05.06.2023 – 12:45 Uhr Ortszeit – 15:45 UTC
11. Seetag
Etmal: 129 sm
Gesamtsumme: 1.198 sm
Wind aus SW
Segelstellung: wir motoren bei 3 kn Wind
Speed über Grund: 2,6 kn
Heute Nacht, in den frühen Morgenstunden, drehte der Wind von NW auf SW und weiter auf S, jetzt wieder SW. Wir mussten unseren Kurs mehrmals anpassen (der sichtbare Haken auf der Karte). Bei Tagesanbruch sahen wir für 1,5 Stunden die Sonne, doch dann kam das nächste Regengebiet, und seitdem regnet es unaufhörlich wie aus Eimern. Leider ist der Wind auch komplett eingeschlafen (1 bis 5 Knoten), sodass wir unsere Segel reffen mussten. Nun motoren wir mit 1.200 Umdrehungen, um wenigstens einigermaßen die Richtung zum nächsten Wegpunkt zu halten. Unsere Geschwindigkeit beträgt jetzt mit Unterstützung der Backbordmaschine 2,8 Knoten. Zum späteren Nachmittag hoffen wir auf mehr Wind, damit wir die Maschine wieder abstellen und die Segel setzen können.
Wir müssen Diesel sparen!
Im Abstand von 3 bis 18 Seemeilen werden wir auf unserer Kurslinie von drei weiteren Segelbooten begleitet. Wir verfolgen sie auf unserem Radarbildschirm und stellen fest, dass auch sie „gähnend langsam“ unterwegs sind – genau wie wir. Alle Boote fahren in Richtung Azoren – auch wir werden diese Woche die Azoren anpeilen und hoffen, dann irgendwann später weiter nördlich abfallen zu können.
Sebastian Wache hat uns wieder geschrieben und neue Wegpunkte übermittelt. Wir müssen allerdings feststellen, dass die Vorhersagen doch oft etwas „daneben“ liegen. Im Großen und Ganzen passt das aber schon.
Wir haben ihm heute zurückgeschrieben, dass seine Wegpunktplanung „zu straff“ für die KAMI ist. Wir kommen nicht hinterher.
Karsten hat sich heute früh (noch vor Tagesanbruch) mit den Angeln versucht. Außer Sargassum war nichts am Haken. Für kurze Aufregung sorgte das Einholen der Trollingleine, als sie unter dem Boot feststeckte – vielleicht sogar an der Schraube. Mit Geduld haben wir sie im strömenden Regen freibekommen und konnten sie dann an Bord ziehen. Gott sei Dank! Also, das nächste Mal angeln – erst wieder bei Wind und Fahrt!

Ab Mittwoch soll sich ein Hochdruckgebiet zeigen. Darauf freuen wir uns, denn Sonne und Wärme vermissen wir sehr. Wir müssen unbedingt zwei, drei Waschmaschinen ansetzen, und bei freundlichem Wetter trocknet die Wäsche dann auch relativ schnell.
Zum Wochenende hin wird es mit Regenschauern und Gewittern wieder ungemütlich. Das haben wir so nicht bestellt! lach
Der Regen prasselt aufs Dach, und im Salon läuft leise chillige Jazzmusik, à la Hohe Düne-Klavierspieler.
Das graue Wetter setzt uns ein wenig zu, unsere Gedanken sind oft zu Hause – aber jetzt bloß nicht schwermütig werden …!!!
