Die Schönste der Acht

Nach zehn Tagen in der Ankerbucht von Playa Calimera heißt es für uns: Anker auf! Unser nächstes Ziel ist La Palma. Wir müssen am Sonntag schon um sechs Uhr morgens starten – eigentlich überhaupt nicht unsere Uhrzeit –, aber laut Berechnung sind es rund 36 Stunden Fahrt. Wenn alles gutgeht, kommen wir also am Montagnachmittag in der Ankerbucht des Parque Natural de Cumbre Vieja an.

Das Wetter meint es, wie so oft, nicht besonders gut mit uns. Kaum sind wir unterwegs, stellt sich heraus: Die Vorhersage hatte recht – satte zwei Knoten Wind. Oh Mann! Das heißt mal wieder: Motoren statt Segeln. Wir nehmen es gelassen, auch wenn das gleichmäßige Brummen des Motors nach ein paar Stunden eher an eine Meditation erinnert, die man nie gebucht hat.

Immerhin ist das Meer ruhig, kaum Wellen, und der Atlantik zeigt sich von seiner schönsten Seite. Dieses unendliche Blau, das in der Sonne fast leuchtet, entschädigt uns ein wenig für den fehlenden Wind. Wir ziehen gemütlich dahin, hören Musik, kochen zwischendurch und genießen das Gefühl, endlich wieder auf offener See zu sein.

Wie geplant erreichen wir am Montagnachmittag La Palma. In der Bucht liegt nur ein weiteres Segelboot vor Anker – perfekt, genug Platz für uns. Wir lassen den Anker fallen und genießen den Sonnenuntergang. Nach der langen Motorfahrt wirkt das goldene Abendlicht wie eine Belohnung vom Atlantik persönlich.

Am nächsten Tag geht’s direkt weiter, denn wir haben in der Marina La Palma einen Liegeplatz reserviert – Mikes Mama Uschi kommt am Mittwoch zu Besuch! Also starten wir früh und machen uns auf den Weg zum Hafen. Vor der Marina befindet sich ein Fähranleger mit Industriehafen, und laut Beschreibung sollen wir zunächst den Industriehafen auf Kanal 6 anfunken, um um Erlaubnis zur Einfahrt zu bitten, und danach auf Kanal 9 die Marina kontaktieren. Zwischen Industrie- und Yachthafen befindet sich ein massives Metalltor, das verhindern soll, dass zu viel Schwell durch die Fähren und Kreuzfahrtschiffe in den Yachthafen dringt. Klingt theoretisch einfach – mal sehen, wie das in der Praxis läuft.

Gesagt, getan: Der erste Kontakt mit dem Industriehafen klappt reibungslos. Zu früh gefreut – beim Anfunken der Marina wird’s etwas chaotisch. Eine freundliche Dame meldet sich sofort, doch leider versteht Kathi sie nicht so richtig. Ein kleines Funk-Hin-und-Her folgt („Say again, please?“ – „No, other side!“ – „Left or right?“ – „Sí, sí, right!“), bis wir schließlich die Hafeneinfahrt ausmachen können. Die Dame weist uns an, am ersten Steg zu warten. Und siehe da – dort steht schon ein Marinero bereit, winkt energisch und lotst uns zur nächsten freien Box in der Mitte der Steganlage.

Das Hafenmanöver ist – wie immer – aufregend, aber alles klappt wunderbar. Kaum liegen wir fest, machen wir uns daran, die KAMI ordentlich zu sichern, denn trotz Metalltor schwappt hier ordentlich Schwell durch. Die Leinen knarzen, das Boot wippt, und wir atmen erleichtert auf: angekommen, wohlbehalten – und bereit für Uschis Besuch.

Am Mittwochmorgen machen wir uns auf den Weg zum Fährterminal, denn dort haben wir für unseren Aufenthalt auf der Insel einen Mietwagen gebucht. Damit wollen wir La Palma erkunden – und natürlich unseren Besuch vom Flughafen abholen. Es läuft alles reibungslos: Wir werden schon erwartet, bekommen den Schlüssel in die Hand gedrückt und können direkt starten. Zurück an Bord machen wir noch schnell klar Schiff (diesmal wortwörtlich grins), bevor wir gegen Mittag zum Flughafen fahren.

Piper bleibt an Bord – sie muss sich erst wieder an den Hafen und die Temperaturen gewöhnen. Es ist schon ein Unterschied, ob man 37 Grad vor Anker oder im heißen Hafen hat. Ganz schön warm!

Uschi landet pünktlich, und wir empfangen sie freudestrahlend. Koffer und Besuch ins Auto – und schon geht’s zurück zur KAMI. Erst einmal durchatmen und etwas trinken, bevor wir in der Hitze dahinschmelzen. Wir plaudern über die letzten Tage, was es Neues aus der Heimat gibt, und schmieden Pläne, was wir in der Woche alles unternehmen wollen.

Am Abend gehen wir ins Hafenrestaurant „Lucy“ und lassen den Tag beim Abendessen und guter Laune ausklingen. Es fühlt sich schön an, wieder familiäre Gesellschaft an Bord zu haben.

Am nächsten Tag steht ein besonderes Ziel auf dem Programm: der Vulkan Tajogaite. Der Ausbruch auf La Palma 2021 dauerte vom 19. September bis zum 13. Dezember und war der längste bekannte Vulkanausbruch auf der Insel. Mit Blick auf die Schäden gilt er auch als der folgenreichste in der Geschichte La Palmas. Der im Juni 2022 offiziell benannte Tajogaite-Vulkan entstand am Westhang des Höhenrückens Cumbre Vieja.

Vor Ort zu stehen, ist beeindruckend und erschreckend zugleich. Man sieht, wie die Natur sich in wenigen Wochen ein neues Gesicht geschaffen hat – mächtig, schön und zugleich zerstörerisch. Wir sind still, als wir die schwarzen Lavafelder betrachten, die sich über ganze Täler gelegt haben. Es ist kaum zu fassen, was hier passiert ist.

Die Lava floss damals über mehrere Spalten nach Westen, zerstörte ganze Dörfer in den Gemeinden El Paso, Los Llanos de Aridane und Tazacorte und ergoss sich schließlich spektakulär über die Steilküste ins Meer. Besonders hart traf es das Dorf Todoque – dort blieb kein Stein auf dem anderen.

Auf dem Rückweg schweigen wir eine Weile und genießen einfach die atemberaubende Landschaft. Überall blühen neue Pflanzen zwischen der dunklen Lava, und irgendwie wirkt alles, trotz der Zerstörung, friedlich und lebendig. La Palma hat uns tief beeindruckt – eine Insel, die zeigt, wie nah Schönheit und Gewalt in der Natur beieinanderliegen.

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Auch die vom Hafen aus fußläufig erreichbare Innenstadt von Santa Cruz gefällt uns ausgesprochen gut. Viele alte, liebevoll restaurierte Häuser lassen sich bestaunen, und in versteckten Innenhöfen laden kleine Cafés mit schattigen Plätzen zum Verweilen ein. Die engen Gassen winden sich steil bergauf und bergab, jede Ecke hat ihren eigenen Charme. An einer Seite des Plaza de España steht die Kirche El Salvador, deren Bau bereits Anfang des 16. Jahrhunderts begann – beeindruckend, wie viel Geschichte hier in den Mauern steckt.

Die Woche mit Uschi vergeht wie im Flug. Kathi und sie erkunden gemeinsam die Altstadt, natürlich mit einer kleinen Shoppingtour – „nur mal gucken“, wie es so schön heißt. Die Stadt ist wirklich wunderschön: viele kleine, bunte Häuser mit hübschen Läden und charmanten Cafés, die einen förmlich dazu einladen, einfach sitzen zu bleiben, einen Kaffee zu trinken und das bunte Treiben zu beobachten.

Am Freitag, den 31. Oktober, wird hier – wie überall – Halloween gefeiert. Also machen wir uns abends zu dritt auf den Weg in die Altstadt, um das Spektakel mitzuerleben. Überall laufen verkleidete Kinder herum, und ihre Kostüme sind wirklich zum Dahinschmelzen. Zwischen Hexenhüten und Mini-Vampiren wuseln Feen, Skelette und Geisterkinder durch die Straßen – Zuckerrausch inklusive. An einer Bar ist eine kleine Bühne aufgebaut, auf der eine Band spanische Musik spielt, während durch die Gassen ein Spielmannszug mit Trommeln und rhythmischen Klängen zieht. Die Stimmung ist ausgelassen, fröhlich und einfach wunderbar.

Wir kehren schließlich in ein kleines, süßes Restaurant ein, essen gut und genießen die lebhafte Atmosphäre. Später, wieder an Bord, lassen wir den Abend wie gewohnt gemütlich ausklingen – natürlich mit einer Runde Karten. Das TO-Kartenspiel unseres Vereins Trans-Ozean ist mittlerweile fester Bestandteil unserer Bordabende geworden. Wir versuchen uns gegenseitig auszustechen, was regelmäßig in Gelächter und neckischem Geplänkel endet. Sehr zu empfehlen – für alle, die auf See mal einen Abend ohne Netflix verbringen wollen.

Ein paar Tage später machen wir noch einen Ausflug in den Süden der Insel zur Saline von Fuencaliente – ein echtes Highlight. Hier werden jedes Jahr rund 600 Tonnen Meersalz gewonnen, und gleichzeitig dient das Gelände als wichtiger Rastplatz für viele Zugvögel. Die weißen Salzhügel, das Schwarz der Lavafelder und das Blau des Meeres ergeben zusammen ein atemberaubendes Bild – fast surreal schön.

Und ehe wir uns versehen, ist es auch schon wieder Mittwoch. Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück heißt es Abschied nehmen. Wir bringen Uschi zum Flughafen, winken ihr noch lange hinterher und können kaum glauben, wie schnell die Woche vergangen ist. Es war eine richtig schöne Zeit – herzlich, lebendig und voller kleiner Abenteuer.

Nach nun einer Woche im Hafen fällt uns auf, dass hier erstaunlich viele TO-Boote liegen – also Boote, die den Stander unseres Vereins am Mast führen. Mike schreibt kurzerhand in die Lossegler-Gruppe, ob jemand Lust auf ein kleines TO-Treffen in der Hafenbar am Abend hat. Da wir aber nicht wissen, wer von den umliegenden Booten tatsächlich in der WhatsApp-Gruppe ist, beschließt Mike, selbst über die Stege zu laufen und die anderen Segler persönlich einzuladen.

Zuerst sitzen wir abends allein in der Bar, aber nach und nach trudeln immer mehr Segler ein. Unsere Freude ist groß – es wird eine richtig nette Runde. Wir philosophieren über Reisepläne, tauschen Erfahrungen aus und lachen über die kleinen und großen Missgeschicke des Bordalltags. Ein wirklich toller Abend – spontan, gesellig und genau so, wie man sich das Seglerleben wünscht.

Am nächsten Tag wird’s dann wieder etwas praktischer: Wir beginnen, unsere TO-DO-Liste abzuarbeiten und starten mit den ersten Einkäufen. Baumärkte, Supermärkte, kleine Läden – wir durchstöbern alles, was wir finden können, um uns auf die große Überfahrt vorzubereiten. Von La Palma nach Martinique sind es rund drei Wochen, also müssen wir genau planen, was wir einkaufen und wie lange die Lebensmittel haltbar sind.

Auch Pipers Versorgung steht dabei natürlich mit auf der Liste. Sie bekommt eine Mahlzeit pro Tag frisch gekocht – damit ihr Trockenfutter so lange wie möglich reicht. Also müssen wir auch das in unsere Kalkulation einbeziehen. Wir erstellen eine ellenlange Einkaufsliste: Hygieneartikel, Konserven, haltbare Lebensmittel – all das wollen wir nach und nach besorgen, damit wir nicht alles auf einmal schleppen müssen. Die Wege durch den Hafen sind schließlich lang, und die KAMI liegt gefühlt immer am anderen Ende. Die frischen Sachen wie Obst, Gemüse und Fleisch werden wir erst am Samstag kaufen, kurz bevor wir den Mietwagen zurückgeben.

Auf dem Weg zum Baumarkt entdecken wir zufällig eine kleine Taverne, die mitten in den Hang gebaut ist. Das sieht so urig aus, dass wir spontan beschließen, dort einzukehren. Gesagt, getan – und wir werden nicht enttäuscht. Die hübsche kleine Taverne ist wunderschön, wir werden zu einem kleinen Tisch begleitet, und auch Piper wird herzlich begrüßt. Das Essen ist köstlich, der hauseigene Wein fantastisch. Ein herrlicher Nachmittag mitten in unseren doch recht praktischen Vorbereitungen – ein Stück Urlaubsgefühl zwischen Einkaufsliste und Schraubenschlüssel.

Ab Montag, dem 10. November, wollte sich Alina von Wetterwelt bei uns melden, um uns ein erstes Update für den geplanten Start am Sonntag zu geben. Das tat sie auch – und warnte uns gleichzeitig: Das Tiefdruckgebiet „Claudia“ zieht über die Kanarischen Inseln. Es soll jede Menge Regen, Wind und Gewitter bringen. Na super. Damit war klar, dass der Mittwoch und Donnerstag eher ruhig verlaufen würden – oder sagen wir: unfreiwillig ruhig.

Gestern hat es den ganzen Tag geschüttet. Ein Gutes hat es: Die KAMI ist endlich wieder frei von dem hartnäckigen, rotbraunen Calima-Staub. Mike nutzt das Wetter gleich aus, bewaffnet sich mit Schrubber und Eimer und schrubbt im Regen die letzten Reste runter – sozusagen Bordreinigung im „Öko-Modus“. Währenddessen sitzt Kathi an Bord und hat eine Videokonferenz mit einem Kunden. So verbringen wir den gesamten Mittwoch gemütlich – oder besser gesagt: produktiv – unter Deck.

Am Abend steht unser erstes TO-Seminar an. Das sind kleine Online-Kurse, die unser Verein kostenfrei anbietet – zu spannenden Themen rund ums Segeln, Navigation, Wetter und Co. Mike startet den Laptop, und Kathi grinst: „Irgendwie komisch – sonst haben wir die Seminare immer zu Hause auf dem Sofa geschaut und uns gefragt, wie es wohl ist, das von einem Boot aus zu machen. Jetzt gehören wir selbst dazu!“ Verrückt, wie sich das Leben manchmal ändert.

In den nächsten Tagen wollen wir alle restlichen Vorbereitungen treffen, damit wir am Sonntag unsere Atlantiküberfahrt nach Martinique starten können. Das Wetter soll sich laut Alina ab Freitag wieder beruhigen, und sie will uns dann noch einmal ein Update geben. Aber es sieht so aus, als könnten wir wie geplant starten.

Alles in allem können wir sagen: La Palma hat uns restlos begeistert. Für uns ist sie die schönste Insel der Kanaren. Santa Cruz verzaubert uns mit ihrer Atmosphäre, und das Inselinnere ist einfach spektakulär. Überall im Westen und Süden ziehen sich endlose Bananenplantagen, und der höchste Punkt – der Roque de los Muchachos – ragt stolze 2.426 Meter in den Himmel. Die Fahrt hinauf dauert fast eine Stunde und führt über unzählige Serpentinen – gefühlt tausend Kurven, manche davon so eng, dass man glaubt, man dreht gleich eine Pirouette mit dem Auto.

Oben angekommen, ist es, als würde man in eine andere Welt eintauchen. Die Nadelwälder wirken märchenhaft, die Luft ist kühl und klar, und irgendwann durchbrechen wir tatsächlich die Wolkendecke. Zehn Grad kälter als unten im Hafen – aber was für ein Ausblick! Wir sind begeistert, beeindruckt und uns sicher: La Palma hat uns mitten ins Herz getroffen.

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Eine weitere Woche in Cuxhaven – und ein kleiner Tapetenwechsel

Wir liegen immer noch im Hafen von Cuxhaven, und langsam macht sich ein kleiner Hafenkoller breit. Die Wetter- und Windlage zwingt uns weiterhin zum Warten – und langsam wird es Zeit, dass es weitergeht!

Letztes Wochenende haben wir uns kurzerhand entschieden, ein bisschen Abwechslung in unseren Bordalltag zu bringen: Ein Mietwagen sollte her – für einen kleinen Ausflug und um auch mal wieder etwas anderes als Steg und Leinen zu sehen. Gesagt, getan: Am Montagmorgen holen wir bei Sixt unseren Leihwagen ab, Piper springt direkt auf ihren kleinen Hundesitz, den wir zum Glück noch in Warnemünde am Steuerstand montiert hatten – passt auch prima im Mietwagen.

Erster Stopp: Bremen
Unser erstes Ziel ist Bremen. Schon lange hatten wir vor, dort beim Werkverkauf von SVB – dem Yachtausrüster – vorbeizuschauen. Wir brauchen neue Langfender, die besser zur Freibordhöhe der KAMI passen. Vor Ort haben wir Glück: Die gewünschten Modelle sind tatsächlich vorrätig, wir schlagen zu.
Danach geht es weiter in die Bremer Altstadt. Wir schlendern durch die kleinen Gassen, genießen das Flair – und auf dem Marktplatz gönnen wir uns einen Kaffee in der Sonne. Ein schöner Moment, der uns mal wieder bewusst macht, wie gut uns auch kleine Landgänge tun.

SVB Bremen

Rückweg über Bremerhaven
Auf dem Rückweg legen wir noch einen Stopp in Bremerhaven ein. Direkt an der Weser, im Alten Hafen, machen wir mit Piper einen kleinen Spaziergang. Abendessen gibt es im Restaurant Villa Seebeck – ein echter Geheimtipp. Satt und zufrieden kehren wir später zurück an Bord der KAMI.


Dienstag: Hamburg ruft

Am nächsten Tag steht Hamburg auf dem Plan – inklusive eines kleinen Erledigungsprogramms: Wir brauchen ein neues Relingnetz, damit Piper an Bord besser gesichert ist. Unsere erste Adresse: Die Hamburger Tauwerkstatt. Nach kurzer Suche auf dem Gewerbehof finden wir die richtige Tür – das vorbestellte Netz liegt schon bereit, alles klappt wunderbar.
Danach fahren wir ins Alsterhaus. Kaum angekommen, beginnt es natürlich zu regnen. Typisch. Wir lassen uns nicht entmutigen, gehen mit Piper ein wenig an der Kleinen Alster spazieren – die ist zum Glück überdacht –, trinken wieder einen Kaffee und entscheiden uns dann doch recht schnell für die Rückfahrt. Bei Regen durch Hamburg zu streifen macht weder uns noch Piper wirklich Spaß.

Abendbesuch an Bord
Zurück auf der KAMI wartet ein weiteres Highlight: Besuch! Holger, unser lieber Schwager, kommt vorbei. Gerade haben wir die Einkäufe verstaut, da klingelt auch schon das Telefon. Er steht vorm Vereinseingang. Große Freude! Gemeinsam gehen wir ins kleine Restaurant Lieblingsplatz, das sich direkt oberhalb des Hafengeländes befindet. Wir essen gemütlich, plaudern über Zuhause und tauschen Pläne aus. Schön, dass es so spontan geklappt hat! Gegen 19 Uhr verabschiedet sich Holger wieder Richtung Hamburg – am nächsten Tag steht für ihn schon der nächste Termin an.

Relingnetz & neue Motivation
Am Mittwoch bringen wir den Mietwagen zurück. Das Wetter klart auf, die Sonne lässt sich blicken – und wir legen direkt los mit der Montage des neuen Relingnetzes. Drei Stunden später ist alles fertig. Sieht gut aus – und wir fühlen uns gleich entspannter. Für Piper ist das neue Netz ein echter Sicherheitsgewinn.

Und jetzt? Warten auf den richtigen Wind …
Ob – und wann – es für uns weitergeht, entscheidet sich wohl morgen. Die Wettermodelle sind sich uneins, der Wind bleibt launisch. Aber: Wir bleiben zuversichtlich.

Wir halten euch auf dem Laufenden.

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Kurzupdate – Wetterwelt

Wir haben unseren Plan, morgen mit der auslaufenden Flut den Cuxhavener Seglerhafen zu verlassen, kurzfristig wieder verworfen. Genau wie viele andere Segler verstehen wir nicht, warum sich die Wettervorhersagen täglich mehrfach ändern. Hier oben ist es kalt, grau, windig – und böig (natürlich aus der falschen Richtung). Irgendwie fühlt es sich hier einfach nicht nach Sommer an.

Aufgrund der derzeitigen, ungewöhnlichen Wetterverhältnisse (in ganz Europa) sind wir mit der Firma Wetterwelt in Kontakt getreten. Ihr erinnert euch bestimmt: 2023, bei der Überführung der KAMI von den Bahamas, hatten wir Sebastian Wache von Wetterwelt als Routingcoach gebucht – und das hatte super geklappt. Kurzerhand haben wir jetzt ein individuelles Routing von hier nach Madeira, zu den Kanaren und dann weiter in die Karibik angefragt – und bereits die Zusage erhalten. Das freut uns sehr und gibt uns ein wenig mehr Sicherheit.

Alina von Wetterwelt wird uns betreuen, und wir haben heute schon mit ihr telefoniert. Unseren Plan, von hier aus direkt nach Madeira „durchzurutschen“, können wir wohl begraben – den Zahn hat sie uns gezogen. Es wird weiterhin nur in Etappen gehen. Also wahrscheinlich doch Küstenhopping, bis wir aus dem Ärmelkanal raus sind. Eigentlich ist das gar nicht so schlecht, aber es sind Sommerferien, und die Häfen entlang der Küste (z. B. in den Niederlanden oder Frankreich) sind meist proppevoll. Für Katamarane ist es oft sehr schwierig, einen guten Hafenplatz zu finden, und „im Päckchen liegen“ ist mit Piper`li an Bord völlig ausgeschlossen.

Was heißt das nun für uns? Wir haben eine App namens Navily. Mit dieser App findet man geeignete Häfen und Ankerplätze, und andere Segler, die vor Ort waren, können dort die Bedingungen sowie ihre Erlebnisse und Erfahrungen (Ankergrund, Lage usw.) niederschreiben und bewerten. Man kann über die App bei Häfen anfragen und sogar einige Liegeplätze im Voraus buchen (reservieren). Damit wollen wir uns ab morgen mal intensiver beschäftigen und schauen, welche Anker- oder Festmachmöglichkeiten wir bis zum Ausgang des Ärmelkanals hätten.

Mit Alina sind wir so verblieben, dass wir zum Ende der nächsten Woche telefonieren und gemeinsam schauen, ob sich endlich ein besseres Wetterfenster ergibt. Auf alle Fälle sollen die Temperaturen schon einmal steigen – das wäre ja auch schon mal schön.

Insgesamt brauchen wir uns keine Sorgen zu machen. Der Hochsommer kommt ja erst noch (so die Aussage von Wetterwelt), und für die 1.800 Seemeilen bis Madeira haben wir noch genügend Zeit. Die Reisekalkulation – also die Zeit, die wir bis Madeira benötigen – reicht von 9 bis 20 Tagen (je nach Windbedingungen und eventuellen Zwischenstopps wegen Schlechtwetter). Im November wollen wir von den Kanaren in Richtung Karibik starten.
Also: zeittechnisch alles gut.
Das Schiff ist komplett aufproviantiert und bereit zum Ablegen.

Aiolos (Gott der Winde) wird hiermit angerufen … bitte schicke uns moderaten Wind aus Osten oder Süden!

Ein kleiner Nachtrag:
Wir freuen uns sehr, dass bereits zweimal auf den Spendenbutton in der rechten Seitenleiste geklickt wurde. Im Namen der ganzen Crew: Herzlichen Dank für diese großartige Geste!

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Letzte Besuche an Bord – Abschied mit etwas Sonne, Kuchen und kleinen Wellen

In der vergangenen Woche standen unsere vorerst letzten Besuche an Bord der KAMI an – bevor es nun bald richtig losgehen soll. Und was sollen wir sagen: schöner hätten die Tage kaum sein können.
Am Freitag bekamen wir Besuch von unserem lieben Team: Sophie, Basti und Micha. Bei traumhaftem Wetter und strahlendem Sonnenschein schlenderten wir gemeinsam am Alten Strom entlang. Das Mittagessen bei Stromgold war wie immer ein Genuss – draußen sitzen, Boote gucken, die Seele baumeln lassen.
Anschließend setzten wir mit der Fähre über zur Hohen Düne, wo die KAMI schon auf uns wartete. An Bord machten wir es uns gemütlich – Kaffee, Kuchen, Gespräche und Lachen in der Nachmittagssonne. Ein richtig schöner, entspannter Tag, der mit einem goldenen Sonnenuntergang endete, bevor sich die drei wieder auf den Heimweg machten.
Am Samstag war dann Familienzeit angesagt: Lea, Kathis Tochter, kam vorbei – zusammen mit Jacob und der kleinen Paula, ihrem Dackel. Die beiden waren ja schon letztes Jahr mit an Bord, da mussten wir kaum noch etwas zeigen – die KAMI war ihnen längst vertraut. Also packten wir unsere Sachen und machten uns direkt auf den Weg zum Strand. Das Wetter war fantastisch, die Sonne schien und die Hunde tobten durch den Sand – auch wenn sich beide nicht so richtig fürs Schwimmen begeistern konnten.

Zurück auf der KAMI gab’s – na klar – wieder Kuchen. In letzter Zeit ist das irgendwie zur Tradition geworden … Sport steht also ganz oben auf der To-do-Liste, grins. Nach dem süßen Snack machten wir das Dinghy klar für die Überfahrt zum Abendessen am Alten Strom. Klein Paula war etwas skeptisch beim Einstieg, aber Lea und Jacob hatten vorgesorgt – mit einer süßen kleinen Hundeschwimmweste war sie bestens ausgestattet und sah damit auch ziemlich professionell aus.

Nachtrag: Die Tage im Juni mit wirklich Sonne und etwas erträglichen Temperaturen können wir an einer Hand abzählen!

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Wetterkapriolen

Was ist das eigentlich aktuell für ein schreckliches Wetter – und das schon seit vier Wochen! Unseren für heute geplanten Starttermin haben wir nun verschoben. Hier oben an der Küste bläst der Wind kräftig, und Regen sowie Böen wechseln sich stetig ab. Die Sonne lässt sich nur selten blicken. So richtig schöne Startbedingungen sind das wirklich nicht. Auch morgen wird es wieder ruppig. Erst am Samstag soll sich das Wetter beruhigen. Das werden wir nutzen und uns auf den Weg Richtung Kiel machen. Am Sonntag geht es dann in den NOK (die notwendigen Gebühren von 35 Euro habe ich heute schon per Kreditkarte entrichtet), und am Montag weiter zur Insel Helgoland. Dort werden wir wohl auch ein paar Tage abwettern müssen, denn für nächsten Donnerstag sind schon wieder Sturmböen mit 80 bis 100 km/h angekündigt. Es macht echt keinen Spaß – was ist das nur für ein Sommer?

Die Vorhersagen für Wind, Böen, Wellen und Schwell ändern sich täglich. Wir schauen jetzt jeden Tag die Prognosen bei Windy & Co., vergleichen und diskutieren. Einige „Lossegler“ sind bereits auf der Nordsee unterwegs und bewegen sich langsam an der Küste entlang Richtung Atlantik. Bei uns macht sich dadurch das Gefühl breit, dass wir zu spät dran sind oder die „Bummellletzten“ – was natürlich Quatsch ist. Wir haben ja genügend Zeit und immer das Sprichwort im Kopf: „Geduldiger Schiffer hat immer gutes Wetter.“ Irgendwie spielt das Wetter aber immer mehr verrückt, sodass Planungen und Wettererfahrungen der letzten Jahre einfach nicht mehr hinhauen. Für uns ist das eine riesige Herausforderung für die Zukunft. Mehrfache tägliche Wetterchecks werden in unserem zukünftigen Leben wohl zur Routine werden.

Sommer :/
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Und weiter geht’s… wir sind ready!

Besuch an Bord

Wie wir beim letzten Mal schon erzählt haben, erwarteten wir am Pfingstmontag Besuch – und zwar von unserem lieben Götz. Wir haben uns wahnsinnig gefreut, ihn an Bord willkommen zu heißen! Gemeinsam haben wir ihm alles gezeigt, was unser schwimmendes Zuhause zu bieten hat, und natürlich kamen wir auch auf das Thema medizinische Notfälle zu sprechen – ein spannendes und wichtiges Thema, über das wir gerne philosophierten.

Götz zu Besuch an Bord

Am Freitag kam Kathis beste Freundin Katha zu Besuch und verbrachte den ganzen Tag mit uns. Na ja, zumindest fast den ganzen Tag – Mike hatte sich nach ihrer Ankunft erst einmal verkrümelt, um Diesel zu holen und die Reservekanister zu verstauen. Wir Mädels hatten so Zeit für eine gemütliche Kaffeerunde mit den neuesten Klatschgeschichten aus der alten Heimat.

Nach dem Kaffee ging es für Kathi und Katha an den Strand, um endlich die lang ersehnte Sonne zu genießen – natürlich in Begleitung von Piper’li, die sogar ein bisschen im Wasser getobt hat. Bei 17 Grad Wassertemperatur war es zwar noch etwas kalt, aber die frische Luft und das Wasser machten trotzdem viel Freude.

Zum Abendessen gab es Schmorgurken – Mikes Lieblingsessen – und wir ließen den Tag mit einem Glas Wein ausklingen, bevor Katha sich am späten Abend wieder auf den Heimweg machte.

Vorbereitungen – Proviantieren

Am Dienstag warteten wir ganz gespannt auf unsere erste Steg-Lieferung von Edeka, die zwischen 12 und 16 Uhr angekündigt war. Kurz nach 12 klingelte dann Kathis Handy – der Lieferant war dran und fragte, an welchem Steg er uns findet. Wir erklärten ihm den Weg und kurz darauf sahen wir ihn schon auf uns zulaufen – mit vier großen Bananenkisten voll mit allem, was wir bestellt hatten!

Proviant
Proviant
Proviant

Nach dem Kontrollieren und Verräumen waren wir begeistert: Es war wirklich alles da! Eine riesige Erleichterung für uns, denn der nächste große Supermarkt ist entweder 40 Minuten Fahrt durch Markgrafenheide oder mit der Fähre erreichbar – beides nicht gerade um die Ecke. Also haben wir gleich die nächste Bestellung abgeschickt – besser geht’s nicht!

Das Verstauen der Vorräte erfordert allerdings etwas Geschick, denn in den Fächern und Schapps darf nichts klappern. Dosen und Flaschen packten wir einzeln in Luftpolsterfolie ein, um alles sicher zu verstauen. Einige spezielle Sachen wie Antibrumm, Kefir- und Joghurtbakterien haben wir noch online bestellt. So langsam sind wir wirklich startklar – Aufproviantierung abgeschlossen!

Kleiner Strandausflug

Um die seltenen Sonnenstrahlen hier bei uns zu genießen, haben wir am Samstag einen Strandtag eingeplant – und damit auch die erste Dinghy-Fahrt für Piper in diesem Jahr. Wir machten das Dinghy startklar, ließen es ins Wasser und verstauten unsere Strandsachen darin. Piper schaute erst sehr skeptisch zu, aber dann hieß es: Rein ins Dinghy und los!

Piper im Dinghy

Zuerst war Piper nicht so begeistert, doch wir fuhren ganz vorsichtig und sanft über die Wellen, sodass sie sich langsam wieder an das kleine Boot gewöhnen konnte. Wir hatten am Hundestrand viel Spaß… es fühlte sich schon fast wie „Sommer“ an.

Spielt das Wetter nächste Woche mit, werfen wir endlich die Leinen los. Die KAMI ist bereit zum Ablegen und Auslaufen.
Wir halten euch auf dem Laufenden – versprochen!

KAMI im Abendrot in Warnemünde

Einleben an Bord und erster Besuch: Unsere ersten Tage auf der KAMI

Fast 10 Tage sind vergangen – und nach dem ersten, oft chaotischen Eingewöhnen auf unserem neuen Zuhause, der KAMI, finden wir allmählich in unseren Alltag an Bord. Die ersten Tage waren geprägt von viel Arbeit, kleinen Erfolgen und dem ersten Besuch von lieben Menschen.

Piper auf dem Vorschiff

Aufräumen, Aufbauen und Arbeiten

Die erste Woche stand ganz im Zeichen des Aufräumens und Einrichtens. Das Boot wurde auf Hochglanz gebracht, und Mike hat das neue Fusion-Radio eingebaut – ein großartiges Abschiedsgeschenk, das uns auf See stets mit Musik und Nachrichten versorgen wird. Auch das Satellitentelefon und die Truma 45-Liter-Tiefkühlbox sind jetzt einsatzbereit.

Neben den Bootsarbeiten haben wir auch das Bootsoffice in Betrieb genommen und die ersten Videokonferenzen abgehalten. Kathi hat unsere Blumenkästen mit Küchenkräutern und einer Tomatenpflanze bestückt. Wir sind gespannt, wie sich Dill, Petersilie, Basilikum, Minze und Schnittlauch auf See schlagen werden!

Kräutergarten an Bord

Proviant und Einkauf

Die ersten 200 Liter Diesel sind gebunkert, und die Proviantliste ist geschrieben. Beim Spaziergang durch den Hafen fiel uns ein Werbeaufsteller ins Auge: Ein neuer Edeka-Markt in der Nähe bietet an, den Einkauf bis an den Steg – oder sogar direkt ans Boot – zu liefern. Für uns ein echter Glücksfall! Sofort wurde der Laptop aufgeklappt und Konserven, Nudeln, Reis, Kaffee und Getränke bestellt. Die erste Lieferung soll am Dienstagnachmittag direkt zur KAMI kommen. Wir sind gespannt, ob das klappt!

Frische Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Fleisch und Co. werden wir weiterhin im großen Edeka-Superstore in Rostock besorgen.

Wetterkapriolen und Hafenleben

Das Wetter hier oben an der Waterkant ist leider nicht gerade einladend. Gestern, am Pfingstsonntag, war der bislang schlimmste Tag: Unentwegt Regen, Sturmböen, Gewitter und Temperaturen, die den ganzen Tag die Heizung laufen ließen. Der Sturm hat einigen Booten im Hafen ordentlich zugesetzt. Bei einem Segelboot ist die Persenning gerissen, und an unserem Steg nahm eine Schweizer Motoryacht Schaden, weil die Fender verrutscht waren. Das GFK wurde dabei nicht unwesentlich beschädigt – tiefe Kratzer und Abplatzungen sind die Folge. Der abwesende Eigner wird sich freuen …

Für uns ist unverständlich, warum in dieser angeblichen 5-Sterne-Marina bei solchem Schwerwetter niemand vom Hafenpersonal nach dem Rechten schaut. Kein Wunder, dass viele Jahreslieger sich nach Alternativen umschauen und dem Hafen den Rücken kehren. Schade. „Servicewüste Deutschland“ – hier scheint sich das Sprichwort mal wieder zu bewahrheiten.

Weitere Vorbereitungen

In dieser Woche kümmern wir uns weiter um das Aufproviantieren. Es müssen noch mindestens 200 Liter Diesel und 50 Liter Benzin gebunkert werden. Wenn alle Tanks und Kanister voll sind, stehen uns 700 Liter Diesel für die Antriebsmaschinen und dem Stromgenerator zur Verfügung. Würden wir ausschließlich motoren (also nicht segeln), könnten wir mit unserem Treibstoffvorrat rund 3.000 Kilometer bzw. 1.600 Seemeilen zurücklegen – im Idealfall.

Außerdem wollen wir uns in dieser Woche um unser Grab-Bag kümmern und dem Flugrost an der Solarpanelkonstruktion zu Leibe rücken. Nico ist für Mittwoch eingeplant und wird sich noch einmal um die Maschinen kümmern. Wir wollen das Motoröl wechseln und die Wasserpumpen erneuern.

Erster Besuch an Bord

Am vergangenen Samstag durften wir unseren ersten Besuch an Bord begrüßen: Kathis Mama, ihr Bruder und die Schwägerin haben uns die Ehre gegeben. Die KAMI wurde inspiziert, und im Cockpit gab es Kaffee und Kuchen. Das Wetter war typisch April – nur leider mitten im Juni. Trotzdem haben wir uns sehr über den Besuch gefreut.

Für heute Abend hat sich ganz kurzfristig „Götz“ für eine kleine Stippvisite hier in Warnemünde angemeldet.

Impfmarathon abgeschlossen

Heute Nachmittag haben wir unsere erste Schluckimpfung gegen Cholera eingenommen. Nach spätestens 6 Wochen folgt die zweite, und dann sind wir für mindestens 2 Jahre „safe“. Damit ist unser Impfmarathon abgeschlossen. Sämtliche Kosten wurden von unserer Krankenkasse übernommen – sogar die für die noch recht neue und teure Dengue-Impfung. Unsere Impfpässe sind jetzt voll durchgestempelt. Nach dem Motto: „Lieber haben als brauchen“!

Schluckimpfung gegen Cholera

Wir freuen uns auf Austausch!

Wir freuen uns über Kommentare und den Austausch mit euch. Habt ihr Fragen oder Anmerkungen? Gern her damit! Wir sind gespannt auf eure Rückmeldungen und freuen uns, wenn ihr uns auf unserer Reise begleitet.

Bleibt neugierig – wir halten euch auf dem Laufenden!
Mike – Kathi und Piper`li von der KAMI

Abschiedsparty und Aufgabe unseres Hauses – Ein neues Kapitel beginnt

Am 17. Mai war es endlich so weit: Wir luden unsere Familie und engsten Freunde zu einer ganz besonderen Abschiedsparty ein. Die großzügigen Büroräume der BfbA, in denen wir gefeiert haben, wurden für einen Abend zum Tor in eine neue Welt – und unser Herz schlug voller Vorfreude und ein wenig Wehmut.

Die Vorbereitungen – Liebe zum Detail und ein Hauch von Abenteuer

Schon in den Tagen davor waren wir voller Tatendrang. Stundenlang bastelten wir an der Dekoration, denn wir wollten diesen Abend zu etwas Unvergesslichem machen. Inspiriert vom Filmklassiker „Cast Away“ verwandelten wir Räume und einige Ecken mit FedEx-Kartons und „Mister Willson“-Bällen in eine kleine Inselwelt.

Dekoration a la Cast Away

Die Krönung: Wir schlüpften in die Rollen von Pirat und Piratin – stilecht aus dem Kostümfundus der Babelsberger Filmstudios. Kaum jemand konnte sich ein Lächeln verkneifen, als wir unsere Gäste so begrüßten.

Pirat & Piratenlady

Kulinarische Highlights und gesellige Stunden

Für das leibliche Wohl sorgte Petra vom kleinen Seerestaurant in Glindow – wie immer ein Volltreffer! Die zahlreichen Häppchen waren im Nu verspeist und die Gulaschsuppe nebst frisch gebackenen Laugenbrezeln fanden reißenden Absatz. An unserer eigens aufgebauten Bar gab es Cocktails, Wein, Bier und natürlich auch alkoholfreie Getränke. Wie immer war Gin-Tonic mit dem Gin „Berliner Brandstifter“ der Renner. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an alle helfenden Hände, die uns so tatkräftig unterstützt haben!

Das Highlight des Abends: Ein Vortrag voller Fernweh

Ein besonderer Moment war unser gemeinsamer Vortrag. Wir, Mike und Kathi, erzählten von den Wurzeln unserer Idee, einmal die Welt zu umsegeln und die letzten Paradiese über und unter Wasser zu erkunden. Wir berichteten vom Kauf unseres Katamarans, seiner Überführung aus den Bahamas und den spannenden Refitarbeiten am Schiff. Auch unsere geplante Reiseroute und unser Blog, auf dem uns alle live verfolgen können, kamen nicht zu kurz. Fast eine Stunde lang nahmen wir unsere Gäste mit auf unsere Reise – zumindest gedanklich.

Zwischendurch sorgten kleine Quizrunden für Spaß und Spannung. Es gab Kaffeetassen von TransOcean und das tolle Spiel „Ocean Race“ zu gewinnen – die perfekte Einstimmung auf unser bevorstehendes Abenteuer.

(Für eine bessere Auflösung auf eines der Bilder klicken)


Ein Abschied voller Herzlichkeit

Es war ein wunderschöner Abend, an dem wir mit allen noch einmal herzlich Abschied nehmen konnten. Für uns endete die Feier erst gegen halb vier Uhr morgens – müde, aber glücklich.

Ein neues Zuhause auf Zeit

Seit dem 23. Mai wohnen wir übergangsweise in einer kleinen Ferienwohnung in den Havelauen. Unser Haus, in dem wir fast 12 Jahre gelebt haben, haben wir gestern Vormittag komplett geräumt und besenrein an den Vermieter übergeben. Ein seltsames Gefühl, aber auch ein wichtiger Schritt in unser neues Leben.

Der Countdown läuft

Am Sonntag, den 1. Juni, heißt es dann endgültig Abschied nehmen – wir ziehen nach Warnemünde auf unser Schiff, das dann auf unbestimmte Zeit unser neues Zuhause sein wird. Es gibt noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen und Proviant muss gebunkert sowie Diesel aufgefüllt werden. Kathi hat am 19. Juni noch einen wichtigen Brandschutztermin in Chemnitz im Tanklager der Total Energies. Wenn alles klappt und der Wind mitspielt, heißt es spätestens in der 26. Kalenderwoche: „Leinen los!“

Vorfreude und ein bisschen Nervosität

Wir sind wahnsinnig aufgeregt, aber fühlen uns bestens vorbereitet. Auch unsere Piper`li spürt unsere Anspannung und Ihren gewohnten Tagesablauf. Sie reagiert darauf mit Ausschlägen und Ohrentzündung. Aber das bekommen wir rasch wieder hin.

Das große Abenteuer liegt direkt vor uns. Möge uns der heilige Erasmus, Schutzpatron der Seefahrer, stets gnädig sein! Und auch Neptun, Poseidon und Co. werden wir vor der Abfahrt mit einem Schluck Hochprozentigem über die Lee-Bordwand hoffentlich wohlgesonnen stimmen.

In Kürze melden wir uns wieder – dann heißt es: „Reise, Reise!“ – der Weckruf für die Crew und „Leinen los!“

Bleibt gespannt und begleitet uns auf unserem Weg ins große Unbekannte!

Reisevorbereitungen für Piper & unser Besuch in der Tierarztpraxis in den Havelauen

Gestern stand für uns und unseren Hund Piper wieder ein wichtiger Termin an: Die Reisevorbereitung in unserer Lieblingstierarztpraxis in den Havelauen (Werder a.d. Havel). Diesmal ging es vor allem um die Bestimmung des Tollwuttiters – ein Muss für viele Reiseländer, die den Nachweis eines ausreichenden Impfschutzes verlangen.

Was ist der Tollwuttiter und warum ist er so wichtig?

Für die Einreise in einige Länder reicht der bloße Nachweis einer Tollwutimpfung nicht aus. Stattdessen verlangen die Behörden ein amtliches Zertifikat über den Tollwuttiter. Dafür wird dem Hund eine kleine Menge Blut abgenommen und im Labor untersucht. Ist der Titer ausreichend, gilt das Zertifikat für drei Jahre – eine enorme Erleichterung für alle, die regelmäßig mit ihren Vierbeinern verreisen.

Ein eingespieltes Team – auch in schwierigen Zeiten

Unsere langjährige Tierärztin Linda Fiedler ist leider seit einiger Zeit krank. Umso dankbarer waren wir, dass sie sich trotzdem die Zeit genommen hat, unsere Bordmedikamentenliste für Piper mit den passenden Dosierungen zu vervollständigen. Gerade auf Reisen ist es beruhigend zu wissen, dass wir für den Notfall gut ausgestattet sind.

Überraschend viele unserer eigenen Medikamente – von Schmerzmitteln über Antibiotika bis hin zu Augentropfen – können im Ernstfall auch bei Hunden eingesetzt werden. Natürlich immer nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt! Besonders wichtig war uns diesmal ein Medikament gegen Seekrankheit für Piper. Laut Frau Dr. Inga Vetrella, der Chefin der Praxis, kommt Seekrankheit bei Hunden zwar selten vor, aber für den Ausnahmefall haben wir jetzt Tabletten im Gepäck.

Praxisalltag und neue Erfahrungen: Venenpunktion am Hund

Nach dem medizinischen Teil überraschte uns Frau Dr. Vetrella mit einer ungewöhnlichen Frage: „Wissen Sie, wo man bei Ihrem Hund eine Vene für eine Infusion findet?“ Wir sind zwar geübt darin, bei uns selbst einen Venenzugang zu legen, aber beim Hund? Die Anatomie ist doch etwas anders. Hunde haben oft sogenannte „Rollvenen“, die beim Einstechen der Kanüle einfach wegrutschen – und die Haut ist viel dicker als beim Menschen.

Der Punktionsversuch bei Alba


Unter Anleitung durfte Kathi es bei Piper ausprobieren. Trotz zwei Versuchen blieb der Erfolg aus: Die Vene ließ sich nicht fixieren, und Piper hatte wenig Lust, stillzuhalten. Doch die Praxischefin hatte eine Lösung parat: Ihre Boxerhündin Alba wurde als Übungsobjekt in den Untersuchungsraum gerufen. Alba blieb geduldig sitzen, und diesmal klappte es – Kathi konnte erfolgreich eine Kanüle in die Vene setzen. Was für eine wertvolle Erfahrung!

Herzlicher Abschied und ein Versprechen

Nach der lehrreichen Trainingseinheit verabschiedeten wir uns herzlich vom Praxisteam. Wir bekamen noch kleine Tüten mit Material zur Wundversorgung für unterwegs – für alle Eventualitäten auf hoher See oder in entlegenen Regionen. Besonders schön: Das Team versprach uns, dass wir uns jederzeit telefonisch melden können, wenn es Piper unterwegs nicht gut geht. Ein bisschen wie ein „Medico-Gespräch“ für Menschen, nur eben für unseren Hund.

Im Gegenzug gaben wir das Versprechen, viele „echte“ Postkarten von unseren paradiesischen Reisezielen an die Praxis zu schicken. Schließlich begleiten uns viele aus dem Praxisteam schon seit Piper`s Anfängen in den sozialen Medien.

Danke, liebes Praxisteam!

Wir werden auf unseren Reisen sicher oft an das großartige Team der Tierarztpraxis in den Havelauen denken.

Nochmals ein riesiges Dankeschön an euch alle – ihr seid wirklich klasse!

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Pakete aus Neuseeland: Sturmtaktik, Ausrüstung und die Suche nach dem besten Sturmanker

Im Januar dieses Jahres nahmen wir an einem spannenden Micro-Seminar des Trans-Ocean e.V. teil – dem Verein zur Förderung des Hochseesegelns. Das Thema lautete: „Wenn die See schlechte Laune hat“. Diese Micro-Seminare finden regelmäßig in den Wintermonaten statt und bieten eine Plattform, um Wissen und Erfahrungen aus der Blauwasserszene zu teilen. Die Veranstaltungen sind kostenlos, laufen über Zoom und bieten eine Stunde Vortrag mit anschließender Fragerunde und Diskussion mit erfahrenen Referenten.

FedEx Pakete aus Neuseeland
Ankunft der FedEx Pakete aus Neuseeland (Lieferzeit ca. 3 Monate)

Sturmtaktik: Wissen aus erster Hand

Beim ersten Seminar des Jahres standen das richtige Verhalten und die passende Ausrüstung im Sturm im Mittelpunkt. Gesprächspartner waren Claudia und Jürgen Kirchberger, die aus ihrer eigenen Erfahrung Strategien und Taktiken für schweres Wetter auf See und im Hafen vermittelten. Von der Vorbereitung auf Starkwind, über das richtige Setzen von Sturmsegeln, bis hin zu Ankertaktiken im Orkan – die Bandbreite der Themen war groß und praxisnah.

Die unterschätzte Gefahr: Vorbereitung auf schwere Wetterlagen

Angeregt durch das Seminar haben wir uns intensiv mit dem Thema Sturmtaktik beschäftigt. Besonders überrascht hat uns, wie wenige Segler – auch in den zahlreichen WhatsApp-Gruppen des Trans-Ocean Vereins – sich wirklich mit Präventionsmaßnahmen und Ausrüstung für schwere Wetterlagen auseinandersetzen. Das ist für uns kaum nachvollziehbar, denn die klimatischen Bedingungen auf den Weltmeeren werden von Jahr zu Jahr extremer und unberechenbarer. Die Zahl der Stürme, Hurrikans und Zyklone nimmt weltweit zu, und die Intensität dieser Wetterereignisse steigt deutlich an.

„Intensivierte Stürme, veränderte Windmuster und unvorhersehbare Strömungen sind nur einige der Herausforderungen, an die sich Segler heute anpassen müssen.“

Gerade für uns, die wir in den kommenden fünf Jahren die Welt umsegeln und zahlreiche Ozeane und Meere durchqueren wollen, ist eine durchdachte Sturmtaktik und die richtige Ausrüstung essenziell.

Der Markt in Deutschland: Kaum Auswahl, hohe Preise

Bei der Recherche nach geeigneten Sturmankern und Treibankern wurde schnell klar: Der deutsche Markt bietet nur eine sehr begrenzte Auswahl an modernen und effektiven Systemen. Lediglich zwei Anbieter konnten wir ausfindig machen – und die Preise sind entsprechend hoch. Für einen Sturmanker inklusive Zubehör werden schnell 3.000 Euro und mehr fällig.

Empfehlung aus erster Hand: Coppins Sea Anchors aus Neuseeland

Auf der Suche nach Alternativen habe ich erneut den Kontakt zu Claudia und Jürgen Kirchberger gesucht. Sie empfahlen mir die neuseeländische Firma Coppins Sea Anchors. Die Webseite, die Erfahrungsberichte und die technischen Details überzeugten mich sofort.

Coppins Sea Anchors ist seit über 40 Jahren auf die Entwicklung und Fertigung von Para Sea Anchors und Drogues spezialisiert. Die Produkte sind international anerkannt, vielfach ausgezeichnet und werden von Seglern weltweit eingesetzt. Besonders beeindruckend: Der „StormFighter“ ParaSea Anchor hat sich in extremen Bedingungen – mit 80 Fuß hohen Brechern und Windgeschwindigkeiten von bis zu 154 Knoten – bewährt.

Was ist ein Para Sea Anchor?

Ein Para Sea Anchor (auch Fallschirmanker genannt) wird bei schwerem Wetter an der Bugseite des Schiffes ausgebracht. Er wirkt wie ein Unterwasser-Fallschirm, bremst das Boot ab, hält den Bug in den Wind und sorgt so für Stabilität und Sicherheit. Das Risiko von Querschlägern, Kenterungen und Kontrollverlust wird deutlich reduziert.

Was ist ein Drogue?

Ein Drogue, wie der „SeaClaw™“, wird am Heck ausgebracht und hilft, das Boot bei schwerem Wetter zu stabilisieren und die Geschwindigkeit zu kontrollieren – besonders wichtig, wenn das Ruder ausfällt oder bei der Passage von gefährlichen Barrieren.

SEACLAW Drogue

Unsere Bestellung: StormFighter™ & SeaClaw™ aus Neuseeland

Ende Januar haben wir bei Coppins Sea Anchors einen StormFighter™ ParaSea Anchor und einen SeaClaw™ Drogue bestellt. Der Preis für beide Anker inklusive FedEx-Versand lag bei 1.720 Euro – ein im Vergleich zum deutschen Markt sehr faires Angebot. Hinzu kommen noch die deutschen Einfuhrumsatzsteuern.

Die Produkte werden komplett ausgestattet, getestet und einsatzbereit geliefert. Besonders praktisch: Das System ist so konzipiert, dass es einfach zu verstauen und im Notfall schnell einsatzbereit ist. Die Materialien sind speziell für extreme Belastungen entwickelt und bieten höchste Sicherheit und Langlebigkeit.

Investition in Sicherheit und Selbstvertrauen

Die Investition in hochwertige Sturm- und Treibanker ist für uns ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Weltumsegelung. Angesichts der zunehmenden Wetterextreme und der langen Zeit, die wir auf See verbringen werden, ist es für uns selbstverständlich, auf bestmögliche Ausrüstung zu setzen.

Wir können jedem Langfahrtsegler nur empfehlen, sich intensiv mit dem Thema Sturmtaktik und Ausrüstung auseinanderzusetzen. Die Seminare des Trans-Ocean e.V. bieten dafür eine hervorragende Grundlage – und manchmal führen sie sogar zu einem „Paket aus Neuseeland“, das im Ernstfall den entscheidenden Unterschied machen kann.

Bleibt sicher und gut vorbereitet – auf allen Ozeanen!

Der Countdown läuft: Nur noch 8 Wochen bis zu unserem neuen Zuhause – der KAMI!

Die Zeit vergeht wie im Flug, und nun sind es nur noch acht Wochen, bis wir unser neues Zuhause, unsere geliebte KAMI, dauerhaft beziehen werden. Ein großer Schritt, der uns für mehrere Jahre auf eine spannende Reise führen wird. Doch bevor es losgeht, gibt es noch einiges zu tun!

Abschied vom Haus

In der letzten Maiwoche steht die finale Sperrmüllrunde an, bevor wir unser Haus endgültig übergeben. Der Abschied von unserem bisherigen Zuhause ist ein emotionaler Moment, doch die Vorfreude auf das Leben an Bord überwiegt.

Vorbereitungen an der Küste

Fast jeden zweiten oder dritten Tag bin ich bereits oben an der Küste, um die letzten Arbeiten an unserem Schiff vorzunehmen. Unsere selbst hergestellten Konserven haben ihren Platz unter dem Bett gefunden – sicher verstaut und bereit für die Reise.

Wir stauen die selbst hergestellten Konservendosen.
Konservendosen unter dem Bett.

Auch die Technik wurde optimiert: Die Anschlussleitung unserer Starlink-Antenne wurde erneuert, und wir haben gleich einen moderneren Router eingebaut.

Insektenschutz
Anbau eines maßgeschneiderten Insektenschutzes im Cockpit

Ein Elektriker wird in den kommenden Tagen noch einmal vorbeischauen, um die Fehlerstromschutzschalter (FI) unseres Generators zu optimieren. Außerdem steht am Mittwoch ein wichtiger Termin mit Jonas von der Segelwerkstatt Warnemünde an: Er wird sämtliche Segel anschlagen, die den Winter über eingelagert waren.

Werftbesuch in Barth

Am 4. Mai geht es für fünf Tage nach Barth – die KAMI muss noch einmal aus dem Wasser. In dieser Zeit werden wir präventiv die Saildrivemanschetten erneuern lassen und einige Stellen am Antifouling nacharbeiten. Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass unser Schiff bestens vorbereitet ist für die lange Reise.

Abschiedsfeier und letzte Wartungsarbeiten

Am 17. Mai feiern wir in Werder unseren Abschied mit Freunden und Familie – ein letzter großer Moment des Zusammenkommens vor unserem Aufbruch. In der darauffolgenden Woche kümmern sich Nico und Felix ein letztes Mal um die Wartung der beiden Motoren: Ölwechsel und Erneuerung der Kühlwasserpumpen stehen auf dem Plan. Danach sind wir bereit für den Start!

Kleinarbeiten unterwegs erledigen

Natürlich bleiben immer ein paar Kleinigkeiten übrig, die wir unterwegs erledigen können. Zum Beispiel wollen wir unser Trampolin optimieren, indem wir einige Maschen selbst ein- oder nachflechten – eine Aufgabe, die sich auch auf See gut bewältigen lässt.

Erreichbarkeit während der Reise

Unsere Telefonnummer für das Iridium exec Satellitentelefon erhalten wir leider erst im Juni. Über diese Nummer sind wir im Notfall erreichbar – allerdings zu hohen Kosten:

  • Telekom Festnetz: 4,70 €/min
  • Telekom Mobilfunk: 6,30 €/min
  • Vodafone Festnetz: 12,58 €/min
  • O2 Telefonica: 8,18 €/min

In einigen Ländern werden wir auch über Mobilfunk erreichbar sein. Am einfachsten erreicht ihr uns jedoch per E-Mail – unsere Schiffsadresse lautet schiffspost@sykami.de, und wir werden sie mindestens zweimal täglich abrufen. Bitte habt Verständnis dafür, dass wir nicht jeden Tag einen Reisebericht schreiben können, aber regelmäßige Blogupdates sind fest eingeplant!

Live-Tracking unserer Route

Für alle Daheimgebliebenen gibt es eine Möglichkeit, uns jederzeit virtuell zu begleiten: Auf unserer Predictwind-Trackingseite könnt ihr unsere Route live mitverfolgen. Den Link findet ihr unter „Position“.

Leinen los Anfang Juni!

Jetzt warten wir nur noch auf das passende Wetterfenster – im Idealfall heißt es Anfang Juni „Leinen los“! Wir können es kaum erwarten, endlich in See zu stechen und dieses Abenteuer zu beginnen. Vielen Dank an alle, die uns bis hierhin unterstützt haben – wir freuen uns darauf, euch auf diesem Weg mitzunehmen!

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Spleißen – Mehr als nur Knoten: Mein Einstieg in eine alte Kunst

In den letzten Monaten habe ich mich intensiv mit einem faszinierenden Thema beschäftigt: dem Spleißen.

Zugegeben, als ich zum ersten Mal davon hörte, dachte ich: „Ist das nicht einfach eine Art komplizierter Knoten?“ Doch je tiefer ich eintauchte, desto mehr wurde mir bewusst, dass es sich hierbei um eine wahre Kunst handelt – mit einer langen Tradition und einem enormen praktischen Nutzen.

Was ist Spleißen überhaupt?
Spleißen bezeichnet eine Technik, bei der die Enden eines Seils oder Taus so miteinander verflochten werden, dass eine besonders stabile und belastbare Verbindung entsteht. Im Gegensatz zu Knoten, die die Festigkeit eines Seils oft reduzieren, bleibt die Tragfähigkeit beim Spleißen nahezu vollständig erhalten. Es gibt dabei verschiedene Arten von Spleißen, die je nach Einsatzgebiet genutzt werden – sei es für die Schifffahrt, das Klettern, den Segelsport oder auch für dekorative Zwecke.

Hier eine einfache Definition:
Spleißen ist die Technik, bei der Seilfasern oder Litzen so verflochten werden, dass ein dauerhaftes und sicheres Ende oder eine Verbindung entsteht.

Augspleiß mit Dyneema-Mantelgeflecht

Warum wollte ich Spleißen lernen?
Die Idee, mich mit Spleißen zu beschäftigen, kam während der Überführung der KAMI aus den Bahamas. Ich sah während eines Stops auf Bermuda, wie ein erfahrener Segler ein Seil reparierte, indem er es innerhalb weniger Minuten spleißte – ohne Knoten, ohne Klebeband, einfach nur mit seinen Händen und einem Fid (einem speziellen Werkzeug). Das Ergebnis war nicht nur funktional, sondern sah auch unglaublich sauber und professionell aus. Das wollte ich auch können!

Erste Schritte: Material und Techniken
Beim Einstieg ins Spleißen war es wichtig, sich mit den Grundlagen vertraut zu machen. Zunächst besorgte ich mir ein paar Seile – sowohl aus Naturfasern als auch aus modernen Materialien wie Dyneema oder Polyester. Außerdem holte ich mir ein Spleißwerkzeug-Set, bestehend aus einem Fid (zum Öffnen des Seils), einem Marlspieker (für feinere Arbeiten) und einer Schere. In mehreren Onlineseminaren (YACHT und Premiumropes) begann ich mit den einfachsten Techniken:


  • Augspleiß: Hierbei wird am Ende eines Seils eine Schlaufe (Auge) hergestellt. Perfekt, um Seile an einem festen Punkt zu fixieren.
  • Kurzspleiß: Zwei Seilenden werden miteinander verbunden. Ideal, wenn man ein gerissenes Seil reparieren möchte.
  • Langspleiß: Eine Verbindung, die besonders glatt und flexibel ist – perfekt für Segel- oder Kletteranwendungen.
Onlineseminar von Premiumropes (niederländischer Seilhersteller)

Zu Beginn war es eine ziemliche Herausforderung, die Litzen gleichmäßig zu öffnen und sauber zu verflechten. Doch mit etwas Übung und Geduld begann das Ganze mehr und mehr Spaß zu machen. Die erzielten Ergebnisse ließen sich rasch sehen.

Spleißwerkzeuge
Flämisches Auge (Spleiß)

Warum Spleißen so besonders ist
Was mich am meisten fasziniert, ist die Kombination aus Tradition, Handwerk und Funktionalität. Spleißen ist eine Technik, die seit Jahrhunderten genutzt wird, vor allem in der Seefahrt. Schon damals mussten Matrosen sicherstellen, dass ihre Seile den rauen Bedingungen auf See standhalten konnten.

Heute wird Spleißen zwar oft von Maschinen übernommen, doch die manuelle Technik hat nichts an Bedeutung verloren. Es ist ein bisschen wie Handarbeit oder Holzschnitzen – es verbindet einen mit der Tradition und gibt einem das Gefühl, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen.

Augspleiß mit Dyneema Hohlgeflecht – Step 1
Augspleiß mit Dyneema Hohlgeflecht – Step 2
Augspleiß mit Dyneema Hohlgeflecht – Step 3
Augspleiß mit Dyneema Hohlgeflecht – Step 4
Augspleiß mit Dyneema Hohlgeflecht – Step 5
Augspleiß mit Dyneema Hohlgeflecht – fertiges Auge

Mein Fazit: Ein Handwerk, das bleibt
Nach einigen Wochen Übung gelang es mir, einen ordentlichen Augspleiß zu fertigen. Auch mit dem hochmodernen Dyneema-Material machte ich rasch Fortschritte und konnte Softschäkel sowie Endlosloops herstellen. Es ist unglaublich befriedigend, zu sehen, wie ein Seil, das man selbst bearbeitet hat, hält – und das ganz ohne einen einzigen Knoten.

Einspleißen eines Rings mit einem Dyneema-Mantelgeflecht – Vorbereitung
Einspleißen eines Rings mit einem Dyneema-Mantelgeflecht – Freilegen des Dyneema-Kerns
Einspleißen eines Rings mit einem Dyneema-Mantelgeflecht – Ring wird eingespleißt
Einspleißen eines Rings mit einem Dyneema-Mantelgeflecht – Ring Step 2
Einspleißen eines Rings mit einem Dyneema-Mantelgeflecht – Ring Step 3
Einspleißen eines Rings mit einem Dyneema-Mantelgeflecht – Ring Step 4
Einspleißen eines Rings mit einem Dyneema-Mantelgeflecht – Ring Step 5
Einspleißen eines Rings mit einem Dyneema-Mantelgeflecht – Ring fest im Augspleiß
Einspleißen eines Rings mit einem Dyneema-Mantelgeflecht – fast fertig
Einspleißen eines Rings mit einem Dyneema-Mantelgeflecht – zurückmelken des Kerns
Einspleißen eines Rings mit einem Dyneema-Mantelgeflecht – vernähen des Mantels
Einspleißen eines Rings mit einem Dyneema-Mantelgeflecht – Takeling
Einspleißen eines Rings mit einem Dyneema-Mantelgeflecht – Final

Spleißen ist für mich längst mehr geworden als nur eine nützliche Technik. Es ist ein Hobby, das Geduld und Präzision erfordert, aber auch jede Menge Spaß macht. In den letzten Monaten habe ich die Seereling der KAMI von Draht auf Dyneema umgestellt. Dabei konnte ich die Seilenden sauber in die Reelingstützen einspleißen. Für unseren Hund Piper habe ich mehrere Sicherungsleinen mit Augspleiße versehen, und die Verbindungsleinen der Davits zum Dinghy habe ich durch handgespleißte Dyneema-Leinen ersetzt.
Softschäkel in allen erdenklichen Größen und Formen, mit und ohne Mantel, wurden zu meinem Zeitvertreib während der regnerischen Sommertage im Hafen von Warnemünde.

Softschäkel mit Bones und Schutzmantel – lässt sich schon sehen – Oder?

Hast du schon mal etwas von Spleißen gehört oder es vielleicht selbst ausprobiert? Lass es mich wissen – ich freue mich auf den Austausch!
Mike von der SV KAMI

Ein Wochenende voller Abenteuer: Unser Offshore-Notfalltraining bei OffTEC

Am vergangenen Wochenende hatten wir die außergewöhnliche Gelegenheit, an einem Offshore-Notfalltraining auf dem beeindruckenden Gelände der OffTEC Base GmbH in 25917 Enge-Sande teilzunehmen. Veranstalter war die Firma Sailpartner. Direkt an der Nordsee gelegen, bietet OffTEC als Europas größtes Offshore-Trainingszentrum ein unvergleichliches Setting für realitätsnahe Schulungen in den Bereichen Windenergie, maritime Sicherheit und Rettung. Mit einem 137 Hektar großen Gelände und hochmodernen Trainingszentren war dies der perfekte Ort, um in zweieinhalb intensiven Tagen wichtige Notfall-Skills zu erlernen.

Theorie trifft Praxis: Unser Schulungsprogramm
Das Programm war vielseitig und anspruchsvoll. Wir tauchten tief in Themen wie Crew-Management, den Umgang mit Rettungswesten und Rettungsinseln, Schwerwettersegeln, Leck- und Schadensbekämpfung, medizinische Erstversorgung auf See, Brandbekämpfung sowie den Einsatz von Seenotsignalmitteln ein. Jede Einheit brachte uns wertvolles Wissen, das in kritischen Situationen Leben retten kann.

Ausbildungsplan

Doch die wahre Herausforderung wartete im praktischen Teil – insbesondere im 345 Quadratmeter großen Trainingsbecken. Diese weltweit einmalige Anlage erlaubt es, Wetter-, Wind-, Wellen- und Lichtverhältnisse so realitätsnah wie möglich zu simulieren. Hier konnten wir uns ausprobieren und erleben, was es heißt, auf hoher See im Notfall um sein Leben zu kämpfen.

Highlight: Praxis im Trainingsbecken
Der Höhepunkt des Trainings war zweifelsohne die Zeit im Becken. Hier übten wir das Besteigen einer Rettungsinsel mit aufgeblasenen Rettungswesten – eine Übung, die zunächst leichter klingt, als sie tatsächlich ist. Besonders beeindruckend war das Abbergen durch einen Helikopter: Adrenalin pur, kombiniert mit einer gehörigen Portion Respekt vor den Rettungskräften, die solche Manöver täglich ausführen.
Auch das Hochsteigen an der Jacobsleiter, ein Klettermanöver, das oft unter schwierigsten Bedingungen durchgeführt wird, forderte uns körperlich heraus. Nach gut 2,5 Stunden Training im kalten Wasser waren wir zwar durchgefroren, aber auch stolz auf das, was wir geschafft hatten. Die Übungen nahmen uns die Scheu vor den Rettungsmitteln und gaben uns ein besseres Verständnis dafür, wie wir im Notfall handeln müssen.


Nasse Füße und wertvolle Erkenntnisse
Ein weiteres Highlight war die Leckbekämpfung an der „MS TODDI“, einem alten Segelboot. Innerhalb von Minuten mussten wir aufkommende Lecks schließen und das Wasser unter Kontrolle bringen – eine echte Herausforderung, bei der wir ordentlich nass wurden und körperlich an unsere Grenzen stießen. Doch die Erfahrung war es wert: Wir erlebten hautnah, wie wichtig ein eingespieltes Team und schnelles Handeln sind.

Fazit: Mehr als nur ein Training
Unser Besuch bei OffTEC war nicht nur spannend, sondern auch ein echter Mehrwert. Wir haben nicht nur praktische Fähigkeiten gelernt, sondern auch unser Bewusstsein für maritime Sicherheit geschärft. Die innovativen Lehrmethoden und die realitätsnahen Bedingungen machten das Training zu einem Erlebnis, das uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Einsatz von Pyrotechnik – Seenotsignalmitteln

Unser Tipp für Segler und Langfahrer: Wenn ihr die Möglichkeit habt, ein Offshore-Notfalltraining zu absolvieren – tut es! Es ist nicht nur lehrreich, sondern auch eine Erfahrung, die Respekt vor den Elementen und den Menschen, die auf See arbeiten, weckt. Für uns war es eine unvergessliche Zeit, die uns auf vielen Ebenen bereichert hat.
Habt ihr schon mal ein ähnliches Training absolviert oder möchtet ihr mehr über das Thema erfahren? Lass es uns in den Kommentaren wissen! 🌊

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Winterschlaf und Impfsession

Die kalte Jahreszeit hat begonnen, die Tage werden kürzer und die Temperaturen fallen. Es ist an der Zeit, die KAMI hier in Warnemünde in den vorerst letzten Winterschlaf zu schicken.

HInterlassenschaften der Möwen und Albatrosse auf dem Deck der KAMI
Die Hinterlassenschaften der Möwen und Albatrosse in Abwesenheit der Crew

Nach vier Wochen Abwesenheit finden wir die KAMI mit zahllosen Hinterlassenschaften von Seevögeln (Möwen und Albatrosse) im Hafen von Warnemünde vor. So schlimm war es das ganze letzte Jahr noch nie. Mit unserem Bord-Kärcher und den restlichen 300 Litern Wasser aus dem Tank bewaffnet, machen wir uns daran, den Flecken den Garaus zu machen. Dank eines sehr guten Reinigers ist nach 40 Minuten gründlichen Schrubben nichts mehr zu sehen, und die KAMI strahlt wieder weiß und sauber im grauen Novemberlicht.

Wir verlegen das Schiff vom Außensteg an einen der Schwimmstege im Hafen, damit wir gewappnet sind, wenn die Herbststürme kommen und der Pegelstand große Schwankungen zeigt. Die KAMI wird fest vertäut, und wir füllen Frostschutzmittel in beide Maschinen sowie in den Generator. Die Segel wurden bereits Anfang des Monats vom Segelmacher abgenommen, das laufende Gut ist soweit eingeholt und gesichert. Der Elektriker hat sich vorgestern gemeldet: Die Klimaanlage ist eingetroffen und kann eingebaut werden. Die Vorarbeiten – wie das Verlegen der Zu- und Abluftschläuche, der Einbau der Wasserpumpe sowie die Verdrahtung – sind bereits abgeschlossen. Nun muss die Anlage nur noch im Salon unter der Sitzbank eingesetzt, befestigt und angeschlossen werden. Wir planen dafür etwa zwei Stunden. Voraussichtlich werde ich mich nächste Woche mit dem Elektriker treffen und nach Warnemünde fahren, sofern das Wetter mitspielt. Ein paar kleine Restarbeiten in der Elektrik sind noch offen, aber schätzungsweise in vier Stunden sollte alles erledigt sein.

Besucherausweis Auswärtiges Amt
Besucherausweis im Auswärtigen Amt (Tropeninstitut)

Am 24. Oktober haben wir im Tropeninstitut des Auswärtigen Amts in Berlin mit der Impfsession begonnen. Der Arzt vor Ort war sehr freundlich und hat uns umfassend beraten. In insgesamt vier Terminen erhalten wir den Impfschutz für unsere große Reise. Gestartet haben wir mit Gelbfieber, Tollwut und Tetanus mit Polio; Kathi zusätzlich mit einer Auffrischung für Hepatitis A & B. Es folgen die weiteren Impftermine für die Wiederholungsimpfungen (Tollwut 3x), Dengue-Fieber, Typhus, Japanische Enzephalitis sowie Meningokokken. Wir sind froh, dass unsere Krankenkasse fast alle Kosten übernimmt. Wenn man alles zusammenrechnet, inklusive Beratungskosten, kommt hier fast ein Kleinwagen zusammen. Wow! Prävention ist uns sehr wichtig. Egal, was kommt – wir wollen vorbereitet sein.

Medizin auf See – Unser Besuch bei der Sailpartner-Veranstaltung in Hamburg

Als Teil unserer intensiven Vorbereitung auf die Weltumsegelung haben wir kürzlich an der zweitägigen Veranstaltung „Medizin auf See“ der Firma Sailpartner in Hamburg-Blankenese teilgenommen. Diese Schulung war genau das, was wir gesucht haben, um uns medizinisch bestmöglich für unsere Reise zu rüsten. Der Fokus lag auf realen Notfallszenarien, die bei einem Leben auf See schneller eintreten können, als man denkt.

Segeln um die Welt bringt gewisse Risiken mit sich, auch wenn das durchschnittliche Unfallrisiko für gut vorbereitete Segler überschaubar bleibt. Aber in unserem Fall – da wir beide auch leidenschaftliche Taucher sind – ist das Verletzungsrisiko erhöht. Das Tauchen selbst birgt eigene Gefahren, die wir natürlich nicht außer Acht lassen. Mikes besondere Begeisterung für Haie und sein Wunsch, mit diesen faszinierenden Tieren in ihrer natürlichen Umgebung zu interagieren, steigert das gesundheitliche Gefährdungspotential zusätzlich. Das ist definitiv ein spannendes Thema, dem wir uns in einem eigenen Blogbeitrag noch ausführlicher widmen wollen.

Das Seminar „Medizin auf See“ deckte eine breite Palette an Themen ab:

– Notfälle an Bord
– Medizinische Untersuchungstechniken
– Telemedizinische Beratung (TMAS)
– Kältemanagement
– Grundkenntnisse der Anatomie
– Spritzen und das Legen von Venenzugängen
– Chirurgischer Wundverschluss
– Umgang mit Kopfverletzungen
– Versorgung von Verbrennungen
– Seekrankheit und viele weitere Themen.

Ein Highlight für uns waren die praktischen Übungen, insbesondere das Legen von Venenzugängen und das Nähen von Wunden. An Hühnerschenkeln durften wir die Knopfnaht-Technik üben, was uns viel Sicherheit für den Ernstfall gegeben hat.

Da wir beide beruflich aus einer medizinischen Umgebung (eigene Betriebsarztpraxis) kommen, können wir auch zu Hause oder in der Praxis regelmäßig das Legen von Venenzugängen üben – und die Gelegenheit nutzen, uns zum Beispiel einen Vitamincocktail wie den Myers-Cocktail intravenös zu verabreichen.

Angeregt durch das Seminar und das Fachbuch „Medizin auf See“ haben wir alle notwendigen Medikamente und Verbandsmaterialien an Bord unserer KAMI untergebracht. Wir haben Sauerstoff, chirurgische Sets, Diagnoseinstrumente und alle wichtigen medizinischen Tools an Bord, um für beinahe alle Eventualitäten gewappnet zu sein. Sogar unser Hund Piper ist mit Erste-Hilfe-Materialien und wichtigen Medikamenten versorgt – auch für ihn soll im etwaigen Notfall alles bereitstehen.

Dieses Seminar hat uns nicht nur die nötigen Kenntnisse vermittelt, sondern auch unser Vertrauen gestärkt, im Notfall schnell und kompetent reagieren zu können. Mit dem Wissen, dass wir gut ausgerüstet sind, fühlen wir uns sicherer auf unserer Reise. Besonders mit Blick auf die zusätzlichen Risiken durch das Tauchen und Mikes besonderes Interesse an Haien, die unsere Abenteuer sicher noch spannender machen werden, sind wir froh, bestens vorbereitet zu sein!

Bleibt gespannt – über unsere Erlebnisse auch unter Wasser und die damit verbundenen Herausforderungen werden wir noch in weiteren Blogbeiträgen schreiben!

Kochen für den Pazifik

Wir beginnen mit dem Vorkochen für die langen Passagen auf dem Pazifik. Aus Gewichtsgründen haben wir uns gegen das Einkochen in Schraubgläsern (Einwecken) entschieden. Ein weiterer Ablehnungsgrund liegt in der kürzeren Haltbarkeitszeit von eingeweckten Lebensmitteln. Diese gelten als Halbkonserven und sind maximal nur zwei Jahre haltbar. Daher haben wir uns intensiv mit der Herstellung von Vollkonserven beschäftigt. Vollkonserven sind mindestens vier bis fünf Jahre haltbar, da sie im Gegensatz zu Halbkonserven in einem Autoklaven bei ca. 127 Grad Celsius sterilisiert werden. Zudem ist die Weißblechdose im Eigengewicht um ein Vielfaches leichter als ein Einweck- oder Schraubglas und weniger bruchanfällig.

Selbst hergestellte Konserven mit Beschriftungsfeld auf dem Deckel.

Um Vollkonserven erfolgreich herzustellen, haben wir uns einen 18-Liter-Autoklaven (Dampfsterilisator), eine Dosenverschlussmaschine und natürlich ausreichend Weißblechdosen in verschiedenen Größen zugelegt. Wir planen, 12 Dosen Frikassee, 12 Dosen Gulasch, 10 Dosen Königsberger Klopse, 10 Dosen Rinderrouladen, 5 Dosen Butter (tatsächlich kann man Butter auch einkochen), 10 Dosen Weiße-Bohnen-Eintopf, 5 Dosen Hähnchencurry, 5 Dosen Bolognesesauce, 5 Dosen Soljanka, 10 Dosen Schmorgurken und 10 Dosen Würzfleisch selbst zu kochen und zu autoclavieren. So können wir sicher sein, dass uns die Konserven gut schmecken und nur gute, ausgewählte und gesunde Zutaten verwendet werden.

Nach dem Dampfsterilisieren wird der Druck von 1,6 BAR abgelassen.

Wir könnten auch Brot in Dosen backen, wollen aber regelmäßig an Bord mit Sauerteig frisch backen.

Kathi ist eine wunderbare Köchin. Alles, was sie auf den Tisch bringt, ist superlecker. Das Backen fällt in meinen (Mike) Bereich. Dafür habe ich wirkliches Geschick und backe fast nur noch „freestyle“. Auf meiner Instagram-Seite „mikes_bread_dreams“ folgen mir knapp 8.000 User, wobei ich, ehrlich gesagt, schon lange keine Brotkreationen mehr gepostet habe.

Das Lagern und Unterbringen der eigenen Konserven wollen wir im nächsten Frühjahr durchführen – das wird auch noch einmal spannend. Jede freie Ecke unter den Bodenbrettern oder unter den Kojen werden wir dafür nutzen. Die Dosen wollen wir einzeln in Luftpolsterfolie einwickeln, beschriften und in einer digitalen Lagerliste katalogisieren.

Leckeres Hühnerfrikassee für die Pazifikpassagen.
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