Wir machen uns von Georgetown, Bahamas, auf den Weg nach Inagua, um auszuklarieren und von dort aus weiter auf die Cayman Islands zu segeln. Die Wetterprognose sieht gut aus, mit angesagtem NE-Wind … doch wir müssen schnell feststellen, dass die Vorhersage mal wieder nicht stimmt. Schon bei der Ausfahrt aus der Lagune kämpfen wir mit beiden Maschinen bei 2000 Umdrehungen gegen Wind, Welle und Strömung. Leider wird die Situation draußen auch nicht besser. Wir haben E-Wind – das heißt für uns Wind und Welle von vorn, was Segeln unmöglich macht. Also mal wieder Motoren.
Als wir den Comer Channel erreichen und unseren Kurs nach Süden korrigieren können, können wir endlich die Genua setzen und eine Maschine ausmachen. Der Comer Channel ist sehr flach, und Mike muss sehr konzentriert die Seekarte mit den Tiefenlinien beobachten, damit wir nicht ins zu flache Wasser geraten. Das ist wirklich sehr anstrengend. Die Fahrt durch den Channel dauert ca. 5 Stunden, und unser niedrigster Punkt laut Tiefenmesser war 1,40 m. Wir haben einen Tiefgang von 1,20 m – also entscheiden 20 cm darüber, ob wir auf Grund laufen oder nicht. Nervenaufreibend.
Wir ankern hier mitten im Channel bei einer Tiefe von 7 m. Die Nacht wird für die gesamte Crew sehr unruhig. Es ist windig sowie schwellig, und die KAMI bewegt sich an der Kette hin und her. Am nächsten Morgen machen wir uns auf zur südlichsten Spitze von Long Island. Hier war auch schon unser Stopp auf dem Weg zu den Exumas. Dort gibt es eine kleine, süße Bar und einen wunderschönen Strand, an dem wir mit Piper toben können.
Dort angekommen, schauen wir erst einmal nach den kommenden Wetterprognosen. Es soll flautig werden, kein Wind, kein Segeln. Wir beschließen, noch zwei Tage hierzubleiben und hoffen, dass sich das Wetter bis dahin für uns bessert.



Vor Anker versuchen wir mal wieder, unsere Solaranlage zu reparieren – zum gefühlten 20. Mal. Aber wir können noch lachen, denn wir wissen, dass wir nicht die Einzigen mit solchen Problemen sind. Mike telefoniert mit unserem Elektriker, wir messen alle Leitungen und wechseln einige Stecker. Hm, es zeigt sich keine Besserung … unsere Anzeige steht bei null. Okay, wir geben noch nicht auf, stellen das Projekt jedoch zurück, da wir uns auf den Weg zu den Acklins machen wollen.
Die Wetterprognosen sind nach wie vor nicht zu unseren Gunsten. Wir beschließen, die Acklins auszulassen und direkt nach Inagua zu segeln. Das sind ca. 150 Seemeilen, und wir werden dafür 1,5 Tage brauchen. Ein Tiefdruckgebiet kommt in den nächsten Tagen aus Miami, und wir hoffen, den Wind für die Überfahrt auf die Cayman Islands nutzen zu können.
Die Überfahrt nach Inagua war mal wieder geprägt von Motorengeräuschen. Wir können es bald schon nicht mehr hören. Und bei den momentanen Dieselpreisen ist es für unseren Geldbeutel auch alles andere als schön. Auf Inagua angekommen, gehen wir gleich zu den Customs zum Ausklarieren; auch diese waren wie bei unserer Ankunft supernett.
Wir schreiben noch Kenny, der hier auf der Insel für Diesel verantwortlich ist. Er kommt zum Hafen, und wir fahren mit dem Dinghy und unseren Kanistern im Gepäck zu ihm. Er hilft uns beim Tanken aus einem Anhänger im Hafen, und wir schwatzen ein wenig, während über uns schon dicke Regenwolken aufziehen. Wir müssen uns also beeilen und zahlen stolze 3,04 US-Dollar pro Liter. Wahnsinn!
Mike sagt: „Jetzt müssen wir uns aber beeilen, damit wir die Kanister trocken an Bord bekommen.“ Alles wird ins Dinghy gehievt – ein Kanister wiegt etwa 25 kg, und wir haben sieben Stück dabei. Das ist immer eine ganz schöne Plackerei. Aber wir schaffen es, alles zu verstauen und zu sichern, bevor es anfängt zu regnen.
Nach der Tanksession schauen wir wieder bei Windy nach, und es stimmt: Ab Mitternacht soll der Wind auffrischen. Am Morgen setzen wir noch vor Anker gleich das Großsegel und machen uns auf den Weg. Es ist fantastisch, mit Großsegel und Genua zum Ziel gepustet zu werden. Die ersten Seemeilen kommen wir gut voran, mit 31 Knoten Wind in Böen und 7,5 Knoten Fahrt. So kann es bleiben, denken wir uns.
Na ja, nicht ganz. Die Durchfahrt zwischen den Inseln, Kuba und Haiti, war alles andere als entspannt … hier gibt es starke Strömungen, und der Wind wird immer stärker. Dadurch, dass wir die Störung von der Seite haben, wird unsere KAMI immer weggedrückt, und der Autopilot steigt aus, da er das Ruder nicht mehr halten kann. Wir passen den Kurs an und müssen kreuzen, damit wir die Strömungen im günstigsten Fall von hinten haben. Die Windward Passage hat es wirklich in sich!
Wir haben bis zu 35 Knoten Wind in Böen und machen gut Fahrt. Das Meer ist sehr rau, aber mit Wind und Welle von hinten lässt es sich gut aushalten. Piper wird auch immer entspannter. Sie musste sich erst wieder an die längeren Passagen gewöhnen.
Hier im karibischen Meer sind viele Frachter, Tanker und Containerschiffe unterwegs. Manche liegen zwischen Kuba und Jamaika auch auf Reede und lassen sich treiben. Also immer ein wachsames Auge haben. Mike sitzt am Steuerstand und überlegt, wann wir unseren Kurs wieder zum Kreuzen anpassen wollen. Auf einmal brüllt er: „Kathi, hier ist gerade ein dicker mindestens 5 Meter langer Baumstamm kurz neben der KAMI vorbeigeschwommen …“ Daraufhin beobachten wir das Wasser genauer: Äste, Stämme, Wurzelballen, große Müllberge im Sargassum … unglaublich, was hier so alles rumschwimmt. Wir hoffen, dass wir nicht von etwas Größerem getroffen werden, denn das wäre verheerend für die KAMI.
Nach zwei Tagen Fahrt schläft der Wind langsam ein. Wir bergen das Großsegel und segeln mit der Genua weiter. Es ist Freitagmorgen, und wir schauen, wie viel wir von den 480 Seemeilen noch vor uns haben. Hm, wir sind eigentlich viel zu schnell, wir haben jetzt noch knapp 200 Seemeilen vor uns. Die Customs machen aber erst Montag früh um 8:30 Uhr auf. Wenn man außerhalb der Geschäftszeiten ankommt, muss man eine zusätzliche Gebühr von 90 Dollar zahlen, darauf haben wir keine Lust.
Also lassen wir uns ein wenig treiben. Mit 10 Knoten Wind und gehisster Genua machen wir 3,5 Knoten Fahrt. Das ist entspannt. Die KAMI liegt ruhig im Wasser, und Kathi und Piper genießen das seichte Geschipper sehr … grins.
Unser Plan geht zwar nicht ganz auf, die Motoren müssen wir am Abend auch wieder mit dazu nehmen, aber mit niedriger Drehzahl, sodass sie nicht allzu laut sind. Wir haben echt gut kalkuliert. Am Montagmorgen um 8:00 Uhr sind wir in der 12-Meilen-Zone der Caymaninseln angekommen.
Wir funken die Port Control an und fragen nach weiteren Instruktionen. Sie antworten, dass wir uns zwei Meilen vor George Town auf Kanal 14 wieder melden sollen. Entspannt halten wir auf George Town zu und funken zwei Meilen davor erneut. Port Control gibt uns Koordinaten von einem Steg, an dem wir festmachen sollen. Sie fragen gleich, wie viele Personen an Bord sind und ob wir Tiere dabeihaben. Wir bekommen auch sofort den Hinweis, dass wir das Schiff nicht verlassen dürfen.
Wir beantworten alle Fragen und steuern Richtung Steg. Hier machen wir fest und sagen Bescheid, dass wir angekommen sind. Es kommt ein Beamter mit Formularen in der Hand auf uns zu. Diese übergibt er uns und fragt, ob wir Waffen an Bord haben. Wir sagen: eine Harpune. Diese müssen wir abgeben und bekommen sie bei der Ausreise wieder.
Er erklärt uns die Formulare und sagt, dass er später wiederkäme. Also ran: Gesundheitsformular für uns, Immigration-Formular, Crewliste mit Auflistung, welcher Alkohol und in welchen Mengen sich an Bord befindet, und das Customs-Formular. Puh. Eigentlich hatten wir im Vorfeld über Sailclear alle Daten von uns und auch von der KAMI angegeben. Aber gut: Wer schreibt, der bleibt.

Nach einer halben Stunde kommt der Beamte mit drei weiteren Beamten wieder, zwei von den Customs und einer vom Cayman Islands Department of Agriculture wegen Piper. Er fragt nach dem Permit für Piper. Wir erklären, dass wir eine Mail von der Behörde haben, in der uns mitgeteilt wurde, dass Piper zu einer verbotenen Rasse gehört. Sie darf aber einreisen, solange sie das Schiff nicht verlässt.
Wir müssen trotzdem ein aktuelles Gesundheitszeugnis, einen Tollwut-Titer-Test und den Chipnachweis vorlegen. Wir haben alles dabei, und ich übergebe alles den Beamten.
Noch einmal zum Verständnis: Piper ist ein Continental-Bulldog-Mix, und die Continental Bulldogge stammt von der Old English Bulldogge ab. Als Kathi sich damals mit den Caymaninseln und den Einreisebestimmungen beschäftigt hatte, hat sie das Formular für das Permit heruntergeladen. Vier Seiten mit sämtlichen Informationen und Dokumenten, die man benötigt.
Bereits auf den Bahamas hat Kathi den Antrag ausgefüllt und an das Cayman Islands Department of Agriculture gesendet. Auf dem Formular waren als verbotene Rassen lediglich diese genannt
:
a. Pit Bull Terrier and its breed types;
b. Dogo Argentino and its breed types;
c. Fila Brasileiro and its breed types;
d. Japanese Tosa and its breed types;
e. any breed of dog or crossbreed of dog whose breeding lineage was for the primary purpose of dog fighting.*
Als die Antwort vom Ministerium kam und Piper zu den verbotenen Rassen gezählt wurde, haben sie der Mail eine Liste mit angehängt, auf der noch 25 andere Rassen standen, gefühlt alle Hunde über 15 kg. Für uns absolut unverständlich, zumal die Rasselisten verboten werden müssten. Es wird immer gefährliche Hunde geben, das liegt aber nicht an der Rasse, sondern am Menschen, der sie dazu macht.
„Unsere Meinung“.
Also stand in der Mail, dass wir alle Voraussetzungen erfüllen müssen und Piper das Schiff nicht verlassen darf. Da es hier auf den Cayman Islands sehr warm ist und Piper eh sehr hitzeempfindlich ist, war das für uns kein Problem. Sie fühlt sich an Bord viel wohler, bekommt von uns eine Menge Auslastung und hat hier auch genug Bewegungsfreiraum. Die dreitägige Atlantiküberquerung hat sie auch super gemeistert.
Nachdem der Beamte Pipers Chip ausgelesen hatte und noch ein Foto von ihr machte, prüfte er unsere Bescheinigungen. Auf einmal sah Kathi ihn telefonieren und ahnte Schlimmes. Er kam auf uns zu und sagte, wir dürften einreisen, allerdings nur für sieben Tage. Das heißt, wir müssen kommenden Montag die Insel verlassen, sonst wird Piper beschlagnahmt.
Kathi bricht sofort in Tränen aus … was den Beamten nicht wirklich interessierte. Sie sagte ihm unter Tränen, dass wir am Montag Besuch von Kathis bester Freundin erwarten und diese bei uns auf der KAMI schlafen sollte. Er meinte jedoch, er könne es nicht ändern. Wir waren fassungslos. Hätte man uns das nicht gleich in der E-Mail mitteilen können? Kathi ist todtraurig … sie hatte sich schon so sehr auf ihre Freundin gefreut, einen Mietwagen organisiert und Aktivitäten rausgesucht. Es ist unglaublich unfair, aber wir sind der Behördenwillkür leider ausgesetzt und können viele Dinge einfach nicht beeinflussen.
Traurig ruft Kathi ihre Freundin an und schildert ihr die Situation. Beide finden keine Worte für diese Situation. Die anderen drei Beamten nahmen unsere Harpune mit und fragten uns noch, welche Pflanzen wir an Bord hätten. Wir haben eine Chilipflanze, die gerade viele Früchte trägt, zwei Tomatenpflanzen und dreimal Petersilie. Sie erwiderten darauf, dass die Pflanzen die KAMI nicht verlassen dürfen. Ja, ne, klar. Wir gehen ja auch nicht mit unseren Pflanzen spazieren.


Wir verabschieden uns und machen uns auf den Weg in den Governors Creek, das ist eine Lagune im Inselinneren. Hier lassen wir den Anker fallen und müssen das Geschehene erst einmal verarbeiten.
Wir überlegen, wie der Plan aussieht, wenn wir die Insel verlassen müssen … wir haben im Rio Dulce in Guatemala erst ab dem 01.06. einen Liegeplatz, und eine andere Insel können wir nicht anlaufen, da wir kein aktuelles Gesundheitszeugnis für Piper bekommen, weil sie ja nicht von Bord darf. Na, mal schauen …
Mike sagt: „Komm, lass uns mal wieder was Vernünftiges essen gehen.“ Er versucht, mich ein wenig aufzumuntern.
Also los. Mit dem Dinghy machen wir an einem nahe gelegenen Steg fest und machen uns auf den Weg zum Milkberry Restaurant, die Karte verspricht asiatische Küche. So gern würden wir mal wieder Sushi essen. Dort angekommen sieht alles sehr freundlich und einladend aus … wir werden herzlich empfangen.
Bestellt und in großer Vorfreude warten wir auf unser Essen … aber wie sollte es an diesem Tag wohl anders sein. Wir waren sehr erschrocken über die Portionsgröße und die dazugehörigen Preise. Kathis Hauptspeise – siehe unten auf dem Bild – bestand aus drei Teigschälchen mit gewürfeltem Lachs für 36 US-Dollar. Es war wirklich sehr lecker, aber satt geworden sind wir davon nicht.


Von Mücken zerstochen kamen wir hungrig wieder auf die KAMI zurück und machten es uns in unserem Cockpit mit einem Glas Gin Tonic gemütlich. Kathi war von der Insel bedient.
Am nächsten Tag können wir um 12 Uhr unseren Mietwagen abholen. Wir fuhren gleich ein paar wichtige Besorgungen machen, unter anderem eine neue Getränkebox für unseren Rumpf und eine neue Lichterkette fürs Cockpit. Unsere war leider schon völlig verrostet.
Einkaufen – endlich wieder ein riesiger Supermarkt, toll! Und ein paar Leckerlis für Piper natürlich, die brav an Bord auf uns wartete. Da es hier wirklich heiß ist, mit fast 36 Grad, haben wir in unserem Rumpf die Klimaanlage zwei Stunden bevor wir losfuhren angemacht und Piper nach unten in unseren Rumpf gelegt, damit es ihr angenehm kühl ist.
Zurück an Bord, alle Einkäufe verstaut, bemerkten wir, dass die Lichterkette leider mit Stecker und nicht mit Batterie funktioniert und auch die Box nicht unter unseren Schreibtisch passt – nächstes Mal sollte man vorher mal ausmessen. Ob man hier solche Fehlkäufe auch reklamieren kann? Ein Versuch ist es wert.
Am nächsten Tag fuhren wir erneut zum Einrichtungshaus Kirk. Eine ältere Dame wurde zu uns gerufen und erklärte, dass sie die Box nicht zurücknehmen kann, da sie bereits ausgepackt ist. Hm, verstehen wir. Mist, was machen wir nur damit?
Kathi fragt die Dame, ob wir diese trotzdem da lassen können, da wir mit einem Segelboot hier sind und sie zu schade zum Wegwerfen ist. Die Dame ist sofort völlig begeistert, gibt uns die Hand und stellt sich vor. Sie fragt mit wachsender Begeisterung, wo wir herkommen und wo wir schon überall waren. Auf einmal sagt sie zu ihrer Kollegin, dass sie die Box doch zurücknehmen soll.
Sie ist so nett und herzlich, wir freuen uns … schwatzen noch ein wenig, bis wir uns verabschieden. Ein tolles Erlebnis.
Auch in der Marina, die hier im Governors Creek ist, sind alle superfreundlich. Wir unterhalten uns mit dem Gärtner, der uns auch zeigt, wo wir unseren Mietwagen über Nacht hinstellen können.
Nach den Einkäufen sind unsere Dieseltanks dran. Wir haben insgesamt 200 Liter Diesel auf dem Weg hierher verbraucht. Das heißt, wir müssen mit unseren Kanistern die Tanks befüllen und im Hafen die Kanister wieder nachtanken.
Jedoch stellen wir mit Erschrecken fest, dass der Diesel, den wir auf Inagua getankt haben, trüb ist. Es ist Wasser im Diesel, was im schlimmsten Fall die Motoren beschädigen könnte. Gut, dass wir immer mit unseren Kanistern nachtanken, so kann man Verunreinigungen und auch Wasser erkennen und gegebenenfalls den Diesel noch einmal filtern, bevor er in unsere Tanks kommt.
Mike mischt den trüben Diesel mit unserem Diesel aus Georgetown, Bahamas, und hofft, dass die Motoren keinen Schaden nehmen.
Am Nachmittag bekommt Kathi eine WhatsApp-Nachricht von einer unbekannten Nummer:
„Guten Tag, hier spricht Richard vom Landwirtschaftsministerium der Kaimaninseln. Ich schreibe Ihnen, um mich nach Ihrem Befinden und Ihrem aktuellen Aufenthaltsort zu erkundigen.
Wir möchten noch einmal betonen, dass Ihr Hund zu keinem Zeitpunkt das Schiff verlassen darf, solange wir uns auf den Gewässern der Kaimaninseln befinden.“
Wir können es nicht glauben und schütteln den Kopf!
Am Abend entschließen wir uns, in ein Restaurant direkt in der Marina zu gehen: Morgan’s Seafood Restaurant. Ein wirklich schönes und sehr geschmackvoll eingerichtetes Restaurant, das uns gleich anspricht. Wir werden freundlich empfangen und zu einem Tisch auf der Veranda begleitet.
Der Kellner erkennt irgendwie gleich, dass wir Deutsche sind, und ruft seinen Kollegen Sascha an unseren Tisch. Sascha kommt aus Österreich, und seinem Onkel gehört das Restaurant. Er freut sich über unseren Besuch, und gleich beginnen wir zu erzählen. Wir fragen ihn auch, was es mit den vielen freilaufenden Hühnern auf der Insel auf sich hat. Er erzählt uns, dass es bei dem Hurrikan Ivan in 2004 zwei Geflügelfarmen erwischt hat. Die Tiere entkamen und pflanzen sich jetzt auf der Insel unkontrolliert fort. Überall ist das Gegacker zu hören und die Tiere scheinen keine Angst vor den Menschen zu haben. Sie gehören hier einfach zum Inselleben dazu.
Als wir meinten, dass wir aus der Nähe von Berlin kommen, holt Sascha prompt Matthias aus der Küche, einen Berliner Koch, der schon seit 30 Jahren durch die Welt reist und schon auf vielen karibischen Inseln gearbeitet hat. Wir freuen uns sehr über den Austausch, und das Essen ist auch wahnsinnig lecker.
Die beiden erzählen uns, dass auf der Insel selbst auch „verbotene Hunderassen“ wie Pitbulls leben. Unser Unverständnis über die behördliche Willkür wird immer größer.
Aber der Abend und auch die immer wieder kleinen Gespräche mit Sascha und Matthias waren super schön.



So vergehen die Tage, und wir beschließen am Samstag, nachdem wir den Mietwagen zurückgegeben haben, uns vor George Town an eine Mooringboje zu legen, um am Montag früh gleich auszuklarieren und die Insel zu verlassen.
Hier angekommen entdecken wir direkt unter unserer KAMI ein großes Riff mit vielen Fischen. Wir springen gleich zum Schnorcheln ins Wasser. Wunderschön: viele bunte Fische und ein neugieriger Schwarm, der uns gleich umkreist. Die Korallen vom Riff sind leider nicht mehr so schön, aber die verschiedenen Fische wecken unsere Begeisterung.
Wir holen unser Not-Tauchset, eine kleine Pressluftflasche mit Automaten raus und tauchen ein wenig um die KAMI herum. Endlich mal ein wenig Leben unter Wasser.









Am Montagmorgen, als wir uns gerade fertig machen, um zu den Customs zu fahren, hält ein Boot von der Port Authority neben uns. Ein freundlicher Beamter erklärt uns, dass wir die Mooringboje wechseln müssten, da diese nur für Tauchboote vorgesehen ist.
Wir erklären, dass wir gleich zu den Customs zum Ausklarieren müssen. Da sagen uns die Beamten, dass heute ein Feiertag ist und die Customs zusätzliche 90 Dollar Gebühren verlangen. Na toll, das wussten sie natürlich letzten Montag noch nicht. Was für ein Abschied von der Insel.
Wir klarierten trotzdem aus, zahlten brav die 90 Dollar in bar und werden auf keinen Fall wiederkommen.
Grand Cayman: Die Insel an sich ist wirklich sehr schön, viel Grün, tolle Villen und Einkaufsmöglichkeiten. Kulinarisch auch echt klasse, allerdings auch wahnsinnig teuer. Es war für uns eine Erfahrung, jetzt blicken wir aber nach vorne und sind beide schon sehr auf unser nächstes Ziel gespannt.

Wir segeln nach Guatemala, wo wir die Hurrikan-Saison von Juni bis November im Rio Dulce verbringen werden. Die KAMI wird auch noch einmal für vier bis sechs Wochen im August aus dem Wasser gehoben, und wir haben eine lange technische To-do-Liste.
Was werden wir in den nächsten sechs Monaten noch alles anstellen? Drei Wochen Urlaub in Guatemala-Stadt in einer schicken Airbnb sind geplant, Erkundung des Dschungels mit den drei Vulkanen und Boatlife in der Monkey Bay Marina bei fast 100% Luftfeuchtigkeit und 40 Grad Celsius bei täglichem Brüllaffenrufen ….
Die KAMI segelt schnell in Richtung Guatemala, vielleicht lassen wir vorher noch einmal den Anker in einem Atoll in Belize fallen. Dort muss man nicht unbedingt einklarieren, nur den Parkrangern einen Obolus für den Aufenthalt bezahlen.
Wir sind gespannt, was uns erwartet!




















































