22.06.2023 – 12:00 Uhr UTC
28. Seetag
Etmal: 147 sm
Gesamtsumme: 3442 sm
Wind aus SW
Segelstellung: Großsegel 1. Reff, Genua voll
Speed über Grund: 7 kn
Am Nachmittag mache ich die Koje sauber und stelle dabei fest, dass die Bettdecke schon wieder klamm und feucht ist. Daraufhin inspiziere ich die fest verschlossene Luke, und tatsächlich – es tropft. Es sind zwar nicht viele Tropfen, aber bestimmt zwei bis drei pro Minute. Außer ein Handtuch darunter zu legen oder bei starkem Regen eine kleine Schüssel aufzustellen, kann ich im Moment nicht viel tun. Der Vorbesitzer hat im Vorschiff eine nagelneue Luke verstaut. Ich werde sie wohl im Hafen austauschen müssen. Auch eine kleine Luke im Backbordrumpf, im Bereich der Toilette, scheint undicht zu sein (laut Karsten). Das muss ebenfalls kontrolliert werden.

Eine weitere Kuriosität: Morgens setze ich mich im Salon in die Sitzecke und entdecke einen Wassertropfen auf der Ablage in der Nähe des Mastes. Darüber ist die Verkleidung leicht feucht. Bei dem derzeitigen Dauerregen vielleicht nicht überraschend, aber normal ist das auch nicht. Die „Erledigungs- bzw. Reparaturliste“ hat mittlerweile eine beachtliche Länge angenommen.
Der Wind bläst ordentlich, und wir kommen wieder gut voran. Wir sind derzeit so zügig unterwegs, dass wir der Wegpunktplanung von Sebastian Wache bereits um einen Tag voraus sind. Gestern Abend, bei mäßigem Wind, haben wir mit der Segelstellung experimentiert und versucht, einen Schmetterling zu fahren. Dabei ist das Großsegel auf Backbord und die Genua auf Steuerbord ausgebracht. Beide Segel werden mit „Barber Haul“ und „Preventer“ gesichert, sodass sie nicht zurückschlagen können. Das Manöver hat mit ein paar kleinen Schnitzern ganz gut geklappt, doch der Wind ist im Moment so unbeständig, dass wir zur sicheren normalen Segelstellung zurückgekehrt sind.
Der Himmel ist grau, und die Temperaturen sind weiter gesunken. In der Nacht ist es unten in den Bugkabinen kaum noch auszuhalten, und selbst oben im Salon frösteln wir, eingewickelt in Decken. Heute werden wir den Elektroheizkörper nach oben holen und ihn einschalten, sobald der Generator wieder läuft, um die Batterien aufzuladen.
Es ist deutlich spürbar – wir kommen nach Norden!
