Kurzupdate – Wetterwelt

Wir haben unseren Plan, morgen mit der auslaufenden Flut den Cuxhavener Seglerhafen zu verlassen, kurzfristig wieder verworfen. Genau wie viele andere Segler verstehen wir nicht, warum sich die Wettervorhersagen täglich mehrfach ändern. Hier oben ist es kalt, grau, windig – und böig (natürlich aus der falschen Richtung). Irgendwie fühlt es sich hier einfach nicht nach Sommer an.

Aufgrund der derzeitigen, ungewöhnlichen Wetterverhältnisse (in ganz Europa) sind wir mit der Firma Wetterwelt in Kontakt getreten. Ihr erinnert euch bestimmt: 2023, bei der Überführung der KAMI von den Bahamas, hatten wir Sebastian Wache von Wetterwelt als Routingcoach gebucht – und das hatte super geklappt. Kurzerhand haben wir jetzt ein individuelles Routing von hier nach Madeira, zu den Kanaren und dann weiter in die Karibik angefragt – und bereits die Zusage erhalten. Das freut uns sehr und gibt uns ein wenig mehr Sicherheit.

Alina von Wetterwelt wird uns betreuen, und wir haben heute schon mit ihr telefoniert. Unseren Plan, von hier aus direkt nach Madeira „durchzurutschen“, können wir wohl begraben – den Zahn hat sie uns gezogen. Es wird weiterhin nur in Etappen gehen. Also wahrscheinlich doch Küstenhopping, bis wir aus dem Ärmelkanal raus sind. Eigentlich ist das gar nicht so schlecht, aber es sind Sommerferien, und die Häfen entlang der Küste (z. B. in den Niederlanden oder Frankreich) sind meist proppevoll. Für Katamarane ist es oft sehr schwierig, einen guten Hafenplatz zu finden, und „im Päckchen liegen“ ist mit Piper`li an Bord völlig ausgeschlossen.

Was heißt das nun für uns? Wir haben eine App namens Navily. Mit dieser App findet man geeignete Häfen und Ankerplätze, und andere Segler, die vor Ort waren, können dort die Bedingungen sowie ihre Erlebnisse und Erfahrungen (Ankergrund, Lage usw.) niederschreiben und bewerten. Man kann über die App bei Häfen anfragen und sogar einige Liegeplätze im Voraus buchen (reservieren). Damit wollen wir uns ab morgen mal intensiver beschäftigen und schauen, welche Anker- oder Festmachmöglichkeiten wir bis zum Ausgang des Ärmelkanals hätten.

Mit Alina sind wir so verblieben, dass wir zum Ende der nächsten Woche telefonieren und gemeinsam schauen, ob sich endlich ein besseres Wetterfenster ergibt. Auf alle Fälle sollen die Temperaturen schon einmal steigen – das wäre ja auch schon mal schön.

Insgesamt brauchen wir uns keine Sorgen zu machen. Der Hochsommer kommt ja erst noch (so die Aussage von Wetterwelt), und für die 1.800 Seemeilen bis Madeira haben wir noch genügend Zeit. Die Reisekalkulation – also die Zeit, die wir bis Madeira benötigen – reicht von 9 bis 20 Tagen (je nach Windbedingungen und eventuellen Zwischenstopps wegen Schlechtwetter). Im November wollen wir von den Kanaren in Richtung Karibik starten.
Also: zeittechnisch alles gut.
Das Schiff ist komplett aufproviantiert und bereit zum Ablegen.

Aiolos (Gott der Winde) wird hiermit angerufen … bitte schicke uns moderaten Wind aus Osten oder Süden!

Ein kleiner Nachtrag:
Wir freuen uns sehr, dass bereits zweimal auf den Spendenbutton in der rechten Seitenleiste geklickt wurde. Im Namen der ganzen Crew: Herzlichen Dank für diese großartige Geste!

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