26.05.2023 – 12:00 Uhr Ortszeit – 16:00 UTC
7. Seetag
Etmal: 133 sm
Gesamtsumme: 641,5 sm
Wind aus S bis SW
Segelstellung – Großsegel voll – Genua voll – Vorwindkurs 110°
Speed über Grund: 7,7 kn
Wir freuen uns über die E-Mail von Sebastian Wache, unserem Wetterguide, der uns aus Deutschland betreut. Leider gibt es nicht wirklich gute Nachrichten. Der gesamte Atlantik ist derzeit mit Hochdruckgebieten übersät, und die für den Wind nötigen Tiefs sind kaum in Sicht. Sebastian empfiehlt (als eine Option), Bermuda anzulaufen und dort auf ein passendes Tief mit entsprechendem Wind zu warten.
Zitat von Sebastian: „Und man muss schon beten, dass endlich mal ein Tief kommt und Wind bringt …“
Wir finden die Idee gar nicht so schlecht, zumal unsere Getränkevorräte (die CO2-haltigen) langsam zur Neige gehen. Kein Wunder, bei der Hitze hier. Außerdem könnten wir in Bermuda unsere Tanks auffüllen und versuchen, Hilfe für unsere ständig ausfallende Windanzeige zu finden.
Bis nach Bermuda sind es noch gut 700 Seemeilen. Bei den derzeit eher bescheidenen Tagesetappen würden wir etwa 6 bis 7 Tage benötigen, um dort einzutreffen. Vielleicht könnten wir auch mit zeitweiser Maschinenunterstützung weiterfahren. Wir müssen sehen, wie sich der Wind heute (derzeit sieht es mit 14 Knoten ganz gut aus) und in den nächsten Tagen entwickelt. Heute nutzen wir den Tag, um zu googeln, ob wir kurzfristige Hilfe auf Bermuda bekommen könnten.
Es ist also noch offen, ob wir einen Zwischenstopp einlegen oder uns weiter nach Osten durchkämpfen. Wir entscheiden das kurzfristig, je nach Feedback der Marinas auf Bermuda.
Unsere Nacht war recht gut, allerdings ist mir während der Wache beim Naschen eines Snickers ein Stück vom Schneidezahn abgebrochen. Mist!
Am Morgen haben wir einen Gast an Bord entdeckt, dem leider nicht mehr zu helfen war. Gerne würden wir uns einen leckeren Fisch fangen, aber Angeln ist hier nicht möglich. Überall treiben Sargassum-Algen (sehen aus wie grüner Salat) – die würden sofort in der Angelschnur hängen bleiben. Heute lassen wir es ruhig angehen (so der Plan). Karsten kocht gerade Kaffee, und ich werde gleich noch einmal aufs Deck gehen, um nach den Segeln zu schauen.

Uns geht es gut, und wir sind froh, dass es die Internettechnologie wie „Starlink“ gibt, um hier mitten auf dem Ozean mit Freunden und Familie in Kontakt zu bleiben.
