Anker auf bei Regen und Gewitter

20.05.2023 – 09.00 Uhr Ortszeit
1. Seetag
Das Disney-Kreuzfahrtschiff „Wish“ läuft in den Hafen von Nassau (New Providence) ein, und ein breites, dunkles Regen- und Gewittergebiet zieht achtern auf.
Wir beschließen, „Anker auf“ zu gehen und wollen die KAMI (vor der Gewitterzelle) in Richtung Nordost steuern.
Das Anker-auf-Manöver klappt gut, und wir verlassen unter beiden Maschinen den Hafen von Nassau auf den Bahamas. Der Wind pendelt zwischen 7 und 9 Knoten – eigentlich reicht das nicht, um die 11 Tonnen des Schiffs in Bewegung zu setzen, aber wir setzen hoffnungsvoll das Großsegel und rollen die Genua aus. Wir machen im Schnitt um die 5 Knoten Fahrt. Gähnend langsam schiebt sich die KAMI durch das Wasser. Wir setzen Kurs zwischen die Inseln Abaco und Spanish Wells und hoffen, bis zum Einbruch der Dunkelheit zwischen beiden Inseln hindurch zu sein.

Wunschdenken!!

Erste kleine Problemchen zeigen sich: Unsere Geschwindigkeitsanzeige „Wasser“, also die Geschwindigkeit des Bootes inklusive Strömung und Versatz, funktioniert nicht. Wir vermuten, dass das „Logge-Rädchen“ am Bug durch Bewuchs blockiert ist. Wir haben also nur die Anzeige „SOG“ (Speed over Ground) – die Geschwindigkeit über Grund – zur Verfügung, die sich durch GPS berechnet.

Das Mobilteil des VHF-Funkgerätes lässt sich nicht mit dem Bord-WLAN verbinden. Dank „Starlink“ schauen wir How-to-Videos und hoffen, das kleine Problem so lösen zu können.

Karsten steht am Steuerstand und übt, freihändig zu steuern – also ohne Hilfe des Autopiloten. Bei uns beiden müssen sich die ganzen Begriffe wie True Wind Course, True Wind Angle usw. erst einmal richtig ins Gehirn einprägen. Das schaffen wir schon!

Wir sind beide froh, dass die Fahrt so ruhig und entspannt beginnt. Die Wellen halten sich in Grenzen und die Sonne scheint uns ins Gesicht. In einer Stunde wollen wir uns den ersten auf „See“ Kaffee machen…

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