Als Teil unserer intensiven Vorbereitung auf die Weltumsegelung haben wir kürzlich an der zweitägigen Veranstaltung „Medizin auf See“ der Firma Sailpartner in Hamburg-Blankenese teilgenommen. Diese Schulung war genau das, was wir gesucht haben, um uns medizinisch bestmöglich für unsere Reise zu rüsten. Der Fokus lag auf realen Notfallszenarien, die bei einem Leben auf See schneller eintreten können, als man denkt.

Segeln um die Welt bringt gewisse Risiken mit sich, auch wenn das durchschnittliche Unfallrisiko für gut vorbereitete Segler überschaubar bleibt. Aber in unserem Fall – da wir beide auch leidenschaftliche Taucher sind – ist das Verletzungsrisiko erhöht. Das Tauchen selbst birgt eigene Gefahren, die wir natürlich nicht außer Acht lassen. Mikes besondere Begeisterung für Haie und sein Wunsch, mit diesen faszinierenden Tieren in ihrer natürlichen Umgebung zu interagieren, steigert das gesundheitliche Gefährdungspotential zusätzlich. Das ist definitiv ein spannendes Thema, dem wir uns in einem eigenen Blogbeitrag noch ausführlicher widmen wollen.
Das Seminar „Medizin auf See“ deckte eine breite Palette an Themen ab:
– Notfälle an Bord
– Medizinische Untersuchungstechniken
– Telemedizinische Beratung (TMAS)
– Kältemanagement
– Grundkenntnisse der Anatomie
– Spritzen und das Legen von Venenzugängen
– Chirurgischer Wundverschluss
– Umgang mit Kopfverletzungen
– Versorgung von Verbrennungen
– Seekrankheit und viele weitere Themen.
Ein Highlight für uns waren die praktischen Übungen, insbesondere das Legen von Venenzugängen und das Nähen von Wunden. An Hühnerschenkeln durften wir die Knopfnaht-Technik üben, was uns viel Sicherheit für den Ernstfall gegeben hat.
Da wir beide beruflich aus einer medizinischen Umgebung (eigene Betriebsarztpraxis) kommen, können wir auch zu Hause oder in der Praxis regelmäßig das Legen von Venenzugängen üben – und die Gelegenheit nutzen, uns zum Beispiel einen Vitamincocktail wie den Myers-Cocktail intravenös zu verabreichen.
Angeregt durch das Seminar und das Fachbuch „Medizin auf See“ haben wir alle notwendigen Medikamente und Verbandsmaterialien an Bord unserer KAMI untergebracht. Wir haben Sauerstoff, chirurgische Sets, Diagnoseinstrumente und alle wichtigen medizinischen Tools an Bord, um für beinahe alle Eventualitäten gewappnet zu sein. Sogar unser Hund Piper ist mit Erste-Hilfe-Materialien und wichtigen Medikamenten versorgt – auch für ihn soll im etwaigen Notfall alles bereitstehen.
Dieses Seminar hat uns nicht nur die nötigen Kenntnisse vermittelt, sondern auch unser Vertrauen gestärkt, im Notfall schnell und kompetent reagieren zu können. Mit dem Wissen, dass wir gut ausgerüstet sind, fühlen wir uns sicherer auf unserer Reise. Besonders mit Blick auf die zusätzlichen Risiken durch das Tauchen und Mikes besonderes Interesse an Haien, die unsere Abenteuer sicher noch spannender machen werden, sind wir froh, bestens vorbereitet zu sein!
Bleibt gespannt – über unsere Erlebnisse auch unter Wasser und die damit verbundenen Herausforderungen werden wir noch in weiteren Blogbeiträgen schreiben!



