir (mal wieder) auf den Wind, der hoffentlich ab Montag wiederkommt. Sebastian Wache von Wetterwelt wird sich bei uns mit den neuesten Prognosen melden und ein Feedback geben …

Bermuda – im Kreis der Segler

31. Mai 2023

Geza war so lieb und hat uns einen Bekannten, der Elektriker ist, aufs Boot geschickt. Nach zweistündiger Fehlersuche war klar, dass sich im Fußschalter der Elektro-Winsch ein Kurzschluss durch Nässe und Bewegung gebildet hat. Mit Lötkolben und Sikaflex wurde das Problem behoben. Die Winsch funktioniert also wieder. Prima!

Die Windanzeige, die wir seit unserer Ankunft hier betreiben, ist nicht wieder ausgefallen, was uns sehr verwundert. Wahrscheinlich liegen wir hier zu ruhig an der Kaimauer, und die Bewegungen reichen nicht aus, damit der Fehler wieder auftritt. Der Elektriker will heute Mittag hoch in den Mast (22 Meter), um nachzuschauen, ob die elektrischen Verbindungen direkt an der Windfahne „fest“ sitzen oder ob sich durch Wellen und Wind etwas gelöst hat. Wir sind gespannt und erwarten ihn in den nächsten 30 Minuten.

Gestern Abend waren wir bei Geza im „Wahoo“, um „meinen“ Tag etwas zu feiern. Schon als wir ankamen, war die Stimmung super – laute Musik, ausgelassene Leute … Eine schwarze Dame spricht uns auf Deutsch an; sie lebt hier mit einem Amerikaner. Schnell waren wir im Gespräch, und um uns herum bildete sich eine Traube von Menschen. Der eine spendierte uns ein Bier, der nächste einen speziellen Wahoo-Drink (Kaffeelikör, Manhattan, Rum). Je später der Abend wurde, desto lauter wurde es im Bistro-Patio (schuld ist bestimmt der ansteigende Alkoholspiegel der Gäste).

Es war ein klasse Abend!

Heute oder morgen wollen wir nach Hamilton. Das ist die kleinste und wohl auch teuerste Hauptstadt der Welt. Auf dem Plan steht ein Besuch des Aquariums, dann wollen wir uns noch in einem Marineshop ein Windhandmessgerät holen (als Backup) und die eine oder andere Sehenswürdigkeit beäugen.

Der Supermarkt ist nur 400 Meter von unserem Liegeplatz entfernt. Gestern waren wir schon einmal kurz schauen. Die Dose Cola kostet 2,45 USD, eine kleine Packung Cornflakes 7,50 USD, und für eine Flasche Mundspülung plus einen kleinen Marsriegel habe ich 14 USD bezahlt. Hier wird einem wieder bewusst, wie günstig wir in Deutschland Lebensmittel kaufen können! Mein Bestand an Bargeld (USD) hat reichlich abgenommen. Ich werde wohl noch einmal zum Automaten traben müssen.

Neben uns hat gestern ein Segelboot mit zwei deutschen Jungs aus Cuxhaven festgemacht. Sie kamen bei New York in schweres Wetter und haben einige Schäden, die sie unbedingt reparieren müssen. Wenn das Wetter besser wird, wollen sie auch Richtung Europa – Azoren. Hier liegen viele Boote, die durch den Sturm beschädigt wurden. Bei einem amerikanischen Pärchen hat es den Mast umgeknickt, bei anderen Seglern sind Solarmodule gebrochen, und einige haben Elektroprobleme. Bermuda ist DER Reparatur-Anlaufpunkt für Yachten, die weiter nach Europa wollen, also für die West- > East-Route.

Sonst stehen im Hafen überall die Segler zusammen und tauschen sich aus:
Woher kommt ihr?
Wo geht’s hin?
Habt ihr Probleme?
Es ist ein ganz besonderes Flair, das sich schwer beschreiben lässt.

Wir fühlen uns gerade sehr wohl, sind richtig ausgeschlafen und genießen (wartend auf den Elektriker) ein wenig die Sonne.