Wir sind ausgeNOKt…

Abends auf dem Borgstedter See

Abends auf dem Borgstedter See (im Nord- Ostsee Kanal)


Nach einer turbulenten Gewitternacht heißt es nach dem Frühstück „Anker auf“. Wir verlassen den Borgstedter See und schieben die KAMI mit 6 Knoten unter Maschine Richtung Schleuse Brunsbüttel. Bis dorthin sind es noch gut 70 Kilometer (wir schreiben jetzt in Kilometern und nicht in Seemeilen – schließlich sind wir auf einem Binnengewässer). lach


Der Wind pustet mit 17 Knoten, der Himmel ist bewölkt und wir frieren. Ja, ihr lest richtig! In der alten Heimat sind es 32 Grad – hier oben dagegen nur „gefühlte“ 15 Grad.

Während der Fahrt begegnen uns zahlreiche Frachtschiffe. Einige transportieren Chemikalien, andere wiederum Schütt- und Stückgüter. Gegen 18 Uhr erreichen wir endlich die Schleuse Brunsbüttel und hoffen, dass wir rasch aus dem NOK ausgeschleust werden können. Da eine halbe Stunde zuvor bereits Sportboote geschleust wurden, sind wir nun die Einzigen, die vor der Schleuse „Warterunden“ drehen. Irgendwie passiert aber nichts. Nach 30 Minuten greifen wir zum Funkgerät und rufen: „Kiel Schleuse 1 für Segelkatamaran KAMI“. Wir fragen höflich nach, wann wir in die Elbe ausgeschleust werden können, und erhalten die Antwort, dass gerade ein größerer Frachter kommt – wir sollen uns hinter diesem in die Schleusenkammer legen. Wir bleiben also auf Standby und dürfen den aus- und eingehenden Verkehr nicht behindern.

Vor den Schleusen – also der alten Nord- und Südschleuse sowie den neuen großen Schleusen für die Containerriesen – fahren mehrere frei fahrende Fähren kreuz und quer durch die Vorbereiche. Für uns heißt das: volle Konzentration und die KAMI möglichst auf der Stelle halten. Bei ordentlich Seitenwind gar nicht so einfach! Aber es klappt, und das Frachtschiff fährt vor uns in die Schleusenkammer „Alte Nord“ ein. Wir warten auf die Aufforderung, ebenfalls einzufahren, und dürfen nach 15 Minuten auf der Steuerbordseite, schräg hinter dem Frachter, festmachen.

Da der Frachter ordentlich Schraubenwasser produziert (auch bei ganz langsamer Drehzahl), wippert die KAMI während der Einfahrt wie ein Korken auf und ab. Die ausgebrachten Fender rutschen durch die Wasserwirbel im Becken nach oben heraus, und die KAMI schrappt am hölzernen Schwimmsteg. Hoffentlich gibt es keine Kratzer oder Schrammen! Wir sind so angespannt, dass selbst Piper merkt, dass etwas nicht stimmt – und sie verhält sich entsprechend merkwürdig.

Wir funken erneut den Schleusenwärter an und informieren, dass wir die KAMI kaum halten können. Wir bitten darum, dass der Frachter als Erster das Schleusenbecken verlässt. Das wird bestätigt, und nachdem sich die Schleuse öffnet, schleicht der Frachter heraus. Wir warten, bis sich die Wirbel- und Wasserströme beruhigt haben, werfen dann die Leinen los, fahren in die Elbe ein und nehmen Kurs auf Cuxhaven. Kathi hatte die Fahrtzeit im NOK genutzt und uns einen Liegeplatz in der Segler-Vereinigung Cuxhaven e.V. organisiert.

Wir fahren noch gegen den Strom, das heißt: Gegen 20 Uhr kippt die Flut zur Ebbe, und bis dahin haben wir 2 Knoten Gegenstrom. Wir machen also 6 Knoten Fahrt durchs Wasser, kommen aber nur mit 4 Knoten voran (SOG – Speed over Ground).

Gegen 22 Uhr, also gerade noch mit Resttageslicht, laufen wir in den Sportboothafen ein und können direkt gegen den Wind an einem kleinen Steg festmachen. Nicht so schön ist, dass wir nur schwer vom Boot kommen, denn der Schwimmsteg endet etwa ein Drittel vor dem Bootsheck. Wir haben keinen Tritt an Bord – da fällt uns ein, dass wir das eigentlich noch vor dem Start besorgen wollten. Also müssen wir in den Baumarkt und einen Tritt oder eine kleine dreistufige Trittleiter kaufen.

Nach dem Vertäuen ist es 23 Uhr, und eine WhatsApp-Nachricht trifft ein: Von einem anderen Seglerpaar des TO wurde unser Einlaufen bemerkt. Antje und Frank von der Segelyacht Toroa heißen uns willkommen. Wir freuen uns und laufen Antje heute früh bei der morgendlichen Piper-Runde über den Weg – und schnacken gleich über Wetter, Reisepläne und Co.

Hier in Cuxhaven liegen noch weitere Trans-Ocean-Segler, die hier abwettern und auf bessere Wind- und Wetterverhältnisse warten. Leider sind die Prognosen für die ganze nächste Woche wieder suboptimal: falsche Windrichtungen zum Segeln, Starkregen und böiger Wind sind angesagt. Also warten hier viele Segler, bis es raus auf die Nordsee gehen kann. Viele wollen in Richtung Englischer Kanal, einige zieht es ins IJsselmeer, andere wollen erst einmal nach Helgoland.

Eines haben wir jedoch alle gemeinsam:

Wir wundern uns über das unstete Sommerbeginnwetter.

Wir haben uns heute erst einmal bis Mittwoch beim Hafenmeister angemeldet und unseren Liegeplatzobolus plus Kurtaxe und Nebenkosten in Höhe von 268 Euro gezahlt. Wasser und Strom sind inklusive. Kathis Tageswerk besteht heute darin, mit der Wäsche ins Vereinshaus zu laufen und für je 3,50 Euro Bunt- und Kochwäsche anzusetzen.

Durch einen Tipp vom Hafenmeister kommt nachmittags ein Schiffselektriker zu uns an Bord, den ich vorher telefonisch schon fast angebettelt habe, uns doch bitte mit der Ankerwinsch zu helfen. Eigentlich hat er kein freies Zeitfenster, aber mein Ausspruch „Wir sind nicht geizig“ bringt ihn zum Schmunzeln – und schon steht er bei uns am Steg. Das Problem ist schnell gefunden: Das fingerdicke Kabel (zum Aufholen des Ankers) am Ankerwinschmotor ist verschmort und muss erneuert werden. Das dauert keine Stunde. Der freundliche Elektriker hat eine hydraulische Kabelpresse und alles Nötige dabei. Der Austausch des beschädigten Teilstücks geht schnell. Der Elektriker rät uns für die Zukunft, beim Aufholen des Ankers immer mal eine Pause zu machen, damit Motor und Zuleitung nicht überhitzen und anfangen zu schmoren. Irgendwann werden wir den Motor der Winsch wechseln müssen – vielleicht nehme ich das als Projekt, wenn wir auf den Kanaren sind und ich dort einen entsprechenden Motor bekomme. Mal sehen.

Sonst haben wir heute Vormittag das Boot geputzt (Kathi innen, Mike außen) und wollen nachher noch zu Lidl und Edeka laufen. Kathi hat schon bemerkt, dass ihre Proviantkalkulation nicht die allerbeste war – wir müssen noch ordentlich nachbunkern. Allein die Getränke gehen schnell zur Neige. Immer nur Tee ist auch nicht die Erfüllung. Heute wollen wir noch frische Lebensmittel fürs Wochenende holen (für das Wochenende ist Regen angesagt), und bevor es dann weitergeht mit der Reiseroute, nochmals Großeinkauf mit dem Hafenwagen.

Wann es tatsächlich weitergeht, wissen wir noch nicht. Wir haben aber auch noch „Arbeit“: Kathi sitzt derzeit an Feuerwehr-Einsatzplänen für ein Tanklager in Chemnitz, und ich programmiere neue CRM-Workflows und muss noch neue Kundenverträge anlegen. Uns ist also nicht langweilig. Und so richtig haben wir unseren Alltag, oder wie man sagt unseren Trott, noch nicht gefunden – das kommt bestimmt noch. Bis jetzt war jeder Tag aufregend und alles andere als normal. Gerade ziehen wieder Regenwolken über uns hinweg und die ersten Tropfen klatschen aufs Deck – schnell noch die aufgehängte Wäsche reinholen.

Heute Abend wollen wir in das „Restaurant Lieblingsplatz“ hier auf dem Gelände einkehren.
Das kleine Restaurant soll Spitzenklasse sein …

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Leinen los …

Die zum Segeln notwendige Windrichtung und die Prognosen sind immer noch nicht optimal. Wir bekommen aber langsam in Warnemünde einen „Lagerkoller“ und entschließen uns daher, die Leinen loszuwerfen und in Richtung NOK (Nord-Ostsee-Kanal) aufzubrechen.

Letzter Abend in Warnemünde

Die Nacht vor unserem Start schlafen wir beide schlecht. Aufregung? Zu viele Gedanken, die im Kopf kreisen? Wir wissen es nicht genau und stehen gegen 6 Uhr früh auf, um mit der aufgehenden Sonne die Leinen loszuwerfen. Die Motoren schnurren mit 1800 Umdrehungen, und wir machen bei Windstärke „0“ und fast spiegelglattem Wasser 6 Knoten Fahrt. Wir stellen den Autopiloten auf die Insel Fehmarn ein, die wir umrunden müssen, um nach Kiel zu gelangen.

Nach dem frühen Start aus Warnemünde genießen wir unser erstes Aussteigerfrühstück gegen 9 Uhr morgens. Very romantic!

Frühstück an Bord

Die lange Fahrtzeit hat Kathi genutzt, um den MOB-Sender (Mann-über-Bord-Sender), den wir extra für Piper gekauft haben, an ihre Schwimmweste zu nähen. Leider gibt es keine fertige Lösung für Offshore-Rettungswesten für Hunde. Also hier: Selbst ist die Frau!

Pipers Rettungsweste

Nach fast 13 Stunden Fahrt unter Motor treffen wir in den Abendstunden in Kiel-Holtenau ein. Über Funk werden wir vom Schleusenwärter gefragt, ob wir noch in den NOK einfahren wollen. Da wir alle drei vom Gebrumme der Maschinen müde sind, verneinen wir, bedanken uns für die höfliche Nachfrage und werfen den Anker gegenüber der Schleuseneinfahrt. Hier liegen bereits etliche große und kleine Freizeitboote und ein größerer Tanker auf Reede.

Die Nacht ist wieder kurz. Gegen 5 Uhr weckt uns Kathis Handy mit einem dröhnenden Alarmgeräusch – die Ankeralarm-App. Wir hatten am Vorabend bei fast 10 Metern Tiefe ca. 50 Meter Ankerkette gesteckt und haben uns in der Nacht mit dem Wind um 180 Grad gedreht. Das quittierte die App mit einem lauten Alarm. Guten Morgen! Wir sind völlig knülle, raufen uns aber rasch auf und schielen rüber zur Schleuse. Komm, lass uns gleich einschleusen. Anker auf und Motoren an – es geht mit einem großen Containerschiff und sechs Segelbooten in die Schleusenkammer. Der Schleusenwärter gibt über Funk durch: „Die Sportschifffahrt bitte an der Backbordseite festmachen.“ An der Steuerbordseite liegt das große Containerschiff und produziert ordentlich Schraubenwasser (sieht aus wie ein brodelnder Whirlpool). Bei der Einfahrt in die Schleuse wundern wir uns, dass das erste Segelboot (ein Trimaran) an der Steuerbordseite anlegt und nicht wie vom Schleusenwärter gefordert an der Backbordseite. Gruppenzwang – wir folgen alle. Aber was macht der Trimaranfahrer? Er stoppt auf der Hälfte der Schleusenlänge und macht sich fest. Da passen wir nicht dahinter. Kathi hat schon Fender und Leinen an der Steuerbordseite angebracht, da kommt der Funkspruch vom Schleusenwärter, wir können auch auf der Backbordseite anlegen. Kathi schnauft und schimpft vor sich hin, löst alle Fender und Leinen und wechselt, während wir schon einfahren, die Seite. Mit etwas zu viel Dampf rauschen wir gegen den in der Schleuse vorhandenen Schwimmsteg. Grrrr … Das war Mikes Schuld. Gott sei Dank keine Beschädigungen am Schiff – nochmal gut gegangen. Wir liegen vertäut in der Schleuse und springen zwischen KAMI und Schwimmsteg hin und her, um Leinen und Fender auszurichten. Die Schwimmstege sind mit einer dicken Algenschicht überwachsen, entsprechend sieht nach der Schleusung unser weißes Deck nicht mehr weiß aus, sondern … Bahhhh …

KAMI in der Schleusenkammer Kiel

Gegen 7:15 Uhr fahren wir dann endlich in Kolonne mit den anderen Booten die ersten 28 Kilometer bis zum Borgstedter See. Hier wollen wir direkt an der Autobahnbrücke der A7 den heißen Tag mit 37 Grad verbringen (baden und den Grill anwerfen) und morgen früh weiter bis zum Ende des NOK (noch 70 Kilometer) fahren. Geplant ist dann das Ausschleusen am Abend, und mit der anfänglichen Gezeitenflut wollen wir in den Amerikahafen in Cuxhaven fahren und dort für ein paar Tage festmachen. Unsere Ankerwinsch lässt sich sporadisch nicht mehr einfahren, was uns heute im Borgstedter See in eine brenzlige Lage gebracht hat. Wir hatten den Anker ausgebracht und sind dann in Richtung der Signaltonnen abgetrieben. Wir wollten den Anker schnell wieder aufholen und unsere Lage korrigieren – leider versagte in diesem Moment die Ankerwinsch. Kurzzeitig Panik. Gemeinsam haben wir dann mit reiner Muskelkraft 10 Meter Kette mit dem anhängenden 25-Kilo-Anker aus dem Wasser gezogen. Als wir das Boot danach etwa 100 Meter verholt hatten, fanden wir den Fehler relativ schnell: ein Kabelbruch an der Elektrowinsch. Das muss repariert werden. Wir werden uns in Cuxhaven einen Monteur suchen, der uns helfen kann. Wir sind optimistisch.

Leider sehen die Wetter- und Windprognosen bis zum Wochenende wieder bescheiden aus. Wann wir weiter nach Helgoland kommen, ist noch offen. Derzeit ändern sich ja die Vorhersagen fast stündlich. Gerade jetzt zieht ein Gewitter mit Regen über uns her, das war schon vor sechs Stunden angekündigt. Wir nutzen den Regen und schrubben das durch die Schleusenaktion verdreckte Deck, bis alles wieder blitzeblank ist. Es ist ja unser Zuhause. Da hat man es gerne ordentlich und rein. lach

Piper leidet auch unter der Hitze. Wir legen sie tagsüber auf Kühlmatten, geben ihr ab und an einen Eiswürfel zum Knabbern und ziehen ihr eine Kühlweste an. Ihr Geschäft hat sie gestern tatsächlich erst abends auf dem Boot verrichtet. Was haben wir sie gelobt! Sie tut sich noch sehr schwer mit dem „Lösen“. Aber wir sind guter Hoffnung. Sie ist ja mit 1,5 Jahren noch ein Teenager. Das klappt schon bald besser. Bestimmt!

Unser Engelchen "böser böser Kampfhund"

Gestern haben wir noch gegen Nachmittag Post von unseren Warnemünder Stegnachbarn erhalten. Sie haben uns eine gute Reise gewünscht und ein Foto, aufgenommen von ihrer Two Princess, von der KAMI beigefügt. Darüber haben wir uns sehr gefreut.

Foto von unseren Stegnachbarn

Alles in allem haben uns eine Vielzahl von Wünschen und guten Zusprüchen erreicht, selbst von Seglern, die wir gar nicht richtig persönlich kennen. Toll. Danke dafür!

Aktueller Trip: Genau 100 Meilen
Fahrtzeit gesamt: 17 Stunden und 26 Minuten

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Letzter Seetag – Ankunft in YHD

08.07.2023 – 12:00 Uhr MEZ

43. Seetag

Etmal: 140 sm

Gesamtsumme: 5.400 sm


Windstill

Segelstellung: alles unten – wir motoren

Speed über Grund: 4 kn

Wir kommen am Ende des NOK an und legen uns an der Backbordseite an den Wartesteg in der Schleuse Kiel-Holtenau. Die Wartezeit bis zum nächsten Schleusengang soll eine Stunde dauern. Bei unserer Ankunft an der Schleuse liegen bereits drei weitere Segelboote auf Reede. Die Wartezeit verlängert sich insgesamt auf drei Stunden! Mittlerweile liegen bis zu 30 Segelboote im Päckchen am Wartesteg oder kreisen im Schleusenvorbecken. Wir nehmen ein älteres Ehepaar an unserer Steuerbordseite an und unterhalten uns sehr nett. Die Wartezeit vergeht dadurch wie im Flug.

Im Schleusenbecken

Als das Schleusenbecken freigegeben wird, eilen ALLE in die Schleusenkammer. Wir haben Glück und können im „Mittelfeld“ an der Backbordseite sicher anlegen. Nach 20 Minuten sind wir durch und alle Segelboote strömen in Richtung Kiel.

Wir setzen unseren Kurs in Richtung Insel Fehmarn und nach deren Umrundung in Richtung Rostock fort. Gegen 3:30 Uhr wird es langsam hell, und gegen 8:30 Uhr laufen wir in unseren neuen Heimathafen in Warnemünde ein.

Die Reise ist beendet – wir sind gesund und ohne größere Schäden angekommen.
Wir haben es geschafft !

42. Etmal 64 Seemeilen

07.07.2023 – 12:00 Uhr MEZ

43. Seetag

Etmal: 64 sm

Gesamtsumme: 5260 sm

Windstill

Segelstellung: alles unten – wir motoren

Speed über Grund: 4 kn

Pünktlich gegen 15 Uhr schleusen wir in die Kiel-Kanal-Schleuse Brunsbüttel ein. Wir haben Glück, denn ohne Wartezeit können wir direkt in die alte Schleuse einfahren. Während der Einfahrt sehen wir, dass sämtliche Liegeplätze im Inneren bereits von Sportbooten belegt sind. Wir machen den Fehler und versuchen, uns in eine viel zu kleine Lücke auf der Backbordseite zu quetschen. Der Wind, der ins Schleusenbecken bläst, schiebt die KAMI dabei zur Seite – sie bricht aus und dreht sich mitten in der Schleuse um 180 Grad. Was für ein Hafenkino!

Wir legen im Päckchen an einem Segelboot eines älteren Herrn an. Nach dem Schleusenvorgang drehen wir uns mit einer Kehrtwende aus der Schleuse heraus. Alles ist gut gegangen. Komischerweise haben wir niemanden touchiert – wirklich Glück gehabt.

Nach etwa 40 Kilometern auf dem Kanal fahren wir einen Liegeplatz an, da Sportboote nachts im Kanal nicht fahren dürfen. Als wir eintreffen, sehen wir, dass wieder alle Liegeplätze belegt sind. Naja, wie sollte es auch anders sein. Weiterfahren können wir nicht, also legen wir uns seitlich an ein Arbeitsboot des Wasser- und Schifffahrtsamtes (eigentlich verboten!). Gegen 7 Uhr sollen hier die Arbeiter ihren Dienst aufnehmen. Bis dahin müssen wir also wieder weg sein.

Auf dem NOK

Morgens um 6 Uhr stehen wir auf, trinken einen Kaffee und legen ab. Auf dem Kanal ist es relativ ruhig. Die Sonne scheint, und der Tag erwacht. Weiter geht es in Richtung Kiel, wo wir am Nachmittag aus dem NOK ausschleusen wollen. Dann sind wir auf der Ostsee. Etwa 80 Seemeilen haben wir dann noch bis Warnemünde.