03.07.2023 – 12:00 Uhr UTC – wir stellen wieder auf die lokale europäische Zeit also 14:00 Uhr
39. Seetag
Etmal: 108 sm
Gesamtsumme: 4926 sm
Wind aus SW
Segelstellung: Genua voll – Groß unten
Speed über Grund: 6 kn
Die Nacht hält wieder einige Überraschungen bereit. Während wir brav dem VTG folgen, treffen wir in der Dunkelheit auf einen riesigen Offshore-Windpark an unserer Steuerbordseite. Tausende rote Lichter blinken am Horizont von den Windrädern – das sieht beeindruckend aus. Leider gelingt es uns nicht, das Spektakel mit unseren Handykameras festzuhalten, aber den achterlichen „Fast“-Vollmond haben wir fotografiert.
Kurz vor einem Ankerfeld werden wir gegen 1 Uhr angefunkt. Es ist ein „Guard“, der die vor Ort liegenden Pipelineschiffe bewacht. Ich habe Wache, während Karsten unten schläft. Mit meinem schlechten Englisch kann ich den Funkspruch nicht vollständig verstehen. Ich entschuldige mich am Mikrofon, eile nach unten und hole Karsten, der glücklicherweise gerade dabei ist, aufzuwachen, um seine Schicht zu übernehmen. Karsten eilt zum Funkgerät, und wir werden gefragt, ob wir irgendwelche Manöver fahren wollen oder im Ankerfeld bleiben möchten. Wir verneinen und wünschen uns gegenseitig eine gute weitere Nacht.
Das Erlebte zeigt mir erneut, wie wichtig die englische Kommunikation auf See ist. Das Funken muss ich bis 2025 unbedingt hinbekommen! Wenigstens die Standard-Seesprüche und Grundkommunikation. Ich glaube, ich werde mir einen Nachhilfelehrer suchen, der mir das beibringt – vielleicht über Zoom.
Am Vormittag haben wir das Gebiet „Rotterdam“ passiert. Hier kreuzen hunderte Schiffe aus allen Richtungen oder liegen vor dem Hafen auf Reede. Wieder sehen wir auf unserem Kurs Fischerboote und neu hinzugekommen sind Militärschiffe. Unser Plotter ist weiterhin voll mit Schiffsmarkierungen. Wir versuchen, die richtige Route zu finden und dabei Wellen, Strömung und Wind zu berücksichtigen. In den letzten fünf Stunden konnten wir wieder segeln. Leider wird der Kurs immer ungünstiger zum Wind, und wir werden wieder eine Zeit lang motoren müssen. Wichtig ist jetzt einfach, dass wir vorankommen.
Aktuell streben wir den Sonntag für den Hafeneinlauf an. Haben wir eine Chance?
