Einklarieren auf den Bahamas mit Hund – Unsere Erfahrung auf Inagua

Dieser Blogbeitrag ist für andere Segler gedacht, die genau wie wir mit Haustieren in der Karibik unterwegs sind.

Nach dem Lesen einiger Reiseberichte von anderen Seglern haben wir uns dazu entschieden, auf  Inagua  Matthew Town in die Bahamas einzuklarieren. Laut verschiedenen Berichten sollen die Beamten dort besonders freundlich sein und die Insel selbst wie ein kleines, charmantes Dorf wirken.

Rückblickend können wir sagen: Diese Entscheidung war genau richtig.

Vorbereitung: Click2Clear und Dokumente

Um in die Bahamas einzureisen, muss man vorab online ein Formular über Click2Clear ausfüllen:
Bahamas Click2Clear

Dort werden sämtliche Schiffsdaten, Crewangaben sowie Reisedaten eingegeben. Das System ist sehr intuitiv und leicht verständlich gestaltet. Zusätzlich haben wir unser Schiffszertifikat und Kopien unserer Reisepässe hochgeladen, sowie alle wichtigen Dokumente für unseren Hund Piper:

  • das letzte Gesundheitszeugnis eines Tierarztes (bei uns aus Saint Martin)
  • die Heimtierpassseite mit der Chipnummer.

Nach der Validierung der Daten und dem Absenden erhält man eine Rotationsnummer, die später beim Einklarieren bei den Behörden benötigt wird.
Wir haben sicherheitshalber einen Screenshot davon gemacht.

Mit der Rotationsnummer und der Vessel Registration Number kann man seinen Datensatz jederzeit im Netz aufrufen und ändern.

Nach der neuen Gebührenordnung auf den Bahamas von 2025 haben wir folgende Gebühren online über Click2Clear bezahlt: Das Cruising Permit kostet für Sportboote bis maximal 50 Fuß 500 US-Dollar. Zusätzlich fällt eine Ankergebühr von 200 US-Dollar an. Für Hunde werden weitere 10 US-Dollar berechnet. Auf eine Angelerlaubnis für weitere 100 US-Dollar haben wir verzichtet.

Durch den aktuell sehr günstigen Dollarkurs zum Euro haben wir insgesamt etwa 650 Euro für die behördlichen Gebühren bezahlt.

Sonderfall Hund: Permit vom Landwirtschaftsministerium

Für Piper benötigten wir zusätzlich ein spezielles Permit vom Landwirtschaftsministerium der Bahamas. Da wir recht kurzfristig aus Puerto Rico aufgebrochen sind, haben wir hierfür einen Agenten beauftragt, der die Beantragung für uns übernehmen sollte.
Unseren Agenten findet man hier:
https://www.bahamaspetpermit.com

Laut offizieller Webseite dauert die Bearbeitung etwa zwei bis drei Tage und kostet 150 US-Dollar.

Man kann das Permit aber auch direkt beim Landwirtschaftsministerium beantragen. Die Kosten für den Umweg über einen Agenten kann man sich dadurch getrost sparen.

Leider wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass ein Foto der Impfungen aus dem EU‑Heimtierausweis nicht ausreicht. Stattdessen benötigt man eine englischsprachige Bestätigung eines Tierarztes, in der sämtliche Impfungen inklusive Datum aufgeführt sind.

Da wir bereits unterwegs waren, stellte uns das vor ein echtes Problem. Wir hatten zwar alle notwendigen Unterlagen – Titer‑Test, Gesundheitsbescheinigung, Impfungen sowie Entwurmungsnachweise – jedoch nur im EU‑Heimtierausweis und nicht separat auf einem A4‑Bogen.

Hier kann man die Seite des Landwirtschaftsministerium und weitere Informationen direkt aufrufen: https://www.bahamas.gov.bs/service/application-for-permit-to-import-domestic-animals

Vordruck auf A4 Seite zur Bestätigung der durchgeführten Impfungen. Herunterladen und vom Tierarzt ausfüllen und unterschreiben lassen. 

Antrag auf Haustierpermit herunterladen, ausfüllen und dem Landwirtschaftsministerium übersenden!

Rettung per WhatsApp

Kathi schrieb kurzerhand unserer letzten Tierärztin auf Saint Martin eine WhatsApp‑Nachricht und fragte, ob sie uns das benötigte Formular ausstellen und per E‑Mail zusenden könne. Da sie Piper zuletzt geimpft und auch die Gesundheitsbescheinigung erstellt hatte, lagen ihr alle relevanten Daten vor.

Zu unserem großen Glück antwortete sie schnell: kein Problem – sie würde uns das Dokument zusenden. In diesem Moment fiel uns ein riesiger Stein vom Herzen.

Da wir jedoch auf dieses Dokument warten mussten, konnten wir unserem Agenten erst am Donnerstag alle Unterlagen übermitteln. Er informierte uns, dass wir das Permit wegen des Wochenendes vermutlich erst am Montag oder Dienstag erhalten würden.

Ankunft ohne Permit – Was tun?

Unsere geplante Ankunft auf Inagua war allerdings bereits am Sonntag, und spätestens am Montag mussten wir uns bei Immigration und Customs anmelden. Also stellte sich die große Frage: Was machen wir mit Piper?

Mike setzte sich an seinen Laptop und schrieb eine E‑Mail u. a. an die Customs auf Inagua. Darin erklärte er, dass alle Unterlagen für Piper bereits eingereicht wurden, das Permit aber noch in Bearbeitung sei. Gleichzeitig baten wir um Einreise unter der Q‑Flagge (Quarantäneflagge) und versicherten, dass Piper so lange an Bord bleiben würde, bis wir das offizielle Permit erhalten.

Kurze Zeit später kam tatsächlich eine Antwort: Alles notiert – gute Anreise!

Wir waren unglaublich erleichtert.

E-Mail Adressen der einzelnen Behörden die angeschrieben wurden

Empfänger: bahfsabahamas@gmail.com
Kopie: inaguacustoms@bahamas.gov.bs, inaguaimmi@bahamas.gov.bs
E-Mail Text an Customs & Co.
Dear Bahamas Department of Agriculture / Customs & Immigration / Veterinary Officer Inagua,

We are currently underway to the Bahamas on our sailing yacht (Lagoon 400 S2, KAMI – MMSI *********, Call Sign *******, registration germany ******** from last port ********. Expected arrival at Inagua Port of Entry: Monday February 9, 2026.

We have one dog, continentalbulldogmix , age 2 years on board. All required health requirements are fully met:

  •     Valid EU Pet Passport with rabies vaccination and other core vaccines up to date.
  •     English Health Certificate 29/01/2026 by licensed vet dr. annaik leerain.
  •     Rabies Titer Test results (positive, compliant with Bahamas standards).

We understand a formal Pet Import Permit is required and sincerely apologize for not obtaining it prior to departure due to our underway status. We have already engaged Mr. Wellington Saunders from Bahamas Pet Permit services to handle the express approval process. We expect to receive the permit Monday or Tuesday.

All documents are ready and have been provided to our agent. Please advise:

  •    Confirmation of permit status or receipt via our agent.
  •    Any immediate steps or local instructions for Inagua clearance.
  •    Contact for Veterinary Officer at Inagua (phone/email).

We commit to full compliance, remaining on board under Q-flag until cleared, and covering any fees. Thank you for your understanding and assistance – safe passage to the Bahamas is our dream!

Kind regards,
Mike Maiwald
Skipper / Owner
Vessel: SV KAMI
Phone: ************** / Email: ********************
Position now: N 19°36.641 W 69°18.480
Crew: ************* and 1 Dog Name ***********


Einklarieren vor Ort

Wie geplant trafen wir am Sonntagvormittag auf Inagua ein und ankerten vor dem Hafen in Matthew Town mit gesetzter Q‑Flagge.

Am Montagmorgen machten wir uns nach dem Frühstück direkt auf den Weg zu Immigration und Customs. Beide Behörden liegen nur etwa zehn Gehminuten vom Hafen entfernt.

Immigration

Zuerst gingen wir zur Immigration. Dort mussten wir ein Formular mit den Schiffsdaten sowie jeweils ein Formular mit unseren persönlichen Daten ausfüllen. Anschließend zahlten wir 40 US‑Dollar und erhielten die Erlaubnis, uns 90 Tage auf den Bahamas aufzuhalten.

Die beiden Beamtinnen waren ausgesprochen freundlich, und die Abwicklung verlief absolut reibungslos.

Customs – der spannende Teil

Danach ging es nebenan zu den Customs.

Auch hier wurden wir sehr freundlich empfangen. Zunächst wollte der Beamte unsere Rotationsnummer von Click2Clear sehen und hatte dadurch direkt Zugriff auf unsere Daten. Anschließend prüfte er unsere Pässe sowie das Schiffszertifikat.

Dann kam Piper zur Sprache. Der Beamte fragte, ob wir das Permit bereits erhalten hätten. Wir mussten leider verneinen. Daraufhin fragte er lediglich, ob wir eine Bestätigung vom Agenten hätten.

Mike hatte zum Glück die Bestätigungsmail unseres Agenten ausgedruckt, die belegte, dass das Permit für Piper beantragt wurde.

Mike übergab ihm die ausgedruckte E‑Mail.

Der Beamte vermerkte im System, dass der Antrag läuft, kopierte die E‑Mail, ergänzte darunter Pipers Rasse und Geschlecht, unterschrieb das Dokument und stempelte es ab. Anschließend druckte er unser Cruising Permit aus und heftete die Bestätigung für Piper einfach mit dazu.

Er erklärte uns, dass wir das Permit später nicht erneut einreichen müssten – wir sollten es lediglich vorzeigen, falls wir kontrolliert werden.

Wir waren begeistert von dieser unkomplizierten und freundlichen Abwicklung und bedankten uns mehrfach.

Happy End

Am Nachmittag erhielten wir schließlich auch das offizielle Permit für Piper von unserem Agenten. Damit waren alle Formalitäten erledigt.

Unser Cruising Permit gilt übrigens für zwölf Monate. Rückblickend finden wir den Preis dafür absolut angemessen, auch wenn er uns anfangs recht hoch erschien.

Unser Fazit

Das Einklarieren auf Inagua können wir absolut empfehlen – besonders für Segler mit Haustieren. Die Beamten waren außergewöhnlich freundlich, hilfsbereit und lösungsorientiert. Trotz unseres fehlenden Permits wurde eine unkomplizierte und pragmatische Lösung gefunden.

Für uns war Inagua nicht nur der Einstieg in die Bahamas, sondern auch ein unglaublich entspannter Start in ein neues Segelrevier.

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Pechsträhne

Wir haben in Sint Maarten ausklariert und verlassen die Bucht in Richtung Bahamas. Das Wetter ist angenehm, wir setzen unseren Gennaker und machen gute Fahrt. In der Nacht passieren wir die nördlichste Insel der Britischen Jungferninseln, und am Folgetag liegt Puerto Rico an unserer Backbordseite. Online prüfen wir bei Windy das Wetter – ein Sturm zieht auf! Zwei große Tiefdruckgebiete kommen direkt auf uns zu. Eines bewegt sich von Florida her und bringt kühle Luft, Böen bis 60 Knoten und Wellen bis 12 Meter.

Was nun? Wir müssen eine geschützte Ankerbucht finden und das Sturmtief abwarten, bevor wir weitersegeln können. Zuerst denken wir an die Dominikanische Republik, würden dort aber laut Berechnung erst in der Nacht ankommen. Für unbekannte Gewässer ist das keine gute Idee – Riffe und Flachwasserzonen müssen sicher umschifft werden. Kathi recherchiert und macht nach einer Weile den verhängnisvollen Vorschlag, lieber an der Westküste von Puerto Rico einen geschützten Platz anzulaufen.

Der Wind nimmt immer mehr zu, und wir entscheiden uns bei 20 Knoten, den Gennaker einzuholen – was trotz diverser Tricks diesmal einfach nicht gelingen will. Wie wild schlägt das riesige Leichtwindsegel im Wind, bis Mike völlig erschöpft versucht, es mit dem Endlosfurler einzudrehen. Das Problem: Die Endlosleine rutscht durch den Furler, und der Wind dreht das Segel immer wieder heraus. Nach bangen Minuten schaffen wir es schließlich gemeinsam, das Tuch einzuholen. Wir sind körperlich fertig – Mikes Arme und Beine schmerzen, das Energielevel liegt bei null. Der Furler muss dringend gewartet werden und kommt auf die To-do-Liste.

Am späten Sonntagnachmittag, dem 1. Februar, erreichen wir schließlich die Ankerbucht. Mit Hilfe einer App versuchen wir, elektronisch nach Puerto Rico einzuklarieren. Leider bedenken wir dabei nicht, dass Puerto Rico zu den USA gehört. Damit nimmt unsere Pechsträhne ihren Lauf.
Über die „Customs and Border Protection ROAM“-App werden wir von einem Officer kontaktiert. Er fragt nach Pässen und Visa. Wir besitzen jedoch kein Visum, nur ein abgelaufenes ESTA. Wir erklären dem Beamten, dass wir lediglich dem herannahenden Sturm ausweichen wollen – doch es hilft nichts. Wir müssen am nächsten Tag persönlich beim Department of Homeland Security am internationalen Flughafen der Insel erscheinen.

Kathi organisiert noch am Sonntagabend ein Taxi, und wir fahren Montag früh um 7:00 Uhr zu dem 1,5 Stunden entfernten Flughafen im Norden der Insel. Dort angekommen, begeben wir uns in das Customs Office – und werden fünf Stunden lang von zwei Beamten „bearbeitet“. Fingerabdrücke werden genommen, Fotos gemacht, und nach mehreren ernsten Belehrungen erhalten wir eine Sondergenehmigung, die mit 1.400 USD „honoriert“ wird. Immerhin sind die Beamten freundlich, und wir zeigen uns reumütig mit gesenkten Köpfen. Wie konnte uns das nur passieren? Wir waren so vertieft in die Wettermodelle, dass wir nicht nachrecherchiert haben, ob die Einreise nach Puerto Rico überhaupt erlaubt ist – dumm gelaufen.

Am frühen Nachmittag kehren wir erschöpft zum Schiff zurück. Der Taxifahrer, der geduldig auf uns gewartet hatte, brachte uns freundlicherweise wieder zurück. Seine Dienste belohnen wir mit 300 USD.

Um das Tageserlebnis perfekt zu machen, hat Mike dann die glänzende Idee, in die Maschinenräume zu schauen.
Und was entdeckt er wohl erneut? Wasser und Öl!
Oh nein – wir hatten doch das Getriebe auf Sint Maarten von Gregory warten lassen. Scheinbar war das gar nicht die Ursache des Öllecks. Wie ärgerlich!

Wir diskutieren, wägen Optionen ab, und nach einigen Tränen machen wir uns am Dienstag daran, die Maschinenräume gründlich zu säubern.

Wir prüfen erneut das Wetter und überlegen, am Mittwoch Richtung Dominikanische Republik weiterzusegeln, um dort in einem Hafen auf besseres Wetter zu warten. Wir fragen in Punta Cana nach einem Liegeplatz, erhalten aber keine Antwort. Also entscheiden wir uns, trotz nicht optimaler Bedingungen, in Richtung Bahamas weiterzufahren und gehen am Mittwochmorgen Anker auf.

Nachdem wir den Riffgürtel passiert haben, wollen wir das Großsegel setzen – doch es bewegt sich keinen Millimeter. Einige Mastrutscher an den Segellatten klemmen in der Schiene und verhindern das Durchholen. Als wir das Problem untersuchen, sehen wir: Die aus Aluminium bestehende Mastschiene ist beschädigt, vermutlich beim letzten Mastaufstieg durch das Gurtzeug oder den Bootsmannsstuhl. Mit einer Feile ließe sich der Schaden beheben, aber bei 2,8 Meter Welle ist daran nicht zu denken. Also verstauen wir das Großsegel wieder und segeln auf spitzem Amwindkurs nur mit der Genua. Bei 20 Knoten Wind machen wir immerhin 6,5 Knoten Fahrt.

Wir werden wohl auch motoren müssen – bis nach Inagua, der ersten Insel der Bahamas, sind es rund 450 Seemeilen. Die Reparatur der Mastschiene muss warten, und auch für das ölende Saildrive müssen wir uns noch etwas überlegen.

Nachts ist es derzeit mit 17 Grad erstaunlich frisch – ganz und gar nicht karibisch. Selbst hier scheint das Klima aus dem Gleichgewicht geraten zu sein. Es wird von Jahr zu Jahr besorgniserregender. Auf Kuba werden aktuell 0 Grad gemessen!! Das ist historisch einmalig.

Wir hoffen, dass diese trüben Tage bald vorbei sind – voller Optimismus blicken wir nach vorn!

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