Fast 10 Tage sind vergangen – und nach dem ersten, oft chaotischen Eingewöhnen auf unserem neuen Zuhause, der KAMI, finden wir allmählich in unseren Alltag an Bord. Die ersten Tage waren geprägt von viel Arbeit, kleinen Erfolgen und dem ersten Besuch von lieben Menschen.

Aufräumen, Aufbauen und Arbeiten
Die erste Woche stand ganz im Zeichen des Aufräumens und Einrichtens. Das Boot wurde auf Hochglanz gebracht, und Mike hat das neue Fusion-Radio eingebaut – ein großartiges Abschiedsgeschenk, das uns auf See stets mit Musik und Nachrichten versorgen wird. Auch das Satellitentelefon und die Truma 45-Liter-Tiefkühlbox sind jetzt einsatzbereit.
Neben den Bootsarbeiten haben wir auch das Bootsoffice in Betrieb genommen und die ersten Videokonferenzen abgehalten. Kathi hat unsere Blumenkästen mit Küchenkräutern und einer Tomatenpflanze bestückt. Wir sind gespannt, wie sich Dill, Petersilie, Basilikum, Minze und Schnittlauch auf See schlagen werden!

Proviant und Einkauf
Die ersten 200 Liter Diesel sind gebunkert, und die Proviantliste ist geschrieben. Beim Spaziergang durch den Hafen fiel uns ein Werbeaufsteller ins Auge: Ein neuer Edeka-Markt in der Nähe bietet an, den Einkauf bis an den Steg – oder sogar direkt ans Boot – zu liefern. Für uns ein echter Glücksfall! Sofort wurde der Laptop aufgeklappt und Konserven, Nudeln, Reis, Kaffee und Getränke bestellt. Die erste Lieferung soll am Dienstagnachmittag direkt zur KAMI kommen. Wir sind gespannt, ob das klappt!
Frische Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Fleisch und Co. werden wir weiterhin im großen Edeka-Superstore in Rostock besorgen.
Wetterkapriolen und Hafenleben
Das Wetter hier oben an der Waterkant ist leider nicht gerade einladend. Gestern, am Pfingstsonntag, war der bislang schlimmste Tag: Unentwegt Regen, Sturmböen, Gewitter und Temperaturen, die den ganzen Tag die Heizung laufen ließen. Der Sturm hat einigen Booten im Hafen ordentlich zugesetzt. Bei einem Segelboot ist die Persenning gerissen, und an unserem Steg nahm eine Schweizer Motoryacht Schaden, weil die Fender verrutscht waren. Das GFK wurde dabei nicht unwesentlich beschädigt – tiefe Kratzer und Abplatzungen sind die Folge. Der abwesende Eigner wird sich freuen …
Für uns ist unverständlich, warum in dieser angeblichen 5-Sterne-Marina bei solchem Schwerwetter niemand vom Hafenpersonal nach dem Rechten schaut. Kein Wunder, dass viele Jahreslieger sich nach Alternativen umschauen und dem Hafen den Rücken kehren. Schade. „Servicewüste Deutschland“ – hier scheint sich das Sprichwort mal wieder zu bewahrheiten.
Weitere Vorbereitungen
In dieser Woche kümmern wir uns weiter um das Aufproviantieren. Es müssen noch mindestens 200 Liter Diesel und 50 Liter Benzin gebunkert werden. Wenn alle Tanks und Kanister voll sind, stehen uns 700 Liter Diesel für die Antriebsmaschinen und dem Stromgenerator zur Verfügung. Würden wir ausschließlich motoren (also nicht segeln), könnten wir mit unserem Treibstoffvorrat rund 3.000 Kilometer bzw. 1.600 Seemeilen zurücklegen – im Idealfall.
Außerdem wollen wir uns in dieser Woche um unser Grab-Bag kümmern und dem Flugrost an der Solarpanelkonstruktion zu Leibe rücken. Nico ist für Mittwoch eingeplant und wird sich noch einmal um die Maschinen kümmern. Wir wollen das Motoröl wechseln und die Wasserpumpen erneuern.
Erster Besuch an Bord
Am vergangenen Samstag durften wir unseren ersten Besuch an Bord begrüßen: Kathis Mama, ihr Bruder und die Schwägerin haben uns die Ehre gegeben. Die KAMI wurde inspiziert, und im Cockpit gab es Kaffee und Kuchen. Das Wetter war typisch April – nur leider mitten im Juni. Trotzdem haben wir uns sehr über den Besuch gefreut.
Für heute Abend hat sich ganz kurzfristig „Götz“ für eine kleine Stippvisite hier in Warnemünde angemeldet.
Impfmarathon abgeschlossen
Heute Nachmittag haben wir unsere erste Schluckimpfung gegen Cholera eingenommen. Nach spätestens 6 Wochen folgt die zweite, und dann sind wir für mindestens 2 Jahre „safe“. Damit ist unser Impfmarathon abgeschlossen. Sämtliche Kosten wurden von unserer Krankenkasse übernommen – sogar die für die noch recht neue und teure Dengue-Impfung. Unsere Impfpässe sind jetzt voll durchgestempelt. Nach dem Motto: „Lieber haben als brauchen“!

Wir freuen uns auf Austausch!
Wir freuen uns über Kommentare und den Austausch mit euch. Habt ihr Fragen oder Anmerkungen? Gern her damit! Wir sind gespannt auf eure Rückmeldungen und freuen uns, wenn ihr uns auf unserer Reise begleitet.
Bleibt neugierig – wir halten euch auf dem Laufenden!
Mike – Kathi und Piper`li von der KAMI
