Erfahrungen sammeln bedeutet nicht nur, schöne Momente festzuhalten, sondern auch schwierige Situationen anzunehmen und einzuordnen. Gerade als Reisende auf längerer Fahrt ist es für uns selbstverständlich geworden, offen über alles zu berichten, was uns begegnet – und dazu gehören eben auch die weniger positiven Themen.
Aus aktuellem Anlass möchten wir heute einen etwas anderen Beitrag schreiben. In den letzten Tagen kam es zu einem unangenehmen Kontakt mit einem sogenannten Hater, der uns unter anderem vorwarf, wir würden nur meckern, hätten von nichts eine Ahnung und sollten weniger über Piper schreiben.
Unser Blog war und ist nie als perfekte Selbstdarstellung gedacht, sondern als persönliches Reisetagebuch. Er richtet sich an Familie, Freunde und Bekannte, die uns auf unserer Reise begleiten möchten. Dabei sind wir stets bemüht, ehrlich und unverfälscht über das zu berichten, was wir erleben – über Licht- und Schattenseiten gleichermaßen. Denn wie im wirklichen Leben ist nicht jeder Tag einfach, nicht jede Begegnung erfreulich und nicht jede Erfahrung so, wie man sie sich vorgestellt hat.
Wir haben uns nach diesem Vorfall einmal die Zeit genommen und im Netz recherchiert: Viele Reiseblogs – besonders im Segelbereich – zeigen fast ausschließlich die schönen Seiten. Strahlende Fotos, ungetrübte Freude, perfekte Bedingungen. Negative Erlebnisse werden meist ausgeblendet oder gar nicht erwähnt. Diese Hochglanzdarstellung ist weit verbreitet, aber sie lässt eine entscheidende Frage offen: Ist das noch authentisch?


Wir sind überzeugt, dass Offenheit wichtiger ist als Idealisierung. Eine kritische Sichtweise ist kein Zeichen von Negativität, sondern Ausdruck von Realitätssinn. Eine Weltumsegelung ist kein ununterbrochenes Abenteuer voller Glücksmomente, sondern ein komplexes, oft herausforderndes Lebensprojekt.
Wir berichten über das, was wir tatsächlich erleben, und wir bewerten unsere Erfahrungen nach unseren eigenen Maßstäben. Wer nach makellosen Reisegeschichten sucht, wird hier nicht fündig. Wer jedoch Interesse an echten Eindrücken, ehrlichen Gedanken und gelebter Realität hat, den möchten wir weiterhin gerne mitnehmen – so, wie wir sind und wie das Leben auf See wirklich ist.
Wir werden auch in Zukunft unserem Grundsatz treu bleiben und authentisch berichten – mit allen Höhen und Tiefen, die das Reisen mit sich bringt. Denn nur so wird unser Blog das, was er ursprünglich sein sollte: eine ehrliche und persönliche Chronik unserer gemeinsamen Reise.
Viele Grüße aus der Ankerbucht von Playa Calimera im Süden Lanzarotes.
