29. / 30. Mai 2023
Nachdem wir über Funk von „Radio Bermuda“ die Erlaubnis zum Einlaufen in den Hafen bekommen haben, legen wir gegen 19:45 Uhr am Steg der Customs Immigration an. Prompt setzt wieder ein sturzflutartiger Niederschlag ein, sodass wir beide trotz Regenbekleidung innerhalb von 10 Minuten durchgeweicht sind.
Was ist das hier bloß für ein Wetter (seit Tagen)?
Die Beamten sind durchweg super nett und höflich. Schon beim Festmachen am „Amtssteg“ haben wir ihnen den einen oder anderen Schmunzler ins Gesicht gezaubert – so war schnell das „Eis“ gebrochen, und der Akt des offiziellen Einklarierens war rasch vollzogen.
Mit dem neuen Schiff war es für mich das erste Anlegemanöver. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, wie es bei strömendem Regen und Unerfahrenheit so ist. Wir haben es aber geschafft (ohne Schäden), und das Zusammenspiel zwischen mir und Karsten, der das Leinenhandling übernahm, war top.
Optimierungsbedarf sehe ich noch beim Knoten schlagen. So beim Üben klappt das eigentlich, doch dann im Manöver hat man öfter ein Brett vorm Kopf. lach
Gegenüber der Einklarierungsbehörde dürfen wir ganz ohne Kosten final an der Kaimauer festmachen. Dort liegt bereits ein großer, mindestens 50 Fuß langer Katamaran. Auch hier haben unsere komischen Anlegemanöver (vor, zurück, hin, her und im Kreis – Anlegen über alle Himmelsrichtungen) Interesse geweckt, worauf der Nachbar-Skipper in voller Regenmontur herüberkommt und uns beim Anlegen hilft. Oh, danke! Ah, stimmt – das ist so unter Seglern. Immer hilfsbereit!
Danach schnell aus den nassen Sachen und bei 90 % Luftfeuchtigkeit alles aufgehängt. Trocknen die Sachen eigentlich auf Dauer?

Wir ziehen uns um und laufen in den Ort. Der Regen hat aufgehört, und die Zikaden machen einen unglaublichen Lärm. Wir kehren im Wahoo (bei Alfred und Geza) ein und bestellen uns das wohlverdiente Anlegebier und essen köstlich Abendbrot. Zurück auf der KAMI kosten wir noch einen an Bord befindlichen französischen Cognac „Clement“ VSOP aus Martinique. Danach krabbeln wir „fertig“ in die Kojen.
Karsten steht gegen 08:30 Uhr auf, und Geza kommt angefahren und bespricht mit ihm das weitere Vorgehen. Gegen 11 Uhr sollen die ersten Monteure kommen, die sich der Windanzeige annehmen. Später kommt noch jemand wegen des Problems mit der elektrischen Winsch. Wir sind gespannt.
Ich stehe gegen halb 10 auf und freue mich über die vielen Glückwünsche auf meinem Handy. Nach dem morgendlichen Geburtstagskaffee wird gefrühstückt, Müll an Land entsorgt, die „Q“-Flagge am Schiff eingeholt und eine Einkaufsliste erstellt.
