Weiter nördlich auf den kleinen Antillen

Nachdem wir die Marina Pointe du Bout verlassen haben, werfen wir den Anker vor „Le Carbet“. Wir genießen drei Tage dort und besuchen die Bar Le Wahoo. Hier gibt es den Mega-Cocktail Despejito – eine Mischung aus Mojito und Desperados. Unglaublich lecker! Dann geht es für uns weiter.

Wir liegen in der traumhaften Bucht Anse Couleuvre auf Martinique vor Anker, um unsere nächste Überfahrt zur Insel Marie-Galante vorzubereiten. Am nächsten Tag werden wir in den frühen Morgenstunden plötzlich von einem merkwürdigen Piepton geweckt. Wir schrecken hoch und stellen fest, dass wir keinen Strom mehr an Bord haben. Panisch rennen wir durch die KAMI und suchen den Fehler, prüfen Sicherungen, Systeme, Schalter – alles drin, alles normal … nur eben komplett ohne Strom. Die Batterien liefern nur noch rund 10 Volt. Mike ruft kurzerhand unseren Elektriker Matthias an, der die komplette Elektrik auf der KAMI neu aufgebaut hat. Zum Glück geht er sofort ans Telefon. Nach einem kurzen Gespräch schaltet er sich von Mallorca aus auf unser Victron-System und prüft alles remote. Und dann kommt der Hammer: Unsere Batterien sind komplett leer, obwohl das System am Abend vorher noch 60 % Kapazität angezeigt hatte!

Laut Matthias war die Kalibrierung fehlerhaft – vermutlich durch ein Server-Update von Victron. Offenbar waren wir schon länger mit viel zu wenig Spannung unterwegs, ohne es zu wissen. Zum Glück hatte Mike damals darauf bestanden, den Generator mit einer separaten Batterie abzusichern, denn wir konnten nicht einmal die Maschinen starten. Also: Generator an, durchatmen und weiter.
Matthias setzt die Batterieanzeige komplett auf null. Jetzt muss der Generator laufen, bis wir wieder bei echten 100 % sind – und diesmal sind 100 % auch wirklich 100 %. Bei LiFePO₄-Batterien entspricht das 14,7 Volt.

Eigentlich wollten wir erst am nächsten Morgen gegen fünf Uhr nach Marie-Galante starten, aber da der Generator die ganze Nacht hätte laufen müssen, wollten wir unseren Ankernachbarn den Krach nicht antun. Also ziehen wir die Abfahrt auf den Nachmittag vor und gehen gegen 17 Uhr Anker auf. Für die 65 Seemeilen brauchen wir rund 13 Stunden.

Wir starten am Nachmittag, setzen die Genua – doch plötzlich funktioniert eine unserer drei elektrischen Winschen im Cockpit nicht mehr. Na toll – was denn jetzt noch alles …
Aber dank Kurbel und Muskelkraft geht es auch so. Für Kathi ist es allerdings ziemlich mühsam, weil die Winsch relativ weit oben sitzt und sie aufgrund ihrer Körpergröße auf dem Steuerstand-Sitz knien muss, um sie bedienen zu können. Sieht witzig aus – und funktioniert.
Am nächsten Morgen gegen 10 Uhr erreichen wir Marie-Galante. Auf dem Weg in die Ankerbucht schlängeln wir uns durch unzählige Fischerbojen (manchmal nur leere Getränkeflaschen) – so etwas haben wir noch nie erlebt. Wir fahren Slalom bis kurz vor den Strand.
Es hat sich gelohnt: Die Bucht ist ein Traum. Weißer Sand, türkisfarbenes Wasser, und bis auf vier andere Ankerlieger nur wenige Besucher am Strand. Es ist herrlich ruhig. Wir verbringen dort drei wunderschöne Tage, schwimmen, genießen das Wasser und die Stille. Piper übt fleißig das Schwimmen und verliert mehr und mehr ihre Angst vor dem Wasser.
Kathi muss zwischenzeitlich „in den Mast“. Unsere Flaggenleine ist gerissen – die Sonne hat mit ihren UV-Strahlen das Gewebe der dünnen Leine völlig zersetzt.

Wir segeln weiter nach Guadeloupe, in die Hauptstadt Pointe-à-Pitre. Sie ist nur drei Stunden entfernt. Dort gibt es einen riesigen Hafen, diverse Yachthändler, und wir hoffen auf das passende Ersatzteil. Die elektronische Steuerbox hat ihren Dienst quittiert und muss ersetzt werden. Wir hatten hierzu auch mit dem Kundendienst des Herstellers (HARKEN Deutschland) telefoniert. Leider wird Mike in keinem der Shops fündig.
Wir ankern so nah an der Fahrrinne, dass wir die vorbeifahrenden Kreuzfahrtschiffe fast mit der Hand berühren können. Uns ist etwas unwohl – also geht es am nächsten Tag weiter nach Saint-Barthélemy – rund 190 Seemeilen, etwa 38 Stunden Passagezeit.

Wir haben uns als Ziel die wunderschöne Bucht Anse du Gouverneur ausgesucht – abseits von Städten und Trubel. Es ist zwar etwas schwellig, aber auf unserer KAMI gut auszuhalten. Nach einem Schnorchelausflug – inklusive Sichtung eines Rochens – fahren wir mit Piper an den Strand. Der ist nicht nur traumhaft schön, sondern auch Brutstätte für Landschildkröten, die überall über den Sand laufen. Wahnsinn! Piper schaut etwas verdattert, interessiert sich aber erstaunlicherweise wenig für die süßen Tierchen.

Zurück an Bord meint Mike plötzlich: „Du, lass uns mal die Motorräume und die Bilgen prüfen, ob alles safe ist.“ Also los – und dann beginnt das Unheil.
Die Bilgen sind trocken – super! – aber im Steuerbord-Motorraum steht Wasser. Bei genauerem Hinsehen entdecken wir, dass die erst letztes Jahr neu eingebaute Wasserpumpe völlig korrodiert ist. Grrr! Schlimmer kann es ja nicht mehr werden … oder doch?
Im Backbord-Motorraum steht Öl. Und das geht wirklich gar nicht. Die Motoren sind – neben Generator und Wassermacher – die wichtigsten Bauteile an Bord. Wir machen alles sauber und entscheiden uns sofort, am nächsten Morgen die Bucht zu verlassen und nach Saint-Martin in die Nähe der Hauptstadt Marigot zu segeln – nur etwa drei Stunden entfernt.

Die Infrastruktur der Insel ist gut, es gibt diverse Yachthändler, und wir hoffen auf passende Ersatzteile – zumindest für die Winsch und die Wasserpumpe, die wir selbst tauschen können. Für den Motor brauchen wir professionelle Hilfe. Auf der Insel gibt es einen Yanmar-Händler und diverse andere Yachtausrüster.

Wir ankern in der riesigen Bucht Baie de Marigot direkt vor der Hauptstadt. Überall Dinghy-Docks und unfassbar viele Schiffe – darunter auch Superyachten mit eigenem Helikopter-Landeplatz.
Als Erstes fahren wir mit dem Dinghy zum Marine-Shop Île Marine. Dort treffen wir auf Fabian, einen supernetten Berater, der sofort hilft, das richtige Teil für die Winsch zu finden, und uns den Kontakt zu Fabrice gibt – ein Mechaniker, der „sehr gut sein soll“.
Kathi schreibt Fabrice sofort, schickt Bilder vom öligen Motorraum und klärt, ob er die vermutlich defekten Dichtungen am Saildrive (Getriebe) wechseln kann und Zeit hat. Er antwortet: „Kein Problem.“ Er geht zu Île Marine, erklärt Fabian, welche Dichtungen wir brauchen, und Fabian bestellt sowohl die Dichtung als auch unsere Wasserpumpe in Miami (USA) – per FedEx, Lieferzeit etwa fünf Tage. Heute ist Freitag, also sollten die Teile Mittwoch oder Donnerstag da sein.

Wir reparieren in der Zwischenzeit die Winsch – klappt super – und kaufen Haltbares für unsere kommende Zeit auf den Bahamas ein.

Das heißt: mehrere Supermarktbesuche, schleppen, ins Dinghy laden, an Bord verstauen – und wieder von vorn. Es dauert, aber wir haben ja Zeit.
Wir besuchen mit Piper eine kleine Tierarztpraxis in Marigot. Impfungen auffrischen, Krallen schneiden und der Rundumcheck für das Gesundheitszertifikat (zum Einklarieren auf den Bahamas) stehen auf dem Programm. Die junge Ärztin ist toll – sie küsst Piper sogar auf den Kopf und geht sehr liebevoll mit unserem Fratz um.

Mit dem Mietwagen erkunden wir noch etwas die Insel, fahren nach Philipsburg, der niederländischen „Hauptstadt“, und schlendern mit Piper über die kleine Strandpromenade.

Dann, am Donnerstag, kommt endlich der ersehnte Anruf: Die Ersatzteile sind da! Kathi schreibt sofort Fabrice. Er antwortet, er komme Freitag früh um 10 Uhr.
Pünktlich um 10 Uhr steht Fabrice an Bord. Wir haben vorher schon die Zugänge zu den Maschinenräumen freigeräumt. Doch sein Gesichtsausdruck, als er in den Motorraum schaut, verheißt nichts Gutes. „Bei diesem Schwell hier in der Bucht kann ich nicht arbeiten“, sagt er nur.
Super. Eine Woche warten – für nichts.

Es ist 10:30 Uhr, Fabrice verlässt die KAMI mit seinem Dinghy. Wir schauen uns an, und Kathi sagt: „Komm, um 12 Uhr müssen wir den Mietwagen abgeben. In der Nähe von Philipsburg gibt es einen Yanmar-Händler und Reparaturservice. Da fahren wir jetzt noch schnell hin.“ Gesagt, getan.
Ein sehr netter älterer Herr sitzt am Tresen. Wir schildern unser Problem. Er blättert im Kalender – wir halten die Luft an – und dann sagt er: „Donnerstag nächste Woche – frühestens.“ Unser Grinsen konnte man vermutlich vom Parkplatz aus sehen. Natürlich nehmen wir den Termin, kaufen gleich den passenden Dichtungssatz und geben noch 10 Dollar Trinkgeld mit der Bitte, uns vorzuziehen, falls jemand abspringt.
Das bedeutet allerdings, dass wir vom französischen Teil der Insel in den niederländischen segeln müssen. Die Insel hat eine Lagune, die beide Seiten verbindet, aber auf der französischen Seite wird die Klappbrücke seit einem lokalen Aufstand in der letzten Woche bestreikt.
Für uns heißt das: außen herum.

Am Samstag wird zuerst die Wasserpumpe gewechselt. Nach Rücksprache mit Nico, unserem Techniker aus der Heimat, gehen wir ans Werk. Neue Pumpe vorbereiten, fetten, montieren – dann die alte Pumpe vom Motorblock ausbauen und die neue vorsichtig einsetzen. Klingt einfach, wäre da nicht der kaum vorhandene Platz in unseren Maschinenräumen. Aber wir schaffen es! Probelauf – alles dicht. Sehr gutes Gefühl.

Am Sonntag machen wir uns auf den Weg zur Simpson Bay Bridge im niederländischen Teil der Insel. Nach einem kurzen Telefonat mit dem Brückenwärter müssen wir erst vor der Brücke ankern und die Durchfahrtsgebühr von 41 US-Dollar bezahlen.
Wir nehmen alle Dokumente mit, denn wir müssen auf diesem Teil der Insel noch „klassisch“ einklarieren – das heißt vor Ort mit vielen Formularen, nicht so fortschrittlich digital wie auf den französischen Überseeinseln.

Im Polizeigebäude treffen wir auf eine freundliche junge dunkelhäutige Dame, die gerade das „Mittagspause“-Schild umdrehen will. Sie lächelt, fragt, ob sie uns noch helfen kann, und meldet die KAMI zur nächsten Brückenöffnung an. Einklarieren können wir allerdings noch nicht, da wir uns in Frankreich nicht abgemeldet haben. Das war uns neu – in Frankreich geht so etwas bequem online. Sie druckt die nötigen Formulare aus und erklärt uns den Ablauf. Wir geben noch 5 US-Dollar Trinkgeld und wünschen ihr eine erholsame Mittagspause.
Nach der Brückenöffnung gegen 14 Uhr fahren wir in die Lagune – und staunen nicht schlecht: Wir haben noch nie so viele Mega-Yachten auf einem Haufen gesehen. Wahnsinn!

Nachdem wir einen freien Ankerplatz gefunden haben, fahren wir zurück zur Immigration. Drei Paare warten bereits vor uns. Plötzlich kommt eine Polizistin heraus, erkennt uns wieder, nimmt unsere Dokumente entgegen – und drei Minuten später haben wir unsere Einreisepapiere. Reibungslos!
Wow! Lag es vielleicht an unserem kleinen Trinkgeld vorhin? Ohne Witz: Direkt an der Scheibe des Schalters steht ein transparenter Kunststoffbehälter mit der Aufschrift „Tip“. In Deutschland undenkbar – aber gut, uns hat es Wartezeit erspart, und die Damen dort waren wirklich sehr nett und freundlich.

Am Nachmittag haben wir noch einen Video-Call mit Mikes Familie und machen uns danach auf den Weg, den Hafen und die Stadt zu erkunden. Piper bleibt an Bord – der ganze Trubel wäre ihr zu viel. Also entspannt sie zu Hundemusik auf Apple Music und genießt die Ruhe.

Am Montagmorgen will Kathi dem Yanmar-Service schreiben, dass wir in der Bucht liegen. Doch nach dem Aufwachen gegen 7:30 Uhr entdeckt sie einen Anruf in Abwesenheit – Vorwahl +1, das kann nur von hier sein – vielleicht Yanmar? Sie ruft zurück, und ein freundlicher Mechaniker namens Gregory meldet sich. Er fragt, ob wir schon da sind und ob wir ihn am Dinghy-Dock abholen können.
Na klar können wir! Mike wird aus dem Schlaf gerissen, springt ins Dinghy, holt Gregory ab, und zehn Minuten später steht er bei uns an Bord und beginnt sofort mit der Arbeit. Mithilfe eines Flaschenzugs, der an unserer Dirk befestigt wird, hebt er den Motor an, um ihn vom Getriebe zu trennen. Der Schaden ist größer als gedacht – und laut seiner Aussage war das Getriebe falsch eingebaut. Deshalb war das Getriebeöl bereits tiefschwarz und die Kupplungsscheiben vorzeitig verschlissen. Durch die beschädigten Dichtungen trat Öl in den Maschinenraum aus.
Mike fährt mit Gregory zur Firma, um die beschädigte Getriebewelle reparieren zu lassen. Gott sei Dank sind die dazu benötigten Kupplungsteile vorrätig. Nach einer Stunde geht es zurück zur KAMI, und Gregory macht sich unverzüglich an den Zusammenbau. Gegen 14 Uhr ist das Werk getan – und die Maschine läuft wieder! Kein Ölaustritt mehr.

Wir fahren gemeinsam mit Gregory zurück zur Yanmar-Werkstatt und bezahlen beim netten älteren Herrn von letzter Woche. Bei der dankbaren Verabschiedung drücken wir Gregory noch ein ordentliches Trinkgeld in die Hand. Er grinst über beide Wangen und freut sich. Wir sind zutiefst dankbar für die rasche und professionelle Hilfe.

Zurück an Bord machen wir gleich eine Wetterrouting-Planung. Es sieht für die nächsten Tage nicht ganz optimal aus. Wir wollen jetzt so schnell wie möglich auf die Bahamas – endlich wieder in kristallklarem Wasser tauchen und die vielen kleinen Inseln mit schneeweißen Stränden genießen.
Ab Samstag sieht es windtechnisch ganz gut aus, also legen wir den Start darauf fest. Geschätzte Passagezeit: fünf Tage. Vorher müssen wir noch einmal Pipers Gesundheitszertifikat aktualisieren lassen, ausklarieren und verderbliche Lebensmittel aufproviantieren. Die Kühlschranktür muss noch nachgestellt und das Schiff segelfertig gemacht werden (Dinghy verzurren, Lagerkisten sichern usw.).

Wir freuen uns sehr auf die Exumas – und auf den bevorstehenden Besuch aus Deutschland Anfang März.

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Kurzupdate – Wetterwelt

Wir haben unseren Plan, morgen mit der auslaufenden Flut den Cuxhavener Seglerhafen zu verlassen, kurzfristig wieder verworfen. Genau wie viele andere Segler verstehen wir nicht, warum sich die Wettervorhersagen täglich mehrfach ändern. Hier oben ist es kalt, grau, windig – und böig (natürlich aus der falschen Richtung). Irgendwie fühlt es sich hier einfach nicht nach Sommer an.

Aufgrund der derzeitigen, ungewöhnlichen Wetterverhältnisse (in ganz Europa) sind wir mit der Firma Wetterwelt in Kontakt getreten. Ihr erinnert euch bestimmt: 2023, bei der Überführung der KAMI von den Bahamas, hatten wir Sebastian Wache von Wetterwelt als Routingcoach gebucht – und das hatte super geklappt. Kurzerhand haben wir jetzt ein individuelles Routing von hier nach Madeira, zu den Kanaren und dann weiter in die Karibik angefragt – und bereits die Zusage erhalten. Das freut uns sehr und gibt uns ein wenig mehr Sicherheit.

Alina von Wetterwelt wird uns betreuen, und wir haben heute schon mit ihr telefoniert. Unseren Plan, von hier aus direkt nach Madeira „durchzurutschen“, können wir wohl begraben – den Zahn hat sie uns gezogen. Es wird weiterhin nur in Etappen gehen. Also wahrscheinlich doch Küstenhopping, bis wir aus dem Ärmelkanal raus sind. Eigentlich ist das gar nicht so schlecht, aber es sind Sommerferien, und die Häfen entlang der Küste (z. B. in den Niederlanden oder Frankreich) sind meist proppevoll. Für Katamarane ist es oft sehr schwierig, einen guten Hafenplatz zu finden, und „im Päckchen liegen“ ist mit Piper`li an Bord völlig ausgeschlossen.

Was heißt das nun für uns? Wir haben eine App namens Navily. Mit dieser App findet man geeignete Häfen und Ankerplätze, und andere Segler, die vor Ort waren, können dort die Bedingungen sowie ihre Erlebnisse und Erfahrungen (Ankergrund, Lage usw.) niederschreiben und bewerten. Man kann über die App bei Häfen anfragen und sogar einige Liegeplätze im Voraus buchen (reservieren). Damit wollen wir uns ab morgen mal intensiver beschäftigen und schauen, welche Anker- oder Festmachmöglichkeiten wir bis zum Ausgang des Ärmelkanals hätten.

Mit Alina sind wir so verblieben, dass wir zum Ende der nächsten Woche telefonieren und gemeinsam schauen, ob sich endlich ein besseres Wetterfenster ergibt. Auf alle Fälle sollen die Temperaturen schon einmal steigen – das wäre ja auch schon mal schön.

Insgesamt brauchen wir uns keine Sorgen zu machen. Der Hochsommer kommt ja erst noch (so die Aussage von Wetterwelt), und für die 1.800 Seemeilen bis Madeira haben wir noch genügend Zeit. Die Reisekalkulation – also die Zeit, die wir bis Madeira benötigen – reicht von 9 bis 20 Tagen (je nach Windbedingungen und eventuellen Zwischenstopps wegen Schlechtwetter). Im November wollen wir von den Kanaren in Richtung Karibik starten.
Also: zeittechnisch alles gut.
Das Schiff ist komplett aufproviantiert und bereit zum Ablegen.

Aiolos (Gott der Winde) wird hiermit angerufen … bitte schicke uns moderaten Wind aus Osten oder Süden!

Ein kleiner Nachtrag:
Wir freuen uns sehr, dass bereits zweimal auf den Spendenbutton in der rechten Seitenleiste geklickt wurde. Im Namen der ganzen Crew: Herzlichen Dank für diese großartige Geste!

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Letzte Besuche an Bord – Abschied mit etwas Sonne, Kuchen und kleinen Wellen

In der vergangenen Woche standen unsere vorerst letzten Besuche an Bord der KAMI an – bevor es nun bald richtig losgehen soll. Und was sollen wir sagen: schöner hätten die Tage kaum sein können.
Am Freitag bekamen wir Besuch von unserem lieben Team: Sophie, Basti und Micha. Bei traumhaftem Wetter und strahlendem Sonnenschein schlenderten wir gemeinsam am Alten Strom entlang. Das Mittagessen bei Stromgold war wie immer ein Genuss – draußen sitzen, Boote gucken, die Seele baumeln lassen.
Anschließend setzten wir mit der Fähre über zur Hohen Düne, wo die KAMI schon auf uns wartete. An Bord machten wir es uns gemütlich – Kaffee, Kuchen, Gespräche und Lachen in der Nachmittagssonne. Ein richtig schöner, entspannter Tag, der mit einem goldenen Sonnenuntergang endete, bevor sich die drei wieder auf den Heimweg machten.
Am Samstag war dann Familienzeit angesagt: Lea, Kathis Tochter, kam vorbei – zusammen mit Jacob und der kleinen Paula, ihrem Dackel. Die beiden waren ja schon letztes Jahr mit an Bord, da mussten wir kaum noch etwas zeigen – die KAMI war ihnen längst vertraut. Also packten wir unsere Sachen und machten uns direkt auf den Weg zum Strand. Das Wetter war fantastisch, die Sonne schien und die Hunde tobten durch den Sand – auch wenn sich beide nicht so richtig fürs Schwimmen begeistern konnten.

Zurück auf der KAMI gab’s – na klar – wieder Kuchen. In letzter Zeit ist das irgendwie zur Tradition geworden … Sport steht also ganz oben auf der To-do-Liste, grins. Nach dem süßen Snack machten wir das Dinghy klar für die Überfahrt zum Abendessen am Alten Strom. Klein Paula war etwas skeptisch beim Einstieg, aber Lea und Jacob hatten vorgesorgt – mit einer süßen kleinen Hundeschwimmweste war sie bestens ausgestattet und sah damit auch ziemlich professionell aus.

Nachtrag: Die Tage im Juni mit wirklich Sonne und etwas erträglichen Temperaturen können wir an einer Hand abzählen!

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Und weiter geht’s… wir sind ready!

Besuch an Bord

Wie wir beim letzten Mal schon erzählt haben, erwarteten wir am Pfingstmontag Besuch – und zwar von unserem lieben Götz. Wir haben uns wahnsinnig gefreut, ihn an Bord willkommen zu heißen! Gemeinsam haben wir ihm alles gezeigt, was unser schwimmendes Zuhause zu bieten hat, und natürlich kamen wir auch auf das Thema medizinische Notfälle zu sprechen – ein spannendes und wichtiges Thema, über das wir gerne philosophierten.

Götz zu Besuch an Bord

Am Freitag kam Kathis beste Freundin Katha zu Besuch und verbrachte den ganzen Tag mit uns. Na ja, zumindest fast den ganzen Tag – Mike hatte sich nach ihrer Ankunft erst einmal verkrümelt, um Diesel zu holen und die Reservekanister zu verstauen. Wir Mädels hatten so Zeit für eine gemütliche Kaffeerunde mit den neuesten Klatschgeschichten aus der alten Heimat.

Nach dem Kaffee ging es für Kathi und Katha an den Strand, um endlich die lang ersehnte Sonne zu genießen – natürlich in Begleitung von Piper’li, die sogar ein bisschen im Wasser getobt hat. Bei 17 Grad Wassertemperatur war es zwar noch etwas kalt, aber die frische Luft und das Wasser machten trotzdem viel Freude.

Zum Abendessen gab es Schmorgurken – Mikes Lieblingsessen – und wir ließen den Tag mit einem Glas Wein ausklingen, bevor Katha sich am späten Abend wieder auf den Heimweg machte.

Vorbereitungen – Proviantieren

Am Dienstag warteten wir ganz gespannt auf unsere erste Steg-Lieferung von Edeka, die zwischen 12 und 16 Uhr angekündigt war. Kurz nach 12 klingelte dann Kathis Handy – der Lieferant war dran und fragte, an welchem Steg er uns findet. Wir erklärten ihm den Weg und kurz darauf sahen wir ihn schon auf uns zulaufen – mit vier großen Bananenkisten voll mit allem, was wir bestellt hatten!

Proviant
Proviant
Proviant

Nach dem Kontrollieren und Verräumen waren wir begeistert: Es war wirklich alles da! Eine riesige Erleichterung für uns, denn der nächste große Supermarkt ist entweder 40 Minuten Fahrt durch Markgrafenheide oder mit der Fähre erreichbar – beides nicht gerade um die Ecke. Also haben wir gleich die nächste Bestellung abgeschickt – besser geht’s nicht!

Das Verstauen der Vorräte erfordert allerdings etwas Geschick, denn in den Fächern und Schapps darf nichts klappern. Dosen und Flaschen packten wir einzeln in Luftpolsterfolie ein, um alles sicher zu verstauen. Einige spezielle Sachen wie Antibrumm, Kefir- und Joghurtbakterien haben wir noch online bestellt. So langsam sind wir wirklich startklar – Aufproviantierung abgeschlossen!

Kleiner Strandausflug

Um die seltenen Sonnenstrahlen hier bei uns zu genießen, haben wir am Samstag einen Strandtag eingeplant – und damit auch die erste Dinghy-Fahrt für Piper in diesem Jahr. Wir machten das Dinghy startklar, ließen es ins Wasser und verstauten unsere Strandsachen darin. Piper schaute erst sehr skeptisch zu, aber dann hieß es: Rein ins Dinghy und los!

Piper im Dinghy

Zuerst war Piper nicht so begeistert, doch wir fuhren ganz vorsichtig und sanft über die Wellen, sodass sie sich langsam wieder an das kleine Boot gewöhnen konnte. Wir hatten am Hundestrand viel Spaß… es fühlte sich schon fast wie „Sommer“ an.

Spielt das Wetter nächste Woche mit, werfen wir endlich die Leinen los. Die KAMI ist bereit zum Ablegen und Auslaufen.
Wir halten euch auf dem Laufenden – versprochen!

KAMI im Abendrot in Warnemünde

Einleben an Bord und erster Besuch: Unsere ersten Tage auf der KAMI

Fast 10 Tage sind vergangen – und nach dem ersten, oft chaotischen Eingewöhnen auf unserem neuen Zuhause, der KAMI, finden wir allmählich in unseren Alltag an Bord. Die ersten Tage waren geprägt von viel Arbeit, kleinen Erfolgen und dem ersten Besuch von lieben Menschen.

Piper auf dem Vorschiff

Aufräumen, Aufbauen und Arbeiten

Die erste Woche stand ganz im Zeichen des Aufräumens und Einrichtens. Das Boot wurde auf Hochglanz gebracht, und Mike hat das neue Fusion-Radio eingebaut – ein großartiges Abschiedsgeschenk, das uns auf See stets mit Musik und Nachrichten versorgen wird. Auch das Satellitentelefon und die Truma 45-Liter-Tiefkühlbox sind jetzt einsatzbereit.

Neben den Bootsarbeiten haben wir auch das Bootsoffice in Betrieb genommen und die ersten Videokonferenzen abgehalten. Kathi hat unsere Blumenkästen mit Küchenkräutern und einer Tomatenpflanze bestückt. Wir sind gespannt, wie sich Dill, Petersilie, Basilikum, Minze und Schnittlauch auf See schlagen werden!

Kräutergarten an Bord

Proviant und Einkauf

Die ersten 200 Liter Diesel sind gebunkert, und die Proviantliste ist geschrieben. Beim Spaziergang durch den Hafen fiel uns ein Werbeaufsteller ins Auge: Ein neuer Edeka-Markt in der Nähe bietet an, den Einkauf bis an den Steg – oder sogar direkt ans Boot – zu liefern. Für uns ein echter Glücksfall! Sofort wurde der Laptop aufgeklappt und Konserven, Nudeln, Reis, Kaffee und Getränke bestellt. Die erste Lieferung soll am Dienstagnachmittag direkt zur KAMI kommen. Wir sind gespannt, ob das klappt!

Frische Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Fleisch und Co. werden wir weiterhin im großen Edeka-Superstore in Rostock besorgen.

Wetterkapriolen und Hafenleben

Das Wetter hier oben an der Waterkant ist leider nicht gerade einladend. Gestern, am Pfingstsonntag, war der bislang schlimmste Tag: Unentwegt Regen, Sturmböen, Gewitter und Temperaturen, die den ganzen Tag die Heizung laufen ließen. Der Sturm hat einigen Booten im Hafen ordentlich zugesetzt. Bei einem Segelboot ist die Persenning gerissen, und an unserem Steg nahm eine Schweizer Motoryacht Schaden, weil die Fender verrutscht waren. Das GFK wurde dabei nicht unwesentlich beschädigt – tiefe Kratzer und Abplatzungen sind die Folge. Der abwesende Eigner wird sich freuen …

Für uns ist unverständlich, warum in dieser angeblichen 5-Sterne-Marina bei solchem Schwerwetter niemand vom Hafenpersonal nach dem Rechten schaut. Kein Wunder, dass viele Jahreslieger sich nach Alternativen umschauen und dem Hafen den Rücken kehren. Schade. „Servicewüste Deutschland“ – hier scheint sich das Sprichwort mal wieder zu bewahrheiten.

Weitere Vorbereitungen

In dieser Woche kümmern wir uns weiter um das Aufproviantieren. Es müssen noch mindestens 200 Liter Diesel und 50 Liter Benzin gebunkert werden. Wenn alle Tanks und Kanister voll sind, stehen uns 700 Liter Diesel für die Antriebsmaschinen und dem Stromgenerator zur Verfügung. Würden wir ausschließlich motoren (also nicht segeln), könnten wir mit unserem Treibstoffvorrat rund 3.000 Kilometer bzw. 1.600 Seemeilen zurücklegen – im Idealfall.

Außerdem wollen wir uns in dieser Woche um unser Grab-Bag kümmern und dem Flugrost an der Solarpanelkonstruktion zu Leibe rücken. Nico ist für Mittwoch eingeplant und wird sich noch einmal um die Maschinen kümmern. Wir wollen das Motoröl wechseln und die Wasserpumpen erneuern.

Erster Besuch an Bord

Am vergangenen Samstag durften wir unseren ersten Besuch an Bord begrüßen: Kathis Mama, ihr Bruder und die Schwägerin haben uns die Ehre gegeben. Die KAMI wurde inspiziert, und im Cockpit gab es Kaffee und Kuchen. Das Wetter war typisch April – nur leider mitten im Juni. Trotzdem haben wir uns sehr über den Besuch gefreut.

Für heute Abend hat sich ganz kurzfristig „Götz“ für eine kleine Stippvisite hier in Warnemünde angemeldet.

Impfmarathon abgeschlossen

Heute Nachmittag haben wir unsere erste Schluckimpfung gegen Cholera eingenommen. Nach spätestens 6 Wochen folgt die zweite, und dann sind wir für mindestens 2 Jahre „safe“. Damit ist unser Impfmarathon abgeschlossen. Sämtliche Kosten wurden von unserer Krankenkasse übernommen – sogar die für die noch recht neue und teure Dengue-Impfung. Unsere Impfpässe sind jetzt voll durchgestempelt. Nach dem Motto: „Lieber haben als brauchen“!

Schluckimpfung gegen Cholera

Wir freuen uns auf Austausch!

Wir freuen uns über Kommentare und den Austausch mit euch. Habt ihr Fragen oder Anmerkungen? Gern her damit! Wir sind gespannt auf eure Rückmeldungen und freuen uns, wenn ihr uns auf unserer Reise begleitet.

Bleibt neugierig – wir halten euch auf dem Laufenden!
Mike – Kathi und Piper`li von der KAMI

Abschiedsparty und Aufgabe unseres Hauses – Ein neues Kapitel beginnt

Am 17. Mai war es endlich so weit: Wir luden unsere Familie und engsten Freunde zu einer ganz besonderen Abschiedsparty ein. Die großzügigen Büroräume der BfbA, in denen wir gefeiert haben, wurden für einen Abend zum Tor in eine neue Welt – und unser Herz schlug voller Vorfreude und ein wenig Wehmut.

Die Vorbereitungen – Liebe zum Detail und ein Hauch von Abenteuer

Schon in den Tagen davor waren wir voller Tatendrang. Stundenlang bastelten wir an der Dekoration, denn wir wollten diesen Abend zu etwas Unvergesslichem machen. Inspiriert vom Filmklassiker „Cast Away“ verwandelten wir Räume und einige Ecken mit FedEx-Kartons und „Mister Willson“-Bällen in eine kleine Inselwelt.

Dekoration a la Cast Away

Die Krönung: Wir schlüpften in die Rollen von Pirat und Piratin – stilecht aus dem Kostümfundus der Babelsberger Filmstudios. Kaum jemand konnte sich ein Lächeln verkneifen, als wir unsere Gäste so begrüßten.

Pirat & Piratenlady

Kulinarische Highlights und gesellige Stunden

Für das leibliche Wohl sorgte Petra vom kleinen Seerestaurant in Glindow – wie immer ein Volltreffer! Die zahlreichen Häppchen waren im Nu verspeist und die Gulaschsuppe nebst frisch gebackenen Laugenbrezeln fanden reißenden Absatz. An unserer eigens aufgebauten Bar gab es Cocktails, Wein, Bier und natürlich auch alkoholfreie Getränke. Wie immer war Gin-Tonic mit dem Gin „Berliner Brandstifter“ der Renner. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an alle helfenden Hände, die uns so tatkräftig unterstützt haben!

Das Highlight des Abends: Ein Vortrag voller Fernweh

Ein besonderer Moment war unser gemeinsamer Vortrag. Wir, Mike und Kathi, erzählten von den Wurzeln unserer Idee, einmal die Welt zu umsegeln und die letzten Paradiese über und unter Wasser zu erkunden. Wir berichteten vom Kauf unseres Katamarans, seiner Überführung aus den Bahamas und den spannenden Refitarbeiten am Schiff. Auch unsere geplante Reiseroute und unser Blog, auf dem uns alle live verfolgen können, kamen nicht zu kurz. Fast eine Stunde lang nahmen wir unsere Gäste mit auf unsere Reise – zumindest gedanklich.

Zwischendurch sorgten kleine Quizrunden für Spaß und Spannung. Es gab Kaffeetassen von TransOcean und das tolle Spiel „Ocean Race“ zu gewinnen – die perfekte Einstimmung auf unser bevorstehendes Abenteuer.

(Für eine bessere Auflösung auf eines der Bilder klicken)


Ein Abschied voller Herzlichkeit

Es war ein wunderschöner Abend, an dem wir mit allen noch einmal herzlich Abschied nehmen konnten. Für uns endete die Feier erst gegen halb vier Uhr morgens – müde, aber glücklich.

Ein neues Zuhause auf Zeit

Seit dem 23. Mai wohnen wir übergangsweise in einer kleinen Ferienwohnung in den Havelauen. Unser Haus, in dem wir fast 12 Jahre gelebt haben, haben wir gestern Vormittag komplett geräumt und besenrein an den Vermieter übergeben. Ein seltsames Gefühl, aber auch ein wichtiger Schritt in unser neues Leben.

Der Countdown läuft

Am Sonntag, den 1. Juni, heißt es dann endgültig Abschied nehmen – wir ziehen nach Warnemünde auf unser Schiff, das dann auf unbestimmte Zeit unser neues Zuhause sein wird. Es gibt noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen und Proviant muss gebunkert sowie Diesel aufgefüllt werden. Kathi hat am 19. Juni noch einen wichtigen Brandschutztermin in Chemnitz im Tanklager der Total Energies. Wenn alles klappt und der Wind mitspielt, heißt es spätestens in der 26. Kalenderwoche: „Leinen los!“

Vorfreude und ein bisschen Nervosität

Wir sind wahnsinnig aufgeregt, aber fühlen uns bestens vorbereitet. Auch unsere Piper`li spürt unsere Anspannung und Ihren gewohnten Tagesablauf. Sie reagiert darauf mit Ausschlägen und Ohrentzündung. Aber das bekommen wir rasch wieder hin.

Das große Abenteuer liegt direkt vor uns. Möge uns der heilige Erasmus, Schutzpatron der Seefahrer, stets gnädig sein! Und auch Neptun, Poseidon und Co. werden wir vor der Abfahrt mit einem Schluck Hochprozentigem über die Lee-Bordwand hoffentlich wohlgesonnen stimmen.

In Kürze melden wir uns wieder – dann heißt es: „Reise, Reise!“ – der Weckruf für die Crew und „Leinen los!“

Bleibt gespannt und begleitet uns auf unserem Weg ins große Unbekannte!

Der Countdown läuft: Nur noch 8 Wochen bis zu unserem neuen Zuhause – der KAMI!

Die Zeit vergeht wie im Flug, und nun sind es nur noch acht Wochen, bis wir unser neues Zuhause, unsere geliebte KAMI, dauerhaft beziehen werden. Ein großer Schritt, der uns für mehrere Jahre auf eine spannende Reise führen wird. Doch bevor es losgeht, gibt es noch einiges zu tun!

Abschied vom Haus

In der letzten Maiwoche steht die finale Sperrmüllrunde an, bevor wir unser Haus endgültig übergeben. Der Abschied von unserem bisherigen Zuhause ist ein emotionaler Moment, doch die Vorfreude auf das Leben an Bord überwiegt.

Vorbereitungen an der Küste

Fast jeden zweiten oder dritten Tag bin ich bereits oben an der Küste, um die letzten Arbeiten an unserem Schiff vorzunehmen. Unsere selbst hergestellten Konserven haben ihren Platz unter dem Bett gefunden – sicher verstaut und bereit für die Reise.

Wir stauen die selbst hergestellten Konservendosen.
Konservendosen unter dem Bett.

Auch die Technik wurde optimiert: Die Anschlussleitung unserer Starlink-Antenne wurde erneuert, und wir haben gleich einen moderneren Router eingebaut.

Insektenschutz
Anbau eines maßgeschneiderten Insektenschutzes im Cockpit

Ein Elektriker wird in den kommenden Tagen noch einmal vorbeischauen, um die Fehlerstromschutzschalter (FI) unseres Generators zu optimieren. Außerdem steht am Mittwoch ein wichtiger Termin mit Jonas von der Segelwerkstatt Warnemünde an: Er wird sämtliche Segel anschlagen, die den Winter über eingelagert waren.

Werftbesuch in Barth

Am 4. Mai geht es für fünf Tage nach Barth – die KAMI muss noch einmal aus dem Wasser. In dieser Zeit werden wir präventiv die Saildrivemanschetten erneuern lassen und einige Stellen am Antifouling nacharbeiten. Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass unser Schiff bestens vorbereitet ist für die lange Reise.

Abschiedsfeier und letzte Wartungsarbeiten

Am 17. Mai feiern wir in Werder unseren Abschied mit Freunden und Familie – ein letzter großer Moment des Zusammenkommens vor unserem Aufbruch. In der darauffolgenden Woche kümmern sich Nico und Felix ein letztes Mal um die Wartung der beiden Motoren: Ölwechsel und Erneuerung der Kühlwasserpumpen stehen auf dem Plan. Danach sind wir bereit für den Start!

Kleinarbeiten unterwegs erledigen

Natürlich bleiben immer ein paar Kleinigkeiten übrig, die wir unterwegs erledigen können. Zum Beispiel wollen wir unser Trampolin optimieren, indem wir einige Maschen selbst ein- oder nachflechten – eine Aufgabe, die sich auch auf See gut bewältigen lässt.

Erreichbarkeit während der Reise

Unsere Telefonnummer für das Iridium exec Satellitentelefon erhalten wir leider erst im Juni. Über diese Nummer sind wir im Notfall erreichbar – allerdings zu hohen Kosten:

  • Telekom Festnetz: 4,70 €/min
  • Telekom Mobilfunk: 6,30 €/min
  • Vodafone Festnetz: 12,58 €/min
  • O2 Telefonica: 8,18 €/min

In einigen Ländern werden wir auch über Mobilfunk erreichbar sein. Am einfachsten erreicht ihr uns jedoch per E-Mail – unsere Schiffsadresse lautet schiffspost@sykami.de, und wir werden sie mindestens zweimal täglich abrufen. Bitte habt Verständnis dafür, dass wir nicht jeden Tag einen Reisebericht schreiben können, aber regelmäßige Blogupdates sind fest eingeplant!

Live-Tracking unserer Route

Für alle Daheimgebliebenen gibt es eine Möglichkeit, uns jederzeit virtuell zu begleiten: Auf unserer Predictwind-Trackingseite könnt ihr unsere Route live mitverfolgen. Den Link findet ihr unter „Position“.

Leinen los Anfang Juni!

Jetzt warten wir nur noch auf das passende Wetterfenster – im Idealfall heißt es Anfang Juni „Leinen los“! Wir können es kaum erwarten, endlich in See zu stechen und dieses Abenteuer zu beginnen. Vielen Dank an alle, die uns bis hierhin unterstützt haben – wir freuen uns darauf, euch auf diesem Weg mitzunehmen!

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Winterschlaf und Impfsession

Die kalte Jahreszeit hat begonnen, die Tage werden kürzer und die Temperaturen fallen. Es ist an der Zeit, die KAMI hier in Warnemünde in den vorerst letzten Winterschlaf zu schicken.

HInterlassenschaften der Möwen und Albatrosse auf dem Deck der KAMI
Die Hinterlassenschaften der Möwen und Albatrosse in Abwesenheit der Crew

Nach vier Wochen Abwesenheit finden wir die KAMI mit zahllosen Hinterlassenschaften von Seevögeln (Möwen und Albatrosse) im Hafen von Warnemünde vor. So schlimm war es das ganze letzte Jahr noch nie. Mit unserem Bord-Kärcher und den restlichen 300 Litern Wasser aus dem Tank bewaffnet, machen wir uns daran, den Flecken den Garaus zu machen. Dank eines sehr guten Reinigers ist nach 40 Minuten gründlichen Schrubben nichts mehr zu sehen, und die KAMI strahlt wieder weiß und sauber im grauen Novemberlicht.

Wir verlegen das Schiff vom Außensteg an einen der Schwimmstege im Hafen, damit wir gewappnet sind, wenn die Herbststürme kommen und der Pegelstand große Schwankungen zeigt. Die KAMI wird fest vertäut, und wir füllen Frostschutzmittel in beide Maschinen sowie in den Generator. Die Segel wurden bereits Anfang des Monats vom Segelmacher abgenommen, das laufende Gut ist soweit eingeholt und gesichert. Der Elektriker hat sich vorgestern gemeldet: Die Klimaanlage ist eingetroffen und kann eingebaut werden. Die Vorarbeiten – wie das Verlegen der Zu- und Abluftschläuche, der Einbau der Wasserpumpe sowie die Verdrahtung – sind bereits abgeschlossen. Nun muss die Anlage nur noch im Salon unter der Sitzbank eingesetzt, befestigt und angeschlossen werden. Wir planen dafür etwa zwei Stunden. Voraussichtlich werde ich mich nächste Woche mit dem Elektriker treffen und nach Warnemünde fahren, sofern das Wetter mitspielt. Ein paar kleine Restarbeiten in der Elektrik sind noch offen, aber schätzungsweise in vier Stunden sollte alles erledigt sein.

Besucherausweis Auswärtiges Amt
Besucherausweis im Auswärtigen Amt (Tropeninstitut)

Am 24. Oktober haben wir im Tropeninstitut des Auswärtigen Amts in Berlin mit der Impfsession begonnen. Der Arzt vor Ort war sehr freundlich und hat uns umfassend beraten. In insgesamt vier Terminen erhalten wir den Impfschutz für unsere große Reise. Gestartet haben wir mit Gelbfieber, Tollwut und Tetanus mit Polio; Kathi zusätzlich mit einer Auffrischung für Hepatitis A & B. Es folgen die weiteren Impftermine für die Wiederholungsimpfungen (Tollwut 3x), Dengue-Fieber, Typhus, Japanische Enzephalitis sowie Meningokokken. Wir sind froh, dass unsere Krankenkasse fast alle Kosten übernimmt. Wenn man alles zusammenrechnet, inklusive Beratungskosten, kommt hier fast ein Kleinwagen zusammen. Wow! Prävention ist uns sehr wichtig. Egal, was kommt – wir wollen vorbereitet sein.

Medizin auf See – Unser Besuch bei der Sailpartner-Veranstaltung in Hamburg

Als Teil unserer intensiven Vorbereitung auf die Weltumsegelung haben wir kürzlich an der zweitägigen Veranstaltung „Medizin auf See“ der Firma Sailpartner in Hamburg-Blankenese teilgenommen. Diese Schulung war genau das, was wir gesucht haben, um uns medizinisch bestmöglich für unsere Reise zu rüsten. Der Fokus lag auf realen Notfallszenarien, die bei einem Leben auf See schneller eintreten können, als man denkt.

Segeln um die Welt bringt gewisse Risiken mit sich, auch wenn das durchschnittliche Unfallrisiko für gut vorbereitete Segler überschaubar bleibt. Aber in unserem Fall – da wir beide auch leidenschaftliche Taucher sind – ist das Verletzungsrisiko erhöht. Das Tauchen selbst birgt eigene Gefahren, die wir natürlich nicht außer Acht lassen. Mikes besondere Begeisterung für Haie und sein Wunsch, mit diesen faszinierenden Tieren in ihrer natürlichen Umgebung zu interagieren, steigert das gesundheitliche Gefährdungspotential zusätzlich. Das ist definitiv ein spannendes Thema, dem wir uns in einem eigenen Blogbeitrag noch ausführlicher widmen wollen.

Das Seminar „Medizin auf See“ deckte eine breite Palette an Themen ab:

– Notfälle an Bord
– Medizinische Untersuchungstechniken
– Telemedizinische Beratung (TMAS)
– Kältemanagement
– Grundkenntnisse der Anatomie
– Spritzen und das Legen von Venenzugängen
– Chirurgischer Wundverschluss
– Umgang mit Kopfverletzungen
– Versorgung von Verbrennungen
– Seekrankheit und viele weitere Themen.

Ein Highlight für uns waren die praktischen Übungen, insbesondere das Legen von Venenzugängen und das Nähen von Wunden. An Hühnerschenkeln durften wir die Knopfnaht-Technik üben, was uns viel Sicherheit für den Ernstfall gegeben hat.

Da wir beide beruflich aus einer medizinischen Umgebung (eigene Betriebsarztpraxis) kommen, können wir auch zu Hause oder in der Praxis regelmäßig das Legen von Venenzugängen üben – und die Gelegenheit nutzen, uns zum Beispiel einen Vitamincocktail wie den Myers-Cocktail intravenös zu verabreichen.

Angeregt durch das Seminar und das Fachbuch „Medizin auf See“ haben wir alle notwendigen Medikamente und Verbandsmaterialien an Bord unserer KAMI untergebracht. Wir haben Sauerstoff, chirurgische Sets, Diagnoseinstrumente und alle wichtigen medizinischen Tools an Bord, um für beinahe alle Eventualitäten gewappnet zu sein. Sogar unser Hund Piper ist mit Erste-Hilfe-Materialien und wichtigen Medikamenten versorgt – auch für ihn soll im etwaigen Notfall alles bereitstehen.

Dieses Seminar hat uns nicht nur die nötigen Kenntnisse vermittelt, sondern auch unser Vertrauen gestärkt, im Notfall schnell und kompetent reagieren zu können. Mit dem Wissen, dass wir gut ausgerüstet sind, fühlen wir uns sicherer auf unserer Reise. Besonders mit Blick auf die zusätzlichen Risiken durch das Tauchen und Mikes besonderes Interesse an Haien, die unsere Abenteuer sicher noch spannender machen werden, sind wir froh, bestens vorbereitet zu sein!

Bleibt gespannt – über unsere Erlebnisse auch unter Wasser und die damit verbundenen Herausforderungen werden wir noch in weiteren Blogbeiträgen schreiben!

Kochen für den Pazifik

Wir beginnen mit dem Vorkochen für die langen Passagen auf dem Pazifik. Aus Gewichtsgründen haben wir uns gegen das Einkochen in Schraubgläsern (Einwecken) entschieden. Ein weiterer Ablehnungsgrund liegt in der kürzeren Haltbarkeitszeit von eingeweckten Lebensmitteln. Diese gelten als Halbkonserven und sind maximal nur zwei Jahre haltbar. Daher haben wir uns intensiv mit der Herstellung von Vollkonserven beschäftigt. Vollkonserven sind mindestens vier bis fünf Jahre haltbar, da sie im Gegensatz zu Halbkonserven in einem Autoklaven bei ca. 127 Grad Celsius sterilisiert werden. Zudem ist die Weißblechdose im Eigengewicht um ein Vielfaches leichter als ein Einweck- oder Schraubglas und weniger bruchanfällig.

Selbst hergestellte Konserven mit Beschriftungsfeld auf dem Deckel.

Um Vollkonserven erfolgreich herzustellen, haben wir uns einen 18-Liter-Autoklaven (Dampfsterilisator), eine Dosenverschlussmaschine und natürlich ausreichend Weißblechdosen in verschiedenen Größen zugelegt. Wir planen, 12 Dosen Frikassee, 12 Dosen Gulasch, 10 Dosen Königsberger Klopse, 10 Dosen Rinderrouladen, 5 Dosen Butter (tatsächlich kann man Butter auch einkochen), 10 Dosen Weiße-Bohnen-Eintopf, 5 Dosen Hähnchencurry, 5 Dosen Bolognesesauce, 5 Dosen Soljanka, 10 Dosen Schmorgurken und 10 Dosen Würzfleisch selbst zu kochen und zu autoclavieren. So können wir sicher sein, dass uns die Konserven gut schmecken und nur gute, ausgewählte und gesunde Zutaten verwendet werden.

Nach dem Dampfsterilisieren wird der Druck von 1,6 BAR abgelassen.

Wir könnten auch Brot in Dosen backen, wollen aber regelmäßig an Bord mit Sauerteig frisch backen.

Kathi ist eine wunderbare Köchin. Alles, was sie auf den Tisch bringt, ist superlecker. Das Backen fällt in meinen (Mike) Bereich. Dafür habe ich wirkliches Geschick und backe fast nur noch „freestyle“. Auf meiner Instagram-Seite „mikes_bread_dreams“ folgen mir knapp 8.000 User, wobei ich, ehrlich gesagt, schon lange keine Brotkreationen mehr gepostet habe.

Das Lagern und Unterbringen der eigenen Konserven wollen wir im nächsten Frühjahr durchführen – das wird auch noch einmal spannend. Jede freie Ecke unter den Bodenbrettern oder unter den Kojen werden wir dafür nutzen. Die Dosen wollen wir einzeln in Luftpolsterfolie einwickeln, beschriften und in einer digitalen Lagerliste katalogisieren.

Leckeres Hühnerfrikassee für die Pazifikpassagen.
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