Laute Feiertage auf Martinique

Wie geplant laufen wir am 8. Dezember in den kleinen Hafen von Pointe du Bout ein. Wir machen direkt neben dem Fähranleger der martiniquischen „Blue Lines“ fest und haben von unserem Cockpit aus einen großartigen Blick hinüber nach Fort-de-France, die Hauptstadt von Martinique. Die Fähren, die jeweils rund 80 Personen transportieren können, kommen und gehen im 20‑Minuten-Takt – fast täglich von 6:45 Uhr bis 22:00 Uhr. Anfangs finden wir das rege Treiben noch spannend und fühlen uns mittendrin im karibischen Alltag, doch je länger wir im Hafen liegen, desto mehr zerrt der permanente Hafenkrach an unseren Nerven. Zu den Fähren gesellen sich zahlreiche Ausflugskatamarane und Touristenboote, die ebenfalls ständig ein- und auslaufen.

Tatsächlich liegen nur wenige andere „Gäste“ hier in Pointe du Bout, was uns überrascht, denn die Lage des Hafens ist fantastisch. Rundum reihen sich Restaurants, Bars, Cafés, kleine Shops und Boutiquen aneinander und verleihen dem Ort eine beinahe mediterrane Urlaubsatmosphäre. Pointe du Bout ist vor allem eine Hotel- und Appartementgegend, und zu den Feiertagen strömen Tausende Urlauber – viele Franzosen vom Festland – durch die Straßen und Gassen. Hin und wieder tauchen an unserem Steg auch die Zubringerboote von Kreuzfahrtschiffen auf. Die weißen Kreuzfahrtriesen ankern weit draußen im Tiefwasser, und die Reedereien lassen ihre Gäste mit Barkassen zeitweise in „unseren“ Hafen übersetzen. Von dort aus werden sie weiter verteilt auf Tagestouren, Strandausflüge und allerlei Unterhaltungsprogramme.

Mit einem Mietwagen fahren wir vom Hafen aus etwa 50 Minuten hinüber nach Fort-de-France. Die Hauptstadt ist von weitem beeindruckend, doch in der Innenstadt merken wir schnell, dass sie – abgesehen von ein paar Kirchen und Kolonialbauten – nicht übertrieben sehenswert ist. In der Fußgängerzone liegt ein schwerer Geruch in der Luft, eine Mischung aus Schweiß, Urin und süßlich-scharfem Cannabisduft. Gefühlt hat jeder zweite Franzose hier eine Zigarette im Mundwinkel, und viele der Einheimischen mit dunkler Hautfarbe ziehen am Joint. Manche bewegen sich in einem tranceähnlichen Zustand entlang der Hafenpromenade, andere sitzen oder liegen an Mauern und Hauswänden und scheinen irgendwo zwischen Tagtraum und Realitätsflucht festzuhängen.

Viele der Gebäude haben ihre besten Jahre längst hinter sich; bröckelnder Putz und vergitterte Fenster erzählen von besseren Zeiten. Gemütliche Orte zum Verweilen zu finden, ist gar nicht so einfach, und so schlendern wir mehr beobachtend als genießend durch die Straßen. Eine bunte Künstlergasse mitten im Zentrum fällt positiv aus dem Rahmen: farbenfrohe Graffitis, kleine Bar`s und gemütliche Restaurants schaffen eine lebendige, kreative Insel im eher tristen Stadtbild und laden tatsächlich zum Verweilen ein. Mehrmals setzen wir später mit der Fähre von Pointe du Bout nach Fort-de-France über. Die Überfahrt ist deutlich schneller und entspannter als die Autofahrt, und nach nur 20 Minuten legen wir im größeren Stadthafen an. An einem Sonntag sind wir jedoch nach nur 40 Minuten Aufenthalt wieder zurückgefahren – die gesamte Innenstadt war verriegelt und verrammelt, als hätte man den Stecker gezogen. Merkwürdig.

Bei einem anderen Besuch erleben wir dafür einen besonderen Moment: In der Nähe des Dinghy-Docks, unweit des Fähranlegers, findet ein Gospelkonzert statt. Die kräftigen Stimmen, die rhythmischen Klatscher, das Lächeln der Sänger – das geht direkt unter die Haut. Singen können sie, die Menschen hier, und wie! Direkt an der Hafenpier entdecken wir außerdem einen Stand unter einem Easy-Up-Zelt, der mindestens 20 Varianten des Cocktails „Mojito“ anbietet. Wir können nicht widerstehen, bestellen und probieren bei Big Mama. Die Mischung aus Sprite, Rum, Essenzen, frischer Minze, Eis, Wasser und diversen geheimen Zutaten wird in meterhohem Tempo gerührt, gemuddelt und geschüttelt. Schon beim Zuschauen läuft uns das Wasser im Mund zusammen. Am Ende stoßen wir mit einem „Prost“ auf die Karibik an – für stolze 12 Euro pro Glas / Becher, aber jeden Schluck wert.

In den ersten Wochen arbeiten wir nach und nach unsere lange Einkaufsliste ab. Wir fahren zu Decathlon, in zwei große Baumärkte, besuchen einen Victron-Händler (einer unserer Solaradapter hat den Geist aufgegeben), steuern „Darty“ an – ein Elektromarkt ähnlich wie MediaMarkt – und klappern mehrere Supermärkte ab. Auf der Insel gibt es tatsächlich fast alles, was man sich wünscht – ganz anders als auf den Kanaren, wo manches schlicht nicht zu bekommen war. Der entscheidende Unterschied: Die Preise. Viele Produkte kosten hier gefühlt das Dreifache. Für 300 Liter Diesel, die wir in 25‑Liter-Kanistern mit dem Mietwagen heranschaffen (12 Kanisterladungen), zahlen wir knapp 600 Euro. Ein großer Einkauf im Supermarkt – anderthalb randvolle Einkaufswagen – schlägt mit rund 660 Euro zu Buche.

Grundnahrungsmittel sind noch halbwegs bezahlbar, aber alles, was in die Kategorie „Genuss“ fällt, haut richtig rein. Nur für Frühstückscerealien lassen wir über 50 Euro an der Kasse. Uns ist klar, dass es in der Karibik erstmal nicht billiger, sondern eher teurer werden wird. Vor allem auf den Bahamas, unserem späteren Ziel, wird das Preisniveau noch einmal eine ganz andere Liga erreichen. Die Erinnerungen an 2023 kommen hoch, an die Einkäufe in Nassau: 12 Dollar für eine 375‑Gramm‑Cornflakespackung, und das war nicht mal ein Premiumprodukt. Noch krasser waren damals die Preise auf Bermuda: Eine 0,33ml Dose Cola für 8 Dollar, ein Liter Milch für 16 Dollar. Im Vergleich dazu wird einem erst bewusst, wie günstig Lebensmittel in Deutschland tatsächlich sind.

Zurück in die Gegenwart: Wir proviantieren jetzt schon großzügig für die kommenden Monate, stapeln Konserven, Trockenwaren und „Nervennahrung“ und planen die nächsten größeren Einkäufe für Guatemala und die Dominikanische Republik. Dort, so heißt es, sollen die Preise wieder deutlich niedriger sein – und Platz an Bord haben wir genug, um Vorräte für mehrere Monate (und für eventuellen Besuch) zu bunkern.

Kulinarisch ist Martinique nicht das, was wir uns im ersten Moment unter französischer Küche vorgestellt haben. Viele Einheimische essen in Fast-Food-Restaurants, die Speisen dort sind oft fettlastig und geschmacklich eher enttäuschend. Durch Zufall stoßen wir jedoch in unserer Nähe auf ein kleines, familiengeführtes Restaurant „L Antares“ – es erinnert uns an das „Carbon Carbon“ auf Lanzarote – mit einer glatten 5,0‑Sterne-Bewertung bei Google. Die Speisekarte ist klein und übersichtlich, aber jede einzelne Spezialität darauf ist ein Volltreffer. Alles schmeckt unglaublich lecker, liebevoll zubereitet und mit einem Hauch Raffinesse, den man sonst lange suchen muss. Wir verlieben uns auf Anhieb in dieses Restaurant, das nur fünf Tage die Woche von 19:00 bis 21:30 Uhr geöffnet hat. Zu Heiligabend kehren wir natürlich ebenfalls dort ein.

Lea ist für eine Woche zu Besuch, und wir genießen die gemeinsame Zeit in vollen Zügen. Es stehen Schnorchelausflüge, ein Canyoning-Abenteuer und unzählige Momente im und auf dem Wasser auf dem Programm. Während ihres Aufenthalts zeigt sich das Wetter von seiner besten Seite: heiß, sonnig, karibisch. Davor jedoch hatten wir fast täglich einen Mix aus Regen, Sonne und kräftigem Wind. Als wir Lea am 28. Dezember abends wieder zum Flughafen bringen, wird es emotional. Bei Mutter und Tochter brechen kurz die Tränen durch. Die Frage, wann wir uns das nächste Mal wiedersehen, hängt unausgesprochen, aber schwer im Raum.

Wie ihr wisst, standen noch einige Bootsarbeiten auf der Liste. Unsere Ankerwinsch haben wir in rund vier Stunden gegen eine neue ersetzt – das Ersatzteil lag bereits seit Längerem an Bord bereit. Bei über 30 Grad in der prallen Sonne in der Backskiste zu hocken, war alles andere als angenehm. Es war eine schweißtreibende und erschöpfende Arbeit, aber am Ende haben wir es – inklusive Elektroniktausch / neuem Relais im Schiff – sauber hinbekommen. Die neue Winsch schnurrt jetzt wie ein muskelbepacktes Kätzchen. Genau so soll es sein.

Weniger unkompliziert ist unser „magischer“ Wassereinbruch über den Deckenstrahler in unserer Koje. Leider erweisen sich auch hier die lokalen Ansprechpartner des TO als wenig hilfreich. Wie schon auf Lanzarote fehlt uns die echte Unterstützung vor Ort. Irgendwie können wir es verstehen: Wir möchten gar nicht wissen, welche Flut an E‑Mails, Anrufen und Anfragen die TO‑Leute in der Saison bewältigen müssen. Das Ganze wird ehrenamtlich gestemmt, und dass unter dieser Last die Qualität der Betreuung leidet, ist fast zwangsläufig. Wir würden mit ihnen nicht tauschen wollen.
Was wir bekommen, sind am Ende lediglich ein paar, teils wenig zielführende Kontakte. Ein Telefonat klingt zunächst vielversprechend, doch schnell fällt die Zahl von pauschal 3.000 Euro – nur dafür, dass jemand an Bord kommt, um nach der Ursache des Wassereinbruchs zu suchen. Außerdem sei gerade Hochsaison, und eigentlich habe man auf solche Arbeiten überhaupt keine Lust. Kopfschütteln. Vielen Dank auch. Also bleibt nur ein Schluss: Selbst ist der Segler. Wir beschließen, einen „Shunt“ zu bauen – sprich: Wir leiten das wenige temporäre Wasser, das partout bei Starkregen und kräftigen Seegang nicht draußen bleiben möchte, wenigstens wieder nach außen. Alles Nötige besorgen wir im Baumarkt und in einem Aquariengeschäft (winziger Schlauch). Ob dieses kleine MacGyver-Projekt wirklich funktioniert, wird sich zeigen, sobald wieder genug Wasser von oben oder von der Seite kommt. Wir sind selbst gespannt und hoffen auf einen Erfolgsbericht.

Ein glücklicher Zufall beschert uns schließlich einen Parasailor für unsere KAMI. Schon bei der Atlantiküberquerung hatten wir davon geschrieben, dass wir uns irgendwann ein solches Leichtwindsegel gönnen möchten. Eines Abends lesen wir, dass ein französischer Segler, der vor Fort-de-France ankert, seinen Parasailor verkaufen will. Wir nehmen Kontakt auf, bekommen Fotos und Infos, entscheiden aber nach reiflicher Überlegung, dass der aufgerufene Preis von 5.500 Euro zu hoch ist, und sagen schweren Herzens ab. Ein vergleichbarer neuer Parasailor würde uns etwa 8.500 Euro kosten (hatten wir hier bei einem lokalen Händler angefragt).
Zwei Tage später meldet sich der Verkäufer erneut: Er korrigiert seine Preisvorstellung auf 3.500 Euro. Da bleibt uns nichts anderes übrig, als zuzuschlagen. Die fehlende Hardware für die KAMI – Umlenkrollen, Blöcke und Beschläge, um das Segel sicher fahren zu können – bestellen wir kurzfristig bei SVB in Deutschland. Lea bringt die Teile bei ihrem Besuch mit in die Karibik. Perfektes Timing.

An den Umgang mit Hunden haben wir uns auf unserer Reise inzwischen gewöhnt – und daran, dass sie vielerorts nicht willkommen sind. In Martinique ist das nicht anders. Weder in Einkaufszentren noch in Baumärkten sind Hunde gern gesehen, überall lesen wir „Kein Zutritt für Hunde“. Das Gleiche gilt für viele Restaurants und Bars. Selbst im Außenbereich werden wir mit Piper nicht selten freundlich, aber bestimmt des Platzes verwiesen. Das frustriert. Auf der Suche nach schönen Stränden in der Nähe werden wir von anderen Badegästen darauf hingewiesen, dass Hunde hier nicht erlaubt sind. Noch mehr Frust.
Zum Glück finden wir mit dem Dinghy, gleich um die Ecke des Hafens, einen „wilden“ Strandabschnitt mit reichlich herumliegenden Kokosnüssen. In der kleinen Lagune davor, so erzählt uns beim ersten Besuch ein Franzose, sollen sich drei Meeresschildkröten tummeln. Und tatsächlich: Zusammen mit Lea entdecken wir bei unseren Schnorchelgängen nicht nur die ersehnten Schildkröten, sondern auch einen riesigen Seestern. Ein kleiner, stiller Schatz, fast für uns allein. An diesem Strand sind kaum Menschen unterwegs – hin und wieder sieht man Einheimische mit ihren Kindern, doch bei unseren zahlreichen Besuchen haben wir meist Glück und sind fast allein.

Piper mutiert dort zur wahren Kokosnussschälerin. In der Zeit schält sie mindestens fünf Kokosnüsse bis auf den harten Kern. Die so freigelegten Nüsse nehmen wir mit an Bord der KAMI, schlagen sie dort auf und Stück für Stück wandert das Kokosfleisch in Pipers Futterschale. Auch das Kokoswasser schleckt sie mit größtem Vergnügen. Natürlich probieren wir selbst ebenfalls hin und wieder vom frischen Kokosfleisch. Verhungern würden wir auf einer einsamen Insel mit Kokospalmen wohl eher nicht.

Um die Feiertage herum erleben wir Supermärkte im Ausnahmezustand. Die Läden sind brechend voll, die Einkaufswagen überladen, und wir fragen uns immer wieder, wie die Einheimischen sich diese hohen Preise leisten können. Verdient man hier wirklich so viel mehr als in Deutschland? Weihnachtsstimmung will trotzdem kaum aufkommen. Abgesehen von ein paar Lichterketten und Straßen-Dekorationen ist wenig festlich. Keine Weihnachtsmusik, keine typischen Düfte, keine vertraute Gemütlichkeit. Bei über 30 Grad im Schatten und ähnlich warmen Wassertemperaturen ist das auch nicht verwunderlich.

Silvester feiert man auf Martinique mit einem „Vorfeuerwerk“ am Tag davor und einem weiteren Feuerwerk am 31. Dezember selbst. Für unsere Piper ist diese Zeit der pure Stress. An beiden Tagen wird bis tief in die Nacht geknallt, und von den endlos vorbeifahrenden Schiffen und Booten dröhnt martiniquische Volksmusik in Dauerschleife über das Wasser. Wir bleiben die beiden Abende an Bord, versuchen Piper mit Spielen, Streicheleinheiten und ruhiger Stimme abzulenken und ihr ein kleines bisschen Sicherheit zu geben.

Im Vergleich zu den Kanaren geht es unserer Piper`li hier insgesamt aber deutlich besser. Zwar machen ihr die hohen Temperaturen zu schaffen, doch ihre Haut hat sich erholt, und die warmen Wassertemperaturen liebt sie. Bei unseren Dinghy-Ausflügen zu den Stränden tobt sie unermüdlich durch die Wellen und apportiert auch die hundertste Kokosnuss brav zurück zum Ufer. Ab 18 Uhr, wenn es dunkel wird, gehört ein Spaziergang durch den Hafen und die umliegenden Hotelanlagen zum festen Ritual. Die in den Hecken vergrabenen Krabben, die plötzlich aus ihren Löchern schießen, und das ohrenbetäubende Zirpen der unzähligen Zikaden fesseln ihre Aufmerksamkeit jedes Mal aufs Neue.

So langsam fangen wir dennoch an, unsere Entscheidung zu hinterfragen, so lange in der Marina zu bleiben. Der große Vorteil: Das Proviantieren ist unglaublich entspannt. Alles andere spricht jedoch mit der Zeit dagegen. Nach der Hälfte unserer Liegezeit in Pointe du Bout nerven uns der ständige Lärm, das Kommen und Gehen der Fähren, die Ausflugsboote, die Musik – kurz: die permanente Unruhe.

Nach etwa zwei Wochen bekommen wir zudem einen unangenehmen spanischen Stegnachbarn. Als Einhandsegler legt er mit dem Bug am Steg an, kann aber so nicht alleine vom Schiff runter. Er fragt, ob er über unsere KAMI an Land gehen darf. Selbstverständlich sagen wir ja – Segler helfen sich. Aus den angekündigten drei, vier Tagen werden jedoch Wochen. Irgendwann reisen auch noch seine Frau und die Tochter mit dem Flugzeug an, und unsere KAMI verwandelt sich mehr und mehr in eine Dauer-Gangway.
Täglich schrubbt Mike das Deck, weil die Nachbarn es oft nicht schaffen, ihre Schuhe auszuziehen. Manchmal trampeln sie schon gegen sechs Uhr morgens über unser Schiff und wecken die gesamte Crew, manchmal kommen sie erst tief in der Nacht von Bar-Touren zurück.

Der Frust wächst von Tag zu Tag, bis eines Abends das Maß voll ist: Wir sitzen leicht bekleidet im Cockpit, als die gesamte Familie innerhalb einer Stunde gleich zweimal über die KAMI läuft. Das ist dann endgültig zu viel.
Mike sucht das Gespräch, bleibt sachlich, aber deutlich, und holt schließlich unsere Leiter aus dem Vorschiff. Er stellt sie dem Nachbarn zur Verfügung, damit dieser samt Familie direkt vom Steg aus über den Bug seines eigenen Bootes an Bord kommen kann – ganz ohne Umweg über die KAMI. Drei Tage später sind die Spanier verschwunden. Wir sind gerade auf Einkaufstour, als sie auslaufen. Unsere Leiter steht kommentarlos vor unserem Schiff. Kein Danke, keine Nachricht, nichts. Undank ist der Welt Lohn – eine Erfahrung, die wohl jede Langfahrt-Crew irgendwann macht.

Rückblickend würden wir, sofern keine größeren Reparaturen anstehen, nicht noch einmal so lange in einer Marina bleiben. Unser Plan für die nächsten Monate ist klar: Bis zum Beginn der Hurrikansaison wollen wir nur noch vor Anker liegen. Morgens direkt vom Boot ins Wasser springen, schwimmen, tauchen, mit dem SUP und Wing losziehen – all das ist im Hafen nur eingeschränkt möglich. Wir sehnen uns nach Ruhe, nach Raum und nach dem leichten Schaukeln an einer schönen Ankerbucht. Wenn wir Pointe du Bout endgültig verlassen, machen wir innerlich drei dicke Kreuze.

Langsam richten wir unseren Bug in Richtung Guadeloupe, wollen unterwegs aber noch die ein oder andere traumhafte Bucht genießen. Die lauten Feiertage in Martinique liegen dann hinter uns – und vor uns hoffentlich viele stille, sternenklare Nächte vor Anker.

Ahoi ihr Lieben ….

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