Es gibt Momente im Leben, in denen man einfach ins kalte Wasser springen muss. Bei mir war es das Segeln. Nie zuvor hatte ich einen Fuß auf ein Segelkatamaran gesetzt, geschweige denn eine Ahnung davon, wie man mit Wind und Wellen navigiert. Und trotzdem stand ich vor der Entscheidung: tausende Seemeilen über den Atlantik – und das nicht auf der leichteren Ost-West-Route, sondern auf der schwierigeren West-Ost-Passage, die nur wenige sich zutrauen. Selbst Segler mit jahrelanger Erfahrung vermeiden gerne diesen anspruchsvollen Törn.
Man könnte mich mutig nennen – oder vielleicht auch leichtsinnig. Aber ich habe die Herausforderung angenommen.
Sich auf eine solche Reise vorzubereiten, wenn man noch nie gesegelt ist, gleicht dem Versuch, eine Sprache über Nacht zu lernen. Ich musste alles von Grund auf begreifen: den Wind lesen, Segel setzen, navigieren, das Wetter studieren und, vielleicht am wichtigsten, mentale Stärke aufbauen.

Der Ozean hat seine eigenen Regeln, und er nimmt keine Rücksicht auf Menschen, die ihn durchqueren wollen. Das habe ich schon am ersten Tag auf See begriffen. Die ersten Tage waren eine Herausforderung für meinen Körper und meinen Geist. Unwohlsein, Müdigkeit und das ungewohnte Leben auf einem so kleinen Raum – all das machte mir zu schaffen.
Doch nach einer Weile begann ich, mich anzupassen. Ich lernte, mit den Bewegungen des Schiffs umzugehen, das Segeln wurde mehr und mehr zur Routine, und der Atlantik, so wild und unberechenbar er auch sein mochte, zeigte auch seine schönen Seiten. Die Sonnenaufgänge, die unendliche Weite des Meeres, die Momente der Stille, wenn der Wind uns sanft über das Wasser trug – all das waren Augenblicke, die ich niemals vergessen werde.
Der Atlantik hat mich nicht nur gelehrt, wie man segelt – er hat mir gezeigt, dass die größten Abenteuer immer dann beginnen, wenn man sich aus seiner Komfortzone wagt.
5.200 Seemeilen – ich habe den Atlantik in 42 Seetagen bezwungen!
