Zwischenstop in Belize – Sapodilla Cayes Marine Reserve

Mit gutem Wind geht es für uns Richtung Mittelamerika. Entgegen unserer Planung kommen wir schon nach vier Tagen „drüben“ an. Nach ausgiebiger Internetrecherche entscheiden wir uns, noch ein paar Tage im Nationalpark Sapodilla Cayes in Belize zu ankern. Das offizielle Einklarieren ist hier wohl nicht zwingend notwendig; lediglich die Parkgebühren sollen bei den Rangern bezahlt werden. Wir werfen unseren Anker in der Nähe von Lime Caye, einer kleinen Insel mit einer Art Ferienanlage (Zelte und kleine Holzhäuschen).

Lime Caye ist eine abgelegene, unbewohnte Trauminsel im äußersten Süden von Belize. Sie liegt etwa 35 Seemeilen vor der Küste von Punta Gorda, gehört zum Sapodilla Cayes Marine Reserve und bietet perfekte Bedingungen für einen echten Robinson-Crusoe-Urlaub abseits des Massentourismus.

Das Manövrieren hier hat es in sich. Die Tiefenangaben auf unserem Plotter stimmen überhaupt nicht mit den tatsächlichen Gegebenheiten überein. Die digitale Seekarte zeigt 65 Meter – wir messen jedoch lediglich 13 Meter. So wird die Einfahrt in das Flachwassergebiet der Sapodilla Cayes zum Abenteuer. Es geht aber alles gut, und wir liegen bei vier Metern Wassertiefe sicher vor Anker. Am nächsten Tag düsen wir mit unserem Dinghy zur Nachbarinsel Hunting Caye. Dort befinden sich die Coast Guard sowie das Büro der Parkranger. Im Büro treffen wir einen sehr jungen Mann und zahlen brav 50 USD für die Genehmigung unseres einwöchigen Aufenthalts für zwei Personen.

Zurück an Bord packen wir unsere ABC-Tauchausrüstung ein, um die Riffe in der Gegend zu erkunden. Leider ist es gerade sehr windig und die See hat ordentlich Schwell, entsprechend ist die Sicht unter Wasser ziemlich eingeschränkt. Viel bekommen wir nicht zu sehen. Leider.
Auch in den Folgetagen werden die Tauchbedingungen nicht viel besser. So genießen wir den ungeplanten Zwischenstopp, dösen tagsüber im Schatten und gehen bei 34 Grad Wassertemperatur viel baden. Bald wird es mit dem „Blauwasser“ erst einmal vorbei sein, wenn wir in den Río Dulce fahren, um dort die Hurrikansaison zu verbringen.

Am vorletzten Tag unseres Belize-Stopps wird die See etwas ruhiger. Etwa eine Seemeile von unserem Boot entfernt beobachten wir ein kleines Ausflugsschiff, das Besucher mit Maske und Schnorchel ins Wasser lässt. Ob es dort wohl etwas zu sehen gibt? Nachdem das Boot wieder Anker auf gegangen ist, legen wir unsere Ausrüstung an und schnorcheln in Richtung der Stelle. Tatsächlich entdecken wir auf dem Weg einige große Kissenseesterne. Dann erreichen wir zwei größere Riffe: Kleine, bunte Fische schwärmen zwischen den Korallen, Diademseeigel sitzen zwischen den Steinkorallen, und ganz unten am Boden entdecken wir in den Ritzen zahlreiche Langusten, die dort Schutz suchen. Hinter dem letzten Riff sehen wir schließlich noch einen jungen Ammenhai auf dem Meeresgrund liegen. Was für ein toller Anblick! Wir tauchen auf und beschließen, zurück an Bord zu schwimmen, um die GoPro zu holen. Gesagt, getan – doch wie so oft ist der Ammenhai inzwischen verschwunden. Wir können ihn nicht mehr finden. Schade. Trotzdem haben wir eine Menge Spaß und freuen uns über unsere Entdeckungen.

Die Sonne geht langsam unter, und wir genießen einmal mehr einen fantastischen Sundowner. Der Grill wird angeworfen, und schon bald landen vier kleine Filetsteaks darauf. Für die geplante Weiterfahrt am nächsten Tag nach Guatemala ist alles vorbereitet. Das Dinghy ist vertäut, und der Wecker steht auf 5 Uhr. Wir wollen spätestens gegen Mittag in Livingston eintreffen. Dort erwartet uns unser Agent für die Einklarierungsformalitäten (Zoll, Immigration und Health kommen an Bord). Guatemala wird unser Hurricane Hole für sechs Monate.

Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen: Wir werden uns in dieses Land sprichwörtlich verlieben. Aber dazu später mehr. Bleibt gespannt …

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