31. Etmal 151 Seemeilen

26.06.2023 – 12:30 Uhr UTC

32. Seetag

Etmal: 139 sm

Gesamtsumme: 4017 sm


Wind aus SW

Segelstellung: Großsegel 2. Reff, Genua voll

Speed über Grund: 7 kn

Wir haben es geschafft: Die 4.000-Seemeilen-Marke ist geknackt! Insgesamt sind wir nun 7.440 Kilometer mit der KAMI unterwegs, bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 5,4 Knoten, also etwa 10 km/h – zügiges Gehtempo! lach In Strecke ausgedrückt, fahren wir pro Tag einmal die Tour von Werder (Havel) nach Rostock-Warnemünde über die Autobahnen A19 und A24.

Wow, Geschwindigkeit mal anders erleben!

In der Nacht hatten wir wieder ungebetenen Besuch: Ein Kalmar (Tintenfisch) lag heute früh tot auf unserem Poopdeck (Achterdeck). Ein Foto des Tieres könnt ihr hier bestaunen.

Mit derzeit 7 Knoten Fahrt kommen wir gut voran. Der Wind hat nun auf Südwest gedreht, und wir können unsere Route direkt segeln. Die Wellen kommen jetzt von achtern, sodass die KAMI sie schön abreiten kann – das macht es an Bord etwas erträglicher. Gegen Abend nehmen Wind und Böen wieder zu. Wir hoffen, dass die Windrichtung stabil bleibt und die zunehmend höheren Wellenberge schön von hinten kommen. Ärmelkanal, wir kommen!

Nun befinden wir uns auf der Route „North American East Coast – English Channel“, die mit 2.720 nautischen Meilen die kürzeste Verbindung zwischen den Kontinenten über den Atlantik darstellt. Dementsprechend begegnen uns jetzt viele Frachter, Tanker und Containerschiffe aus Richtung Ärmelkanal. Kurioserweise finden die meisten dieser Begegnungen in den Nachtstunden statt. Während unserer Wache sitzen wir oft vor dem Kartenplotter und studieren die AIS- und Radardaten, um sicherzustellen, dass sich die Kurse der Schiffe sicher mit unserem kreuzen.

Die schiere Masse an Schiffen, die hier in Richtung Hamburg und Rotterdam unterwegs ist, ist überwältigend. Wir schauen häufig im Internet auf der MarineTraffic-Seite nach, woher die Schiffe kommen, welchen Hafen sie ansteuern, was sie geladen haben, wann sie ihr Ziel voraussichtlich erreichen und unter welcher Flagge sie fahren. Das ist zu einem kleinen Zeitvertreib auf der KAMI geworden. Ihr glaubt gar nicht, wie viele LNG-Tanker in Richtung Deutschland unterwegs sind. Was für ein ökologischer Unsinn – typisch deutsch! Wir finden das einfach daneben.

Unsere Vorräte neigen sich allmählich dem Ende zu. Schokolade, Kekse, Nüsse und Chips sind aufgebraucht, und die Cerealien reichen noch für etwa vier Tage. Ein Brot liegt noch im Tiefkühler, und wir haben 1,5 kg Dinkelmehl, aus dem wir noch drei Brote backen können. Apropos Backen: Der Gasofen bereitet mir Schwierigkeiten. Es ist nahezu unmöglich, eine konstante Temperatur im Inneren zu halten. Entweder ist sie zu niedrig oder zu hoch. Zwar gibt es am Regler Skalen von 1 bis 8, doch das Thermometer zeigt ständig andere Werte an. Das macht das Backen etwas knifflig. Da ich gerne backe, werde ich den Ofen wohl gegen einen elektrischen tauschen müssen.

Auch der Kühlschrank leert sich merklich. Obst und Gemüse haben wir nur noch in Konservenform an Bord. Wir müssen uns einschränken! Mindestens 14 Tage liegen noch vor uns.

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