Reisevorbereitungen für Piper & unser Besuch in der Tierarztpraxis in den Havelauen

Gestern stand für uns und unseren Hund Piper wieder ein wichtiger Termin an: Die Reisevorbereitung in unserer Lieblingstierarztpraxis in den Havelauen (Werder a.d. Havel). Diesmal ging es vor allem um die Bestimmung des Tollwuttiters – ein Muss für viele Reiseländer, die den Nachweis eines ausreichenden Impfschutzes verlangen.

Was ist der Tollwuttiter und warum ist er so wichtig?

Für die Einreise in einige Länder reicht der bloße Nachweis einer Tollwutimpfung nicht aus. Stattdessen verlangen die Behörden ein amtliches Zertifikat über den Tollwuttiter. Dafür wird dem Hund eine kleine Menge Blut abgenommen und im Labor untersucht. Ist der Titer ausreichend, gilt das Zertifikat für drei Jahre – eine enorme Erleichterung für alle, die regelmäßig mit ihren Vierbeinern verreisen.

Ein eingespieltes Team – auch in schwierigen Zeiten

Unsere langjährige Tierärztin Linda Fiedler ist leider seit einiger Zeit krank. Umso dankbarer waren wir, dass sie sich trotzdem die Zeit genommen hat, unsere Bordmedikamentenliste für Piper mit den passenden Dosierungen zu vervollständigen. Gerade auf Reisen ist es beruhigend zu wissen, dass wir für den Notfall gut ausgestattet sind.

Überraschend viele unserer eigenen Medikamente – von Schmerzmitteln über Antibiotika bis hin zu Augentropfen – können im Ernstfall auch bei Hunden eingesetzt werden. Natürlich immer nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt! Besonders wichtig war uns diesmal ein Medikament gegen Seekrankheit für Piper. Laut Frau Dr. Inga Vetrella, der Chefin der Praxis, kommt Seekrankheit bei Hunden zwar selten vor, aber für den Ausnahmefall haben wir jetzt Tabletten im Gepäck.

Praxisalltag und neue Erfahrungen: Venenpunktion am Hund

Nach dem medizinischen Teil überraschte uns Frau Dr. Vetrella mit einer ungewöhnlichen Frage: „Wissen Sie, wo man bei Ihrem Hund eine Vene für eine Infusion findet?“ Wir sind zwar geübt darin, bei uns selbst einen Venenzugang zu legen, aber beim Hund? Die Anatomie ist doch etwas anders. Hunde haben oft sogenannte „Rollvenen“, die beim Einstechen der Kanüle einfach wegrutschen – und die Haut ist viel dicker als beim Menschen.

Der Punktionsversuch bei Alba


Unter Anleitung durfte Kathi es bei Piper ausprobieren. Trotz zwei Versuchen blieb der Erfolg aus: Die Vene ließ sich nicht fixieren, und Piper hatte wenig Lust, stillzuhalten. Doch die Praxischefin hatte eine Lösung parat: Ihre Boxerhündin Alba wurde als Übungsobjekt in den Untersuchungsraum gerufen. Alba blieb geduldig sitzen, und diesmal klappte es – Kathi konnte erfolgreich eine Kanüle in die Vene setzen. Was für eine wertvolle Erfahrung!

Herzlicher Abschied und ein Versprechen

Nach der lehrreichen Trainingseinheit verabschiedeten wir uns herzlich vom Praxisteam. Wir bekamen noch kleine Tüten mit Material zur Wundversorgung für unterwegs – für alle Eventualitäten auf hoher See oder in entlegenen Regionen. Besonders schön: Das Team versprach uns, dass wir uns jederzeit telefonisch melden können, wenn es Piper unterwegs nicht gut geht. Ein bisschen wie ein „Medico-Gespräch“ für Menschen, nur eben für unseren Hund.

Im Gegenzug gaben wir das Versprechen, viele „echte“ Postkarten von unseren paradiesischen Reisezielen an die Praxis zu schicken. Schließlich begleiten uns viele aus dem Praxisteam schon seit Piper`s Anfängen in den sozialen Medien.

Danke, liebes Praxisteam!

Wir werden auf unseren Reisen sicher oft an das großartige Team der Tierarztpraxis in den Havelauen denken.

Nochmals ein riesiges Dankeschön an euch alle – ihr seid wirklich klasse!

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Pakete aus Neuseeland: Sturmtaktik, Ausrüstung und die Suche nach dem besten Sturmanker

Im Januar dieses Jahres nahmen wir an einem spannenden Micro-Seminar des Trans-Ocean e.V. teil – dem Verein zur Förderung des Hochseesegelns. Das Thema lautete: „Wenn die See schlechte Laune hat“. Diese Micro-Seminare finden regelmäßig in den Wintermonaten statt und bieten eine Plattform, um Wissen und Erfahrungen aus der Blauwasserszene zu teilen. Die Veranstaltungen sind kostenlos, laufen über Zoom und bieten eine Stunde Vortrag mit anschließender Fragerunde und Diskussion mit erfahrenen Referenten.

FedEx Pakete aus Neuseeland
Ankunft der FedEx Pakete aus Neuseeland (Lieferzeit ca. 3 Monate)

Sturmtaktik: Wissen aus erster Hand

Beim ersten Seminar des Jahres standen das richtige Verhalten und die passende Ausrüstung im Sturm im Mittelpunkt. Gesprächspartner waren Claudia und Jürgen Kirchberger, die aus ihrer eigenen Erfahrung Strategien und Taktiken für schweres Wetter auf See und im Hafen vermittelten. Von der Vorbereitung auf Starkwind, über das richtige Setzen von Sturmsegeln, bis hin zu Ankertaktiken im Orkan – die Bandbreite der Themen war groß und praxisnah.

Die unterschätzte Gefahr: Vorbereitung auf schwere Wetterlagen

Angeregt durch das Seminar haben wir uns intensiv mit dem Thema Sturmtaktik beschäftigt. Besonders überrascht hat uns, wie wenige Segler – auch in den zahlreichen WhatsApp-Gruppen des Trans-Ocean Vereins – sich wirklich mit Präventionsmaßnahmen und Ausrüstung für schwere Wetterlagen auseinandersetzen. Das ist für uns kaum nachvollziehbar, denn die klimatischen Bedingungen auf den Weltmeeren werden von Jahr zu Jahr extremer und unberechenbarer. Die Zahl der Stürme, Hurrikans und Zyklone nimmt weltweit zu, und die Intensität dieser Wetterereignisse steigt deutlich an.

„Intensivierte Stürme, veränderte Windmuster und unvorhersehbare Strömungen sind nur einige der Herausforderungen, an die sich Segler heute anpassen müssen.“

Gerade für uns, die wir in den kommenden fünf Jahren die Welt umsegeln und zahlreiche Ozeane und Meere durchqueren wollen, ist eine durchdachte Sturmtaktik und die richtige Ausrüstung essenziell.

Der Markt in Deutschland: Kaum Auswahl, hohe Preise

Bei der Recherche nach geeigneten Sturmankern und Treibankern wurde schnell klar: Der deutsche Markt bietet nur eine sehr begrenzte Auswahl an modernen und effektiven Systemen. Lediglich zwei Anbieter konnten wir ausfindig machen – und die Preise sind entsprechend hoch. Für einen Sturmanker inklusive Zubehör werden schnell 3.000 Euro und mehr fällig.

Empfehlung aus erster Hand: Coppins Sea Anchors aus Neuseeland

Auf der Suche nach Alternativen habe ich erneut den Kontakt zu Claudia und Jürgen Kirchberger gesucht. Sie empfahlen mir die neuseeländische Firma Coppins Sea Anchors. Die Webseite, die Erfahrungsberichte und die technischen Details überzeugten mich sofort.

Coppins Sea Anchors ist seit über 40 Jahren auf die Entwicklung und Fertigung von Para Sea Anchors und Drogues spezialisiert. Die Produkte sind international anerkannt, vielfach ausgezeichnet und werden von Seglern weltweit eingesetzt. Besonders beeindruckend: Der „StormFighter“ ParaSea Anchor hat sich in extremen Bedingungen – mit 80 Fuß hohen Brechern und Windgeschwindigkeiten von bis zu 154 Knoten – bewährt.

Was ist ein Para Sea Anchor?

Ein Para Sea Anchor (auch Fallschirmanker genannt) wird bei schwerem Wetter an der Bugseite des Schiffes ausgebracht. Er wirkt wie ein Unterwasser-Fallschirm, bremst das Boot ab, hält den Bug in den Wind und sorgt so für Stabilität und Sicherheit. Das Risiko von Querschlägern, Kenterungen und Kontrollverlust wird deutlich reduziert.

Was ist ein Drogue?

Ein Drogue, wie der „SeaClaw™“, wird am Heck ausgebracht und hilft, das Boot bei schwerem Wetter zu stabilisieren und die Geschwindigkeit zu kontrollieren – besonders wichtig, wenn das Ruder ausfällt oder bei der Passage von gefährlichen Barrieren.

SEACLAW Drogue

Unsere Bestellung: StormFighter™ & SeaClaw™ aus Neuseeland

Ende Januar haben wir bei Coppins Sea Anchors einen StormFighter™ ParaSea Anchor und einen SeaClaw™ Drogue bestellt. Der Preis für beide Anker inklusive FedEx-Versand lag bei 1.720 Euro – ein im Vergleich zum deutschen Markt sehr faires Angebot. Hinzu kommen noch die deutschen Einfuhrumsatzsteuern.

Die Produkte werden komplett ausgestattet, getestet und einsatzbereit geliefert. Besonders praktisch: Das System ist so konzipiert, dass es einfach zu verstauen und im Notfall schnell einsatzbereit ist. Die Materialien sind speziell für extreme Belastungen entwickelt und bieten höchste Sicherheit und Langlebigkeit.

Investition in Sicherheit und Selbstvertrauen

Die Investition in hochwertige Sturm- und Treibanker ist für uns ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Weltumsegelung. Angesichts der zunehmenden Wetterextreme und der langen Zeit, die wir auf See verbringen werden, ist es für uns selbstverständlich, auf bestmögliche Ausrüstung zu setzen.

Wir können jedem Langfahrtsegler nur empfehlen, sich intensiv mit dem Thema Sturmtaktik und Ausrüstung auseinanderzusetzen. Die Seminare des Trans-Ocean e.V. bieten dafür eine hervorragende Grundlage – und manchmal führen sie sogar zu einem „Paket aus Neuseeland“, das im Ernstfall den entscheidenden Unterschied machen kann.

Bleibt sicher und gut vorbereitet – auf allen Ozeanen!

Spleißen – Mehr als nur Knoten: Mein Einstieg in eine alte Kunst

In den letzten Monaten habe ich mich intensiv mit einem faszinierenden Thema beschäftigt: dem Spleißen.

Zugegeben, als ich zum ersten Mal davon hörte, dachte ich: „Ist das nicht einfach eine Art komplizierter Knoten?“ Doch je tiefer ich eintauchte, desto mehr wurde mir bewusst, dass es sich hierbei um eine wahre Kunst handelt – mit einer langen Tradition und einem enormen praktischen Nutzen.

Was ist Spleißen überhaupt?
Spleißen bezeichnet eine Technik, bei der die Enden eines Seils oder Taus so miteinander verflochten werden, dass eine besonders stabile und belastbare Verbindung entsteht. Im Gegensatz zu Knoten, die die Festigkeit eines Seils oft reduzieren, bleibt die Tragfähigkeit beim Spleißen nahezu vollständig erhalten. Es gibt dabei verschiedene Arten von Spleißen, die je nach Einsatzgebiet genutzt werden – sei es für die Schifffahrt, das Klettern, den Segelsport oder auch für dekorative Zwecke.

Hier eine einfache Definition:
Spleißen ist die Technik, bei der Seilfasern oder Litzen so verflochten werden, dass ein dauerhaftes und sicheres Ende oder eine Verbindung entsteht.

Augspleiß mit Dyneema-Mantelgeflecht

Warum wollte ich Spleißen lernen?
Die Idee, mich mit Spleißen zu beschäftigen, kam während der Überführung der KAMI aus den Bahamas. Ich sah während eines Stops auf Bermuda, wie ein erfahrener Segler ein Seil reparierte, indem er es innerhalb weniger Minuten spleißte – ohne Knoten, ohne Klebeband, einfach nur mit seinen Händen und einem Fid (einem speziellen Werkzeug). Das Ergebnis war nicht nur funktional, sondern sah auch unglaublich sauber und professionell aus. Das wollte ich auch können!

Erste Schritte: Material und Techniken
Beim Einstieg ins Spleißen war es wichtig, sich mit den Grundlagen vertraut zu machen. Zunächst besorgte ich mir ein paar Seile – sowohl aus Naturfasern als auch aus modernen Materialien wie Dyneema oder Polyester. Außerdem holte ich mir ein Spleißwerkzeug-Set, bestehend aus einem Fid (zum Öffnen des Seils), einem Marlspieker (für feinere Arbeiten) und einer Schere. In mehreren Onlineseminaren (YACHT und Premiumropes) begann ich mit den einfachsten Techniken:


  • Augspleiß: Hierbei wird am Ende eines Seils eine Schlaufe (Auge) hergestellt. Perfekt, um Seile an einem festen Punkt zu fixieren.
  • Kurzspleiß: Zwei Seilenden werden miteinander verbunden. Ideal, wenn man ein gerissenes Seil reparieren möchte.
  • Langspleiß: Eine Verbindung, die besonders glatt und flexibel ist – perfekt für Segel- oder Kletteranwendungen.
Onlineseminar von Premiumropes (niederländischer Seilhersteller)

Zu Beginn war es eine ziemliche Herausforderung, die Litzen gleichmäßig zu öffnen und sauber zu verflechten. Doch mit etwas Übung und Geduld begann das Ganze mehr und mehr Spaß zu machen. Die erzielten Ergebnisse ließen sich rasch sehen.

Spleißwerkzeuge
Flämisches Auge (Spleiß)

Warum Spleißen so besonders ist
Was mich am meisten fasziniert, ist die Kombination aus Tradition, Handwerk und Funktionalität. Spleißen ist eine Technik, die seit Jahrhunderten genutzt wird, vor allem in der Seefahrt. Schon damals mussten Matrosen sicherstellen, dass ihre Seile den rauen Bedingungen auf See standhalten konnten.

Heute wird Spleißen zwar oft von Maschinen übernommen, doch die manuelle Technik hat nichts an Bedeutung verloren. Es ist ein bisschen wie Handarbeit oder Holzschnitzen – es verbindet einen mit der Tradition und gibt einem das Gefühl, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen.

Augspleiß mit Dyneema Hohlgeflecht – Step 1
Augspleiß mit Dyneema Hohlgeflecht – Step 2
Augspleiß mit Dyneema Hohlgeflecht – Step 3
Augspleiß mit Dyneema Hohlgeflecht – Step 4
Augspleiß mit Dyneema Hohlgeflecht – Step 5
Augspleiß mit Dyneema Hohlgeflecht – fertiges Auge

Mein Fazit: Ein Handwerk, das bleibt
Nach einigen Wochen Übung gelang es mir, einen ordentlichen Augspleiß zu fertigen. Auch mit dem hochmodernen Dyneema-Material machte ich rasch Fortschritte und konnte Softschäkel sowie Endlosloops herstellen. Es ist unglaublich befriedigend, zu sehen, wie ein Seil, das man selbst bearbeitet hat, hält – und das ganz ohne einen einzigen Knoten.

Einspleißen eines Rings mit einem Dyneema-Mantelgeflecht – Vorbereitung
Einspleißen eines Rings mit einem Dyneema-Mantelgeflecht – Freilegen des Dyneema-Kerns
Einspleißen eines Rings mit einem Dyneema-Mantelgeflecht – Ring wird eingespleißt
Einspleißen eines Rings mit einem Dyneema-Mantelgeflecht – Ring Step 2
Einspleißen eines Rings mit einem Dyneema-Mantelgeflecht – Ring Step 3
Einspleißen eines Rings mit einem Dyneema-Mantelgeflecht – Ring Step 4
Einspleißen eines Rings mit einem Dyneema-Mantelgeflecht – Ring Step 5
Einspleißen eines Rings mit einem Dyneema-Mantelgeflecht – Ring fest im Augspleiß
Einspleißen eines Rings mit einem Dyneema-Mantelgeflecht – fast fertig
Einspleißen eines Rings mit einem Dyneema-Mantelgeflecht – zurückmelken des Kerns
Einspleißen eines Rings mit einem Dyneema-Mantelgeflecht – vernähen des Mantels
Einspleißen eines Rings mit einem Dyneema-Mantelgeflecht – Takeling
Einspleißen eines Rings mit einem Dyneema-Mantelgeflecht – Final

Spleißen ist für mich längst mehr geworden als nur eine nützliche Technik. Es ist ein Hobby, das Geduld und Präzision erfordert, aber auch jede Menge Spaß macht. In den letzten Monaten habe ich die Seereling der KAMI von Draht auf Dyneema umgestellt. Dabei konnte ich die Seilenden sauber in die Reelingstützen einspleißen. Für unseren Hund Piper habe ich mehrere Sicherungsleinen mit Augspleiße versehen, und die Verbindungsleinen der Davits zum Dinghy habe ich durch handgespleißte Dyneema-Leinen ersetzt.
Softschäkel in allen erdenklichen Größen und Formen, mit und ohne Mantel, wurden zu meinem Zeitvertreib während der regnerischen Sommertage im Hafen von Warnemünde.

Softschäkel mit Bones und Schutzmantel – lässt sich schon sehen – Oder?

Hast du schon mal etwas von Spleißen gehört oder es vielleicht selbst ausprobiert? Lass es mich wissen – ich freue mich auf den Austausch!
Mike von der SV KAMI