Weiter nördlich auf den kleinen Antillen

Nachdem wir die Marina Pointe du Bout verlassen haben, werfen wir den Anker vor „Le Carbet“. Wir genießen drei Tage dort und besuchen die Bar Le Wahoo. Hier gibt es den Mega-Cocktail Despejito – eine Mischung aus Mojito und Desperados. Unglaublich lecker! Dann geht es für uns weiter.

Wir liegen in der traumhaften Bucht Anse Couleuvre auf Martinique vor Anker, um unsere nächste Überfahrt zur Insel Marie-Galante vorzubereiten. Am nächsten Tag werden wir in den frühen Morgenstunden plötzlich von einem merkwürdigen Piepton geweckt. Wir schrecken hoch und stellen fest, dass wir keinen Strom mehr an Bord haben. Panisch rennen wir durch die KAMI und suchen den Fehler, prüfen Sicherungen, Systeme, Schalter – alles drin, alles normal … nur eben komplett ohne Strom. Die Batterien liefern nur noch rund 10 Volt. Mike ruft kurzerhand unseren Elektriker Matthias an, der die komplette Elektrik auf der KAMI neu aufgebaut hat. Zum Glück geht er sofort ans Telefon. Nach einem kurzen Gespräch schaltet er sich von Mallorca aus auf unser Victron-System und prüft alles remote. Und dann kommt der Hammer: Unsere Batterien sind komplett leer, obwohl das System am Abend vorher noch 60 % Kapazität angezeigt hatte!

Laut Matthias war die Kalibrierung fehlerhaft – vermutlich durch ein Server-Update von Victron. Offenbar waren wir schon länger mit viel zu wenig Spannung unterwegs, ohne es zu wissen. Zum Glück hatte Mike damals darauf bestanden, den Generator mit einer separaten Batterie abzusichern, denn wir konnten nicht einmal die Maschinen starten. Also: Generator an, durchatmen und weiter.
Matthias setzt die Batterieanzeige komplett auf null. Jetzt muss der Generator laufen, bis wir wieder bei echten 100 % sind – und diesmal sind 100 % auch wirklich 100 %. Bei LiFePO₄-Batterien entspricht das 14,7 Volt.

Eigentlich wollten wir erst am nächsten Morgen gegen fünf Uhr nach Marie-Galante starten, aber da der Generator die ganze Nacht hätte laufen müssen, wollten wir unseren Ankernachbarn den Krach nicht antun. Also ziehen wir die Abfahrt auf den Nachmittag vor und gehen gegen 17 Uhr Anker auf. Für die 65 Seemeilen brauchen wir rund 13 Stunden.

Wir starten am Nachmittag, setzen die Genua – doch plötzlich funktioniert eine unserer drei elektrischen Winschen im Cockpit nicht mehr. Na toll – was denn jetzt noch alles …
Aber dank Kurbel und Muskelkraft geht es auch so. Für Kathi ist es allerdings ziemlich mühsam, weil die Winsch relativ weit oben sitzt und sie aufgrund ihrer Körpergröße auf dem Steuerstand-Sitz knien muss, um sie bedienen zu können. Sieht witzig aus – und funktioniert.
Am nächsten Morgen gegen 10 Uhr erreichen wir Marie-Galante. Auf dem Weg in die Ankerbucht schlängeln wir uns durch unzählige Fischerbojen (manchmal nur leere Getränkeflaschen) – so etwas haben wir noch nie erlebt. Wir fahren Slalom bis kurz vor den Strand.
Es hat sich gelohnt: Die Bucht ist ein Traum. Weißer Sand, türkisfarbenes Wasser, und bis auf vier andere Ankerlieger nur wenige Besucher am Strand. Es ist herrlich ruhig. Wir verbringen dort drei wunderschöne Tage, schwimmen, genießen das Wasser und die Stille. Piper übt fleißig das Schwimmen und verliert mehr und mehr ihre Angst vor dem Wasser.
Kathi muss zwischenzeitlich „in den Mast“. Unsere Flaggenleine ist gerissen – die Sonne hat mit ihren UV-Strahlen das Gewebe der dünnen Leine völlig zersetzt.

Wir segeln weiter nach Guadeloupe, in die Hauptstadt Pointe-à-Pitre. Sie ist nur drei Stunden entfernt. Dort gibt es einen riesigen Hafen, diverse Yachthändler, und wir hoffen auf das passende Ersatzteil. Die elektronische Steuerbox hat ihren Dienst quittiert und muss ersetzt werden. Wir hatten hierzu auch mit dem Kundendienst des Herstellers (HARKEN Deutschland) telefoniert. Leider wird Mike in keinem der Shops fündig.
Wir ankern so nah an der Fahrrinne, dass wir die vorbeifahrenden Kreuzfahrtschiffe fast mit der Hand berühren können. Uns ist etwas unwohl – also geht es am nächsten Tag weiter nach Saint-Barthélemy – rund 190 Seemeilen, etwa 38 Stunden Passagezeit.

Wir haben uns als Ziel die wunderschöne Bucht Anse du Gouverneur ausgesucht – abseits von Städten und Trubel. Es ist zwar etwas schwellig, aber auf unserer KAMI gut auszuhalten. Nach einem Schnorchelausflug – inklusive Sichtung eines Rochens – fahren wir mit Piper an den Strand. Der ist nicht nur traumhaft schön, sondern auch Brutstätte für Landschildkröten, die überall über den Sand laufen. Wahnsinn! Piper schaut etwas verdattert, interessiert sich aber erstaunlicherweise wenig für die süßen Tierchen.

Zurück an Bord meint Mike plötzlich: „Du, lass uns mal die Motorräume und die Bilgen prüfen, ob alles safe ist.“ Also los – und dann beginnt das Unheil.
Die Bilgen sind trocken – super! – aber im Steuerbord-Motorraum steht Wasser. Bei genauerem Hinsehen entdecken wir, dass die erst letztes Jahr neu eingebaute Wasserpumpe völlig korrodiert ist. Grrr! Schlimmer kann es ja nicht mehr werden … oder doch?
Im Backbord-Motorraum steht Öl. Und das geht wirklich gar nicht. Die Motoren sind – neben Generator und Wassermacher – die wichtigsten Bauteile an Bord. Wir machen alles sauber und entscheiden uns sofort, am nächsten Morgen die Bucht zu verlassen und nach Saint-Martin in die Nähe der Hauptstadt Marigot zu segeln – nur etwa drei Stunden entfernt.

Die Infrastruktur der Insel ist gut, es gibt diverse Yachthändler, und wir hoffen auf passende Ersatzteile – zumindest für die Winsch und die Wasserpumpe, die wir selbst tauschen können. Für den Motor brauchen wir professionelle Hilfe. Auf der Insel gibt es einen Yanmar-Händler und diverse andere Yachtausrüster.

Wir ankern in der riesigen Bucht Baie de Marigot direkt vor der Hauptstadt. Überall Dinghy-Docks und unfassbar viele Schiffe – darunter auch Superyachten mit eigenem Helikopter-Landeplatz.
Als Erstes fahren wir mit dem Dinghy zum Marine-Shop Île Marine. Dort treffen wir auf Fabian, einen supernetten Berater, der sofort hilft, das richtige Teil für die Winsch zu finden, und uns den Kontakt zu Fabrice gibt – ein Mechaniker, der „sehr gut sein soll“.
Kathi schreibt Fabrice sofort, schickt Bilder vom öligen Motorraum und klärt, ob er die vermutlich defekten Dichtungen am Saildrive (Getriebe) wechseln kann und Zeit hat. Er antwortet: „Kein Problem.“ Er geht zu Île Marine, erklärt Fabian, welche Dichtungen wir brauchen, und Fabian bestellt sowohl die Dichtung als auch unsere Wasserpumpe in Miami (USA) – per FedEx, Lieferzeit etwa fünf Tage. Heute ist Freitag, also sollten die Teile Mittwoch oder Donnerstag da sein.

Wir reparieren in der Zwischenzeit die Winsch – klappt super – und kaufen Haltbares für unsere kommende Zeit auf den Bahamas ein.

Das heißt: mehrere Supermarktbesuche, schleppen, ins Dinghy laden, an Bord verstauen – und wieder von vorn. Es dauert, aber wir haben ja Zeit.
Wir besuchen mit Piper eine kleine Tierarztpraxis in Marigot. Impfungen auffrischen, Krallen schneiden und der Rundumcheck für das Gesundheitszertifikat (zum Einklarieren auf den Bahamas) stehen auf dem Programm. Die junge Ärztin ist toll – sie küsst Piper sogar auf den Kopf und geht sehr liebevoll mit unserem Fratz um.

Mit dem Mietwagen erkunden wir noch etwas die Insel, fahren nach Philipsburg, der niederländischen „Hauptstadt“, und schlendern mit Piper über die kleine Strandpromenade.

Dann, am Donnerstag, kommt endlich der ersehnte Anruf: Die Ersatzteile sind da! Kathi schreibt sofort Fabrice. Er antwortet, er komme Freitag früh um 10 Uhr.
Pünktlich um 10 Uhr steht Fabrice an Bord. Wir haben vorher schon die Zugänge zu den Maschinenräumen freigeräumt. Doch sein Gesichtsausdruck, als er in den Motorraum schaut, verheißt nichts Gutes. „Bei diesem Schwell hier in der Bucht kann ich nicht arbeiten“, sagt er nur.
Super. Eine Woche warten – für nichts.

Es ist 10:30 Uhr, Fabrice verlässt die KAMI mit seinem Dinghy. Wir schauen uns an, und Kathi sagt: „Komm, um 12 Uhr müssen wir den Mietwagen abgeben. In der Nähe von Philipsburg gibt es einen Yanmar-Händler und Reparaturservice. Da fahren wir jetzt noch schnell hin.“ Gesagt, getan.
Ein sehr netter älterer Herr sitzt am Tresen. Wir schildern unser Problem. Er blättert im Kalender – wir halten die Luft an – und dann sagt er: „Donnerstag nächste Woche – frühestens.“ Unser Grinsen konnte man vermutlich vom Parkplatz aus sehen. Natürlich nehmen wir den Termin, kaufen gleich den passenden Dichtungssatz und geben noch 10 Dollar Trinkgeld mit der Bitte, uns vorzuziehen, falls jemand abspringt.
Das bedeutet allerdings, dass wir vom französischen Teil der Insel in den niederländischen segeln müssen. Die Insel hat eine Lagune, die beide Seiten verbindet, aber auf der französischen Seite wird die Klappbrücke seit einem lokalen Aufstand in der letzten Woche bestreikt.
Für uns heißt das: außen herum.

Am Samstag wird zuerst die Wasserpumpe gewechselt. Nach Rücksprache mit Nico, unserem Techniker aus der Heimat, gehen wir ans Werk. Neue Pumpe vorbereiten, fetten, montieren – dann die alte Pumpe vom Motorblock ausbauen und die neue vorsichtig einsetzen. Klingt einfach, wäre da nicht der kaum vorhandene Platz in unseren Maschinenräumen. Aber wir schaffen es! Probelauf – alles dicht. Sehr gutes Gefühl.

Am Sonntag machen wir uns auf den Weg zur Simpson Bay Bridge im niederländischen Teil der Insel. Nach einem kurzen Telefonat mit dem Brückenwärter müssen wir erst vor der Brücke ankern und die Durchfahrtsgebühr von 41 US-Dollar bezahlen.
Wir nehmen alle Dokumente mit, denn wir müssen auf diesem Teil der Insel noch „klassisch“ einklarieren – das heißt vor Ort mit vielen Formularen, nicht so fortschrittlich digital wie auf den französischen Überseeinseln.

Im Polizeigebäude treffen wir auf eine freundliche junge dunkelhäutige Dame, die gerade das „Mittagspause“-Schild umdrehen will. Sie lächelt, fragt, ob sie uns noch helfen kann, und meldet die KAMI zur nächsten Brückenöffnung an. Einklarieren können wir allerdings noch nicht, da wir uns in Frankreich nicht abgemeldet haben. Das war uns neu – in Frankreich geht so etwas bequem online. Sie druckt die nötigen Formulare aus und erklärt uns den Ablauf. Wir geben noch 5 US-Dollar Trinkgeld und wünschen ihr eine erholsame Mittagspause.
Nach der Brückenöffnung gegen 14 Uhr fahren wir in die Lagune – und staunen nicht schlecht: Wir haben noch nie so viele Mega-Yachten auf einem Haufen gesehen. Wahnsinn!

Nachdem wir einen freien Ankerplatz gefunden haben, fahren wir zurück zur Immigration. Drei Paare warten bereits vor uns. Plötzlich kommt eine Polizistin heraus, erkennt uns wieder, nimmt unsere Dokumente entgegen – und drei Minuten später haben wir unsere Einreisepapiere. Reibungslos!
Wow! Lag es vielleicht an unserem kleinen Trinkgeld vorhin? Ohne Witz: Direkt an der Scheibe des Schalters steht ein transparenter Kunststoffbehälter mit der Aufschrift „Tip“. In Deutschland undenkbar – aber gut, uns hat es Wartezeit erspart, und die Damen dort waren wirklich sehr nett und freundlich.

Am Nachmittag haben wir noch einen Video-Call mit Mikes Familie und machen uns danach auf den Weg, den Hafen und die Stadt zu erkunden. Piper bleibt an Bord – der ganze Trubel wäre ihr zu viel. Also entspannt sie zu Hundemusik auf Apple Music und genießt die Ruhe.

Am Montagmorgen will Kathi dem Yanmar-Service schreiben, dass wir in der Bucht liegen. Doch nach dem Aufwachen gegen 7:30 Uhr entdeckt sie einen Anruf in Abwesenheit – Vorwahl +1, das kann nur von hier sein – vielleicht Yanmar? Sie ruft zurück, und ein freundlicher Mechaniker namens Gregory meldet sich. Er fragt, ob wir schon da sind und ob wir ihn am Dinghy-Dock abholen können.
Na klar können wir! Mike wird aus dem Schlaf gerissen, springt ins Dinghy, holt Gregory ab, und zehn Minuten später steht er bei uns an Bord und beginnt sofort mit der Arbeit. Mithilfe eines Flaschenzugs, der an unserer Dirk befestigt wird, hebt er den Motor an, um ihn vom Getriebe zu trennen. Der Schaden ist größer als gedacht – und laut seiner Aussage war das Getriebe falsch eingebaut. Deshalb war das Getriebeöl bereits tiefschwarz und die Kupplungsscheiben vorzeitig verschlissen. Durch die beschädigten Dichtungen trat Öl in den Maschinenraum aus.
Mike fährt mit Gregory zur Firma, um die beschädigte Getriebewelle reparieren zu lassen. Gott sei Dank sind die dazu benötigten Kupplungsteile vorrätig. Nach einer Stunde geht es zurück zur KAMI, und Gregory macht sich unverzüglich an den Zusammenbau. Gegen 14 Uhr ist das Werk getan – und die Maschine läuft wieder! Kein Ölaustritt mehr.

Wir fahren gemeinsam mit Gregory zurück zur Yanmar-Werkstatt und bezahlen beim netten älteren Herrn von letzter Woche. Bei der dankbaren Verabschiedung drücken wir Gregory noch ein ordentliches Trinkgeld in die Hand. Er grinst über beide Wangen und freut sich. Wir sind zutiefst dankbar für die rasche und professionelle Hilfe.

Zurück an Bord machen wir gleich eine Wetterrouting-Planung. Es sieht für die nächsten Tage nicht ganz optimal aus. Wir wollen jetzt so schnell wie möglich auf die Bahamas – endlich wieder in kristallklarem Wasser tauchen und die vielen kleinen Inseln mit schneeweißen Stränden genießen.
Ab Samstag sieht es windtechnisch ganz gut aus, also legen wir den Start darauf fest. Geschätzte Passagezeit: fünf Tage. Vorher müssen wir noch einmal Pipers Gesundheitszertifikat aktualisieren lassen, ausklarieren und verderbliche Lebensmittel aufproviantieren. Die Kühlschranktür muss noch nachgestellt und das Schiff segelfertig gemacht werden (Dinghy verzurren, Lagerkisten sichern usw.).

Wir freuen uns sehr auf die Exumas – und auf den bevorstehenden Besuch aus Deutschland Anfang März.

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Die Schönste der Acht

Nach zehn Tagen in der Ankerbucht von Playa Calimera heißt es für uns: Anker auf! Unser nächstes Ziel ist La Palma. Wir müssen am Sonntag schon um sechs Uhr morgens starten – eigentlich überhaupt nicht unsere Uhrzeit –, aber laut Berechnung sind es rund 36 Stunden Fahrt. Wenn alles gutgeht, kommen wir also am Montagnachmittag in der Ankerbucht des Parque Natural de Cumbre Vieja an.

Das Wetter meint es, wie so oft, nicht besonders gut mit uns. Kaum sind wir unterwegs, stellt sich heraus: Die Vorhersage hatte recht – satte zwei Knoten Wind. Oh Mann! Das heißt mal wieder: Motoren statt Segeln. Wir nehmen es gelassen, auch wenn das gleichmäßige Brummen des Motors nach ein paar Stunden eher an eine Meditation erinnert, die man nie gebucht hat.

Immerhin ist das Meer ruhig, kaum Wellen, und der Atlantik zeigt sich von seiner schönsten Seite. Dieses unendliche Blau, das in der Sonne fast leuchtet, entschädigt uns ein wenig für den fehlenden Wind. Wir ziehen gemütlich dahin, hören Musik, kochen zwischendurch und genießen das Gefühl, endlich wieder auf offener See zu sein.

Wie geplant erreichen wir am Montagnachmittag La Palma. In der Bucht liegt nur ein weiteres Segelboot vor Anker – perfekt, genug Platz für uns. Wir lassen den Anker fallen und genießen den Sonnenuntergang. Nach der langen Motorfahrt wirkt das goldene Abendlicht wie eine Belohnung vom Atlantik persönlich.

Am nächsten Tag geht’s direkt weiter, denn wir haben in der Marina La Palma einen Liegeplatz reserviert – Mikes Mama Uschi kommt am Mittwoch zu Besuch! Also starten wir früh und machen uns auf den Weg zum Hafen. Vor der Marina befindet sich ein Fähranleger mit Industriehafen, und laut Beschreibung sollen wir zunächst den Industriehafen auf Kanal 6 anfunken, um um Erlaubnis zur Einfahrt zu bitten, und danach auf Kanal 9 die Marina kontaktieren. Zwischen Industrie- und Yachthafen befindet sich ein massives Metalltor, das verhindern soll, dass zu viel Schwell durch die Fähren und Kreuzfahrtschiffe in den Yachthafen dringt. Klingt theoretisch einfach – mal sehen, wie das in der Praxis läuft.

Gesagt, getan: Der erste Kontakt mit dem Industriehafen klappt reibungslos. Zu früh gefreut – beim Anfunken der Marina wird’s etwas chaotisch. Eine freundliche Dame meldet sich sofort, doch leider versteht Kathi sie nicht so richtig. Ein kleines Funk-Hin-und-Her folgt („Say again, please?“ – „No, other side!“ – „Left or right?“ – „Sí, sí, right!“), bis wir schließlich die Hafeneinfahrt ausmachen können. Die Dame weist uns an, am ersten Steg zu warten. Und siehe da – dort steht schon ein Marinero bereit, winkt energisch und lotst uns zur nächsten freien Box in der Mitte der Steganlage.

Das Hafenmanöver ist – wie immer – aufregend, aber alles klappt wunderbar. Kaum liegen wir fest, machen wir uns daran, die KAMI ordentlich zu sichern, denn trotz Metalltor schwappt hier ordentlich Schwell durch. Die Leinen knarzen, das Boot wippt, und wir atmen erleichtert auf: angekommen, wohlbehalten – und bereit für Uschis Besuch.

Am Mittwochmorgen machen wir uns auf den Weg zum Fährterminal, denn dort haben wir für unseren Aufenthalt auf der Insel einen Mietwagen gebucht. Damit wollen wir La Palma erkunden – und natürlich unseren Besuch vom Flughafen abholen. Es läuft alles reibungslos: Wir werden schon erwartet, bekommen den Schlüssel in die Hand gedrückt und können direkt starten. Zurück an Bord machen wir noch schnell klar Schiff (diesmal wortwörtlich grins), bevor wir gegen Mittag zum Flughafen fahren.

Piper bleibt an Bord – sie muss sich erst wieder an den Hafen und die Temperaturen gewöhnen. Es ist schon ein Unterschied, ob man 37 Grad vor Anker oder im heißen Hafen hat. Ganz schön warm!

Uschi landet pünktlich, und wir empfangen sie freudestrahlend. Koffer und Besuch ins Auto – und schon geht’s zurück zur KAMI. Erst einmal durchatmen und etwas trinken, bevor wir in der Hitze dahinschmelzen. Wir plaudern über die letzten Tage, was es Neues aus der Heimat gibt, und schmieden Pläne, was wir in der Woche alles unternehmen wollen.

Am Abend gehen wir ins Hafenrestaurant „Lucy“ und lassen den Tag beim Abendessen und guter Laune ausklingen. Es fühlt sich schön an, wieder familiäre Gesellschaft an Bord zu haben.

Am nächsten Tag steht ein besonderes Ziel auf dem Programm: der Vulkan Tajogaite. Der Ausbruch auf La Palma 2021 dauerte vom 19. September bis zum 13. Dezember und war der längste bekannte Vulkanausbruch auf der Insel. Mit Blick auf die Schäden gilt er auch als der folgenreichste in der Geschichte La Palmas. Der im Juni 2022 offiziell benannte Tajogaite-Vulkan entstand am Westhang des Höhenrückens Cumbre Vieja.

Vor Ort zu stehen, ist beeindruckend und erschreckend zugleich. Man sieht, wie die Natur sich in wenigen Wochen ein neues Gesicht geschaffen hat – mächtig, schön und zugleich zerstörerisch. Wir sind still, als wir die schwarzen Lavafelder betrachten, die sich über ganze Täler gelegt haben. Es ist kaum zu fassen, was hier passiert ist.

Die Lava floss damals über mehrere Spalten nach Westen, zerstörte ganze Dörfer in den Gemeinden El Paso, Los Llanos de Aridane und Tazacorte und ergoss sich schließlich spektakulär über die Steilküste ins Meer. Besonders hart traf es das Dorf Todoque – dort blieb kein Stein auf dem anderen.

Auf dem Rückweg schweigen wir eine Weile und genießen einfach die atemberaubende Landschaft. Überall blühen neue Pflanzen zwischen der dunklen Lava, und irgendwie wirkt alles, trotz der Zerstörung, friedlich und lebendig. La Palma hat uns tief beeindruckt – eine Insel, die zeigt, wie nah Schönheit und Gewalt in der Natur beieinanderliegen.

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Auch die vom Hafen aus fußläufig erreichbare Innenstadt von Santa Cruz gefällt uns ausgesprochen gut. Viele alte, liebevoll restaurierte Häuser lassen sich bestaunen, und in versteckten Innenhöfen laden kleine Cafés mit schattigen Plätzen zum Verweilen ein. Die engen Gassen winden sich steil bergauf und bergab, jede Ecke hat ihren eigenen Charme. An einer Seite des Plaza de España steht die Kirche El Salvador, deren Bau bereits Anfang des 16. Jahrhunderts begann – beeindruckend, wie viel Geschichte hier in den Mauern steckt.

Die Woche mit Uschi vergeht wie im Flug. Kathi und sie erkunden gemeinsam die Altstadt, natürlich mit einer kleinen Shoppingtour – „nur mal gucken“, wie es so schön heißt. Die Stadt ist wirklich wunderschön: viele kleine, bunte Häuser mit hübschen Läden und charmanten Cafés, die einen förmlich dazu einladen, einfach sitzen zu bleiben, einen Kaffee zu trinken und das bunte Treiben zu beobachten.

Am Freitag, den 31. Oktober, wird hier – wie überall – Halloween gefeiert. Also machen wir uns abends zu dritt auf den Weg in die Altstadt, um das Spektakel mitzuerleben. Überall laufen verkleidete Kinder herum, und ihre Kostüme sind wirklich zum Dahinschmelzen. Zwischen Hexenhüten und Mini-Vampiren wuseln Feen, Skelette und Geisterkinder durch die Straßen – Zuckerrausch inklusive. An einer Bar ist eine kleine Bühne aufgebaut, auf der eine Band spanische Musik spielt, während durch die Gassen ein Spielmannszug mit Trommeln und rhythmischen Klängen zieht. Die Stimmung ist ausgelassen, fröhlich und einfach wunderbar.

Wir kehren schließlich in ein kleines, süßes Restaurant ein, essen gut und genießen die lebhafte Atmosphäre. Später, wieder an Bord, lassen wir den Abend wie gewohnt gemütlich ausklingen – natürlich mit einer Runde Karten. Das TO-Kartenspiel unseres Vereins Trans-Ozean ist mittlerweile fester Bestandteil unserer Bordabende geworden. Wir versuchen uns gegenseitig auszustechen, was regelmäßig in Gelächter und neckischem Geplänkel endet. Sehr zu empfehlen – für alle, die auf See mal einen Abend ohne Netflix verbringen wollen.

Ein paar Tage später machen wir noch einen Ausflug in den Süden der Insel zur Saline von Fuencaliente – ein echtes Highlight. Hier werden jedes Jahr rund 600 Tonnen Meersalz gewonnen, und gleichzeitig dient das Gelände als wichtiger Rastplatz für viele Zugvögel. Die weißen Salzhügel, das Schwarz der Lavafelder und das Blau des Meeres ergeben zusammen ein atemberaubendes Bild – fast surreal schön.

Und ehe wir uns versehen, ist es auch schon wieder Mittwoch. Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück heißt es Abschied nehmen. Wir bringen Uschi zum Flughafen, winken ihr noch lange hinterher und können kaum glauben, wie schnell die Woche vergangen ist. Es war eine richtig schöne Zeit – herzlich, lebendig und voller kleiner Abenteuer.

Nach nun einer Woche im Hafen fällt uns auf, dass hier erstaunlich viele TO-Boote liegen – also Boote, die den Stander unseres Vereins am Mast führen. Mike schreibt kurzerhand in die Lossegler-Gruppe, ob jemand Lust auf ein kleines TO-Treffen in der Hafenbar am Abend hat. Da wir aber nicht wissen, wer von den umliegenden Booten tatsächlich in der WhatsApp-Gruppe ist, beschließt Mike, selbst über die Stege zu laufen und die anderen Segler persönlich einzuladen.

Zuerst sitzen wir abends allein in der Bar, aber nach und nach trudeln immer mehr Segler ein. Unsere Freude ist groß – es wird eine richtig nette Runde. Wir philosophieren über Reisepläne, tauschen Erfahrungen aus und lachen über die kleinen und großen Missgeschicke des Bordalltags. Ein wirklich toller Abend – spontan, gesellig und genau so, wie man sich das Seglerleben wünscht.

Am nächsten Tag wird’s dann wieder etwas praktischer: Wir beginnen, unsere TO-DO-Liste abzuarbeiten und starten mit den ersten Einkäufen. Baumärkte, Supermärkte, kleine Läden – wir durchstöbern alles, was wir finden können, um uns auf die große Überfahrt vorzubereiten. Von La Palma nach Martinique sind es rund drei Wochen, also müssen wir genau planen, was wir einkaufen und wie lange die Lebensmittel haltbar sind.

Auch Pipers Versorgung steht dabei natürlich mit auf der Liste. Sie bekommt eine Mahlzeit pro Tag frisch gekocht – damit ihr Trockenfutter so lange wie möglich reicht. Also müssen wir auch das in unsere Kalkulation einbeziehen. Wir erstellen eine ellenlange Einkaufsliste: Hygieneartikel, Konserven, haltbare Lebensmittel – all das wollen wir nach und nach besorgen, damit wir nicht alles auf einmal schleppen müssen. Die Wege durch den Hafen sind schließlich lang, und die KAMI liegt gefühlt immer am anderen Ende. Die frischen Sachen wie Obst, Gemüse und Fleisch werden wir erst am Samstag kaufen, kurz bevor wir den Mietwagen zurückgeben.

Auf dem Weg zum Baumarkt entdecken wir zufällig eine kleine Taverne, die mitten in den Hang gebaut ist. Das sieht so urig aus, dass wir spontan beschließen, dort einzukehren. Gesagt, getan – und wir werden nicht enttäuscht. Die hübsche kleine Taverne ist wunderschön, wir werden zu einem kleinen Tisch begleitet, und auch Piper wird herzlich begrüßt. Das Essen ist köstlich, der hauseigene Wein fantastisch. Ein herrlicher Nachmittag mitten in unseren doch recht praktischen Vorbereitungen – ein Stück Urlaubsgefühl zwischen Einkaufsliste und Schraubenschlüssel.

Ab Montag, dem 10. November, wollte sich Alina von Wetterwelt bei uns melden, um uns ein erstes Update für den geplanten Start am Sonntag zu geben. Das tat sie auch – und warnte uns gleichzeitig: Das Tiefdruckgebiet „Claudia“ zieht über die Kanarischen Inseln. Es soll jede Menge Regen, Wind und Gewitter bringen. Na super. Damit war klar, dass der Mittwoch und Donnerstag eher ruhig verlaufen würden – oder sagen wir: unfreiwillig ruhig.

Gestern hat es den ganzen Tag geschüttet. Ein Gutes hat es: Die KAMI ist endlich wieder frei von dem hartnäckigen, rotbraunen Calima-Staub. Mike nutzt das Wetter gleich aus, bewaffnet sich mit Schrubber und Eimer und schrubbt im Regen die letzten Reste runter – sozusagen Bordreinigung im „Öko-Modus“. Währenddessen sitzt Kathi an Bord und hat eine Videokonferenz mit einem Kunden. So verbringen wir den gesamten Mittwoch gemütlich – oder besser gesagt: produktiv – unter Deck.

Am Abend steht unser erstes TO-Seminar an. Das sind kleine Online-Kurse, die unser Verein kostenfrei anbietet – zu spannenden Themen rund ums Segeln, Navigation, Wetter und Co. Mike startet den Laptop, und Kathi grinst: „Irgendwie komisch – sonst haben wir die Seminare immer zu Hause auf dem Sofa geschaut und uns gefragt, wie es wohl ist, das von einem Boot aus zu machen. Jetzt gehören wir selbst dazu!“ Verrückt, wie sich das Leben manchmal ändert.

In den nächsten Tagen wollen wir alle restlichen Vorbereitungen treffen, damit wir am Sonntag unsere Atlantiküberfahrt nach Martinique starten können. Das Wetter soll sich laut Alina ab Freitag wieder beruhigen, und sie will uns dann noch einmal ein Update geben. Aber es sieht so aus, als könnten wir wie geplant starten.

Alles in allem können wir sagen: La Palma hat uns restlos begeistert. Für uns ist sie die schönste Insel der Kanaren. Santa Cruz verzaubert uns mit ihrer Atmosphäre, und das Inselinnere ist einfach spektakulär. Überall im Westen und Süden ziehen sich endlose Bananenplantagen, und der höchste Punkt – der Roque de los Muchachos – ragt stolze 2.426 Meter in den Himmel. Die Fahrt hinauf dauert fast eine Stunde und führt über unzählige Serpentinen – gefühlt tausend Kurven, manche davon so eng, dass man glaubt, man dreht gleich eine Pirouette mit dem Auto.

Oben angekommen, ist es, als würde man in eine andere Welt eintauchen. Die Nadelwälder wirken märchenhaft, die Luft ist kühl und klar, und irgendwann durchbrechen wir tatsächlich die Wolkendecke. Zehn Grad kälter als unten im Hafen – aber was für ein Ausblick! Wir sind begeistert, beeindruckt und uns sicher: La Palma hat uns mitten ins Herz getroffen.

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Arrecife / Lanzarote * Wunder * Entsetzen * Tränen

Gegen 10 Uhr lichten wir den Anker in der Bucht von Playa Francesca auf La Graciosa und nehmen Kurs auf Arrecife, die Hauptstadt Lanzarotes.

La Graciosa

Dort haben wir uns in der Marina Lanzarote bereits im Voraus einen Liegeplatz für 21 Tage gesichert – klingt gemütlich, ist aber eigentlich eher logistischer Selbstschutz. Schon die Einfahrt in den Hafen gestaltet sich sportlich, denn 15 Knoten Wind machen das Manövrieren zu einer echten Zitterpartie. Über Funk erfahren wir, dass wir an Steg K, Platz 1 festmachen sollen. Leider finden wir auf dem Hafenplan im Internet keinerlei brauchbare Details. Also bleiben wir mit der KAMI, unserem liebevoll „schwimmender Joghurtbecher“ genannten Katamaran, erst mal ratlos vor den Stegen stehen, bis uns ein Marinero wild zuwinkt. Ab in die letzte Gasse, ganz hinten in eine Box, bei starkem Seitenwind – na danke. Aber siehe da: Als hätten wir nie etwas anderes gemacht, bugsieren wir die KAMI souverän hinein und legen ein perfektes Manöver hin.

Man könnte meinen, wir genießen jetzt erst einmal die Ruhe im Hafen, doch der wahre Grund für die lange Liegezeit sind Ersatzteile und Ausrüstung, die wir uns aus Deutschland nachsenden lassen wollen. Und genau hier beginnt das Drama, denn die Kanaren haben ein eigenes Steuersystem und zählen zolltechnisch nicht zur EU. Heißt: doppelt zahlen. In Deutschland schon 19 Prozent Mehrwertsteuer auf die Waren – und hier noch einmal ein variabler spanischer Zollaufschlag obendrauf. Damit unsere Pakete überhaupt halbwegs kalkulierbar ankommen, bleibt nur DHL Express. Express bedeutet hier allerdings nicht „morgen“, sondern „vielleicht innerhalb einer Woche“. Schon der erste Testversand mit Fahrradtaschen, Rucksäcken und Kleinkram kostet uns 180 Euro Porto. Nach einer Woche liegt das Paket zwar im Hafenmeisterbüro, dafür aber mit Zoll-Siegel und der Spur neugieriger Zollbeamten, die es in Berlin aufgerissen haben. Offenbar war Röntgen zu unspektakulär.

Unser größeres Problem ist allerdings der Wassermacher. Eigentlich sollte die französische Anlage von Desselator 100 Liter pro Stunde entsalzen, doch zuletzt waren es nur noch 70. Die Membranen sind nach 800 Betriebsstunden wohl nicht mehr taufrisch, also bestellen wir drei Ersatzstücke in Frankreich, die nach Deutschland geschickt und von dort aus weiter nach Lanzarote gesendet werden sollen. Soweit die Theorie. Praktisch ruft der spanische Zoll an, behält das Paket zurück und fordert 80 Euro Nachzahlung. Inhalt: drei Membranen und eine Luftmatratze für Piper, unsere Bordhündin, die das Teil als Einstiegshilfe und Hundepool nutzen sollte. Ob wir das Paket jemals sehen, ist ungewiss – und unsere Laune entsprechend frostig.

Die KAMI bedeckt mit dem CALIMA – Saharastaub.

Während wir uns mit Zoll, Ersatzteilen und Staubplage herumschlagen, sorgt unsere Bordhündin Piper für echte Sorgenfalten. Schon nach wenigen Tagen in Arrecife fällt uns auf, dass sie beim Spazierengehen nach kurzer Zeit anfängt zu röcheln, als würde sie kaum Luft bekommen. Dazu kommen rote Hautstellen, die aussehen wie Nesselsucht. Unser erster Gedanke: eine Reaktion auf die Calima. Schließlich liegt dieser Sahara-Staub wie eine feine, beige Decke über Boot, Straßen, Stegen – einfach über allem.

Wir wollen kein Risiko eingehen und suchen einen örtlichen Tierarzt auf. Die Diagnose lautet: Allergie und verdacht auf brachyzephalen Atemwegssyndrom. Wir bekommen spezielles Hundeshampoo, Ohrenspülung und ein Desinfektionsspray verschrieben, außerdem wird uns dringend geraten, eine endoskopische Untersuchung des Rachenraumes und eine Röntgenaufnahme vom Thorax vornehmen zu lassen. Uns rutscht das Herz in die Hose, doch wir stimmen zu – in der Hoffnung, Klarheit zu bekommen.

Ein paar Tage später ist es soweit: Piper muss unter Vollnarkose. Für uns ein schrecklicher Moment. Wir geben sie morgens unter Tränen ab und verbringen die Stunden bis zur Abholung in einer Mischung aus Anspannung, Bangen und Schuldgefühlen. Am Nachmittag dürfen wir sie wieder holen. Sie ist noch benommen, jammert und klagt in einer Art, die wir von ihr noch nie gehört haben. Jeder Laut geht uns durch Mark und Bein, wir leiden mit ihr und fühlen uns hilflos.

Der detaillierte Befund wird uns einige Tage später per Mail zugesendet. Inzwischen stehen wir in engem Kontakt mit unserer vertrauten Tierarztpraxis in Deutschland. Die Blutwerte, die wir aus Spanien mitbekommen, sehen nicht gut aus, insbesondere die Leberwerte bereiten uns Sorgen. Die spanischen Tierärzte drängen uns erneut, Piper im Rachenraum operieren zu lassen. Aus der Heimat jedoch kommt eine ganz andere Einschätzung: Sie halten nichts von einer Operation, sondern raten zu einer Behandlung mit Antibiotikum, da es sich um eine ernsthafte Atemwegserkrankung handelt.

Zum Glück ist unsere Bordapotheke so umfangreich bestückt, dass wir die passenden Medikamente direkt an Bord haben. Wir beginnen sofort mit der Behandlung. Zusätzlich duschen wir Piper alle zwei Tage mit der Heckdusche ab, um den Saharastaub von ihrem Fell und ihrer Haut zu bekommen. Es ist fast schon ein Ritual geworden: Einer hält sie fest, der andere schäumt mit dem Spezialshampoo – Piper schaut dabei jedes Mal beleidigt, erträgt es aber tapfer. Wir bieten ihr außerdem regelmäßig Eiswürfel an, die sie begeistert annimmt und darauf herumkaut. Sie helfen, den Rachen zu kühlen und die Schwellung zu lindern.

Piper nach dem duschen mit Poncho

Langsam bessert sich die Nesselsucht, und auch ihr Allgemeinzustand wirkt stabiler. Das Röcheln ist allerdings noch immer da, und wir hoffen jeden Tag, dass das Antibiotikum endlich durchschlägt. Die Calima wird schwächer, aber der Staub bleibt, als hätte sich die Insel in eine Dauerwüste verwandelt. Regen gibt es hier ja so gut wie nie.

Trotz aller Sorgen sind wir unendlich dankbar, dass wir unsere deutsche Tierarztpraxis im Hintergrund haben. Das gibt uns Sicherheit und ein zweites Urteil, auf das wir vertrauen können. Von dem Tierarzt hier auf Lanzarote sind wir enttäuscht, auch wenn wir natürlich verstehen, dass er nach bestem Wissen handelt. Doch das Gefühl, dass Piper fast in eine unnötige Operation gedrängt worden wäre, hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack. Umso größer ist unsere Erleichterung, dass wir die Medikamente an Bord hatten und selbst handeln konnten.

Uns bleibt nur die Hoffnung, dass sich Pipers Zustand bald dauerhaft stabilisiert und sie in der Karibik wieder frei und ohne Röcheln atmen kann.

Zwischendurch zeigt sich, dass wir manchmal auch Glück haben. Bei der Fahrt zum Flughafen, um unseren Mietwagen abzuholen, verliert Mike im Taxi sein Handy. Entsetzen pur. Ein Anruf bei der Taxizentrale, ein paar gestammelte Worte Englisch und wenig Hoffnung später die überraschende Nachricht: Der Fahrer hat das Handy gefunden und wartet vor dem Hospital auf uns. Da zahlt sich wohl das großzügige Trinkgeld aus. Wir fahren sofort hin und tatsächlich – da steht er schon, winkt, gibt das Handy zurück. Ein Wunder auf Lanzarote!

Weniger wundersam verläuft ein Ausflug nach Playa Blanca, wo wir vor Jahren schon Silvester gefeiert hatten. Im Restaurant dort werden wir endlos ignoriert, bis ein Kellner endlich genervt unsere Bestellung aufnimmt. Kathi probiert neugierig kleine frittierte Krabbenkugeln – und merkt sofort ein Kribbeln in den Lippen. Ihre Schalentierallergie meldet sich. Während das Lokal immer lauter wird und wir uns ohnehin unwohl fühlen, kippt plötzlich ihr Kreislauf. In einer Seitenstraße geht sie in die Knie, ich bin kurz davor, in Panik auszubrechen. Schließlich schaffen wir es zurück zum Auto, an Bord gibt’s Antihistamin, und nach einer Weile bessert sich ihr Zustand. Glück im Unglück – aber es hätte übel enden können.

Auch die Erkundung von Arrecife selbst sorgt eher für Ernüchterung. Die Innenstadt wirkt wie ein einziges Schaufenster von Leerstand, selbst in Baumärkten gähnen leere Regale. Für unsere Temperatursensoren suchen wir vergeblich Knopfzellen. Immerhin, Treibstoff kostet nur 1,05 Euro pro Liter, Lebensmittel sind vergleichsweise günstig. Also bunkern wir, was das Zeug hält: Dosengetränke, Milch, Fleisch und natürlich Wein, den wir platzsparend in große Wasserkanister umfüllen. Unsere Reisetaschen ächzen, aber die KAMI freut sich über volle Vorratskammern.

Für größere Ansichten, bitte auf die Fotos klicken …

Auch Kathis Geburtstag fällt in unsere Zeit hier. Ich hatte groß geplant, sie im Steakhaus Carbon einzuladen – leider ist es sonntags geschlossen. Dafür gab es eine Ayurveda-Massage im Grand Hotel. Erwartung: Wellness-Tempel. Realität: schimmelige Duschen, vergilbte Wasserflecken an der Decke. Immerhin war das warme Öl angenehm, auch wenn es ein wenig nach verbrannten Nüssen roch. Wir lachen, entspannen und vergessen für 80 Minuten, dass drumherum alles eher improvisiert wirkt.

Mein eigentliches Geburtstagsgeschenk hatte Kathi aber schon vorher eingelöst: eine Wingfoil-Stunde mit Privatlehrer. Erwartung: stylische Surfschule mit schicken Boards, Umkleiden, vielleicht noch einem kleinen Beach-Café für die wartenden Begleiter. Realität: ein grüner Van, der aussieht, als ob er gerade vom Schrottplatz eine zweite Karriere begonnen hätte. Der Surflehrer, nennen wir ihn einfach „Chill-Juan“, steigt lässig aus, schiebt die Heckklappe hoch und präsentiert uns sein Equipment: ein chaotisches Sammelsurium aus alten Neos, Kabeln, Wasserflaschen, Plastikstühlen und mittendrin – tatsächlich – ein aufblasbares Board und ein Wing. Ich bin mir in dem Moment nicht sicher, ob wir gleich eine Wingfoil-Stunde oder einen Garagenflohmarkt gebucht haben.

Kurz darauf steht Kathi auf dem Parkplatz und zieht sich am Polo um. Keine Umkleide, keine Dusche, kein „Welcome, dear students“ – nein, mitten in der Pampa, mit Blick auf ein paar verwunderte Hotelgäste am Zaun. Sie nimmt es sportlich, ich schäme mich stellvertretend. Der Surflehrer ist derweil ganz in seinem Element: Er zeigt ihr auf Englisch, wie man den Wing richtig hält. Zehn Minuten Trockenübung am Strand, während der Wind schon alles in Bewegung setzt, und schwupps – ab ins Wasser.

Und jetzt kommt das Beste: Der Surflehrer bleibt am Strand. In Jeans. Mit T-Shirt. Keine Spur davon, dass er etwa ins Wasser gehen würde, um seine Schülerin anzuleiten oder im Notfall zu retten. Stattdessen steht er breitbeinig da, winkt mit den Armen und brüllt Anweisungen, die im Wind ungefähr so klar bei Kathi ankommen wie eine Durchsage in einem alten DDR-Bahnhof: „Staaa… left… push… boaaard…!“ Sie schaut zurück, mit einem Blick zwischen Panik, Fragezeichen und „meint der mich?“. Ich stehe daneben, filme halb lachend, halb kopfschüttelnd und denke: Das ist Comedy pur.

Nach einer halben Stunde ist Kathi schon fix und fertig, nach einer Stunde treibt sie schräg in der Bucht herum, und nach eineinhalb Stunden ruft sie dem Lehrer zu, dass jetzt Schluss ist. Er nickt, packt in Rekordzeit sein Equipment zurück in den Van – diesmal wirkt er wie ein Profi, wahrscheinlich ist das Zusammenpacken sein Spezialgebiet – und hält mir die Handynummer für die Revolut-Zahlung hin. Geld überwiesen, Van-Tür zu, weg ist er. Kein Feedback, kein „good job“, nicht mal ein „bye-bye“. Einfach zack – und wir stehen da wie bestellt und nicht abgeholt.

Auf dem Rückweg sitzen wir beide schweigend im Polo, bis ich vorsichtig frage: „Also… Wingfoilen, wie war’s?“ Kathi schaut mich an, klatschnass, mit Salzwasser in den Haaren, und sagt trocken: „Ich glaube, das war gerade die teuerste Slapstick-Einlage meines Lebens.“

Am nächsten Tag gehen wir dann in eine richtige Surfschule. Dort begrüßt uns ein junger, motivierter Surferboy mit sonnengebleichten Haaren, gibt uns ein paar Infos und zeigt uns echte Boards – Hardboards, wohlgemerkt. Und genau da kippt die Stimmung wieder. „Wo willst du das Ding denn verstauen? Unter meinem Kopfkissen?“, frage ich. Kathi ist sofort genervt, und wir streiten über die Lagerkapazitäten unseres schwimmenden Joghurtbechers. Am Abend googeln wir uns schlauer und beschließen, erstmal das SUP an Bord als Lernbrett zu nutzen. Wenig später kaufen wir zwei gebrauchte Wings – einen großen und einen kleinen – für kleines Geld. Damit ist klar: Das Training wird künftig in der Ankerbucht fortgesetzt, mit vollem Körpereinsatz und ohne Surflehrer in Jeans.

Gedanklich hatten wir zwischendurch auch mit einem Familienbesuch geliebäugelt. Oma Uschi und Tildi sollten eingeflogen werden – praktisch, um Ersatzteile mitzubringen und schön, um sich zu sehen. Doch die Flugpreise in den Herbstferien schlagen uns schnell alle Illusionen aus: 1.200 Euro pro Ticket! Außerhalb der Ferien gibt es Flüge ab 120 Euro. Und da Tildi ohnehin noch mit einer Fußverletzung kämpft, verschieben wir den Plan.

So bleibt uns vorerst nur, auf das nächste Ziel zuzusteuern. Von Lanzarote geht es weiter über den Süden der Insel Richtung Teneriffa, und am 28. Oktober wollen wir auf La Palma für mindestens 14 Tage festmachen. Bis dahin hoffen wir, dass der Zoll uns endlich in Ruhe lässt, dass die Calima endgültig verschwindet – und dass Piper bald wieder frei atmen kann.

Arrecife hat uns eine Menge Nerven gekostet, zwischen Zolltheater, Allergieschocks, Handydramen und improvisierten Surflehrern. Aber was bleibt, sind jede Menge Geschichten, ein paar graue Haare mehr und die Erkenntnis, dass man selbst aus den größten Pleiten noch lachen kann – irgendwann zumindest.

An dieser Stelle nochmals ganz lieben Dank an unsere heimatliche Tierarztpraxis in den Havelauen, Frau Dr. Inga Vetrella und Linda Fiedler, die uns jederzeit via Mail und telefonisch zur Seite stehen, wenn es um die Gesundheit von Piper`li geht.
Danke – Ihr seid wirklich ein tolles Team!

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Madeira – Insel der Blumen / Hunde unerwünscht

Es ist früher Nachmittag, als wir mit dem letzten Energieschub Madeira erreichen. Wir steuern die Marina „Quinta do Lorde“ im Osten der Insel an. Kurz vor dem Eintreffen funken wir die Marina an und bitten um Zuweisung eines Liegeplatzes sowie um einen Pick-up am Hafeneingang. Wir sollen einfahren und Kurs auf den Steg „D“ nehmen. Wir biegen in den Hafen ein und sehen in der Mitte drei Marineros in hellblauen Poloshirts, die uns aufgeregt zuwinken. Mit ordentlich Seitenwind machen wir am Schwimmsteg fest. Vertäut geht es schnurstracks zum Marinabüro. Dort sitzen zwei Damen, die uns freundlich empfangen. Wir klarieren für zehn Tage ein, mieten für den nächsten Tag einen Kleinwagen und fragen nach technischem Support für unsere Funkanlage. Wir bekommen eine Visitenkarte von „Oliver“, den wir direkt im Anschluss per WhatsApp kontaktieren. Er will uns am Donnerstag besuchen.

Wir erkunden den Hafen, der inmitten einer großen Ferienanlage liegt. Das „Dreams“ wurde vor kurzem von Hyatt übernommen. Besonders die kleine Bar an der Hafenmole zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich. Ein kurzer Stopp entpuppt sich leider als Flop: Die Getränke sind eher mittelmäßig, der Burger mit Pommes fast ungenießbar – enttäuschend. Ein kleiner Eisladen daneben bietet Kugeln für 2,50 € an. Wir versuchen es – alle Sorten schmecken gleich: künstlich und süß. Hm.

Oliver besucht uns im Hafen von Quinta do Lorde und misst als Erstes die Signalstärke unserer VHF-Antenne. Die Messergebnisse sind gut, alle Stecker sind in Ordnung und es gibt keine Korrosion. Einen Fehler an unserer Funk- oder AIS-Anlage kann er nicht finden – eigenartig. Nach anderthalb Stunden brechen wir die Fehlersuche ab. Wir fragen, was wir ihm für seine Hilfe zahlen dürfen. Oliver ist es offenbar unangenehm, trotz erfolgloser Fehlersuche ein Honorar zu verlangen. Schließlich nennt er 50 Euro. Das finden wir mehr als fair. Zwei Tage später kommt Christian von der SY Fuchur zu uns an den Steg und berichtet von exakt denselben Problemen auf seinem Segelboot: Auch er hat AIS-Ausfälle und gelegentlich Schwierigkeiten mit der Funkverbindung. Das kann doch kein Zufall sein! Vielleicht liegt ja gar kein technischer Defekt vor? Wir sind ratlos.

Wir bemerken, dass wir uns den Steg „D“ mit Tagesausflüglern der örtlichen Tauchbasis sowie der Delfin- und Walbeobachtungsstation teilen müssen. Mehrmals am Tag, ab 9 Uhr morgens, hasten bis zu 20 Gäste über den Steg und springen in die Schlauchboote. Das zieht sich bis in den späten Nachmittag. Piper, natürlich wachsam, ist ständig am Bellen. Die Angestellten der Tauchbasis interagieren immer wieder mit ihr, rufen und streicheln sie durch den Seezaun.

Am nächsten Tag wird uns ganz unkompliziert der Mietwagen direkt am Steg übergeben. Im Hafen liegen zwei weitere Segelboote unseres Vereins (TransOcean). Die Crew der „Fuchur“ schreibt uns via WhatsApp und begrüßt uns, die Crew der „Hyperion“ kommt direkt vorbei und sucht das Gespräch. Es ergeben sich schnell nette Kontakte, und wir beschließen, am Abend mit Silke und Peter von der Hyperion in einer 16 km entfernten, von Einheimischen empfohlenen Gaststätte zu essen. Dort soll es die traditionellen Fleischspieße geben, die am Tisch aufgehängt werden. Mitten in den Bergen finden wir das Lokal. Der erste Hinweis: „Hunde nicht erlaubt“. Nach langem Diskutieren mit dem Wirt und Unterstützung durch die sprachgewandte Silke dürfen wir Piper doch mitnehmen. Es wird ein schöner Abend, den wir genießen.

Am nächsten Tag rücken wir der Salzkruste zu Leibe, die sich während der Überfahrt wie ein Schleier um das Schiff gelegt hat. Nach drei Stunden glänzt die KAMI wieder und die Spuren der Offshore-Passage sind beseitigt. Mit unseren 25-Liter-Kanistern fahren wir zu einer nahegelegenen Tankstelle und füllen die Dieselvorräte auf – insgesamt lagern wir Treibstoff für knapp 700 Euro ein. Die Tour zur Tankstelle machen wir zweimal.

Quinta do Lorde liegt sehr abgelegen. Für die Fahrt nach Funchal, der Hauptstadt, benötigen wir etwa 30 Minuten. In der Hauptstadt suchen wir zunächst eine Decathlon-Filiale. Auch hier sind Hunde nicht erlaubt, wir tricksen und setzen Piper in den Einkaufswagen – so lässt man uns gewähren. Wir kaufen eine Fitnessmatte und zwei Angelköder und besuchen anschließend ein Anglergeschäft. Dort finden wir eine Multirolle für die Trollingangel.

Weiter geht es nach Machico. Dort gibt es ein Restaurant namens „Munchis“. Auch auf Bermuda gab es einst einen Imbiss namens „Munchi“. Die Burger dort waren richtig lecker – 2023 war ich mit Karsten Stammgast. Das Munchi hier auf Madeira muss also auch getestet werden. Wir werden herzlich empfangen und draußen mit Piper bewirtet. Getränke und Essen schmecken super. Wir sind begeistert und nehmen uns vor, wiederzukommen.

Leider ist die Waschmaschine im Hafen kaputt und der Waschraum riecht unangenehm. Also organisieren wir in Funchal einen Laundry-Service, wo unsere Bettwäsche und Handtücher für 18 Euro express gewaschen werden. Die Wartezeit verbringen wir in einer kleinen Bar an der Küste. Der Chef spricht ein paar Brocken Deutsch, kommt aus Brasilien und lebt mit seiner „Schmetterling“ – wie er seine Partnerin liebevoll nennt – auf Madeira. Wir unterhalten uns bei einem Mojito fast eine Stunde mit ihm. Im Hintergrund läuft chillige Musik. Wir fragen danach und bekommen den Link zur Spotify-Playlist. Genau unser Ding: smooth und entspannt – schön.

Am Wochenende nutzen wir die Zeit und starten Teams-Meetings mit Lea und Madeleine. Schön, mal wieder etwas aus der Heimat zu hören. Tagsüber arbeitet Kathi an ihrem Ausbildungshandbuch für Brandschutzhelfer und möchte eine gebundene Ausgabe für die Schulungsteilnehmer erstellen. Mike erledigt kleinere Reparaturen am Schiff. So vergeht die Zeit im Hafen und auf der Insel wie im Flug.

Das Wetter auf Madeira ist sehr wechselhaft: Morgens scheint die Sonne, mittags stürmt der Wind und nachmittags gibt es Regen. Mit dem Mietwagen sind wir unterwegs und suchen einen Strand, wo Piper ins Wasser kann. Leider ist das fast unmöglich – alle öffentlichen Strände mit Eintritt sind während der Saison für Hunde tabu. Ärgerlich. Wir finden einen kleinen, steinigen Strandabschnitt abseits, wo einige Surfer unterwegs sind. Nicht gerade einladend, aber zum kurzen Baden reicht es. Piper genießt es, wir auch – bis uns eine größere Welle bis zur Hüfte erwischt. Wir stehen in nassen Sachen da. Mist! Schnell aufs Schiff und umgezogen.

Abends fahren wir ohne Piper nach Canical in ein abgelegenes Restaurant mit guter Tripadvisor-Bewertung. Der Kellner ist nett, aber das Essen überzeugt uns nicht. Hier zeigt sich wieder, wie unterschiedlich Meinungen und Geschmäcker sein können.

In Funchal besuchen wir einen Obst- und Gemüseladen. Der Verkäufer spricht Deutsch und erklärt die tropischen Früchte in der Auslage. Wir nehmen drei verschiedene Drachenfrüchte und eine Monstera-Frucht mit. Zum Frühstück wollen wir probieren – nur eine der drei Drachenfrüchte schmeckt uns richtig gut. Die Monstera erinnert an eine Mischung aus Banane und Ananas, die Konsistenz ist eher breiig.

Unsere Suche nach einem schönen Sandstrand endet in Funchal, in der Nähe des Madeira Forum. Laut Internet sind dort Hunde erlaubt – das wollen wir sofort ausprobieren. Wie im B5-Center in Dallgow sind auch hier die Shops über Außenbereiche zugänglich. Leider dürfen wir mit Hund die meisten Geschäfte nicht betreten. Also ein Reinfall! Schade!
Über den „schönen Sandstrand“ (Ironie aus) freut sich immerhin Piper – und eins steht fest: Unser nächster Halt auf den Kanaren wird von der Aussicht auf „weißen, feinkörnigen Sand“ abhängig gemacht.

Am vorletzten Abend bekommen wir auf der KAMI spätabends unerwarteten Besuch: Mike entdeckt im Salon auf der Lehne ein Krabbeltier spazieren. Zuerst denken wir an eine Eidechse (davon gibt es hier ja unzählige), doch der Besucher entpuppt sich als riesige Schabe. Wie vom Blitz getroffen springen wir auf, schalten das Licht an und greifen nach der elektronischen Fliegenfalle (die aussieht wie ein Tennisschläger).
Nach mehreren wilden Sprüngen durch den Salon landet die afrikanische Kakerlake schließlich unter der Fliegenfalle. Mit Hilfe einer Küchenrolle fliegt sie im hohen Bogen über die Reling ins Freie. Wie eklig!

Natürlich googeln wir sofort – und finden Schlagzeilen wie „Madeira, Hochburg der Schaben“ oder „Kakerlakenplage in Portugal“. Kathi ekelt sich so sehr, dass sie direkt einen Herpesausschlag bekommt. Die Nacht ist unruhig, und am nächsten Morgen wird das gesamte Schiff auf den Kopf gestellt. Zum Glück finden wir keine Nester, Eier oder weitere Tiere. Gott sei Dank! Hoffentlich war es nur eine einzelne nächtliche Besucherin, die über eine Festmacherleine an Bord gelangt ist. Wachsam bleiben wir jedenfalls und behalten unsere Vorräte gut im Auge.

Am letzten Abend sind wir bei Silke und Peter auf ihrer Hyperion eingeladen. Bei einer Flasche Roséwein philosophieren wir über die nächsten Reisepläne. Auch die Crew der Hyperion möchte Ende des Jahres den Sprung über den Atlantik in die Karibik wagen. Im Gegensatz zu uns wollen sie jedoch noch einige Wochen auf Madeira bleiben. Für uns wäre das keine Option – wir vermissen schlicht die schönen Strände und wünschen uns noch ein paar Grad wärmere Temperaturen.

Madeira ist abgehakt. Man kann die Insel besuchen – muss man aber nicht unbedingt. Für Liebhaber von Blumen, Pflanzen und steilen Bergen sicherlich eine Bereicherung.

Go to Canary Islands (Lanzarote 270 sm) … erstes Ziel: Playa Francesa auf La Graciosa

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Land in Sicht – Willkommen in Brest!

Nach vier Tagen und fünf Stunden auf See, mit wenig Schlaf, viel Seegang und einer Achterbahn aus Emotionen, sind wir endlich in der Bucht von Brest angekommen. Als hätte sie auf uns gewartet, ließ sich die Sonne pünktlich zu unserer Ankunft blicken – und wir konnten es kaum fassen: Wir haben’s geschafft!
Die letzten Seemeilen hatten es nochmal ordentlich in sich. Plötzlich wurde der Motor der Backbordmaschine ungewöhnlich laut – ein tiefes Grollen ging durch die KAMI, das ganze Schiff vibrierte. Mike schaltete sofort den Autopiloten aus, übernahm das Steuer von Hand, drosselte die Fahrt, fuhr ein paar Manöver vor und zurück. Das Ruder war schwerfällig, kaum zu bewegen – ein unwohles Gefühl mitten auf dem Wasser. Doch nach ein paar Bewegungen lockerte sich das Ganze etwas, und wir entschieden, vorsichtig weiterzufahren. Tauchen würden wir dann später – in der ruhigen Ankerbucht.

Und dann – als würde das Meer sagen „Gut gemacht“ – tauchten zwei Delfine auf. Sie schwammen spielerisch zwei Runden um die KAMI, als wollten sie uns aufmuntern und gratulieren. Es sind diese kleinen, magischen Begegnungen, die alle Mühe vergessen lassen.
Die Ankerbucht Postermen hatten wir uns bereits unterwegs über Navily ausgesucht – eine App, die unter Seglern wirklich Gold wert ist. Bewertungen, Fotos, Hinweise zu Einkaufsmöglichkeiten, Tankstellen, Ankergründen oder auch Restauranttipps – alles, was man braucht, um einen Ort für sich richtig einschätzen zu können.
Einen Hafen in Brest wollten wir dieses Mal bewusst nicht ansteuern. Die Berichte waren eindeutig: laut, trubelig, Fischer, die auf den Stegen ihre Fänge ausnehmen, und Jugendgruppen, die bis spät in die Nacht unterwegs sind. Alles legitim, aber nicht das, was wir gerade brauchten. Nach den intensiven Tagen wollten wir nur eins: Ruhe.
Postermen empfing uns ruhig und friedlich. Nur wenige andere Boote lagen vor Anker. Das Wasser war still, die Landschaft grün und sanft – ein Ort zum Durchatmen. Wir warfen den Anker, atmeten tief durch – und begannen, die KAMI wieder in ihren Normalzustand zu bringen: Großfall abbinden, damit es nicht gegen den Mast schlägt, Salonbett zurückbauen, Segel ordentlich verstauen und das Dinghi lösen, das Mike vor Abfahrt so fest verzurrt hatte, dass es sich auf der ganzen Überfahrt keinen Millimeter bewegt hatte.
Dann setzten wir uns mit Piper ins Trampolin, ein kalter Gin Tonic in der Hand – unser verdienter Anker-Drink. Die Erschöpfung wich langsam der Zufriedenheit. Das war der Moment, für den man all die Mühe auf sich nimmt.

Ankunft in Brest

Am Abend fuhren wir noch mit dem Dinghi zum nahegelegenen Ufer, damit Piper endlich mal wieder festen Boden unter den Pfötchen spüren konnte. Der Strand war leider sehr steinig, also blieben wir nicht lang. Aber allein die kurze Pause auf festem Grund tat uns allen gut.

KAMI in der Bucht von Postermen

Natürlich – wie immer – steht auch nach einer langen Passage gleich wieder „To-Do“ auf dem Programm. Noch unterwegs hatten wir uns eine Aufgabenliste erstellt, die wir jetzt in Angriff nahmen:
Mike backte zwei Brote, denn tagelang nur Müsli zu essen, ist auf Dauer keine Lösung. Die KAMI wurde außen gründlich vom braunen Kanalwasser befreit, das sich wie ein Film über das gesamte Unterwasserschiff gelegt hatte. Mike schlüpfte in den Neopren-Shorty und tauchte ab – und wie vermutet hatte sich am Backbord-Ruderblatt eine dicke Schicht Sargassum festgesetzt. Die Algen hatten sich sogar ums Rudergestänge gewickelt. Nach ein paar beherzten Tauchgängen war alles wieder frei – die KAMI wieder klar zum Start.
Das Wetter bleibt dabei wechselhaft. Am Donnerstag war der Nebel so dicht, dass wir die gegenüberliegende Küste – keine 200 Meter entfernt – kaum erkennen konnten. Heute zeigt sich das Wetter etwas freundlicher: wolkig bis heiter. Trotzdem mussten wir den Generator anwerfen, denn nach dem Brotbacken und Kochen war ordentlich Strom verbraucht – und ohne Sonne liefern die Solarpanele natürlich nichts.

Beim Durchsehen unseres Großsegels fiel Mike dann ein weiteres Detail auf: Die Gummis, mit denen der Segelmacher in Warnemünde das Segel an die Mastrutscher befestigt hatte, waren teilweise schon durchgescheuert – nach gerade mal ein paar Tagen Einsatz. Glücklicherweise haben wir noch Dyneema-Tauwerk an Bord, mit denen wir schon vorher das Groß angeschlagen hatten. Also bastelten wir neue Loops und befestigten das Segel damit neu. Dabei entdeckten wir auch noch lose Imbusschrauben an den Segellatten, die wir natürlich gleich nachzogen.
Merke: Nur weil etwas vom Profi gemacht wurde, heißt das nicht, dass es auch wirklich hält. Man muss alles selbst noch mal checken – schade eigentlich, aber lieber so als eine böse Überraschung mitten auf dem Atlantik.

Zum Tagesabschluss wagten wir uns – trotz strömendem Regen – noch mit dem Dinghi an Land nach Roscanvel, in ein kleines familiengeführtes Bistro, das von anderen Seglern in Navily empfohlen wurde. Piper blieb an Bord, wir hatten reserviert – und wollten uns diesen Abend nicht entgehen lassen.

Dinghi mit Regen in Postermen

Die Betreiberin empfing uns herzlich, erklärte die kleine Karte auf Englisch – es gab französische Snacks, viel Weißbrot, kleine Leckereien. Zwar grummelte der Magen später etwas – Weißbrot ist einfach nicht mehr ganz unseres – aber der Abend war stimmungsvoll und schön. Im Bistro gab es außerdem viele kleine, handgemachte Dinge: Tassen, Puzzles, Notizbücher, liebevolle Kleinigkeiten.

Wir nahmen zwei kleine Erinnerungen mit – auch wenn wir wissen: Wir müssen aufpassen, sonst ist die KAMI irgendwann randvoll mit Souvenirs. Die erworbenen Kleinigkeiten wurden liebevoll verpackt – das kennt man so gar nicht aus der alten Heimat. Frankreich ist wirklich schön – dieses Flair hier zieht uns sehr in den Bann.

Gift Brest

So ihr Lieben – wie ihr seht, uns wird nicht langweilig. Zwischen Bordoffice und Bootsarbeiten vergehen die Tage schnell – aber erfüllt. Uns geht’s gut, Piper hat ihr neues Lieblingsbett im Salon entdeckt, und wir genießen den Moment, bevor die nächste Etappe ruft.

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Fast am Limit

Der Dienstag begrüßt uns mit Sonne und Wärme, doch wieder bleibt uns der ersehnte Segelwind verwehrt – also schieben uns die Diesel weiter Richtung Westen. Piper lege ich vorsorglich auf eine Kühlmatte ins Cockpit. Sie scheint es zu genießen und wirkt mit ihren 1,5 Jahren immer knuffiger. Bei Wellengang weicht sie kaum von meiner Seite, schaut ständig nach mir und kuschelt sich während der Nachtwache dicht an mich. Kathi ist, glaube ich, schon ein wenig eifersüchtig. Es ist einfach schön, Piper dabei zu haben. Leider fehlen ihr noch die Seebeine, weshalb wir ihr bei ruppigem Wetter ab und zu ein Mittelchen zur Beruhigung geben müssen. Wenn es knallt und kracht oder die Wellen von vorn kommen, sucht sie Nähe und Schutz bei uns – ihrem kleinen Rudel. Eigentlich gilt ihre Rasse als schwierig in den ersten drei Jahren, doch auf Piper trifft das kaum zu. Klar, manchmal hat sie ihren Sturkopf, aber meistens ist sie einfach nur Zucker.

Trotzdem kommen wir ganz gut voran. Nachts mache ich ein Foto vom Plotter: 666,6 nautische Meilen liegen nun hinter uns – leider meist unter Motor. Das soll sich mit der Biskayaüberquerung hoffentlich ändern.

Die langen Nachtwachen gehen nicht spurlos an mir vorbei. Mein Körper sendet Warnsignale: massive Bauchkrämpfe, Herzrasen. Zwei bis drei Stunden Schlaf in 24 reichen einfach nicht aus. Zum Glück ist der Englische Kanal bald geschafft – wir alle sind am Limit. Seit Samstag kämpfen wir uns Richtung Kanalausgang (Brest), und das bescheidene Wetter drückt mächtig auf die Stimmung.

Gerade in der letzten Nacht werden wir überraschend von der Segelyacht „Cocoon“ – ebenfalls ein Katamaran mit Ziel Mallorca – angefunkt. Es stellt sich heraus, dass wir uns vor zwei Monaten in Warnemünde begegnet sind. Der Skipper warnt uns: Unser AIS-Signal fällt ständig aus, vermutlich ein Defekt an der VHF-Funkantenne. Er hat Ersatz an Bord, wir verabreden uns für Mittwoch in einem kleinen französischen Hafen nahe Brest und wollen nach dem Fehler suchen. Tatsächlich finde ich tagsüber heraus, dass es im Kanal häufiger Probleme mit AIS-Signalen gibt. Vielleicht liegt überhaupt kein technischer Defekt vor. Wir bleiben wachsam.

Nach unserer Funkverbindung steuern wir die KAMI in stockfinsterer Nacht viel zu dicht an die Rocks bei Alderney vorbei – der Puls schießt hoch! Hinter der Insel tobt eine gewaltige Kabbelsee. Mit dem ersten Licht rollen riesige Wellen aus allen Richtungen auf uns zu. Die KAMI stampft tief in eine vier Meter hohe Welle, ein gewaltiger Wasserschwall fegt durch das Trampolin über Deck. Wie eine Boje tanzen wir im Wellental, dann der nächste Brecher – wie Faustschläge krachen Wassermassen auf unser Boot. Es rumpelt, knallt, und wir fühlen uns hundeelend. Unser Abenteuerstart – ganz anders als erträumt! Ich stehe am Steuerrad, raffe alle Kräfte aus meinem übermüdeten Körper zusammen und versuche, die KAMI zurück auf Kurs zu bringen.

Wie ein Magnet zieht es unser Schiff Richtung Küstenspitze mit steinigen Geröllbrüchen. Schnell werfe ich den zweiten Motor an, gebe alles. Das Stampfen wird schlimmer, aber irgendwie kommen wir frei. Tausend Gedanken rasen durch meinen Kopf: Wie geht es Kathi unten im Salon, wie Piper? Zittert Piper wieder vor Angst? Sobald wir wieder halbwegs Kurs haben, überlasse ich dem Autopiloten das Steuer, haste in den Salon – alles okay! Beide liegen beieinander, Kathi schaut mich fragend an. Ich versuche, das Erlebte herunterzuspielen, um sie nicht zu ängstigen.

Vielleicht fragt ihr euch, warum? Die Antwort ist einfach: Sollte Kathi oder Piper das Leben an Bord dauerhaft nicht ertragen – wegen Seekrankheit, Angst oder ständiger Unruhe – würden wir spätestens auf den Kanaren aussteigen. Unser gemeinsamer Traum wäre dann vorbei. Und das darf nicht passieren. Der holprige Start mit schlechtem Wetter, tagelangem Motoren gegen Wind und Wellen und gnadenlosen Gezeitenströmen (letzte Nacht schlichen wir mit nur 0,3 Knoten über Grund – so sehr bremst die Strömung gegenan!) fordert Tribut. Zeit für ein Verwöhnprogramm! In dieser Nacht plane ich für morgen und die nächsten Tage eine kleine Ankerbuchten-Rundtour durch die schönsten Landschaften. Wenn dann noch die Sonne lacht und wir unser Schlafdefizit ausgleichen können, steigt die Laune ganz bestimmt. Französisches Baguette, bummeln durch malerische Häfen, ein Glas Wein – einfach mal genießen. Klingt nach einem Plan, oder?

Natürlich ruft das Schiff: Neben der AIS-Anlage müssen auch die Vorräte ergänzt, zwei Anoden an den Faltpropellern getauscht, Ölstände geprüft, Seewasserfilter gereinigt und Salz von Deck gespült werden – klar Schiff! Ich will die Liegezeiten nutzen, um Brot zu backen. Kathi wünscht sich Walnussbrot, und wenn der Sauerteig erst einmal fertig ist, gibt’s gleich noch mein Spezialkörnerbrot. Danach portionieren wir alles und frieren es ein – so gibt’s für zwei Wochen Frühstücksschnittchen.

Ihr seht: Bei uns kommt keine Langeweile auf. Jetzt brauchen wir aber erst mal ein wenig Ruhe und Entspannung, um Energie für den bevorstehenden großen Atlantiktrip (1..200 sm) zu tanken.

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IJmuiden – Erholung, Erkundung & neue Pläne

Nachdem wir uns von der letzten, ziemlich kräftezehrenden Passage nach IJmuiden erholt hatten, kehrte so langsam wieder Alltag auf der KAMI ein. Schlaf nachholen, Eindrücke sortieren, neue Energie tanken. Und irgendwann kam der Punkt, an dem wir beschlossen: Jetzt möchten wir auch mal ein wenig von der Gegend sehen.

Auf der Suche nach der Innenstadt

Am zweiten Tag nach unserer Ankunft machten wir uns zu Fuß auf den Weg – Ziel: die Innenstadt von IJmuiden. Der Blick ging vorab auf die Karte: Es schien machbar, vielleicht nicht ganz um die Ecke, aber gut erreichbar. Also packten wir einen Regenschirm ein, schnappten Piper – und los ging’s.
Der Weg führte vorbei an großen Lagerhallen, Logistikfirmen, Industrie – ein klassisches Gewerbegebiet eben. Und er zog sich. Immer weiter geradeaus, kein Ende in Sicht. Nach gut 4,5 Kilometern tauchte endlich eine erste Wohnsiedlung auf. Unsere Hoffnung stieg … aber die erhoffte Innenstadt? Fehlanzeige. Stattdessen ein kleiner Supermarkt – immerhin. Wir stöberten ein wenig durch das Sortiment, holten ein paar Kleinigkeiten und machten uns dann wieder auf den Rückweg. Zu weit, zu monoton – vor allem auch für Piper.
Und natürlich – wie sollte es anders sein – auf dem Rückweg erwischte uns ein ordentlicher Wolkenbruch. Zu dritt unter unserem großen Regenschirm warteten wir mitten auf dem Gehweg, bis der Regen etwas nachließ. Zurück auf der KAMI waren wir uns einig: Morgen probieren wir es mit dem Bus – diesmal soll es nach Haarlem gehen.

Haarlem – Ein echtes Highlight

Am Dienstag gegen Mittag stiegen wir in den Bus Richtung Haarlem. Kathi hatte alles perfekt recherchiert: Umstieg, Fahrzeiten, Ticketpreise – und natürlich, ob Piper mitfahren darf (darf sie – Leine und Maulkorb griffbereit). Die freundliche Busfahrerin wies uns gleich beim Einsteigen darauf hin, wo wir umsteigen müssen – alle sehr hilfsbereit.
Nach etwa 45 Minuten erreichten wir den Bahnhof von Haarlem. Von dort waren es noch rund 10 Minuten zu Fuß bis in die Altstadt – und dann: Wow. Kleine, charmante Gassen, hübsche Läden, Cafés mit Außensitzplätzen, Kopfsteinpflaster, Fahrräder überall. Ein bisschen Amsterdam, aber entspannter. Wir schlenderten bis 17 Uhr durch die Straßen, schauten in Geschäfte, gönnten uns einen Kaffee und kauften ein paar Kleinigkeiten ein.
Der Rückweg verlief reibungslos. Piper hatte den Ausflug super mitgemacht – ein rundum gelungener Tag, der uns allen richtig gutgetan hat.

Der Strand direkt hinter dem Hafen

Am Mittwoch entdeckten wir zufällig den Strand von IJmuiden – nur ein paar Schritte hinter dem Hafengebäude. Weitläufig, bei Ebbe fast endlos, mit feinem, hellem Sand. Die Sonne ließ sich blicken, das Thermometer kletterte auf angenehme 22 Grad – und Piper tobte glücklich über den Strand, schnüffelte in kleinen Krebs-Löchern und rannte durch die Wellen.
Das Wasser war mit 21 Grad überraschend warm – wir gingen zumindest mit den Füßen rein. Danach ließen wir den Nachmittag in einer kleinen Beachbar ausklingen. In der Sonne sitzen, aufs Meer schauen, das Salz auf der Haut – ein perfekter Seglertag ohne Segeln.

Wetterplanung – und eine Mail zur rechten Zeit

Am Donnerstag stand – wie so oft – das Wetter im Mittelpunkt. Nach dem Frühstück setzten wir uns mit Kaffee und iPad ins Cockpit und checkten die Modelle. Unsere Frage: Wie weit kommen wir beim nächsten Fenster?
Und genau in dem Moment: eine Mail von Alina. Timing perfekt. Sie schrieb, dass sich ab Samstagabend ein passendes Windfenster auftun würde – mit guten Bedingungen bis mindestens Montag. Unsere innere Ungeduld war geweckt, aber gleichzeitig war uns klar: Wenn’s passt, dann früh los – mit der ersten Tide.

Vorbereitungen für die Weiterfahrt

Also planten wir Freitag noch einmal einen kleinen Einkauf. Kathi kümmerte sich um Proviant und Kleinkram, Mike ging nochmal zur Tankstelle. Die nette Dame im Hafenbüro hatte uns bestätigt, dass man dort an einem Terminal selbst zahlen könne – also eine klassische Self-Service-Tankstelle. Mike schaute nochmal ob auch genug Platz zum Anlegen ist, alles perfekt.
Am Samstagmorgen dann unser Fahrplan: Noch ein letzter Kaffee, dann gegen 8 Uhr zum tanken, um spätestens 9 Uhr ablegen zu können – die Tide sollte uns ein wenig Schub geben. Doch wie es halt so ist: An der Tankstelle hängt plötzlich ein Schild. „DEFECT – geöffnet nur von 10–17 Uhr.“ Kein Terminal in Betrieb. Natürlich.
Wir versuchten es telefonisch – keiner erreichbar. Also Funkgerät raus. Mike ruft den Hafenmeister auf Kanal 74. Zum Glück die Antwort: „Ich bin in 20 Minuten da.“ Er kam tatsächlich, öffnete die Zapfanlage manuell, und wir konnten unsere Tanks füllen. Der Zeitplan passte – gerade so.

Weiter geht’s – unter erschwerten Bedingungen

Nach dem Tanken machten wir uns direkt auf den Weg. Doch die Bedingungen waren alles andere als komfortabel: Gegen Wind und Welle kämpften wir uns mit der Strömung mühsam voran. Die KAMI hatte ordentlich zu tun, um überhaupt Fahrt über Grund zu machen.
Wie so oft: Wind direkt von vorn – an Segeln war nicht zu denken. Kathi versuchte währenddessen, Piper zu beruhigen, die den ständigen Seegang nicht wirklich mochte. Mike gab dem Großsegel noch eine Chance, doch schnell wurde klar: aussichtslos.
Also blieb es beim Motoren – wieder einmal.
Gegen Abend dann endlich die Wende: Der Wind drehte, wie von Alina vorhergesagt. Wir konnten die Genua setzen – und sofort lief es deutlich besser. Ruhigere See, mehr Geschwindigkeit, endlich etwas Segelfeeling! In der Nacht schlief der Wind noch einmal kurz ein, kam aber am frühen Morgen zurück.

Mike übernahm wie gewohnt die erste Nachtwache – und die hatte es in sich: Nicht nur herrschte dichter Verkehr auf der Route, auch die Ein- und Ausfahrten der Großhäfen Rotterdam und Zeebrügge lagen auf unserem Weg. Große Container- und Frachtschiffe kreuzten mit hoher Geschwindigkeit – volle Konzentration war gefragt. Kathi löste ihn gegen 5:30 Uhr ab.
In der Nacht kam plötzlich ein Funkspruch von der Küstenfunkstelle Zeebrügge direkt an die KAMI – Kathi war sofort hellwach. Die Dame fragte auf Englisch, wohin wir unterwegs seien und welchen Kurs wir fahren würden. Mike antwortete über Funk, während Kathi unterstützend zur Seite stand. Offenbar waren wir aus ihrer Sicht ein wenig zu nah an ein Arbeitsschiff zur Kabelverlegung herangefahren – man wollte einfach kontrollieren, wer wir sind und was wir vorhaben.
Ein kleiner Schreckmoment für uns – aber alles halb so wild. Wir hatten genügend Abstand gehalten, die Situation war ruhig und freundlich. Trotzdem: Ein klares Zeichen, dass in diesen stark frequentierten Gewässern auch die „Kleinen“ genau beobachtet werden.
In solchen Momenten sind wir froh über unser umgebautes Bett im Salon – wir schlafen in Reichweite zueinander, jederzeit bereit, im Notfall sofort zu reagieren. Auch Piper findet unser kleines Nest super gemütlich und bleibt am liebsten die ganze Zeit dort. So ist es auch für sie ein Stückchen angenehmer unterwegs zu sein.

Jetzt, gegen 12 Uhr mittags, sind wir kurz vor Calais – dem Eingang zum Englischen Kanal. Wenn alles wie geplant läuft, werden wir am Dienstag / Mittwoch in Brest ankommen. Das ist unser Ziel. Aber wie immer auf See: Mal sehen, was passiert …

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Kurs IJmuiden – endlich geht es los!

Nach fast 18 Tagen im Cuxhavener Seglerhafen entscheiden wir uns, endlich abzulegen und Kurs auf IJmuiden in den Niederlanden zu nehmen. Das Wetter und die Vorhersagen bei Windy passen einigermaßen für die rund 200 Seemeilen lange Etappe – und wir wollen jetzt auch einfach mal weiter.

Bevor wir am Freitagabend gegen 20 Uhr mit der ablaufenden Tide starten, füllen wir an der SB-Tankstelle im Hafen beide Tanks mit jeweils 72 Litern Diesel nach. Dann geht es los. Bei schönstem Abendsonnenschein biegen wir in die Elbmündung ein und motoren Richtung Nordsee zum ersten VTG (Verkehrstrennungsgebiet) „Jade Approach“.
Die ablaufende Flut aus Hamburg schiebt uns mit rund 2 Knoten – super.

Diesmal lassen wir nur eine Maschine laufen, um Sprit zu sparen und eine erste Verbrauchskalkulation zu machen. Natürlich ist das bei Strömung, Gegenwind und Welle nur bedingt aussagekräftig, aber für einen Mittelwert sollte es reichen.
Am Ende der Etappe rechnen wir hoch: 700 Liter Diesel ergeben eine Reichweite von ca. 1.000–1.200 Seemeilen, also rund 2.000 Kilometer. Nicht, dass ihr denkt, wir wollen absichtlich motoren – ganz im Gegenteil! Das dumpfe Gebrumme nervt uns wahnsinnig und geht irgendwann richtig auf den Kopf. Wir wollen segeln. Aber der Wind muss eben mitspielen.

Erste Nachtfahrt – neue Erfahrungen

Wir motoren also in die Nacht hinein. Laut Vorhersage soll es in den frühen Morgenstunden Wind geben. Ich schicke Kathi gegen 23 Uhr in die Koje und übernehme die komplette erste Nacht bis 8 Uhr morgens. Irgendwann kommt sie nochmal hoch und fragt: „Soll ich dich ablösen?“ Ich verneine, sie geht wieder schlafen.


Unsere Hündin Piper erlebt ihre erste Nachtfahrt – und ist völlig unentspannt. Sie weicht mir nicht von der Seite, schläft nur kurz, und wenn ich mich einmal bewege oder mir ein Getränk aus dem Kühlschrank hole, schaut sie mich mit ihren müden Augen an, als wolle sie sagen: Warum bewegt sich hier alles?! Sie muss sich natürlich erst daran gewöhnen, Tag und Nacht an Bord zu verbringen.
Beim „Lösen“ klappt es schon richtig gut: Wir gehen mit ihr auf das Vorschiff, geben den Befehl „Piper, los!“ – und sie macht brav ihr Geschäft. Danach wird wie auf See üblich alles mit Schlauch und Pütz abgespült. Natur zur Natur!

Wind? Fehlanzeige.

Am Samstagmorgen um 8 Uhr übernimmt Kathi die Wache, ich lege mich in den Salon in ihre Nähe und sage noch: Weck mich, wenn dir was komisch vorkommt oder du mit Radar oder AIS nicht klar kommst. Nach 20 Minuten bin ich wieder wach – Schlaf will sich einfach nicht einstellen. Also trinken wir einen Kaffee, und ich rolle die Genua aus. Immerhin: 9 Knoten Wind! Vielleicht reicht das für ein wenig Segelbetrieb?
Leider nicht. Nach zwei Stunden schläft der Wind wieder ein und das Segel fällt back. Also Genua einrollen. Wir tuckern weiter unter Maschine. Die Tide ist mittlerweile gekippt, der Strom kommt jetzt von vorn – unsere Geschwindigkeit sinkt auf nur noch 2,5 Knoten. Gerade einmal 4,6 km/h! Das ist langsamer als Gehen.

Tagsüber nutzt die Sonne jede Gelegenheit, vorbei zu schauen. Ich versuche, mal im Salon, mal im Cockpit ein Nickerchen zu machen – vergeblich. Ich finde keinen Schlaf.
Ab dem Nachmittag baut sich die See auf – 2,5 Meter Welle schiebt uns von hinten. Der Wind frischt auf: 10 bis 12 Knoten. Endlich! Aber: direkt von achtern, 180 Grad. Für unseren Katamaran KAMI denkbar ungünstig – wir können nur zwischen 40 und 135 Grad segeln. Also: Maschine bleibt an.

Wach bleiben um jeden Preis

Am Abend wird’s wolkig, wir sehen kaum noch Schiffe. Nach dem Abendbrot übernehme ich erneut die Nachtwache. Kathi geht schlafen – Kopfhörer auf, ich höre mal wieder „Domian“. Gegen Mitternacht schreibt meine Mom, dass sie nicht schlafen kann. Wir tauschen ein paar WhatsApp-Nachrichten aus. Ich vermisse Sie und meine Gedanken sind oft bei ihr.
Gegen 2 Uhr steht plötzlich Kathi bei mir. „Willst du dich ablösen lassen?“ fragt sie. Ich schicke sie nochmal in ihre Koje. Natürlich bin ich noch fit. Oder etwa nicht? Irgendwie hatte sie wohl eine Vorahnung. Immerhin bin ich zu dem Zeitpunkt schon fast einen ganzen Tag wach.

Um 4 Uhr werde ich richtig müde. Augenlider schwer, auf dem Plotter nichts, Radar leer, kein Verkehr – Langeweile macht sich breit. Und dann der gefährlichste Moment: Sekundenschlaf. Ich spüre, wie mein Körper ein klares Alarmsignal sendet. Nicht einschlafen! Also gehe ich sofort runter und wecke Kathi. Sie übernimmt ohne zu zögern.
Nach zwei Stunden narkotischen Tiefschlaf wache ich wieder auf. Es wird hell, Kathi steuert die KAMI mit Autopilot die Küste entlang. Aber weit sind wir noch nicht gekommen – kein Wunder bei der Gegenströmung. Unsere kalkulierten 34 Stunden für die Überfahrt nach IJmuiden werden wir nicht schaffen, am Ende sind es 40 Stunden.

Kontrolle auf See

Am Sonntag gegen 10 Uhr – mittlerweile haben wir sieben Stunden Verspätung – entdecke ich an Steuerbord ein großes Schiff der niederländischen Küstenwache. Kurz darauf wird ein RIB zu Wasser gelassen und rast mit Highspeed achteraus. Ich ahne schon: Die kommen zu uns.
Ein paar Minuten später liegen sie längsseits. „Woher kommen Sie?“, ruft einer der Beamten auf perfektem Deutsch. Ich antworte freundlich (trotz Müdigkeit) und erzähle von unserer Weltumsegelung. Nach ein paar Fragen und einem kurzen Gespräch wünschen sie uns alles Gute – und brausen wieder ab. Unsere erste Kontrolle auf See!

IJmuiden – der erste Stop außerhalb Deutschlands

Eine Stunde später erreichen wir IJmuiden. Wir funken den Hafenmeister auf Kanal 74 an. Kathi hatte dort zuvor angerufen, die Dame hatte einen freien Liegeplatz zugesagt – auf Deutsch. Jetzt fordert man uns über Funk auf, auf Englisch umzuschalten. Kathi übernimmt entspannt.
Wir motoren mit 15 Knoten Gegenwind in den Hafen. Ein „Marinero“ kommt im Dinghy entgegen und winkt uns, wir sollen folgen. Unser Liegeplatz ist in Reihe „F“. Die Ansteuerung klappt fast wie bei den Profis. Danach geht’s direkt ins Hafenmeisterbüro – wir buchen für eine Woche.

Nächste Schritte: Der Atlantik ruft!

Schon in der Nacht hatten wir via Podcast von Sebastian Wache (wetterwelt.com) gehört, dass das Wetter weiterhin suboptimal bleibt. Unser Plan: notfalls motoren bis Brest – raus aus dem Ärmelkanal, rein in den Atlantik.
Denn wir wollen endlich ins Warme! Segeln! Türkisfarbenes Wasser!

Bis dahin sind es noch ca. 600–700 Seemeilen. Aber: Gegenwelle und Gegenströmung sind das, was am meisten belastet – auch für unsere Piper. Sie musste schon Reisetabletten nehmen, um etwas zu entspannen. Sie ist ein wichtiger Teil der Crew – auch ihr Wohlbefinden steht für uns an erster Stelle.


Die Infos schicke ich in der Nacht an Alina. Direkt am Sonntagvormittag kommt ihre Antwort: Gegen Ende der Woche will sie sich mit neuen Wetterdaten melden.

Ankommen, schlafen, Pläne schmieden

Sonntagnachmittag gönnen wir uns ein Erholungsschläfchen – drei Stunden tiefster, erholsamer Schlaf. Der Körper holt sich, was er braucht. Am Abend fühlen wir uns wieder frisch und erkunden den Hafen und die Umgebung.

Seebeine wachsen nicht über Nacht – und wir sind froh, dass wir nicht ausschließlich auf Wind angewiesen sind. Wer nur auf’s Segeln gesetzt hätte, würde womöglich heute noch in der Ostsee treiben. Gut, dass wir auf einem Katamaran leben – die Vorteile gegenüber einer Monohülle sind enorm. Wir haben größten Respekt vor all unseren Mitseglern, mit denen wir über WhatsApp im Austausch stehen: die anderen Lossegler 2025.

Was kommt als Nächstes?

Am 26. Juli startet das legendäre Rolex Fastnet Race von Cowes nach Cherbourg. Über 400 Yachten nehmen teil. In den umliegenden Häfen wird es voll, laut – und spannend! Für uns ein weiterer Grund, so bald wie möglich durch den Ärmelkanal zu kommen.

Unsere Wunschroute:
 Noch einmal in IJmuiden auftanken, dann durch den Kanal nach Brest. Von dort aus Proviant und Diesel auffüllen – und auf Alinas „GO“ warten. Dann geht’s rüber über die Biskaya in einem weiten Atlantik-Bogen nach Madeira.
Dort ist gerade genau unser Wetter: Sonne, 32 Grad – Happy Feeling.

Jetzt beobachten wir aus den Niederlanden weiter die Wetterkapriolen. Die Wetterentwicklung wird immer rasanter, kurzfristiger, unberechenbarer.

Zur Stunde tobt ein höllisches Gewitter über dem Hafen…

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Eine weitere Woche in Cuxhaven – und ein kleiner Tapetenwechsel

Wir liegen immer noch im Hafen von Cuxhaven, und langsam macht sich ein kleiner Hafenkoller breit. Die Wetter- und Windlage zwingt uns weiterhin zum Warten – und langsam wird es Zeit, dass es weitergeht!

Letztes Wochenende haben wir uns kurzerhand entschieden, ein bisschen Abwechslung in unseren Bordalltag zu bringen: Ein Mietwagen sollte her – für einen kleinen Ausflug und um auch mal wieder etwas anderes als Steg und Leinen zu sehen. Gesagt, getan: Am Montagmorgen holen wir bei Sixt unseren Leihwagen ab, Piper springt direkt auf ihren kleinen Hundesitz, den wir zum Glück noch in Warnemünde am Steuerstand montiert hatten – passt auch prima im Mietwagen.

Erster Stopp: Bremen
Unser erstes Ziel ist Bremen. Schon lange hatten wir vor, dort beim Werkverkauf von SVB – dem Yachtausrüster – vorbeizuschauen. Wir brauchen neue Langfender, die besser zur Freibordhöhe der KAMI passen. Vor Ort haben wir Glück: Die gewünschten Modelle sind tatsächlich vorrätig, wir schlagen zu.
Danach geht es weiter in die Bremer Altstadt. Wir schlendern durch die kleinen Gassen, genießen das Flair – und auf dem Marktplatz gönnen wir uns einen Kaffee in der Sonne. Ein schöner Moment, der uns mal wieder bewusst macht, wie gut uns auch kleine Landgänge tun.

SVB Bremen

Rückweg über Bremerhaven
Auf dem Rückweg legen wir noch einen Stopp in Bremerhaven ein. Direkt an der Weser, im Alten Hafen, machen wir mit Piper einen kleinen Spaziergang. Abendessen gibt es im Restaurant Villa Seebeck – ein echter Geheimtipp. Satt und zufrieden kehren wir später zurück an Bord der KAMI.


Dienstag: Hamburg ruft

Am nächsten Tag steht Hamburg auf dem Plan – inklusive eines kleinen Erledigungsprogramms: Wir brauchen ein neues Relingnetz, damit Piper an Bord besser gesichert ist. Unsere erste Adresse: Die Hamburger Tauwerkstatt. Nach kurzer Suche auf dem Gewerbehof finden wir die richtige Tür – das vorbestellte Netz liegt schon bereit, alles klappt wunderbar.
Danach fahren wir ins Alsterhaus. Kaum angekommen, beginnt es natürlich zu regnen. Typisch. Wir lassen uns nicht entmutigen, gehen mit Piper ein wenig an der Kleinen Alster spazieren – die ist zum Glück überdacht –, trinken wieder einen Kaffee und entscheiden uns dann doch recht schnell für die Rückfahrt. Bei Regen durch Hamburg zu streifen macht weder uns noch Piper wirklich Spaß.

Abendbesuch an Bord
Zurück auf der KAMI wartet ein weiteres Highlight: Besuch! Holger, unser lieber Schwager, kommt vorbei. Gerade haben wir die Einkäufe verstaut, da klingelt auch schon das Telefon. Er steht vorm Vereinseingang. Große Freude! Gemeinsam gehen wir ins kleine Restaurant Lieblingsplatz, das sich direkt oberhalb des Hafengeländes befindet. Wir essen gemütlich, plaudern über Zuhause und tauschen Pläne aus. Schön, dass es so spontan geklappt hat! Gegen 19 Uhr verabschiedet sich Holger wieder Richtung Hamburg – am nächsten Tag steht für ihn schon der nächste Termin an.

Relingnetz & neue Motivation
Am Mittwoch bringen wir den Mietwagen zurück. Das Wetter klart auf, die Sonne lässt sich blicken – und wir legen direkt los mit der Montage des neuen Relingnetzes. Drei Stunden später ist alles fertig. Sieht gut aus – und wir fühlen uns gleich entspannter. Für Piper ist das neue Netz ein echter Sicherheitsgewinn.

Und jetzt? Warten auf den richtigen Wind …
Ob – und wann – es für uns weitergeht, entscheidet sich wohl morgen. Die Wettermodelle sind sich uneins, der Wind bleibt launisch. Aber: Wir bleiben zuversichtlich.

Wir halten euch auf dem Laufenden.

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Letzte Besuche an Bord – Abschied mit etwas Sonne, Kuchen und kleinen Wellen

In der vergangenen Woche standen unsere vorerst letzten Besuche an Bord der KAMI an – bevor es nun bald richtig losgehen soll. Und was sollen wir sagen: schöner hätten die Tage kaum sein können.
Am Freitag bekamen wir Besuch von unserem lieben Team: Sophie, Basti und Micha. Bei traumhaftem Wetter und strahlendem Sonnenschein schlenderten wir gemeinsam am Alten Strom entlang. Das Mittagessen bei Stromgold war wie immer ein Genuss – draußen sitzen, Boote gucken, die Seele baumeln lassen.
Anschließend setzten wir mit der Fähre über zur Hohen Düne, wo die KAMI schon auf uns wartete. An Bord machten wir es uns gemütlich – Kaffee, Kuchen, Gespräche und Lachen in der Nachmittagssonne. Ein richtig schöner, entspannter Tag, der mit einem goldenen Sonnenuntergang endete, bevor sich die drei wieder auf den Heimweg machten.
Am Samstag war dann Familienzeit angesagt: Lea, Kathis Tochter, kam vorbei – zusammen mit Jacob und der kleinen Paula, ihrem Dackel. Die beiden waren ja schon letztes Jahr mit an Bord, da mussten wir kaum noch etwas zeigen – die KAMI war ihnen längst vertraut. Also packten wir unsere Sachen und machten uns direkt auf den Weg zum Strand. Das Wetter war fantastisch, die Sonne schien und die Hunde tobten durch den Sand – auch wenn sich beide nicht so richtig fürs Schwimmen begeistern konnten.

Zurück auf der KAMI gab’s – na klar – wieder Kuchen. In letzter Zeit ist das irgendwie zur Tradition geworden … Sport steht also ganz oben auf der To-do-Liste, grins. Nach dem süßen Snack machten wir das Dinghy klar für die Überfahrt zum Abendessen am Alten Strom. Klein Paula war etwas skeptisch beim Einstieg, aber Lea und Jacob hatten vorgesorgt – mit einer süßen kleinen Hundeschwimmweste war sie bestens ausgestattet und sah damit auch ziemlich professionell aus.

Nachtrag: Die Tage im Juni mit wirklich Sonne und etwas erträglichen Temperaturen können wir an einer Hand abzählen!

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Und weiter geht’s… wir sind ready!

Besuch an Bord

Wie wir beim letzten Mal schon erzählt haben, erwarteten wir am Pfingstmontag Besuch – und zwar von unserem lieben Götz. Wir haben uns wahnsinnig gefreut, ihn an Bord willkommen zu heißen! Gemeinsam haben wir ihm alles gezeigt, was unser schwimmendes Zuhause zu bieten hat, und natürlich kamen wir auch auf das Thema medizinische Notfälle zu sprechen – ein spannendes und wichtiges Thema, über das wir gerne philosophierten.

Götz zu Besuch an Bord

Am Freitag kam Kathis beste Freundin Katha zu Besuch und verbrachte den ganzen Tag mit uns. Na ja, zumindest fast den ganzen Tag – Mike hatte sich nach ihrer Ankunft erst einmal verkrümelt, um Diesel zu holen und die Reservekanister zu verstauen. Wir Mädels hatten so Zeit für eine gemütliche Kaffeerunde mit den neuesten Klatschgeschichten aus der alten Heimat.

Nach dem Kaffee ging es für Kathi und Katha an den Strand, um endlich die lang ersehnte Sonne zu genießen – natürlich in Begleitung von Piper’li, die sogar ein bisschen im Wasser getobt hat. Bei 17 Grad Wassertemperatur war es zwar noch etwas kalt, aber die frische Luft und das Wasser machten trotzdem viel Freude.

Zum Abendessen gab es Schmorgurken – Mikes Lieblingsessen – und wir ließen den Tag mit einem Glas Wein ausklingen, bevor Katha sich am späten Abend wieder auf den Heimweg machte.

Vorbereitungen – Proviantieren

Am Dienstag warteten wir ganz gespannt auf unsere erste Steg-Lieferung von Edeka, die zwischen 12 und 16 Uhr angekündigt war. Kurz nach 12 klingelte dann Kathis Handy – der Lieferant war dran und fragte, an welchem Steg er uns findet. Wir erklärten ihm den Weg und kurz darauf sahen wir ihn schon auf uns zulaufen – mit vier großen Bananenkisten voll mit allem, was wir bestellt hatten!

Proviant
Proviant
Proviant

Nach dem Kontrollieren und Verräumen waren wir begeistert: Es war wirklich alles da! Eine riesige Erleichterung für uns, denn der nächste große Supermarkt ist entweder 40 Minuten Fahrt durch Markgrafenheide oder mit der Fähre erreichbar – beides nicht gerade um die Ecke. Also haben wir gleich die nächste Bestellung abgeschickt – besser geht’s nicht!

Das Verstauen der Vorräte erfordert allerdings etwas Geschick, denn in den Fächern und Schapps darf nichts klappern. Dosen und Flaschen packten wir einzeln in Luftpolsterfolie ein, um alles sicher zu verstauen. Einige spezielle Sachen wie Antibrumm, Kefir- und Joghurtbakterien haben wir noch online bestellt. So langsam sind wir wirklich startklar – Aufproviantierung abgeschlossen!

Kleiner Strandausflug

Um die seltenen Sonnenstrahlen hier bei uns zu genießen, haben wir am Samstag einen Strandtag eingeplant – und damit auch die erste Dinghy-Fahrt für Piper in diesem Jahr. Wir machten das Dinghy startklar, ließen es ins Wasser und verstauten unsere Strandsachen darin. Piper schaute erst sehr skeptisch zu, aber dann hieß es: Rein ins Dinghy und los!

Piper im Dinghy

Zuerst war Piper nicht so begeistert, doch wir fuhren ganz vorsichtig und sanft über die Wellen, sodass sie sich langsam wieder an das kleine Boot gewöhnen konnte. Wir hatten am Hundestrand viel Spaß… es fühlte sich schon fast wie „Sommer“ an.

Spielt das Wetter nächste Woche mit, werfen wir endlich die Leinen los. Die KAMI ist bereit zum Ablegen und Auslaufen.
Wir halten euch auf dem Laufenden – versprochen!

KAMI im Abendrot in Warnemünde

Einleben an Bord und erster Besuch: Unsere ersten Tage auf der KAMI

Fast 10 Tage sind vergangen – und nach dem ersten, oft chaotischen Eingewöhnen auf unserem neuen Zuhause, der KAMI, finden wir allmählich in unseren Alltag an Bord. Die ersten Tage waren geprägt von viel Arbeit, kleinen Erfolgen und dem ersten Besuch von lieben Menschen.

Piper auf dem Vorschiff

Aufräumen, Aufbauen und Arbeiten

Die erste Woche stand ganz im Zeichen des Aufräumens und Einrichtens. Das Boot wurde auf Hochglanz gebracht, und Mike hat das neue Fusion-Radio eingebaut – ein großartiges Abschiedsgeschenk, das uns auf See stets mit Musik und Nachrichten versorgen wird. Auch das Satellitentelefon und die Truma 45-Liter-Tiefkühlbox sind jetzt einsatzbereit.

Neben den Bootsarbeiten haben wir auch das Bootsoffice in Betrieb genommen und die ersten Videokonferenzen abgehalten. Kathi hat unsere Blumenkästen mit Küchenkräutern und einer Tomatenpflanze bestückt. Wir sind gespannt, wie sich Dill, Petersilie, Basilikum, Minze und Schnittlauch auf See schlagen werden!

Kräutergarten an Bord

Proviant und Einkauf

Die ersten 200 Liter Diesel sind gebunkert, und die Proviantliste ist geschrieben. Beim Spaziergang durch den Hafen fiel uns ein Werbeaufsteller ins Auge: Ein neuer Edeka-Markt in der Nähe bietet an, den Einkauf bis an den Steg – oder sogar direkt ans Boot – zu liefern. Für uns ein echter Glücksfall! Sofort wurde der Laptop aufgeklappt und Konserven, Nudeln, Reis, Kaffee und Getränke bestellt. Die erste Lieferung soll am Dienstagnachmittag direkt zur KAMI kommen. Wir sind gespannt, ob das klappt!

Frische Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Fleisch und Co. werden wir weiterhin im großen Edeka-Superstore in Rostock besorgen.

Wetterkapriolen und Hafenleben

Das Wetter hier oben an der Waterkant ist leider nicht gerade einladend. Gestern, am Pfingstsonntag, war der bislang schlimmste Tag: Unentwegt Regen, Sturmböen, Gewitter und Temperaturen, die den ganzen Tag die Heizung laufen ließen. Der Sturm hat einigen Booten im Hafen ordentlich zugesetzt. Bei einem Segelboot ist die Persenning gerissen, und an unserem Steg nahm eine Schweizer Motoryacht Schaden, weil die Fender verrutscht waren. Das GFK wurde dabei nicht unwesentlich beschädigt – tiefe Kratzer und Abplatzungen sind die Folge. Der abwesende Eigner wird sich freuen …

Für uns ist unverständlich, warum in dieser angeblichen 5-Sterne-Marina bei solchem Schwerwetter niemand vom Hafenpersonal nach dem Rechten schaut. Kein Wunder, dass viele Jahreslieger sich nach Alternativen umschauen und dem Hafen den Rücken kehren. Schade. „Servicewüste Deutschland“ – hier scheint sich das Sprichwort mal wieder zu bewahrheiten.

Weitere Vorbereitungen

In dieser Woche kümmern wir uns weiter um das Aufproviantieren. Es müssen noch mindestens 200 Liter Diesel und 50 Liter Benzin gebunkert werden. Wenn alle Tanks und Kanister voll sind, stehen uns 700 Liter Diesel für die Antriebsmaschinen und dem Stromgenerator zur Verfügung. Würden wir ausschließlich motoren (also nicht segeln), könnten wir mit unserem Treibstoffvorrat rund 3.000 Kilometer bzw. 1.600 Seemeilen zurücklegen – im Idealfall.

Außerdem wollen wir uns in dieser Woche um unser Grab-Bag kümmern und dem Flugrost an der Solarpanelkonstruktion zu Leibe rücken. Nico ist für Mittwoch eingeplant und wird sich noch einmal um die Maschinen kümmern. Wir wollen das Motoröl wechseln und die Wasserpumpen erneuern.

Erster Besuch an Bord

Am vergangenen Samstag durften wir unseren ersten Besuch an Bord begrüßen: Kathis Mama, ihr Bruder und die Schwägerin haben uns die Ehre gegeben. Die KAMI wurde inspiziert, und im Cockpit gab es Kaffee und Kuchen. Das Wetter war typisch April – nur leider mitten im Juni. Trotzdem haben wir uns sehr über den Besuch gefreut.

Für heute Abend hat sich ganz kurzfristig „Götz“ für eine kleine Stippvisite hier in Warnemünde angemeldet.

Impfmarathon abgeschlossen

Heute Nachmittag haben wir unsere erste Schluckimpfung gegen Cholera eingenommen. Nach spätestens 6 Wochen folgt die zweite, und dann sind wir für mindestens 2 Jahre „safe“. Damit ist unser Impfmarathon abgeschlossen. Sämtliche Kosten wurden von unserer Krankenkasse übernommen – sogar die für die noch recht neue und teure Dengue-Impfung. Unsere Impfpässe sind jetzt voll durchgestempelt. Nach dem Motto: „Lieber haben als brauchen“!

Schluckimpfung gegen Cholera

Wir freuen uns auf Austausch!

Wir freuen uns über Kommentare und den Austausch mit euch. Habt ihr Fragen oder Anmerkungen? Gern her damit! Wir sind gespannt auf eure Rückmeldungen und freuen uns, wenn ihr uns auf unserer Reise begleitet.

Bleibt neugierig – wir halten euch auf dem Laufenden!
Mike – Kathi und Piper`li von der KAMI

Reisevorbereitungen für Piper & unser Besuch in der Tierarztpraxis in den Havelauen

Gestern stand für uns und unseren Hund Piper wieder ein wichtiger Termin an: Die Reisevorbereitung in unserer Lieblingstierarztpraxis in den Havelauen (Werder a.d. Havel). Diesmal ging es vor allem um die Bestimmung des Tollwuttiters – ein Muss für viele Reiseländer, die den Nachweis eines ausreichenden Impfschutzes verlangen.

Was ist der Tollwuttiter und warum ist er so wichtig?

Für die Einreise in einige Länder reicht der bloße Nachweis einer Tollwutimpfung nicht aus. Stattdessen verlangen die Behörden ein amtliches Zertifikat über den Tollwuttiter. Dafür wird dem Hund eine kleine Menge Blut abgenommen und im Labor untersucht. Ist der Titer ausreichend, gilt das Zertifikat für drei Jahre – eine enorme Erleichterung für alle, die regelmäßig mit ihren Vierbeinern verreisen.

Ein eingespieltes Team – auch in schwierigen Zeiten

Unsere langjährige Tierärztin Linda Fiedler ist leider seit einiger Zeit krank. Umso dankbarer waren wir, dass sie sich trotzdem die Zeit genommen hat, unsere Bordmedikamentenliste für Piper mit den passenden Dosierungen zu vervollständigen. Gerade auf Reisen ist es beruhigend zu wissen, dass wir für den Notfall gut ausgestattet sind.

Überraschend viele unserer eigenen Medikamente – von Schmerzmitteln über Antibiotika bis hin zu Augentropfen – können im Ernstfall auch bei Hunden eingesetzt werden. Natürlich immer nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt! Besonders wichtig war uns diesmal ein Medikament gegen Seekrankheit für Piper. Laut Frau Dr. Inga Vetrella, der Chefin der Praxis, kommt Seekrankheit bei Hunden zwar selten vor, aber für den Ausnahmefall haben wir jetzt Tabletten im Gepäck.

Praxisalltag und neue Erfahrungen: Venenpunktion am Hund

Nach dem medizinischen Teil überraschte uns Frau Dr. Vetrella mit einer ungewöhnlichen Frage: „Wissen Sie, wo man bei Ihrem Hund eine Vene für eine Infusion findet?“ Wir sind zwar geübt darin, bei uns selbst einen Venenzugang zu legen, aber beim Hund? Die Anatomie ist doch etwas anders. Hunde haben oft sogenannte „Rollvenen“, die beim Einstechen der Kanüle einfach wegrutschen – und die Haut ist viel dicker als beim Menschen.

Der Punktionsversuch bei Alba


Unter Anleitung durfte Kathi es bei Piper ausprobieren. Trotz zwei Versuchen blieb der Erfolg aus: Die Vene ließ sich nicht fixieren, und Piper hatte wenig Lust, stillzuhalten. Doch die Praxischefin hatte eine Lösung parat: Ihre Boxerhündin Alba wurde als Übungsobjekt in den Untersuchungsraum gerufen. Alba blieb geduldig sitzen, und diesmal klappte es – Kathi konnte erfolgreich eine Kanüle in die Vene setzen. Was für eine wertvolle Erfahrung!

Herzlicher Abschied und ein Versprechen

Nach der lehrreichen Trainingseinheit verabschiedeten wir uns herzlich vom Praxisteam. Wir bekamen noch kleine Tüten mit Material zur Wundversorgung für unterwegs – für alle Eventualitäten auf hoher See oder in entlegenen Regionen. Besonders schön: Das Team versprach uns, dass wir uns jederzeit telefonisch melden können, wenn es Piper unterwegs nicht gut geht. Ein bisschen wie ein „Medico-Gespräch“ für Menschen, nur eben für unseren Hund.

Im Gegenzug gaben wir das Versprechen, viele „echte“ Postkarten von unseren paradiesischen Reisezielen an die Praxis zu schicken. Schließlich begleiten uns viele aus dem Praxisteam schon seit Piper`s Anfängen in den sozialen Medien.

Danke, liebes Praxisteam!

Wir werden auf unseren Reisen sicher oft an das großartige Team der Tierarztpraxis in den Havelauen denken.

Nochmals ein riesiges Dankeschön an euch alle – ihr seid wirklich klasse!

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