31. Mai 2023
Geza war so lieb und hat uns einen Bekannten, der Elektriker ist, aufs Boot geschickt. Nach zweistündiger Fehlersuche war klar, dass sich im Fußschalter der Elektro-Winsch ein Kurzschluss durch Nässe und Bewegung gebildet hat. Mit Lötkolben und Sikaflex wurde das Problem behoben. Die Winsch funktioniert also wieder. Prima!
Die Windanzeige, die wir seit unserer Ankunft hier betreiben, ist nicht wieder ausgefallen, was uns sehr verwundert. Wahrscheinlich liegen wir hier zu ruhig an der Kaimauer, und die Bewegungen reichen nicht aus, damit der Fehler wieder auftritt. Der Elektriker will heute Mittag hoch in den Mast (22 Meter), um nachzuschauen, ob die elektrischen Verbindungen direkt an der Windfahne „fest“ sitzen oder ob sich durch Wellen und Wind etwas gelöst hat. Wir sind gespannt und erwarten ihn in den nächsten 30 Minuten.

Gestern Abend waren wir bei Geza im „Wahoo“, um „meinen“ Tag etwas zu feiern. Schon als wir ankamen, war die Stimmung super – laute Musik, ausgelassene Leute … Eine schwarze Dame spricht uns auf Deutsch an; sie lebt hier mit einem Amerikaner. Schnell waren wir im Gespräch, und um uns herum bildete sich eine Traube von Menschen. Der eine spendierte uns ein Bier, der nächste einen speziellen Wahoo-Drink (Kaffeelikör, Manhattan, Rum). Je später der Abend wurde, desto lauter wurde es im Bistro-Patio (schuld ist bestimmt der ansteigende Alkoholspiegel der Gäste).
Es war ein klasse Abend!
Heute oder morgen wollen wir nach Hamilton. Das ist die kleinste und wohl auch teuerste Hauptstadt der Welt. Auf dem Plan steht ein Besuch des Aquariums, dann wollen wir uns noch in einem Marineshop ein Windhandmessgerät holen (als Backup) und die eine oder andere Sehenswürdigkeit beäugen.
Der Supermarkt ist nur 400 Meter von unserem Liegeplatz entfernt. Gestern waren wir schon einmal kurz schauen. Die Dose Cola kostet 2,45 USD, eine kleine Packung Cornflakes 7,50 USD, und für eine Flasche Mundspülung plus einen kleinen Marsriegel habe ich 14 USD bezahlt. Hier wird einem wieder bewusst, wie günstig wir in Deutschland Lebensmittel kaufen können! Mein Bestand an Bargeld (USD) hat reichlich abgenommen. Ich werde wohl noch einmal zum Automaten traben müssen.
Neben uns hat gestern ein Segelboot mit zwei deutschen Jungs aus Cuxhaven festgemacht. Sie kamen bei New York in schweres Wetter und haben einige Schäden, die sie unbedingt reparieren müssen. Wenn das Wetter besser wird, wollen sie auch Richtung Europa – Azoren. Hier liegen viele Boote, die durch den Sturm beschädigt wurden. Bei einem amerikanischen Pärchen hat es den Mast umgeknickt, bei anderen Seglern sind Solarmodule gebrochen, und einige haben Elektroprobleme. Bermuda ist DER Reparatur-Anlaufpunkt für Yachten, die weiter nach Europa wollen, also für die West- > East-Route.
Sonst stehen im Hafen überall die Segler zusammen und tauschen sich aus:
Woher kommt ihr?
Wo geht’s hin?
Habt ihr Probleme?
Es ist ein ganz besonderes Flair, das sich schwer beschreiben lässt.
Wir fühlen uns gerade sehr wohl, sind richtig ausgeschlafen und genießen (wartend auf den Elektriker) ein wenig die Sonne.
