18. Etmal 185 Seemeilen

13.06.2023 – 12:00 Uhr Ortszeit – 14:00 UTC

19. Seetag

Etmal: 185 sm

Gesamtsumme: 2.327 sm


Wind aus W

Segelstellung: Großsegel 1. Reff, Genua 80%

Speed über Grund: 8 kn

Im Laufe des gestrigen Nachmittags hat sich das Wetter ein wenig beruhigt. Für drei Stunden kam die Sonne heraus, und die Wellen flachten auf etwa 2 Meter ab. Wir nutzten die Nachmittagsstunden zum Ausruhen und Schlafen, denn in der vorherigen Nacht war daran ja nicht zu denken.

Abends nahmen Wind und Wellen wieder zu. Wir saßen im Cockpit und diskutierten unsere weitere Routenplanung. Nach reichlicher Abwägung entschieden wir, Schottland doch in unsere Auswahl aufzunehmen. Jetzt müssen nur noch die Bedingungen passen … Wir werden sehen – wir sind ja flexibel!

Nachdem wir unsere Position auf der Nordatlantikkarte markiert hatten, stellten wir fest, dass morgen unser mathematisches „Bergfest“ ist. Von den geplanten 4.500 Seemeilen haben wir dann die Hälfte geschafft, und auch bei der Tageskalkulation (ca. 40 Seetage) liegen wir zur Hälfte. Unter Idealbedingungen könnten wir am 7. Juli in Rostock einlaufen. Hmm, wir sind aber Segler (oder gehören halb dazu) – daher machen wir uns hier nicht allzu viel Hoffnung. Wer weiß, wie oft und wie lange wir noch kreuzen müssen, um voranzukommen, und wie viel Zeit dadurch noch verloren geht.


Bis zur Dunkelheit blieben wir draußen im Cockpit und machten uns einen musikalischen Abend. Jeder spielte über Apple Music einen Musiktitel an, und der andere musste Titel und Band erraten. Wir aßen Fertigpizza und gefüllte Pizzataschen (geschmacklich so lala) und tranken Cola. So verging die Zeit wie im Flug, und wir gingen in die Nacht.

Wie erwartet, dauerte es nicht lange, und das Gebolze begann genauso wie in der vergangenen Nacht. Lediglich der Auftreffwinkel der Wellen war ein wenig anders, sodass es für uns etwas erträglicher war.
In den Morgenstunden nahm die Wellenintensität weiter zu, und wir hatten nun etwa 4 Meter hohe Wellen mit einigen größeren Ausreißern. Schreckmoment: Beim Auftreffen einer Welle beschleunigte die KAMI auf 17,2 Knoten – das ist viel zu schnell! Lagoon gibt eine Maximalgeschwindigkeit unter Segeln von 15 Knoten vor. Wir werden wohl noch mehr Segelfläche einholen müssen. Von der Wellenreiterei sind wir etwas genervt, denn man kann sich kaum vernünftig bewegen. Wir müssen auch wieder Wasser machen und hoffen, dass sich das Wellenbild in den nächsten Tagen wieder normalisiert. Wir würden morgen Abend gerne zur Feier des Tages den Grill anwerfen, aber im Moment ist das undenkbar.

Da heute noch stärkere Böen von bis zu 36 Knoten zu erwarten sind, wollen wir später ins zweite Reff gehen. Lieber konservativer segeln. In der letzten Nacht waren wir einfach zu schnell unterwegs …

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